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Trotz digitaler Technik sind SIE unverzichtbar!

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Neustadt/WN. Landrat Andreas Meier hat gemeinsam mit Vermessungsdirektor Hermann Prölß im Weißen Rößl in Neustadt langjährige, verdiente Feldgeschworene ausgezeichnet und ihnen herzlich für ihr jahrzehntelanges Engagement gedankt.

Traditionsreiches Ehrenamt! Die Feldgeschworenen aus dem Landkreis Neustadt/WN sind für ihre langjährigen Dienste geehrt worden. Im Fokus war die Wichtigkeit ihrer Aufgabe trotz digitaler Messtechniken. Bild: Landratsamt Neustadt/WN.

Das älteste noch bestehende Ehrenamt Bayerns gibt es bereits seit dem 13. Jahrhundert. Schon damals wurden nur die rechtschaffensten Bürger für dieses angesehene Amt auserwählt. Doch auch in Zeiten moderner digitaler Messtechniken vermitteln die Feldgeschworenen noch bei Unklarheiten oder Streitigkeiten zwischen dem Vermessungsamt und den Bürgern untereinander.

Die Tätigkeit als Hüter der Grenzsteine birgt natürlich oftmals auch Konflikte und heikle Situationen, die die Feldgeschworenen souverän, unparteiisch und mit Ortskenntnis und Fingerspitzengefühl meistern müssen. Die Geehrten leisten diese unverzichtbaren ehrenamtlichen Dienste bereits seit 25 oder 40, manche sogar seit 50 Jahren.

Feldgeschworene seit bis zu 50 Jahren! Ehre gebührt: 

25 Jahre:
Willi Meierhöfer, Floß

40 Jahre:
Erwin Forster, Kohlberg
Hermann Kummer, Kohlberg
Helmut Prechtl, Kohlberg
Wilhelm Bayerl, Vohenstrauß

50 Jahre:
Johann Meier, Vorbach
Christoph Seemann, Vorbach
Günther Grünauer, Waldthurn

Unverzichtbar trotz digitaler Technik: „Ja! Wir brauchen euch!“

Bei aller moderner Vermessungstechnik und GPS könnte man sich die Frage stellen, ob es das Amt des Feldgeschworenen in der heutigen Zeit noch braucht, in einigen Bundesländern wurden sie gar schon abgeschafft. Landrat Andreas Meier beantwortet das mit einem klaren „Ja! Wir brauchen euch!“

Gerade solch sensiblen Dinge wie Grenzfeststellungen bergen viel Konfliktpotenzial, das sich selbst durch die beste Technik nicht immer vermeiden lässt. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und Einfühlungsvermögen können Feldgeschworene bei Grenzstreitigkeiten erfolgreich zwischen den Parteien vermitteln.

„Gerade in einer Zeit mit der gesellschaftlichen Tendenz zu immer mehr Egoismus braucht es die Feldgeschworenen mehr denn je“, betonte Landrat Meier. Den Geehrten dankte er für ihren jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz.

Überlieferungen: "Schiedsmänner" bereits 715 vor Christus 

Dem Dank schloss sich Vermessungsdirektor Hermann Prölß an und hob die hohe Bedeutung des Ehrenamtes als Feldgeschworener hervor. Die ältesten Überlieferungen über sogenannte Schiedsmänner reichen bis ins Jahr 715 vor Christus zurück. In Bayern gebe es dieses Ehrenamt bereits seit dem 13. Jahrhundert.

Richtigen Aufschwung fand die Rolle der Feldgeschworenen dann mit Inkrafttreten des Abmarkungsgesetzes 1868, wodurch fortan jede neu gezogene Grenze abgemarkt werden musste. Als Bindeglied zwischen Grundstückseigentümern und den Behörden erfüllen Feldgeschworene durch ihr Fachwissen und ihre Erfahrung eine äußerst wichtige Schlichtungsfunktion.

Auf viele weitere Jahre bei der Bayerischen Vermessungsverwaltung! 

Stellvertretend für die Bürgermeister der Heimatgemeinden sprach Windischeschenbachs Bürgermeister Karlheinz Budnik zu den langjährig Engagierten. Er hob die Wichtigkeit des Ehrenamtes für das gemeinschaftliche Leben hervor. Er wünschte den Ehrengästen für die Zukunft viel Gesundheit und dass sie noch viele Jahre der Bayerischen Vermessungsverwaltung erhalten bleiben mögen.

Im Anschluss überreichten Landrat Meier und Vermessungsdirektor Prölß die persönlich von Staatsminister Albert Füracker unterzeichneten Ehrenurkunden sowie jeweils kleine Präsente als Geste der Anerkennung. Im Anschluss gab es für die Geehrten noch eine kleine Brotzeit.

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