Ein halbes Jahrhundert Ehe mit vielen Facetten

Döllnitz. Die "Merry Boys" spielten 1970 zum Tanz auf im Felsenkeller in Tännesberg. Josef Schärtl stach dabei eine junge Frau besonders ins Auge und die holte er zum Tanzen. Es war Sieglinde Betz, die mit Freundinnen in den Felsenkeller gefahren war. Das war der Anfang einer harmonischen Ehe, die 1972 beide eingingen und nun mit der Goldenen Hochzeit eine Krönung erfuhr.

Das Jubelpaar freute besonders, dass Bürgermeister Anton Kappl (links) die Glückwünsche der Marktgemeinde nicht nur im Vorbeigehen überbrachte, sondern lange mit den beiden zusammen saß. Foto: Sieglinde Schertl

Von Ernst Frischholz

Am 27. Mai 1972 schlossen beide nach dem Standesamt in Vohenstrauß in der Kirche in Döllnitz den Bund fürs Leben. Dabei war bei der kirchlichen Trauung noch ein Stolperstein aus dem Weg zu räumen. Vater Betz war Posthalter in Döllnitz. Die Trauungen begannen dort traditionell um 9.30 Uhr. Da hatte der gewissenhafte Postbeamte aber noch nicht die Post ausgetragen und darum begann die Hochzeitsfeier in der Kirche erst um elf Uhr.

Aktives Berufsleben

Beruflich legte Sepp Schertl die Meisterprüfung ab und war zuletzt in guter Position bei ATU in Weiden. Sieglinde Schertl arbeitete beim Neuen Tag, erst als Angestellte im Vertrieb, danach in den Redaktionsgeschäftsstellen Neustadt und Vohenstrauß.

Gemeinsame Leidenschaft für Politk

Was beide noch verbindet, ist die Politik. Sepp wurde 1991 Ortsvorsitzender der CSU Leuchtenberg, war dann auch später zwölf Jahre lang im Marktrat. Zeitgleich stieg Sieglinde Schertl bei der Frauenunion ein, wurde zur Kreisschriftführerin und 1999 zur Kreisvorsitzenden der Frauenunion Neustadt/WN.

In ihrer Zeit führte sie die Neustädter Frauenunion zum größten Kreisverband in Bayern. Bis 2014 war sie als engagierte Kommunalpolitikerin mit dem absoluten Fokus „Frau“ auch im Kreistag des Landkreises präsent. Weitere Ehrenämter wie stellvertretende Bezirksvorsitzende waren beinhaltet und das Engagement führte auch dann dazu, dass sie zur Ehrenkreisvorsitzenden der Frauenunion ernannt wurde.

Familie geht immer vor

Trotz der Leidenschaft für die Politik hatte die Familie immer Vorrang. Beide haben zwei Kinder und diese Familienbande pflegen der Sepp und die Sieglinde Schertl innig. Die Belohnung folgte schnell – sie wurden innerhalb von neun Monaten drei Mal Oma und Opa. Die Tochter lebt mittlerweile mit ihrem Mann und den Kindern in Döllnitz, während die beiden Schärtls zu Sohn und Enkel mehrmals im Jahr nach Berlin fahren.

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