Ein Power-Paket für die Bürgerenergie

Neustadt/WN. Mangelnde Verfügbarkeit von Einspeisepunkten, zu viel Bürokratie und Pachtland-Konkurrenz mit Großinvestoren - das waren die drei größten Sorgen, die die Aufsichtsräte der Bürgerenergiegenossenschaft Neue Energien West e.G. dem Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt von den Grünen unterbreiteten.

Geschäftsführer Bernhard Schmidt, MdB Stefan Schmidt, Dr. Alexander Goller, Michael Vogel, Wolfgang Haberberger, Karl Lorenz, Steuerberater Bernd Hentzschel, Dieter Klein, Stefan Dötsch (von links) bei der Besichtigung der neuen Solaranlage. Foto: Büro Stefan Schmidt

„Jedes Kabel, jedes Panel und jeder Wechselrichter einer Solaranlage muss zertifiziert werden, und zum Schluss noch einmal die Anlage im Ganzen. Und dafür gibt es in ganz Bayern nur wenige Zertifizierer – da baut sich natürlich ein riesiger Stau auf“, berichtet der Aufsichtsratsvorsitzende der Bürgerenergiegenossenschaft West eG, Stefan Dötsch übereinstimmend mit dem Geschäftsführer der NEW – Neue Energien West eG, Bernhard Schmidt.

Der Abgeordnete besichtigte mit einer Delegation der Genossenschaft deren neuste Solaranlage. „An so sonnigen Tagen wie heute kann es passieren, dass die Bayernwerk Netz GmbH ab mittags keinen Strom mehr abnimmt. Das kann unmöglich im Sinne der Energiewende sein.“

Energiepaket sorgt für großen Schub

Der Parlamentarier hatte für einige dieser Sorgen gute Nachrichten. „Das Energiepaket der Bundesregierung ist der größte Schub für die Erneuerbaren seit 30 Jahren. Unter anderem ist der Verteilnetzausbau im Energiewirtschaftsgesetz als im überragenden öffentlichen Interesse eingestuft worden. Dadurch werden Planungs- und Genehmigungsverfahren schneller und einfacher werden, zum Beispiel durch Digitalisierung.

Außerdem dürfen Bürgerenergiegenossenschaften jetzt Projekte einer bestimmten Größe ohne Ausschreibungen realisieren. Das erspart schon mal viel Papierkram. Wenn es sich dabei um dieselbe Technologie handelt, also zwei Solarparks hintereinander zum Beispiel, können diese mit einem Abstand von nur noch drei Jahren verwirklicht werden statt der bisherigen fünf Jahre.“

Bei Bedarf muss nachgeschärft werden

Natürlich, so Schmidt weiter, müsse man die Wirksamkeit dieser Maßnahmen im Auge behalten, auswerten und bei Bedarf nachschärfen. „Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass unser Wirtschaftsminister Robert Habeck das bereits mitgedacht hat. Die jetzt beschlossenen Reformen werden zu einer neuen Blüte der Bürgerenergie führen, davon bin ich überzeugt.

Die Menschen vor Ort können dann viel einfacher und renditestark an der Energiewende teilhaben, indem sie Genossenschaftsanteile zeichnen. Auch die Kommunen profitieren künftig unmittelbar durch die Errichtung und den Betrieb von Windkraftanlagen. Dadurch erhöht sich auch die Akzeptanz für diese Technologie.“

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