Entwicklungen und Herausforderungen in der Flüchtlingshilfe Pleysteins

Pleystein. „Wir sind mit den Flüchtlingen ausgelastet, die wir derzeit hier haben“ – mit dieser Einschätzung gab Hans Müllhofer, Sprecher der Whatsapp Gruppe, die sich um diesen Personenkreis kümmert, eine unmissverständliche Aussage zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge in der Stadt ab.

Ehemaliges BRK-Heim “Am Sonnenhang” auch allgemein Rotkreuzhaus genannt, soll Flüchtlingsunterkunft werden. Foto: Walter Beyerlein

Hans Müllhofer erinnerte in einem kurzen Rückblick an das Jahr 2015, in dem sich damals im vollbesetzten Sitzungssaal der Stadt der Arbeitskreis Asyl gegründet habe. Die Situation sei mit der heutigen Zeit vergleichbar, denn auch damals gab es bereits das Gerücht, das ehemalige Rotkreuzhaus solle mit 100 bis 150 Asylanten belegt werden. „Wie´s heute gemacht werden soll, weiß ich nicht, damals haben wir gesagt, da müssen wir was tun“.

Integration von Flüchtlingen in Pleystein

Aus ihm nicht bekannten Gründen ist die Nutzung des Rotkreuzhauses für den beabsichtigten Zweck nicht zustande gekommen. Als Folge davon sei der Arbeitskreis eingeschlafen, sagte Hans Müllhofer. Nachdem alle Asylanten weggezogen waren, sei das Thema erledigt gewesen.

Im September 2022 habe er einen Anruf von Konrektorin Christa Walbrunn mit der Aussage erhalten, dass sich in einem bestimmten Haus Pleysteins ein Kind aufhalte, das nicht Deutsch spreche und in den Kindergarten gehen solle. Bei seinem Besuch hat Hans Müllhofer gesehen, dass bereits drei Familien anwesend waren. „Die Verständigung war sehr schwierig“.

Auf diese Weise sei er wieder mit dem Problem befasst worden, auch wenn es nicht seine Absicht gewesen sei, räumte Hans Müllhofer ein. Aufgrund der zunehmenden Flüchtlingszahl in Pleystein habe sich der Arbeitskreis Asyl mit Personen, die bereits im Jahr 2015 aktive Mitarbeit signalisierten, als Whatsapp Gruppe mit vierzehn Personen gegründet. Lob zollte Hans Müllhofer dem Hausbesitzer des entsprechenden Hauses, der aufgeschlossen den Wünschen der Asylanten oder des Arbeitskreises gegenüberstehe.

Grenzen der Hilfsbereitschaft

Mittlerweile wohnen dort sieben Familien mit rund 30 Personen. Die Familien seien von verschiedener Nationalität, von denen einige Angehörige freiwillig in der Stadt einer Tätigkeit nachgehen. Er bedauerte allgemein, dass es keine Sprachkurse mehr gebe, weil sich dafür keine Lehrer mehr finden. Hans Müllhofer beschrieb den Besuchern der Bürgerversammlung die Aufgaben und Hilfestellungen der Whatsapp Gruppe, in der auch Bürgermeister Rainer Rewitzer und Zweite Bürgermeisterin Andrea Lang tätig sind.

Hans Müllhofer dankte den öffentlichen Stellen für die Unterstützung, lobte deren unermüdlichen Einsatz, der nicht selbstverständlich sei. „Die Leute dort machen nicht Dienst nach Vorschrift und sind um eine schnelle Abwicklung der Probleme bemüht. Ich weiß nicht, ob die Leute in Berlin oder wo auch immer das wissen.“ Hans Müllhofer setzte aber eine klare Aussage noch auf seine Schilderungen auf: „Ich glaube nicht, dass dieser Weg weiter funktioniert, wenn nicht irgendwann eine Grenze gemacht wird, so schwer das auch fallen wird.“

Diese Aussage gelte auch für die freiwilligen Helfer, die auch mal keine Lust mehr an der ehrenamtlichen Arbeit haben. „Viele Stellen machen gute Sachen, was nicht sichtbar wird“. Hans Müllhofer erkennt die Hilfsbereitschaft der Pleysteiner an, fügt aber deutlich hinzu, dass „alles ein Ziel haben müsse“. „Wir sind genug ausgelastet“, sagte Hans Müllhofer mit Blick auf die mögliche Nutzung des ehemaligen Rotkreuzhauses.

Ausbau des Rotkreuzhauses

Bürgermeister Rainer Rewitzer verlas eine Information von Regierungsdirektor Dr. Alfred Scheidler, die er sich für die Bürgerversammlung erbeten hatte. Diese Mitteilung, für die Besucher auf der Leinwand zu sehen, enthielt die Aussage, dass am 8. November 2023 mit dem Besitzer des Rotkreuzhauses eine Besichtigung stattgefunden hatte, um die zur Anmietung benötigten Flächen festzulegen, aber auch um weitere Baumaßnahmen zu besprechen.

Seitens des Vermieters war die Aussage gemacht worden, dass eine Vermietung nicht vor Januar oder Februar 2024 möglich sei. Die Stellungnahme enthält auch die Aussage, dass das gesamte Objekt angemietet werden könne, sollten alle erforderlichen Baumaßnahmen beendet sein. „Hier mache ich ein Fragezeichen dahinter“, meinte Pleysteins Stadtoberhaupt, verwies auf gewisse bauliche Mängel, seine Kenntnisse über den Bauzustand und betonte ausdrücklich, dass „Brandschutz nicht verhandelbar“ sei. Dieser Grundsatz werde jedem Bürgermeister bei Seminaren ausdrücklich „eingetrichtert“.

Hinsichtlich der Belegung machte Dr. Alfred Scheidler deutlich, dass eine Belegung mit Flüchtlingen unterschiedlicher Nationalitäten denkbar sei. Dr. Scheidler verwies auch auf den „ungebrochenen“ Flüchtlingszustrom und die damit verbundenen Zuweisungen durch die Regierung der Oberpfalz. Die Unterbringungsmöglichkeiten im Landkreis seien weitgehend erschöpft, sodass sich ein weiterer Bedarf ergebe, heißt es in der Stellungnahme des Landratsamtes.

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