Erster Toter: Warnung vor dem Konsum von Kräutermischungen

Nordoberpfalz. Die Oberpfälzer Polizei warnt nach einem Todesfall in Zusammenhang mit dem Konsum von Kräutermischungen vor den unkalkulierbaren Risiken.

Die Mischungen sind brandgefährlich. Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz
Die Mischungen sind brandgefährlich. Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz
Die Kräutermischungen haben schon Todesopfer gefordert. Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz
Die Kräutermischungen haben schon Todesopfer gefordert. Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz
Polizeipräsidium Oberpfalz
Polizeipräsidium Oberpfalz

In der Oberpfalz starb am Wochenende ein 34-Jähriger nach dem Konsum von Kräutermischungen. Kurz nach dem Konsum brach der Mann in Anwesenheit seiner Lebensgefährtin zusammen. Ein Zusammenhang mit dem Konsum der Substanz und dem plötzlichen Versterben liegt nahe und wird derzeit von der Kriminalpolizei geprüft. Dieser Fall zeigt auf tragische Weise auf, welche Risiken mit dem Konsum derartiger Substanzen zusammenhängen können.

Bei Kräutermischungen handelt es sich um synthetische Cannabinoide oder andere synthetische Wirkstoffe mit psychoaktiver Wirkung. Die Mittel werden als Kräutermischungen in kleinen Tüten verkauft und versprechen eine ähnliche berauschende Wirkung wie THC, dem Wirkstoff von Marihuana. Die Substanzen werden in der Regel geraucht.

Reger Vertrieb über das Internet

Bis zur Einführung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) im Jahr 2016, konnten die Kräutermischungen legal erworben werden, was ihnen damals auch den verharmlosend umgangssprachlichen Namen „Legal Highs“ einbrachte. Nicht zuletzt aufgrund der erheblichen Gesundheitsgefahren wurde der Besitz und weitere Umgang gesetzlich geregelt.

Die Mittel können meist im Internet im In- und Ausland gekauft werden und werden dem Besteller per Post geliefert. Die Internetseiten werden professionell betrieben und die Verpackungen ansprechend gestaltet. Insbesondere Jugendliche fühlen sich von der Vermarktung angesprochen.

Hohes Risiko für Konsumenten

Auf die Risiken, die ein Konsument mit dem Genuss der Mischungen eingeht, wird nicht hingewiesen. Diese sind jedoch äußerst hoch. Sie werden zum Teil von Hand gemischt und der einzelne Wirkstoffgehalt und die daraus resultierende Wirkweise der einzelnen Stoffe sind für den Konsumenten nicht vorherzusehen. Die Zusammensetzung der Verpackungen kann daher auch stark variieren. Insbesondere die Wirksamkeit der Substanzen kann dann um ein Vielfaches höher sein als bei Marihuana.

Immer wieder kommt es nach dem Konsum der Substanzen zu schweren, nicht vorhersehbaren gesundheitlichen Schädigungen. Neben körperlichen Folgen wie Kreislaufversagen, Organversagen und Ohnmacht besteht auch die Gefahr psychischer Folgen wie Psychosen und Wahnvorstellungen, welche eine notfallmedizinische Versorgung notwendig machen.

Warnung

Die Polizei Oberpfalz warnt eindringlich vor dem Konsum solcher Substanzen. Neben den unvorhersehbaren Wirkungen solcher Substanzen steht der Umgang mit den Stoffen nach dem NpSG oder dem Betäubungsmittelgesetz unter Strafe.

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