Flüchtigen Schleuser aus der Luft entdeckt

Pleystein. Bei der Kontrolle eines Fahrzeugs entdeckten am Montag Fahnder der Bundespolizei neun Migranten. Einer der Schleuser flüchtete zunächst, konnte jedoch mithilfe eines Bundespolizeihubschraubers gestellt werden. Es handelte sich um einen mit 13 Fahndungsnotierungen gesuchten Mann.

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Symbolbild: Pixabay

Als die Waidhauser Bundespolizisten einen Kastenwagen mit deutschem Kennzeichen zur Kontrolle auf den Parkplatz „Ulrichsberg“ ausleiten wollten, missachtete der Fahrer die Anhalte-Signale und beschleunigte auf der A 6. Der Mercedes Vito konnte nach kurzer Zeit bei der Ausfahrt Pleystein neben der Autobahn gestellt werden. Der Fahrer gab Fersengeld und war für kurze Zeit aus dem Blickfeld verschwunden, während die Bundespolizisten damit beschäftigt waren, dass die offensichtlich Geschleusten nicht in Panik auf die Fahrbahn rennen.

Nachdem die Insassen im Alter von 15 bis 31 Jahren in Gewahrsam genommen wurden, folgte die Fahndung mit Unterstützung der Grenzpolizeiinspektion (GPI) Waidhaus nach dem flüchtigen Fahrer.

Suche nach dem Fahrer

Dieser wurde von der Besatzung eines Bundespolizeihubschraubers entdeckt, die Bodenkräfte zu dem Mann lotsen konnte. Dabei handelte es sich um einen 32-Jährigen, der sich mit einem totalgefälschten deutschen Personalausweis legitimieren wollte. Er besitzt Strafregister von sage und schreibe 13 Fahndungsnotierungen.

Jede Menge auf dem Kerbholz

So bestand ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Hannover wegen Urkundenfälschung. 130 Tage muss der Verurteilte absitzen oder 2.000 Euro Geldstrafe bezahlen. Ganze sieben Notierungen zur Aufenthaltsermittlung existieren von den Staatsanwaltschaften Hannover, Bückeberg und Detmold sowie vom Finanzamt Bielefeld und dem Ausländeramt Lippe.

Die Deliktpalette reicht hier von der Urkundenfälschung über Steuerhinterziehung bis hin zu Betrug. Eine Schengen-weite Ausschreibung nach dem Mann gab es auch von Deutschland wegen diverser Betrugs- und Fälschungsfälle. Außerdem hätte der Mann das Fahrzeug gar nicht steuern dürfen. Vier Behörden in Nordrhein-Westfalen verlangen die Sicherstellung seines Führerscheins wegen eines Fahrverbots.

Polizei handelt schnell

Die Bundespolizeiinspektion Waidhaus lieferte den Mann nach Haftvorführung umgehend in die Justizvollzugsanstalt Weiden ein. Die Migranten wurden in die Tschechische Republik zurückgeschickt. Für die Bundespolizeiermittler heißt es nun, aus den Aussagen der Geschleusten, den technischen Auswertungen der mitgeführten Handys und der Vernehmung des Schleusers Daten zu gewinnen, um letztendlich an die Hintermänner heranzukommen.

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