Freie Wähler schicken Oswald Lingl ins Bürgermeister-Rennen

Theisseil. Oswald Lingl unternimmt einen dritten Versuch, Bürgermeister seiner Heimatgemeinde zu werden. Der Freie Wähler-Mann tritt gegen Johannes Kett von der CSU an.

Erster Gratulant des Bürgermeisterkandidaten Oswald Lingl ist der FW-Kreisvorsitzende Karl Meier (links); mit im Bild der vor kurzem neu gewählte Ortsvorsitzende Tobias Groß, der selbst als Kandidat gehandelt wurde. Foto: Gabi Eichl

Soviel ist sicher: Der nächste Theisseiler Bürgermeister ist ein Mann. Zwei Männer wollen in die Fußstapfen der verstorbenen Marianne Rauh (CSU) treten: Johannes Kett (36) von der CSU und Freie Wähler-Mann Oswald Lingl (61).

„Aus Pietät“ keinen Wahlkampf führen

Der FW-Kandidat will keinen Wahlkampf führen, wie er bei der Nominierungsversammlung im Gasthaus „Grünen Baum“ sagt. Schon das Wort „Wahlkampf“ in den Mund zu nehmen, so kurz nach dem Tod der Bürgermeisterin, erscheine ihm unpassend. „Weil es die Pietät gebietet“, kündigt er an, nicht plakatieren zu wollen. Er werde auch versuchen, sich in dem Punkt mit Kett abzustimmen. Man werde zusehen, mit den Bürgern in einen Dialog zu kommen bis zur Wahl am 11. September, aber einen Wahlkampf führen werde man nicht.

Lingl sagt von sich, auch er sei wie bei der CSU derjenige Kandidat, der das Amt eines ehrenamtlichen Bürgermeisters am ehesten mit seinem Beruf vereinbaren könne, da er seit Jahren viel im Home Office arbeite. Der Ortsvorsitzende Tobias Groß, der ebenfalls als Kandidat gehandelt wurde, oder auch Gemeinderäte wie Stefan Kett, ein Cousin des CSU-Kandidaten, hätten aus beruflichen Gründen ablehnen müssen.

Mehrere teure Projekte warten auf Realisierung

„Es liegt eine schwere Zeit vor uns“, sagt Lingl. Die kleine, nicht eben finanzstarke Gemeinde habe in nächster Zeit verschiedene teure Projekte zu stemmen. Er nennt den Abschluss der Dorferneuerung Wilchenreuth, den Bau neuer Gerätehäuser für die Wehren Letzau und Edeldorf und die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Edeldorfer Wehr. Wie all das finanzieren angesichts explodierender Baupreise? „Wird sicherlich nicht einfach werden“, so Lingl. 

Ziel: Gemeinde soll energieautark werden

Bei seinen eigenen Schwerpunkten legt Lingl das Hauptaugenmerk auf die Förderung erneuerbarer Energien mit dem ehrgeizigen Ziel, als Gemeinde autark zu werden. Mit dem Solarpark bei Roschau sei ein erster Schritt getan. Entscheidend sei, als Gemeinde voranzugehen, selbst nach geeigneten Flächen zu suchen, etwa mithilfe eines Solarkatasters, und nicht auf Investoren zu warten. „Wir brauchen diese Energie“, sagt er. Er spricht sich außerdem für den Aufbau eines Ladesäulennetzes aus, auch für Fahrräder.

Verstärkt soziale Medien zur Information nutzen

Die sozialen Medien will Lingl als Bürgermeister verstärkt für die Gemeinde nutzen. Angetan zeigt er sich von der Möglichkeit, mithilfe eines Nachrichtendienstes wie WhatsApp aktuelle Infos der Gemeinde zu verbreiten, sei es, dass man informiert, was los sei, wenn die Sirene geht, oder wichtige Gemeinderatsbeschlüsse auf diese Weise verbreite. 

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