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Freiräume für junge Menschen schaffen

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Weiden/Tirschenreuth. Der Bezirksjugendring Oberpfalz stellt sich neu auf. Auf viele Herausforderungen der Pandemie wollen die Vertreter der Oberpfälzer Jugendarbeit reagieren.

Packen beim Bezirksjugendring an: (von links) Martin Merkl (SJD - Die Falken), Diakon Thomas Vitzthum (Evangelische Jugend im Dekanat Weiden, verabschiedet), Andrea Glaubitz (DLRG-Jugend, verabschiedet), zweiter Vorsitzender Jürgen Preisinger (Kreisjugendring Tirschenreuth), Vorsitzender Philipp Seitz (Stadtjugendring Regensburg / Bayerische Sportjugend), Clemens Metzler (BDKJ, verabschiedet), Jonas Scherer (Evangelische Jugend). Foto: Gunter Staudinger

Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen. Das machte die Vollversammlung des Bezirksjugendrings Oberpfalz in Regenstauf deutlich.

Der Bezirksjugendring Oberpfalz vertritt als Zusammenschluss der Jugendverbände in der Oberpfalz annähernd 200.000 Kinder und Jugendliche. Umso wichtiger sei es, wie Bezirksjugendring-Vorsitzender Philipp Seitz betonte, in dieser schweren Zeit Gemeinschaft erlebbar zu machen und auch Freiräume für junge Menschen zu bieten. Die Jugendarbeit habe hierzu detaillierte Hygieneschutzkonzepte ausgearbeitet, um sichere Räume für Angeboteder Jugendarbeit zu schaffen.

Pandemie verhinderte internationalen Jugendaustausch

Der internationale Jugendaustausch ist in Folge der Pandemievielerorts unterbrochen worden. Umso wichtiger sei es nun, Vertrauen wiederherzustellen, neue Kontakte zu knüpfen und die Jugendbegegnung nachhaltigwieder in Schwung zu bringen.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Oberpfälzer Jugendverbände und Jugendringe legen im kommenden Jahr ihren Fokus deshalb auf die internationale Jugendbegegnung, insbesondere zwischen der Oberpfalz und Tschechien. „Diese gelebte Nachbarschaft ist uns ein Herzensanliegen“, betonte Vorsitzender Seitz.

Hierzu soll es unter anderem einen jugendpolitischen Europaempfang geben. Die europäische Einigung dürfe kein Elitenprojekt sein, so Seitz, sondern müsse gezielt versuchen, gerade junge Menschen frühzeitig in das europäische Projekt einzubinden.

Derzeit bereiten die Corona-Einschränkungen beim deutsch-tschechischen Jugendaustausch Schwierigkeiten, wie Jürgen Riedl von der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen deutlich machte.

Unterstützung vom Bezirkstagspräsidenten

Volle Unterstützung kommt dabei vom Oberpfälzer Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler (CSU). Die Jugendarbeit und außerschulische Bildung sei enorm wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Der Bezirksjugendring und die Jugendarbeit im Bezirk leisten hier hervorragende Arbeit, betonte Löffler.

Markus Gruber, Amtschef im Bayerischen Familieministerium, überbrachte ein Grußwort der Bayerischen Sozialminsterin Carolina Trautner: „Die Jugendverbände sind für uns wichtige Partner im Freistaat bei der Bewältigung der Corona-Pandemie. In der Oberpfalz haben der Bezirksjugendring und seine Jugendverbände neue kreative Wege gefunden, um Jugendarbeit während der Pandemie und insbesondere während der Kontaktbegrenzungen weiterhin zu ermöglichen.“

Trautner sei eine starke Partizipation von Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Die Gesellschaft könne von der Perspektive junger Menschen enorm profitieren. „Jugendarbeit ist nicht nur system-, sondern zukunftsrelevant.“ Deshalb habe der Freistaat Bayern in den letzten Jahren die Fördermittel für Jugendarbeit kontinuierlich erhöht und stelle in diesem Jahr mit über 36,3 Millionen Euro, ohne ergänzende Corona-Sondermittel, den höchsten Betrag aller Zeiten zur Verfügung.

„Wichtige Lebensjahre genommen“

Der Jugend seien während der Pandemie „wichtige Lebensjahre genommen worden“, brachte stellvertretender Bezirksjugendring-Vorsitzender Jürgen Preisinger vom Kreisjugendring Tirschenreuth zum Ausdruck. Es brauche nun auch eine bestmögliche finanzielle Ausstattung der Jugendarbeit, um wiederdurchstarten und auf die Herausforderungen der Pandemie wirkungsvoll reagierenzu können.

Florian Lutz von der Bayerischen Trachtenjugend warb darum, beim Infektionsschutz immer auch eine Planbarkeit sicherzustellen. „Wir brauchen bei allen Maßnahmen immer auch eine rechtzeitige Perspektive!“

Thomas Vitzthum von der Evangelischen Jugend zeigte anhand von Beispielen auf, dass nicht alle Hygieneschutzmaßnahmen in sich stimmig seien. Wenn junge Menschen in der Schule keine Masken mehr benötigen, dann sollte dies für getestete Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Bildungsangeboten der Jugendverbandsarbeit ebenfalls gelten.

Zügige Senkung des Wahlalters

Franz Wacker, Landesvorsitzender der Katholischen Landjugendbewegung und delegiert für den BDKJ-Diözesanverband Regensburg, pochte auf eine zügige Senkung des Wahlalters und mehr Mitsprachemöglichkeiten für junge Menschen.

Der Präsident des Bayerischen Jugendrings, Matthias Fack, nutzte die Vollversammlung in der Oberpfalz, um eine groß angelegte Engagements- und Wertschätzungskampagne für die Jugendarbeit in ganz Bayern anzukündigen. Hauptziel sei es hierbei, der pandemiebedingten Isolation junger Menschen entgegenwirken und diese wieder neu für Angebote der Jugendarbeit über soziale Aktivitäten oder Investitionen in Bildungs- und Freizeitmaßnahmen vor Ort zu gewinnen.

Gleichzeitig gehe es auch darum, die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen wertzuschätzen und in den Fokus zu rücken. Verschiedene Themen werden bei der Kampagne in den Fokus gerückt, wie das Ehrenamt vor Ort und dessen Bedeutung. Auch in der Oberpfalz seien hierzu Veranstaltungen angedacht.

Ausstellung zu Kinderrechten

Besonderes Lob sprach Fack dem Bezirksjugendring für die Kampagne #weitermachen aus. Bereits seit letztem Jahr befasst sich der Bezirksjugendring mit dem Thema „Jugendarbeit in Zeiten von Corona“. Die Oberpfalz sei hier, wie bei vielen anderen Themen, Vorreiter in derJugendarbeit und packt die Herausforderungen der Zeit an, zollte er Respekt und Anerkennung.

Der Bezirksjugendring befasste sich außerdem mit Kinderrechten. Mithilfe einer Ausstellung soll dazu beigetragen werden, die Kinderrechtskonvention lebendiger werden zu lassen. Aufgrund der Pandemie konnte der Verleih bislang nicht wie geplant durchgeführt werden, ist aber ab sofort möglich.

Die Ausstellung besteht aus zwölf Roll-Ups sowieBegleitmaterialien. Zusätzlich steht nun auch ein digitaler Actionbound zurKinderrechte-Ausstellung als ergänzendes Online-Angebot zur Verfügung.

Jugendarbeitspreis "Wir legen geWAHLtig los"

Ein für den Bezirksjugendring und die OberpfälzerJugendringe und Jugendverbände seit jeher wichtiges Thema ist die politische Bildung von Kindern und Jugendlichen. Deshalb geht der Oberpfälzer Jugendarbeitspreis für Demokratie, Partizipation und politisches Handeln in die dritte Runde.

Der Jugendarbeitspreis "Wir legen geWAHLtig los – EureAktionen sind unsere erste Wahl" zeichnet Projekte aus der Jugendarbeit inder Oberpfalz aus, die sich im Vorfeld von Wahlen mit Themen rund um Demokratie, Partizipation und politisches Handeln beschäftigen.

Die spannendenEinreichungen zeigen, wie sich junge Menschen öffentlichkeitswirksam in politische Belange einmischen, die Gesellschaft bewegen und somit aktiv Politik gestalten können. Einsendeschluss ist der 26. Oktober 2021. Alle Organisationen und Einrichtungen der Jugendarbeit in der Oberpfalz, können sich beteiligen.

Hervorragende Verdienste in der Jugendarbeit

Die Auszeichnung für hervorragende Verdienste in der Jugendarbeit, die höchste Auszeichnung, die in der bayerischen Jugendarbeitvergeben wird, erhielt Andrea Glaubitz von der DLRG-Jugend, die sich mehr als15 Jahre im Vorstand des Bezirksjugendrings engagiert hatte.

Matthias Fack, der Präsident des Landesjugendrings, überreichte die Auszeichnung und lobte denunermüdlichen und zupackenden Einsatz von Glaubitz, die kürzlich zur DLRG-Vizepräsidentin in Bayern gewählt wurde. Dieses langjährige Engagement ist keine Selbstverständlichkeit, und Grund genug für Jugendministerin Trautner soviel Einsatz mit einem Geschenk zu honorieren.

Abschied aus dem Vorstand

Seit fünf Jahren gehörte Thomas Vitzthum, Diakon der Evangelischen Jugend im Dekanat Weiden, dem Bezirksjugendring-Vorstand an. Schweren Herzens kandidiere er durch berufliche Veränderung nicht mehr für den Vorstand, bedauerte er.

Ebenfalls den Wohnort wechseln Andrea Huber (DGB-Jugend) und Clemens Metzler (BDKJ), die sich deshalb aus dem Bezirksjugendring-Vorstand verabschiedeten. Die Jugendarbeit stehe aufgrund der Pandemie vor großenHerausforderungen, hoben sie hervor.

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