Freistaat macht’s möglich: In drei Monaten zum Top-Job

Weiden. Der Freistaat öffnet die Kindertageseinrichtungen jetzt auch für sogenannte Assistenzkräfte. Das bfz in Weiden bietet diese ganz neue Qualifizierungsmaßnahme an. Im November gehts los.

bfz-Leiterin Tina Faltenbacher und Berater Benedikt Wedlich sind zuversichtlich, dass die Qualifizierung zur Assistenzkraft auf großes Interesse stoßen wird. Foto: Theo Kurtz

Alarmstimmung in den bayerischen Kindergärten und -tagesstätten. Massenweise fehlt dort Personal. Bayern hat heuer auf den Notstand reagiert. Zukünftig dürfen auch sogenannte Assistenzkräfte in den Kindertageseinrichtungen arbeiten. Das bfz in Weiden bietet, als bislang einziger Bildungsträger in der Region, diese Qualifizierung an. „Nur ausgebildete Multiplikatoren dürfen sie durchführen“, erläutert bfz-Leiterin Tina Faltenbacher. Diese Fachleute sind aber dünn gesät. Im Freistaat gibt es gerade einmal um die 50. Das bfz hat sie. In der Max-Reger-Stadt startet die Ausbildung zum ersten Mal am 21. November. „Das Interesse ist groß“, erzählt Tina Faltenbacher. 20 Plätze stehen zur Verfügung, acht Anmeldungen gibt es schon.

Zugangshürden deutlich abgesenkt

Wer in einer Kindertageseinrichtung arbeiten wollte, für den waren die Einstiegshürden hoch. Bislang durften nur Erzieher, Sozialpädagogen oder Kinderpfleger die Kleinen unter ihre Fittiche nehmen. Allesamt Berufe, deren Ausbildung sich über mehrere Jahre hinziehen. Das bayerische Sozialministerium hat heuer mit dem Blick auf die klaffenden Personallücken die Reißleine gezogen.

Eine Qualifizierung als Tagesmutter und die Weiterbildung zur Assistenzkraft, das reicht jetzt. Einschließlich des Praktikums müssen dafür insgesamt 250 Unterrichtsstunden absolviert werden. Eine wichtige Einschränkung gibt es aber weiterhin. Eine Kindergartengruppe darf die Assistenzkraft nicht leiten. „Dafür braucht man immer noch eine Fachkraft“, erklärt Tina Faltenbacher.

Qualifizierung dauert drei Monate

Nach einem Vierteljahr hat man das Zertifikat in der Tasche. Ein Angebot, das besonders für Arbeitssuchende oder Wiedereinsteiger ins Berufsleben interessant sein dürfte. Denn mit dem Bildungsgutschein der Arbeitsagentur ist diese Qualifizierung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenfrei. Damit zum Beispiel auch Mütter mitmachen können, wird die Qualifizierungsmaßnahme in Teilzeit angeboten. Unterricht ist immer von 8.30 bis 12.45 Uhr, zu einer Zeit also, in der die Kleinen normalerweise die Schulbank drücken, oder in einer Kita betreut werden.

Voraussetzungen dürfen nicht fehlen

Doch Tina Faltenbacher und ihr Team schauen sich die Bewerber genauer an, führen Gespräche. Auch wenn die Kindergartentüren jetzt leichter aufgehen, bestimmte Grundvoraussetzung müssen mitgebracht werden. „Man muss Kinder mögen, Empathie haben, kreativ und einfühlsam sein“, zählt die bfz-Leiterin die wichtigsten auf. Nicht fehlen darf natürlich ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis.

Wer das Zertifikat als Assistenzkraft anstrebt, hat gute Berufskarten: Einen gefragten und damit sicheren Job und die Chance in Richtung Kinderpfleger oder Erzieher weiterzumachen. Und auch die Verdienstmöglichkeiten sind ganz ordentlich. Eingestuft in „S2“ liegt der Bruttomonatsverdienst bei rund 2.400 Euro und damit mehr, als zum Beispiel eine Frisörin nach ihrer dreijährigen Ausbildung bekommt.

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