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Gas-Krise: Knurrt „Flocki“ bald der Magen?

Nordoberpfalz. Ohne Gas kein Tierfutter. Der Industrieverband Heimtierbedarf schlägt Alarm und warnt bei einem Gasstopp vor massiven Versorgungsproblemen.

Hund Chihuahua Symbol pixabay
Müssen unsere tierischen Lieblinge möglicherweise am Hungertuch nagen? Foto: Pixabay

Müssen Flocki, Miezi und Hansi bald schon am Hungertuch nagen? Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) schlägt Alarm. Angesichts der Gashahnspielchen von Wladimir Putin macht man sich dort große Sorgen, möglicherweise bald schon auf dem Trockenen zu sitzen.

Die Folgen wären dramatisch: Die Produktion müsste deutlich reduziert oder gar eingestellt werden. „Durch den drohenden Engpass in der Gas-Versorgung sehen wir unseren Auftrag der artgerechten Versorgung der Heimtiere in konkreter Gefahr“, heißt es in einem offenen Brief, den der Verband jetzt an die Ampelregierung in Berlin geschickt hat. Betroffen wären bundesweit nicht weniger als 35 Millionen Haustiere.

Gas ist für die Produktion überlebensnotwendig

Gas ist für die Branche der Energieträger Nummer eins. Denn aufgrund der gesetzlichen Vorgaben muss bei der Herstellung mit extrem hohen Temperaturen gearbeitet werden. „Energie-Einsparungen sind daher nur begrenzt möglich“, lässt man beim IVH verlauten. Sollte es aber zu einem Gasstopp kommen, könnte Berlin gezwungen sein, über eine Rationierung nachzudenken und zu priorisieren. Unternehmen, die nicht als systemrelevant erscheinen, könnten mit dem Gasrohr ins Gebirge schauen.

Ersatz-Futter aus dem Lebensmittelregal?

Beim IHV baut man deswegen schon vor, unterstreicht seine Versorgungsbedeutung. Denn sollte Flocki nicht wie gewohnt sein Trockenfutter bekommen, müssten sich Frauchen und Herrchen wohl oder übel beim Metzger oder in den Tiefkühltruhen der Supermärkte nach Ersatz-Happa-Happa für ihren vierbeinigen Liebling umschauen.

Schnitzel-Engpass fürs Herrchen?

Und gerade hier beißt sich nach Verbandssicht die Katze in den Schwanz. Sollten nämlich die 16 Millionen Stubentiger und zehn Millionen Hunde in Deutschland mit Fleischwaren aus dem Lebensmittelhandel versorgt werden, könnte es wiederum für die Zweibeiner auf dem Essteller schon deutlich leerer ausschauen. Ein weiteres Problem: Nicht wenige Viecherl brauchen, weil sie zum Beispiel an Allergien leiden, Spezialfutter.

Tierheim Weiden hat andere Sorgen

Sorgen, dass tatsächlich das Futter ausgehen könnte, die macht man sich beim Tierheim Weiden nicht. „Ich denke, es wird immer Lösungen geben, auch wenn die dann vielleicht teuerer werden“, zeigt sich die Vorsitzende des Tierschutzvereins Weiden und Umgebung, Mariele Junak entspannt.

Was sie und ihre Vereinsmitglieder aktuell umtreibt, ist die schwierige Lage, in der sich einkommensschwache Tierhalter befinden. Aufgrund der extrem hohen Preise für Strom und Heizung haben sie weniger Geld für ihren Vierbeiner übrig. Immer mehr Hilferufe erreichen Mariele Junak. „Wir haben eine soziale Verantwortung und versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen“, betont die Vereinsvorsitzende.

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