Gebet beim Kulturgut und Imbiss mit St. Laurent-Rotwein

Hütten. Eines von vielen wunderbaren Programmpunkten des "Nordgautags" war das Morgengebet in der Hüttener Laurentiuskirche.

Wolfgang Baur gab nach der Morgenandacht Informationen zur Laurentiuskirche. Pfarrer Daniel Fenk und Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler beteten mit den Besuchern. Foto: Renate Gradl
Wolfgang Baur gab nach der Morgenandacht Informationen zur Laurentiuskirche. Pfarrer Daniel Fenk und Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler beteten mit den Besuchern. Foto: Renate Gradl
Die Laurentius-Kirche war innen voll und außen fast voll besetzt. Foto: Renate Gradl
Die Laurentius-Kirche war innen voll und außen fast voll besetzt. Foto: Renate Gradl
Nach der Morgenandacht gab es einen Imbiss mit St.Laurent Rotwein. Foto: Renate Gradl
Nach der Morgenandacht gab es einen Imbiss mit St.Laurent Rotwein. Foto: Renate Gradl
Foto: Renate Gradl
Foto: Renate Gradl
Foto: Renate Gradl

Obwohl das Gebet bereits um 9 Uhr stattfand, waren die Sitzplätze in und vor der Kirche fast voll besetzt. Pfarrer Daniel Fenk und Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler beteten mit den Besuchern. Unter ihnen waren auch Bürgermeister Edgar Knobloch, der Präsident des Oberpfälzer Kulturbunds Volker Liedtke und Kulturmanager der Stadt Pirmin Balk. Danach gaben Wolfgang und Marie-Theres Baur Informationen zur Laurentiuskirche.

“Hütten ist der älteste Stadtteil von Grafenwöhr. Deshalb ist es logisch, dass er auch beim ‘Nordgautag’ vertreten ist”, meinte Baur. Gemeinschaft und Geborgenheit gebe es in der Laurentiuskirche schon seit über 500 Jahren. Menschen verschiedener Konfessionen kommen und kamen dort zusammen. Im Mittelalter war Hütten ein Ort, in dem die Eisenverarbeitung und Eisenverhüttung eine große Rolle spielte. Schlackenreste aus dem 13. Jahrhundert, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, sind im Vorraum der Kirche ausgestellt.

Heutige Bedeutung

“1457 wurde die Laurentiuskirche erstmals urkundlich erwähnt. Als Erbauer der Kirche ist der Hammermeister Konrad Mendl genannt”, erklärte Baur. Da die Hüttener Bevölkerung im 16. Jahrhundert wegen ihrer Landesherren protestantisch wurde, wurde die katholische Kirche nun protestantisch genutzt. Im Kirchenraum erkennt man das heute noch an der zweiseitigen Empore; katholische Kirchen haben typischerweise nur Westemporen.

Der Pfalzgraf Christian August, der sich als ökumenischer Christ verstand, führte dann 1652 in seinem Sprengel das Simultaneum ein, danach waren alle Kirchen und kirchlicher Besitz zwischen Katholiken und Protestanten zu teilen, und deshalb wurde auch diese Kirche fast 300 Jahre lang simultan genutzt. Heute ist die Laurentiuskirche eine Station auf der familienfreundlichen Route 5 der Simultankirchenradwege, die vom Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz beworben und gepflegt werden.

Schutzpatron der Kirche

In der Radelsaison ist diese Kirche, die sich noch immer im Privateigentum befindet, dank der Unterstützung einiger Hüttener Familien täglich geöffnet. Als Besonderheit in der Kirche wurden die bunten Fenster im Chorraum genannt. Diese wurden von der Familie von Schlör im 19. Jahrhundert gestiftet. Im Vorraum befindet sich, neben den Schlackeresten ein Epitaph des 1741 sehr früh verstorbenen Sohn des Besitzers des Hofgutes von Hütten, Albrecht Friedrich Güß von Güssenberg.

Außerdem steht an der linken Seite ein Holzrelief, das der Oberpfälzer Künstler Günther Mauermann vor zwei Jahren für den Kirchenraum geschaffen hat; es greift das Thema “Lebensweg” auf. Der Schutzpatron der Kirche ist der heilige Laurentius. Der Legende nach soll er nämlich den Märtyrertod durch Verbrennen auf einem Rost erlitten haben. Im Anschluss gab es einen Imbiss mit St. Laurent Rotwein. Die Trauben werden um den 10. August, dem Laurentiustag, reif.

* Diese Felder sind erforderlich.