Gemeinsam Grenzen überschreiten

Neualbenreuth. Bad Alexandersbad, Franzensbad und Neualbenreuth gründen bayerisch-böhmisches Bäderdreieck im Herzen Europas. Neualbenreuth wird wohl noch in diesem Jahr Bad Neualbenreuth.

Von Udo Fürst

Es war die Geburtsstunde des bayerisch-böhmischen Bäderdreiecks Bad Alexandersbad, Franzensbad und Neualbenreuth-Sibyllenbad. Sie schlug im einzigen der drei Orte, der offiziell noch gar kein Bad ist: im Oberpfälzischen Neualbenreuth. Die Ernennung zum Bad sei aber laut Bürgermeister Klaus Meyer nur Formsache und sollte noch heuer perfekt gemacht werden.

sibyllenbad
Zusammen mit Bad Alexandersbad und Franzensbad bildet Neualbenreuth mit seinem Sibyllenbad (Foto) das bayerisch-böhmische Bäderdreieck. Bild: Sibyllenbad

Meyer sah in der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen den drei Kommunen einen historischen Moment und eine große Chance für alle Beteiligten.

Wir haben sehr gute Freunde gefunden und sind sozusagen auferstanden im Herzen Europas,

so der Bürgermeister. Zusammen mit seinen Kollegen Jan Kuchar, stellvertretender Bürgermeister von Frantiskovy Lazne, und Peter  Berek, Bürgermeister von Bad Alexandersbad, vereinbarten die drei Kommunen die „gegenseitige Unterstützung in den Bereichen Kurwesen, Destinationsmanagement, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Freizeitaktivitäten in Kultur und Sport“. Für Peter Berek war es ein besonderer Tag mit der Überschreitung gleich zweier Grenzen: die in die Oberpfalz und die nach Tschechien. „Das ist für das kleinste Heilbad Bayerns ein ganz großer Schritt.“ Man stehe erst am Anfang der Zusammenarbeit, die mit einem Strauß von Projekten intensiviert werden soll.

Nutzen wir die gute Chemie zwischen uns und tragen sie weiter in die Bevölkerung,

sagte Berek an seine Kollegen gerichtet.

E-Mobilität, gemeinsame Sitzungen und Verlinkungen

Wie die Zusammenarbeit im Einzelnen ausschauen könnte, erläuterte Jan Kuchar anhand eines Pilotprojekts: Die beteiligten Kommunen wollen den Ausbau der E-Mobilität durch die Bereitstellung von Ladegeräten und E-Tankstellen forcieren. „Es ist sehr wichtig, dass wir aktiven Umweltschutz betreiben. Schließlich leben wir von einer intakten Natur und das werden wir auch bei allen anderen Vorhaben beherzigen“, sagte der tschechische Kommunalpolitiker. Weiter wollen die Gemeinden bei Werbe- und PR-Aktionen die Werbe und Informationsmittel der anderen Partner mit einsetzen, ihre Webseiten verlinken und gemeinsame Werbeaktionen starten. Geplant sind auch gemeinsame Arbeitssitzungen und regionaltypische Veranstaltungen im Bereich Kur- und Bäderwesen. Nicht zuletzt dadurch will man auch das bürgerschaftliche Engagement im Bäderdreieck bündeln mit dem Ziel, die europäische Heimat noch enger zusammenwachsen zu lassen.

EU Fördermittel zur Unterstützung

Bei all diesen Vorhaben spielen natürlich auch die Finanzen eine große Rolle. Deshalb setzt man auf diverse EU-Programme wie Interreg  V. Hier hatte Harald Ehm von der Euregio Egrensis gleich eine gute Nachricht mitgebracht: Er sagte die weitere Begleitung durch seinen Zusammenschluss zu und berichtete von neuen Möglichkeiten durch EU-Fördermittel für kleinere Projekte. „Die Anträge sind schon vorbereitet“, sagte Klaus Meyer, der sich auch über die moralische Unterstützung der jeweiligen Partnerstädte freute. So unterzeichneten auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Cheb, Daniela Seifertova, Oberbürgermeister Oliver Weigel aus Marktredwitz und zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer aus Waldsassen die Vereinbarung.

Kooperation
Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung (von links): Klaus Meyer, Jan Kuchar und Peter Berek. Foto: Udo Fürst

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