Geopark-Ranger: Seit 15 Jahren der Erdgeschichte auf der Spur

Windischeschenbach. Wer Interesse an einer erdgeschichtlichen Zeitreise durch Nordostbayern oder an einer geologischen Erlebniswanderung hat, der sollte sich am besten einem der Ranger im Geopark anvertrauen.

Der 83 Meter hohe Bohrturm der größten Landbohranlage der Welt ist heute ein Forschungsdenkmal mit eigenem „Geo-Zentrum“. Der 83 Meter hohe Bohrturm der größten Landbohranlage der Welt ist heute ein Forschungsdenkmal mit eigenem „Geo-Zentrum“. Foto: obx-news

Die Geopark-Ranger sind nicht wie die amerikanischen Ranger Flur- und Tierhüter mit Polizeigewalt im Dienste des staatlichen Forstes, sondern Fremdenführer mit Spezialwissen über Stein, Natur, Erdgeschichte, Mineralien und Geologie.

Einfach den Ranger fragen

„Mit den Geopark-Rangern kann man Erlebniswanderungen, Führungen, Busexkursionen oder auch Erlebnis-Fahrradtouren unternehmen“, erklärt Dr. Andreas Peterek, Leiter der Geschäfts- und Koordinationsstelle Bayerisch-Böhmischer Geopark.

Sie sind so etwas wie Diplom-Fremdenführer, die ihre Dienste Touristen in kleinen und größeren Gruppen, Familien, Schulklassen und Kindergruppen anbieten. Das Projekt, 2007 gestartet, ist ein voller Erfolg.

Im Park gibt es viel zu staunen

Die Vielfalt seiner geologischen und naturräumlichen Besonderheiten ist enorm, entsprechend beliebt sind die Führungen an der Seite der Ranger. Der Bayerisch-Böhmische Geopark ist mit seiner Ausdehnung von rund 5.500 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß wie das Fürstentum Luxemburg und etwa halb so groß wie die Insel Zypern. Rund 3.500 Quadratkilometer umfasst der bayerische Teil.

Nicht irgendein Loch gebohrt

Im Fall des Geoparks am tiefsten Loch der Erde in Windischeschenbach wissen die Ranger genau Bescheid über die Entstehung der Landschaft, über die verschiedenen Gesteinsschichten und vor allem über die Kontinentale Tiefbohrung (KTB). Das war 1994 eine geowissenschaftliche Sensation, als eine Tiefe von 9.101 Metern erreicht worden war.

Das Programm dieser Bohrung mit Experimenten und Langzeit-Beobachtung dauert bis heute an und liefert – seit 2010 als anerkannte Umweltstation – weiterhin interessante Ergebnisse zur Erdbebenforschung, für die Nutzung von Erdwärme und über das Verhalten von Flüssigkeiten in der Erdkruste.

Die Ranger-Gemeinde wächst seit dem Start kontinuierlich. Alle durchlaufen eine eigens konzipierte Ausbildung. Engagiert und kompetent führen die mehr als 40 Guides interessierte Teilnehmer bei mehr als 250 Touren jährlich. Die Ranger sind für die Geschäftsstelle des Geoparks auf Honorarvertragsbasis tätig.

Topausgebildete Leute

Mitbringen müssen sie laut Dr. Peterek „ein großes Interesse an der Natur und an geowissenschaftlichen Themen. Und sie müssen in der Lage sein, auch komplizierte Zusammenhänge einfach und allgemein verständlich zu vermitteln.“

Genau genommen sind die Geopark-Ranger eine höhere Stufe von Gästeführern, wie sie in vielen Städten in mehrere Monate dauernden Kursen von den örtlichen Verkehrsvereinen, den Ämtern oder Volkshochschulen nach einheitlichen Grundsätzen ausgebildet werden.

Zum Abschluss der Ausbildung müssen sie eine schriftliche Prüfung ablegen und eine öffentliche Prüfungsexkursion führen.

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