Geplanter Mobilfunkmast im Breiten Weg erregt die Gemüter

Neustadt/WN. Um aufzuklären und Bedenken der Anwohner zur geplanten Errichtung eines 5G-Sendemastes im Breiten Weg auszuräumen, hatte die Stadt Neustadt zur Infoveranstaltung ins Gasthaus „Zum weißen Rössl“ eingeladen.

Betroffene Anwohner und Stadträte zeigten reges Interesse am Vortrag der Fachleute. Foto: Hans Prem
Betroffene Anwohner und Stadträte zeigten reges Interesse am Vortrag der Fachleute. Foto: Hans Prem
Diplomphysiker Dr. Thomas Kurz (links) und Christian Blenk (rechts), Kommunalbeauftragter Mobilfunk Bayern der Deutschen Telekom, erläuterten Planung, Technik und gesundheitliche Auswirkungen, die von einem geplanten Antennenmast mit 5G-Technik ausgehen können. Foto: Hans Prem
Diplomphysiker Dr. Thomas Kurz (links) und Christian Blenk (rechts), Kommunalbeauftragter Mobilfunk Bayern der Deutschen Telekom, erläuterten Planung, Technik und gesundheitliche Auswirkungen, die von einem geplanten Antennenmast mit 5G-Technik ausgehen können. Foto: Hans Prem
Der geplante 5G-Sendemast wird wohl gebaut werden. Nur am Standort könnte sich nach den Ausführungen von Christian Blenk noch etwas ändern. Foto: Hans Prem
Der geplante 5G-Sendemast wird wohl gebaut werden. Nur am Standort könnte sich nach den Ausführungen von Christian Blenk noch etwas ändern. Foto: Hans Prem
Foto: Hans Prem
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Foto: Hans Prem

Im Vorfeld der Veranstaltung hat der Plan der Deutschen Telekom und der Genehmigungsbeschluss des Stadtrats bei den Anwohnern rund um den Kahrweg hohe Wellen geschlagen. „Wir wollen keinen Sendemast und wenn, dann im Abstand von mindestens 500 Metern zur Wohnsiedlung“, lautet die Forderung einer Bürgerinitiative in Gründung.

Mit 141 Unterschriften untermauerten sie ihren Widerstand. Der Stadtrat hatte sich daraufhin verständigt, den bereits gefassten Beschluss zu überdenken und sich und den Bürgern erst weitere Aufklärung in einer Infoveranstaltung mit einem neutralen, unabhängigen Fachmann zu holen.

Stadt mit geringem Mitspracherecht

Bürgermeister Sebastian Dippold freute sich über das rege Interesse und den Einsatz der Anwohner. „Die Stadt hat beim Bau von Mobilfunkmasten nur ein kleines Mitspracherecht“, bedauerte er. Er sprach im aktuellen Fall von einem „Präzedenzfall“, der in Zukunft noch öfter auf die Stadt zukommen werde.

In dem Diplomphysiker Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Hof hatte Dippold einen kompetenten Fachmann für die Veranstaltung gefunden. Kurz ist zuständig für die Fachbereiche „Lärmschutz im Verkehr und Elektromagnetische Felder“. Kompetent und detailliert klärte er über die Wirkung elektromagnetischer Felder auf, referierte über die Anforderungen der Bundesnetzagentur an den Standort, wie sich ein Sicherheitsbereich errechnet oder den erforderlichen Immissionsschutz.

„Mobilfunksendeanlagen hält jeder mit einem Handy in der Hand“, stellte er zu Beginn fest. „Bei einer Masthöhe von rund 20 Meter liegt der Sicherheitsbereich bei vier bis fünf Metern“. Festgelegte Grenzwerte, die internationalem Forschungsstand entsprächen, werden nur oben an der Antenne überschritten.

Risiken aus medizinischer Sicht

Was die Anwesenden brennend interessierte, war der Stand der Forschung aus medizinischer Sicht. „Es ist nicht so leicht zu sagen, ob Mobilfunk gefährlich ist oder nicht“. In der Wissenschaft gebe es kein schwarz oder weiß, sondern viele Grautöne dazwischen. „Die Forderung des Nullrisikos lässt sich allerdings nicht erfüllen“, fasste er zusammen. Das Restrisiko unterhalb der Grenzwerte bei Basisstationen sei allerdings gering, habe die Weltgesundheitsorganisation bereits 2013 festgestellt.

Standort noch nicht eindeutig geklärt

Christian Blenk von der Deutschen Telekom, Kommunalbeauftragter Mobilfunk Bayern, erläuterte den Anwesenden die Forderungen der Politik über einen flächendeckenden Ausbau des Mobilfunknetzes, dessen erforderliche Struktur, die Standortsuche und die neue 5G-Technik. In Neustadt seien für diese Technik drei Standorte geplant, nämlich der an der A 93, ein Standort im Stadtzentrum und beim dritten Standort in der Nähe des Gymnasiums wolle man die Anlage von Anbieter Vodafone mitnutzen.

Für die Antennenmasten suche man zunächst kommunale Flächen und dann erst Grundstücke in Privatbesitz. „Der Sendemast am Breiten Weg wird rund 30 Meter hoch“, informierte er. Sollte das Vorhaben auf der kommunalen Fläche nicht umsetzbar sein, gehe die Telekom in die Privatakquise.

Diskussion mit großen Emotionen

Bei der anschließenden Diskussion waren teilweise große Emotionen zu spüren. Josef Puckl vermutete, dass die 5G-Technik nicht für den normalen Handy-Nutzer, sondern für die Industrie, die Autobahn und für die Bundeswehr gedacht sei. Er warf den Referenten vor, Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen bei 5G, die er kenne, zu ignorieren. Ein Anwohner hatte ein Problem mit der Optik des Mastes, andere wollen diesen einfach nicht. Auch einige Stadträte hatten Fragen zum geplanten Standort und zur zukünftigen Technik.

Die Infoveranstaltung endete nach zweieinhalb Stunden. Das Thema kommt nun in einer der nächsten Stadtratssitzungen erneut auf die Tagesordnung und man konnte nicht den Eindruck gewinnen, dass die betroffenen Anwohner versöhnt nach Hause gingen.

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1 Kommentare

Roland Ludwig - 18.11.2022

Liebe Redaktion,
Liebe Community,

vielen Dank für den spannenden Artikel und die Informationen zum Mobilfunkausbau in Neustadt.

Bei Fragen zum Thema Gesundheit und Mobilfunk können Sie sich gerne an uns – die Dialoginitiative „Deutschland spricht über 5G“ – wenden. Auf unserer Webseite finden Sie umfassende Informationen und können dort direkt Ihre Fragen an uns richten.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Ihre Dialoginitiative