Gesund und komfortabel: Ferienhöfe geben Einblick

Neualbenreuth.  Ideen und Impulse für das persönliche Angebot oder zur Qualitätsverbesserung konnten sich Gastgeber beim „Tag der offenen Ferienhöfe“ holen. Das „Netzwerk Diversifizierung“ hatte auf Initiative des Landwirtschaftsministeriums erstmalig eine bayernweite Aktionswoche ins Leben gerufen. Unter dem Schwerpunkthema Gesundheitshöfe zeigten zwei Gastgeberfamilien, die mit dem Sibyllenbad kooperieren, ihre Ferienwohnungen.

Von Benedikt Grimm

„Der Erfahrungsaustausch unter den Gastgebern und Gastgeberinnen und allen Interessierten darf an diesem Tag nicht fehlen“, betonte Else Köstler, die am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Tirschenreuth für das Netzwerk Diversifizierung zuständig ist. Am Vormittag führte Ines Köckert, eine Mitarbeiterin des Sibyllenbades, Anbieter und Gäste durch die Kur- und Wellnesseinrichtung. „Die Anbieter nehmen das offenbar sehr gerne an“, freute sich Irmgard Kuhn vom AELF Neumarkt.

Zimmer mit Ausblick im denkmalgeschütztem Fachwerkhaus

Bei Josef und Nicole Rustler fiel der Entschluss in einen Beherbergungsbetrieb zu investieren im Jahr 2009. Die Mutter von Josef Rustler hatte zwar früher schon einmal Fremdenzimmer vermietet, allerdings nur in kleinerem Umfang. Gute drei Jahre hatte es gedauert, bis der schmucke Vierseithof mit Fachwerkwänden direkt im Ortskern von Neualbenreuth fertigsaniert war. „Wir haben viel in Eigenleistung gemacht“, erinnert sich Josef Rustler. Seine Frau Nicole konnte als gelernte Zimmerin mit anpacken. Die vier Ferienwohnungen und ein Doppelzimmer sind nach dem Ausblick benannt, den man aus den Fenstern genießt. Aus der Wohnung „Sagenbrunnen“ etwa, blickt man auf den Dorfbrunnen, aus der Wohnung Tillenblick sieht man den Tillenberg in der nahen Tschechischen Republik.

Rustler
Nicole (links) und Josef Rustler mit ihren Kindern Lukas und Selina vor ihrem Vierseithof mit Fachwerkwänden. Else Köstler (rechts) und Irmgard Kuhn (Zweite von rechts) vom „Netzwerk Diversifizierung“ haben den Tag der offenen Ferienhöfe mitorganisiert.

Neben den Wohnungen betreiben die Rustlers noch ein Hofcafé mit einer Sonnen- und einer Innenhofterasse. 1993 brannte der Viehstall der Rustlers ab. Ein Wiederaufbau wäre nur in der bisherigen Größe für 25 Kühe genehmigt worden – viel zu klein um rentabel zu wirtschaften. Josef Rustler betreibt daher nur noch im Nebenerwerb Ackerbau. Als Kraftfahrer kann er sich seine Arbeitszeit aber weitgehend frei einteilen und ist daher am Nachmittag, wenn die meisten Gäste zum Kaffeetrinken kommen, rechtzeitig zurück. Die Kuchen und Torten bäckt Nicole Rustler selbst.

Sibyllenbad lockt Gäste in Scharen

Ebenso wie die Rustlers profitiert auch Familie Weber, die ebenfalls am Tag der offenen Ferienhöfe teilnahm, von der Nähe des 1996 eröffneten Sibyllenbades. Und nicht nur sie. Die 1.400-Einwohner-Gemeinde Neualbenreuth bietet ihren Gästen rund 800 Betten. Im Schnitt mehr als 90.000 Übernachtungen pro Jahr zählt die Tourismusbehörde. Aktionen eines Tourismusvereins oder Präventionsangebote verschiedener Krankenkassen bringen zusätzlich Übernachtungsgäste. „Die beste Werbung ist aber die Mundwerbung“, sagt Michael Weber. 1992 hatten er und seine Frau Johanna das erste Ferienhaus auf der Fläche des früheren Stalls gebaut. 1999 folgte das zweite Gebäude, sodass jetzt 22 Betten in acht Ferienwohnungen vermietet werden.

Ihr Hauptklientel ist die Altersgruppe der Über-50-Jährigen, die bei Kuraufenthalten bis zu drei Wochen bleiben. An den Wochenenden zählen aber auch jüngere Leute zu ihren Gästen. Besonders bei Wanderern beliebt ist das Kneippbecken, das Michael Weber im Garten gebaut hat. Johanna Weber hat sich bei Kneippkursen das nötige Fachwissen angeeignet, das sie an ihre Gäste weitergibt.

Michael und Johanna Weber bieten in zwei Häusern acht Ferienwohnungen mit 22 Betten an.

Bilder: B. Grimm

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