Gewalt gegen Polizei hat leicht abgenommen

Oberpfalz. Im Jahr 2021 gab es einen Rückgang an Straftaten, bei denen Polizeibeamte Opfer von Gewalt geworden sind. Trotz des Rückgangs liegen die Zahlen noch immer auf einem hohen Niveau. Insgesamt wurden über 200 Polizistinnen und Polizisten mindestens leicht verletzt.

Foto: PP Oberpfalz

In der Oberpfalz kam es im Jahr 2021 insgesamt 578 Mal zu Gewalt gegen Polizeibeamte. Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich dabei um einen Rückgang von rund 10 Prozent. Darunter fallen Delikte wie Beleidigung, Bedrohung, Gefährliche Körperverletzung, Tätlicher Angriff bis hin zu einem versuchten Tötungsdelikt.

Die Oberpfalz hat im bayernweiten Vergleich damit zwar verhältnismäßig weniger Fallzahlen, Polizeipräsident Norbert Zink stimmen sie dennoch nachdenklich: „Auch wenn die Zahlen nunmehr zurückgegangen sind, so liegen sie immer noch auf einem hohen Niveau. In mehr als 200 Fällen wurden Beamtinnen und Beamten vom polizeilichen Gegenüber geschlagen oder getreten.“

Über 1.200 Geschädigte – Tatverdächtige in der Regel männlich und berauscht

1.290 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte wurden im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt. Exakt 200 von ihnen wurden körperlich leicht und drei schwer verletzt. Die meisten Fälle ereigneten sich im öffentlichen Raum. Über 80 Prozent der insgesamt 476 Tatverdächtigen waren männlich. Etwa zwei Drittel der Tatverdächtigen standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Fallzahlen in den Städten und Landkreisen 2020/2021

  • Landkreis Neustadt/WN 33 / 20
  • Stadt Weiden 72 / 56
  • Landkreis Tirschenreuth 24 / 21
  • Stadt Amberg 50 / 42
  • Landkreis Amberg-Sulzbach 32 / 59
  • Landkreis Cham 58 / 51
  • Landkreis Neumarkt i.d.OPf. 33 / 41
  • Stadt Regensburg 211 / 181
  • Landkreis Regensburg 54 / 37
  • Landkreis Schwandorf 76 / 70

Versuchter Schuss auf Beamte in Regensburg

Dass Täter auch von dem Einsatz von Waffen nicht zurückschrecken, zeigt ein Fall im November 2021 in Regensburg. Eine Streife stellte während einen Fahrradfahrer fest, der ein weiteres Fahrrad mitführte. Eindeutige Aufforderungen anzuhalten wurden missachtet. Als die Beamten den Mann stellten, versuchte er ohne die Fahrräder wegzulaufen, konnte aber nach kurzer Verfolgung eingeholt werden.

Hierbei entstand eine Rangelei, in dessen Verlauf der Täter eine mitgeführte Schusswaffe in die Hand nahm. Es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Waffe auch einsetzen wollte, denn die Beamten vernahmen ein Klick-, jedoch kein Knallgeräusch.

Zwei Beamten wurden verletzt

Der Beschuldigte setzte schließlich die Waffe als Schlagmittel gegen die Beamten ein. Er wehrte sich massiv, wodurch ein Polizeibeamter am Ohr verletzt wurde. Der Beschuldigte konnte schließlich überwältigt werden. Der weitere Polizeibeamte verletzte sich an der Hand. Beide mussten sich in ärztliche Behandlung begeben.

„Dieser Fall führt uns exemplarisch die gefährliche Seite des Polizeiberufs vor Augen. Mit regelmäßigem Einsatztraining, einer sorgfältigen Vor- und Nachbereitung von Einsätzen und mittels moderner Ausstattung versuchen wir Gefahrensituationen bestmöglich zu begegnen. Eine absolute Sicherheit für unsere Einsatzkräfte wird es jedoch leider nicht geben“, so Norbert Zink.

Schnelle Strafverfolgung durch priorisierte Verfahren

Immer mehr Verfahren werden in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften priorisiert bearbeitet. Damit möchte man schnell und konsequent die Täter bestrafen und zeigen, dass Polizisten und Angehörige anderer Organisationseinheiten der öffentlichen Verwaltung, insbesondere der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, in der Oberpfalz unterstützt werden.

Weiterhin werden alle Bemühungen fortgesetzt, um Polizeibeamte bestmöglich zu schützen und Angriffe zu reduzieren.

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