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Gibt's bald eine App für Grafenwöhr?

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Grafenwöhr. Bekommt Grafenwöhr eine Bürger-App? Der Vorschlag ist auf dem Tisch, viele Vorteile sprechen dafür. Aber was ist mit Kosten, Wartung - und will sie überhaupt jemand nutzen?

Jeder nutzt das Smartphone. Stadtrat Jürgen Wegmann schlägt deshalb vor, sich um eine Bürger-App für Grafenwöhr zu bemühen und damit Kommunikation und Verwaltung Schritt für Schritt zu erleichtern. Bild: Stefan Neidl.

Die CSU beantragt die Einführung einer Bürger-App, die die Kommunaktion zwischen Verwaltung und Grafenwöhrer:innen erleichtern soll. Es bestehen Bedenken wegen Kosten, Wartung und Nutzung. Der Stadtrat diskutiert.

Melde-App zum Start - Erweiterungen flexibel 

Die Idee stammt von Jürgen Wegmann. Die App soll zunächst als einfach Melde-App starten und später um Funktionen erweitert werden können. Im Antrag heißt es: "Die Möglichkeiten der Kommunikationsplattform soll die spätere Digitalisierung der Verwaltung unterstützen beziehungsweise zur Vorbereitung dienen." Formulare könnten dadurch ausgefüllt und eingereicht werden, der Bürgermeister sich direkt an die Bürger wenden. 

Wegmann erklärt: "Jeder hat heutzutage ein Handy. So können Kommunikationswege einfacher gestaltet und mit der Verwaltung erleichtert werden." Zunächst könnte sich die App auf Melde- und Mängelfunktionen beschränken.

Wegmann nennt als Beispiel die Möglichkeit das Bild einer defekten Straßenlaterne direkt an die Verwaltung zu schicken. Die Devise: Schnell und unkompliziert ohne Umwege über Email oder Fotos gar noch skalieren zu müssen. Später könnte die App um Funktionen wie Ablesen von Zählerständen, Baxi-Bestellungen oder Infos zum Abfallkalender erweitert werden.

Denkbar wäre auch die Integration von Inhalten der Stadt-Homepage und Serviceleistungen für die Bürger. Außerdem wäre es ein effizienter und schneller Weg für den Bürgermeister, die Bürger zu erreichen. Nach dem Onlinezugangsgesetz müsste bis 2022 die Verwaltung ohnehin sämtliche Leistungen auch online anbieten, die App damit ein Schritt diese Voraussetzung zu erfüllen.

Auch App-Wartung kostet 

Thomas Schopf (FW) hat nichts gegen die App einzuwenden, ihn wundert aber der Vortrag an sich: Die Freien Wähler hatten kürzlich einen Antrag auf Zuschüsse für Bürger für Photovoltaikanlagen und Batterien im Finanzausschuss gestellt. Dieser musste dann erst die Haushaltsberatung durchlaufen, um zu prüfen, ob Gelder dafür da sind. "Ein Antrag der CSU über eine Bürger-App, die auch Geld kostet, wird hingegen gleich im Stadtrat besprochen", bemängelt Schopf.

Er habe sich erkundigt und schätze die Kosten auf 4.000 Euro bis 6.000 Euro zuzüglich Ausgaben für die Pflege und Wartung. Zudem gibt er zu Bedenken, dass nicht nur die Programmierung, sondern auch die Pflege der App Geld kostet und alle Informationen ohnehin auf der Homepage der Stadt zu finden sind. 

Nutzt die App überhaupt jemand? 

Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) ist skeptisch, ob er die App als Kommunikationsmittel nutzen werde. Es sei schon schwierig eine WhatsApp-Gruppe mit 20 Stadträten und Bürgermeister zu verwalten: "Der Aufwand für eine ganze Stadt wäre unüberschaubar." Anfragen und Mitteilungen müssten aus Sicht des Stadtoberhaupts schon mit den jeweiligen zuständigen Stellen erfolgen.

Auch hinterfrägt er die Pflege der App: Extra jemanden anstellen oder einen Externen beauftragen, möchte Knobloch nicht. Das müsste die  Stadtverwaltung erledigen können. 

Conny Spitaler (SPD) schlägt die Bayern-App oder zumindest eine Einbindung deren Funktionen in die beantragte App vor. Knobloch erwidert, die erwähnte Grundfunktion, wie das Melden von Mängeln, würde damit nicht funktionieren. "Speziell für Leistungen der Stadt benötigt man was eigenes."

Paradebeispiele aus Luhe und Weiden 

Gerald Morgenstern (CSU) verweist auf die Beispiele in Luhe-Wildenau und Weiden, die erfolgreich eine App eingeführt haben. Der Stadtrat beschließt die Verwaltung zu beauftragen, Angebote für die Programmierung einzuholen und Anbieter in den Stadtrat einzuladen, um die Möglichkeiten einer Bürger-App vorzustellen.
 

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