„Glück auf!“ heißt es nun im Gelebten Museum

Mähring. Die Eröffnung der Ausstellung "Uran am Grenzkamm" im Gelebten Museum glich fast schon einem Bergmannstreffen. Viele ehemalige Arbeiter trafen sich. Auch Vertreter aus Tschechien waren zu Gast.

Ferdinand Wagner vom Mineralienmuseum, Museumsleiter Gustav Poncvar, Bürgermeister Franz Schöner, Jan Teplík, Historischer Bergbauverband Planá und Annette Kraus vom IKom (von links). Gelebtes Museum Mähring
Ferdinand Wagner vom Mineralienmuseum, Museumsleiter Gustav Poncvar, Bürgermeister Franz Schöner, Jan Teplík, Historischer Bergbauverband Planá und Annette Kraus vom IKom (von links). Gelebtes Museum Mähring
Eine Lore aus dem Uranbergwerk vor dem Gelebten Museum Mähring. Foto: Annette Kraus
Eine Lore aus dem Uranbergwerk vor dem Gelebten Museum Mähring. Foto: Annette Kraus
Ehemalige Bergleute (Mitte) bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Gelebtes Museum
Mähring
Ehemalige Bergleute (Mitte) bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Gelebtes Museum Mähring
Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Annette Kraus
Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Annette Kraus
Die Schutzheilige der Bergleute, die Heilige Barbara. Foto: Annette Kraus
Die Schutzheilige der Bergleute, die Heilige Barbara. Foto: Annette Kraus
Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Annette Kraus
Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Annette Kraus
Schutzhelme der ehemaligen Bergleute. Foto: Annette Kraus
Schutzhelme der ehemaligen Bergleute. Foto: Annette Kraus
Ein Dreidimensionales Modell der Grube „Wäldl“. Foto: Annette Kraus
Ein Dreidimensionales Modell der Grube „Wäldl“. Foto: Annette Kraus
Signalanlagen und Telefone, die unter Tage im Einsatz waren. Foto: Annette Kraus
Signalanlagen und Telefone, die unter Tage im Einsatz waren. Foto: Annette Kraus
Bergleute und Besucher sehen sich Zeitzeugenvideos an. Foto: Annette Kraus
Bergleute und Besucher sehen sich Zeitzeugenvideos an. Foto: Annette Kraus
Gelebtes Museum Mähring
Foto: Annette Kraus
Foto: Gelebtes Museum Mähring
Foto: Annette Kraus
Foto: Annette Kraus
Annette Kraus
Foto: Annette Kraus
Foto: Annette Kraus
Foto: Annette Kraus
Foto: Annette Kraus

Bergmannslieder waren im Gelebten Museum Mähring vermutlich noch nicht oft zu hören. Zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Uran am Grenzkamm“ am vergangenen Wochenende war es so weit. Bergleute aus der Gemeinde Mähring und Tschechien waren dafür zusammengekommen. In der Ausstellung geht es um die Geschichte der vier Uranbergwerke in der unmittelbaren Umgebung von Mähring – auf tschechischer und deutscher Seite.

Ehemalige Bergleute zu Besuch

Museumsleiter Roland Weis freute sich besonders, die ehemaligen Bergleute begrüßen zu können. Aus den beiden „Untersuchungsschächten“ bei Poppenreuth und Mähring gibt es nur noch eine Handvoll Ehemalige, die von 1967 bis 1983 unter Tage tätig waren. Größer war die Delegation aus den früheren „Uranwerken Westböhmen“, etwa zwanzig ehemalige Bergleute aus den Gruben Zadní Chodov und Dyleň hatten sich in ihren Paradeuniformen in Mähring eingefunden. Bürgermeister Franz Schöner dankte Roland und Bettina Weis sowie ihren Mitstreitern vom Gelebten Museum Mähring für die Vorbereitungen und die gelungene Ausstellung.

Tolle Leihgaben an das Museum

Im gesamten Museumsgebäude sind bis Mitte nächsten Jahres viele Dokumente und Objekte aus der Zeit des Uranabbaus zu sehen: Von Geigerzählern und Bohrhämmern über den Bauplan des Förderturms Poppenreuth bis hin zu dem Original-Korb, mit dem die Kumpel in Mähring in den Schacht einfuhren. Leihgeber waren neben ehemaligen Bergleuten das Bergbaumuseum Planá sowie Ferdinand Wagner vom Mineralienmuseum Mähring, der auch den Anstoß zu der Ausstellung gegeben hat. Von ihm stammen zudem zahlreiche Fotografien von Uranzerzgestein, die in einer speziellen Technik unter dem Mikroskop aufgenommen wurden.

Internationaler Austausch

Während der Eröffnung kamen die deutschen und tschechischen Bergleute ins Gespräch. So erkundigte sich der frühere Bergmann Jan Teplík bei seinen deutschen Kollegen, wie viele Personen in Mähring in einer Schicht unter Tage waren: Zumeist waren es nur drei. Für Teplík kaum zu glauben: „Wir am Dyleň waren 100 bis 120 Leute und galten damit in der Tschechoslowakei schon als vergleichsweise kleines Bergwerk.“

Auch die unterschiedliche Handhabung des Gesundheits- und Strahlenschutzes war ein Thema. Beiderseits der Grenze wurden die Bergleute einmal im Jahr medizinisch untersucht. Alle drei Jahren bekamen die Tschechen eine Kur.

Auf deutscher Seite sah es anders aus: „Weil wir fast kein Uran hatten, brauchten wir auch keine Kur“, sagte ein früherer Bergmann aus Mähring. Zwar lagen etwa die Bergwerke „Wäldl“ bei Mähring und Dyleň nur ein paar hundert Meter auseinander – strikt getrennt jedoch vom „Eisernen Vorhang“. Wie es sich direkt an der Grenze arbeitete, erfahren die Besucher auch in vier Zeitzeugenvideos.

Auszeichnung für Initiatoren

Die Delegation vom Historischen Bergbauverband Planá zeigte sich von der Ausstellung begeistert und möchte sie im Anschluss in Tschechien zeigen. Realisiert wurde die zweisprachige Schau mit Unterstützung der Museumsfachstelle der IKom Stiftland, David Vereš vom Centrum Bavaria Bohemia Schönsee hat die Zeitzeugeninterviews ins Tschechische übersetzt. Für ihre Bemühungen zur tschechischen-deutschen Zusammenarbeit wurden Ferdinand Wagner sowie Annette Kraus von der IKom Stiftland mit dem „St.-Anna-Preis“ des Historischen Bergbauverbandes Planá ausgezeichnet.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung „Uran am Grenzkamm“ ist am Sonntag, dem 4. Dezember von 14:00 bis 17:00 Uhr zu sehen – passenderweise am Festtag der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute. Geöffnet ist außerdem am 15. Dezember ab 18:00 Uhr sowie nach Vereinbarung unter weis-bettina@t-online.de oder unter der Telefonnummer 09639 1898. Weitere Termine folgen im nächsten Jahr.

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