Großer Erfolg: 20 Fälle des Diebstahls aufgeklärt

Amberg. „Ein Musterbeispiel für Zivilcourage, (kriminal)polizeiliche Ermittlungsarbeit und grenzüberschreitender Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden“ – so bezeichnet die Kriminalpolizeiinspektion Amberg die Aufklärung einer Serie von Diebstählen.

Nach einem Hinweis eines aufmerksamen Bürgers kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Oberviechtach am 09.06.2015, gegen 02.30 Uhr, zwei tschechische Staatsangehörige, 39 und 22 Jahre alt, die mit einem Unimog und einem landwirtschaftlichen Anhänger unterwegs waren. Nachdem sich bei der Kontrolle Hinweise ergaben, dass der Anhänger entwendet worden war, erfolgte die Festnahme der beiden Personen. Wie sich im Verlauf der Ermittlungen der KPI Amberg herausstellte, sind zumindest dem 39-Jährigen eine nicht unerhebliche Anzahl von Diebstählen im Gesamtwert von etwa 238.000 Euro zuzurechnen.

Vielzahl von Diebstählen im grenznahen Raum

In den zurückliegenden Jahren war es im Bereich der grenznahen Polizeidienststellen Oberviechtach, Waldmünchen, Vohenstrauß, Furth i. Wald, und Bad Kötzting  immer wieder zu Diebstählen aus Feldscheunen, landwirtschaftlichen Betrieben, von Baustellen und anderen abgelegenen Gebäuden gekommen. Die Täter hatten die Schlösser der Gebäude aufgebrochen oder entsprechende Sicherungen überwunden und hochwertige Fahrzeuge, Arbeitsmaschinen und Gegenstände entwendet.

Unimog führt zur Festnahme der Diebe

Im Verlauf der Diebstähle hatten Zeugen des Öfteren einen Unimog mit Kranaufbau bemerkt. So fiel auch am 09.06.2015, gegen 02.20 Uhr, einem aufmerksamen Zeugen aus der Ortschaft Schwarzach dieser verdächtige Unimog auf und er verständigte umgehend die Polizeiinspektion Oberviechtach. Im Rahmen der Fahndung konnten die Beamten auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Schönsee und Preißhof das Fahrzeug mit dem landwirtschaftlichen Anhänger anhalten. Von dem Anhänger war zwar das Typenschild entfernt worden, jedoch gelang es den Beamten die stark mit Öl und Schmutz verdeckte Fahrgestellnummer sichtbar zu machen.

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Auch der mutmaßliche Geschädigte wurde sofort verständigt, kam zum Kontrollort und erkannte zweifelsfrei seinen Anhänger wieder. Dieser war ihm aus seiner Feldscheune im Bereich Weiding vor sechs Monaten entwendet worden. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde den beiden Personen die Festnahme erklärt. Die weiteren Ermittlungen übernahm ab diesem Zeitpunkt die KPI Amberg.

Entwendeter_Unimog-KPI_Amberg
Der entwendete Unimog konnte wieder an den Besitzer zurückgegeben werden.

Fahndungserfolg in der Tschechischen Republik

Noch während die ersten Ermittlungen eingeleitet wurden, erfolgte die Mitteilung, dass im Bereich Schönsee an der Staatsstraße zwischen Rosenthal und Muggenthal ein Baustellencontainer aufgebrochen und Gerätschaften, wie Wackerstampfer und Schweißgeräte im Gesamtwert von  etwa 8.000 Euro entwendet worden waren. Zudem war eine Rüttelplatte und eine Vibrationswalze offensichtlich zum Abtransport bereitgestellt worden. Es bestand nun der Verdacht, dass die beiden Festgenommenen mit dem Unimog und dem Anhänger diese bereitgestellten Sachen abholen wollten.

In Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden wurde festgestellt, dass auf den 39-Jährigen ein VW-Bus zugelassen war. Sofort wurde eine Fahndung sowohl im grenznahen Raum in Deutschland als auch in Tschechischen Republik ausgelöst. Dabei konnte der VW Bus auf tschechischem Staatsgebiet, etwa 3.5 km vom Grenzübergang Schwarzach beziehungsweise 14 km vom Kontrollort entfernt, festgestellt werden.

Diebesgut im VW Bus

Tatsächlich waren, wie sich bei späteren Durchsuchungsmaßnahmen durch die tschechischen Polizeibehörden ergab, die entwendeten Gegenstände von der Baustelle in dem VW Bus.

Die beiden Festgenommenen waren zunächst mit dem VW Bus zur Baustelle gefahren, hatten den Baustellencontainer aufgebrochen und die Gegenstände aufgeladen. Dann fuhren sie wieder über die Grenze zu dem dort bereitgestellten Unimog mit Anhänger, um mit diesen Fahrzeugen offensichtlich die bereitgestellte Rüttelplatte und Vibrationswalze abzuholen. Letztendlich verhinderte die Mitteilung des aufmerksamen Zeugen die Vollendung der geplanten Tat.

Gegen den 39-jährigen wurde vom Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Amberg Haftbefehl erlassen. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Der 22-Jährige wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt.

Weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Aufgrund des vorliegenden modus operandi, weiteren Zeugenangaben und durchgeführten Ermittlungen der KPI Amberg wurden von der Staatsanwaltschaft Amberg Rechtshilfeersuchen an die tschechischen Justizbehörden gestellt. Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinsamen Zentrum Petrovice-Schwandorf und den tschechischen Ermittlungsbehörden führte zu einer zeitnahen Durchsuchung in der tschechischen Ortschaft Lisov. Hier konnte eine Vielzahl von Gegenständen im Gesamtwert von etwa 126.000 Euro sichergestellt werden, die aus Diebstählen in Deutschland und der Tschechischen Republik stammen. Darunter befanden sich auch hochwertige land- und forstwirtschaftliche Anbaugeräte, Minibagger, Radlader und eine Zugmaschine.

Bei vielen, insbesondere bei den hochwertigen Fahrzeugen und Maschinen, hatte der 39-Jährige die Typenschilder entfernt und die Fahrgestellnummern herausgeschliffen, um die Herkunft der Geräte zu verschleiern. Durch kriminaltechnische Untersuchungen konnten jedoch die meisten der sichergestellten Gegenstände wieder zugeordnet werden. Derzeit wird durch die KPI Amberg eine Rückgabe der im Nachbarland befindlichen Gegenstände an die rechtmäßigen Besitzer organisiert.

Diebesgut im Wert von 238.000 Euro

Bemerkenswert ist zudem, dass auch das Zugfahrzeug des Gespannes, der Unimog mit Kranaufbau, Marke Mercedes Benz, mit dem die beiden Personen am 09.06.2015 kontrolliert wurden, bereits am 20.09.2013 aus einem Gebäude der Gemeinde Geiersthal, Landkreis Regen entwendet worden war. Der 39-Jährige hatte auch an diesem Fahrzeug die vorhandenen Typenschilder entfernt und sogar Typenschilder eines anderen Fahrzeugs angebracht. Zudem entfernte er die vorhandene Fahrgestellnummer und ersetzte sie durch eine andere. Jedoch gelang es den Beamten der KPI Amberg das Fahrzeug als das in Geiersthal entwendete zu identifizieren.

Dank der akribischen Ermittlungsarbeit der KPI Amberg können dem Beschuldigten letztlich 20 Fälle der beschriebenen Diebstähle zugerechnet werden. Das Diebesgut hat einen Wert von 238.000 Euro.

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