Grüne aus dem Landtag in den Wald: Mehr Fachkräfte für Kinder gefordert

Weiden. Inmitten von Matsch, Pfützen und Bäumen traf sich die Spitze der bayerischen Grünen im Waldkindergarten von Weiden. Es ist der Auftakt für die Fraktionsklausur der Grünen unter dem Motto "Unseren Kindern gehört die Welt – die Kleinsten stark machen".

Die grünen Fraktionsvorsitzenden Katharina Schulze und Ludwig Hartmann mit den Kindern aus dem Waldkindergarten in Weiden an einem Tisch. Bild: Beate Luber
Die grünen Fraktionsvorsitzenden Katharina Schulze und Ludwig Hartmann mit den Kindern aus dem Waldkindergarten in Weiden an einem Tisch. Bild: Beate Luber
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Während die Besucher/-innen mit dem strömenden Regen im Wald bei der Heiligen Staude in Weiden-Ost zu kämpfen hatten, machten die Kindergartenkinder fröhlich Brotzeit und spielten dann in den Pfützen. „Jedes Kind war besser ausgestattet als wir“, resümierte Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der bayerischen Grünen später in der trockenen Max-Reger-Halle. Dafür hatte er mit Fraktionsvorsitzender Katharina Schulze ein Maßnahmenpaket für Kinder und Jugendliche im Gepäck, das auch nicht sehr trocken war.

Fachkräfte besser fördern

Doch beim Besuch des Waldkindergartens gab es erst einmal Stimmen aus der Praxis, vor allem von Stephan Müller, Geschäftsführer von Learning Campus, Träger der beiden Waldkindergärten in Weiden, sowie zahlreicher andere Kinder- und Jugendeinrichtungen. Er beklagte vor allem die Idee, dass ungelernte Kräfte bei der Kindererziehung eingesetzt werden sollten. Das sei kein Weg, um den Fachkräftemangel zu beseitigen. „Das können wir als Träger nicht leisten“, schimpfte Müller.

„Ich kann Ihren Frust verstehen“

„Ich kann Ihren Frust verstehen“, sagte MdL Katharina Schulze – und verwies darauf, dass die Grünen in Bayern in der Opposition seien. „Noch“, wie sie nachschob, im Hinblick auf die Landtagswahl 2023 in Bayern, und betrieb schonmal etwas Wahlkampf. „Das Absenken von Qualitätsstandards ist ein No-go bei der Ausbildung von Fachkräften“, bestätigte sie. Schulze verwies auf das Konzeptpapier der Grünen, die ein Investitionsprogramm für Fachkräfte in Kitas fordern.

Wieder glücklich im Beruf

Doch Müller klagte nicht nur, sondern lobte auch die Unterstützung der Kommunen, die Learning Campus gerade förmlich überrennen mit Anfragen zu neuen Waldkindergärten. Auch zeigte er sich glücklich, dass mit Kindergartenleiterin Sabrina Schwabl eine junge Frau unter 30 Jahren Verantwortung zeige.

Das Konzept, dass Fachkräfte, die bereits in Rente sind, in der Kinder- und Jugendhilfe weiter arbeiten, wenn sie das wollen, bezeichnete er als gute Idee, weil das die Vielfalt erhöhe. Auch müssten Auszubildende an Fachakademien besser gefördert werden, auch finanziell. Sonst sei das Ziel Ganztagesbetreuung nicht zu stemmen.

Viele psychische Probleme

Angelangt in der trockenen Max-Reger-Halle stellten die Fraktionsvorsitzenden Schulze und Hartmann weitere Forderungen auf, darunter eine Gas-Entlastung bayerischer Haushalte und Familien mit geringem Einkommen, kostenlose öffentliche Verkehrsmittel für alle unter 28 Jahren, sowie extra U-Untersuchungen für Kinder, gerade nach der Pandemie.

Auf die psychischen Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche wies auch die regionale Abgeordnete Anna Schwamberger hin. Aufgrund der hohen Nachfrage befürchtete sie, dass die im Bau befindliche Kinder- und Jugendpsychiatrie schon zu klein sein könnte.

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