Grünes Licht: Baugebiet „Herrenpoint“ wird erweitert

Pleystein. Grünes Licht für die Erweiterung des Baugebiets "Herrenpoint" gab der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Damit können zwei weitere Grundstücke bebaut werden. Voraussetzung dafür war auch, dass eine über diesen Bereich führende 20kv-Leitung abgebaut wurde.

Das freie Grundstückoberhalb des Kinderspielplatzes, getrennt auch durch eine sichtbare Hecke, soll bis zum obenliegenden Grundstück als Baugrund ausgewiesen werden. Im Anschluss an die beiden Häuser in der Leuchtenberger Straße soll ein freies Grundstück für die Bebauung ausgewiesen werden. Foto: Walter Beyerlein

Mit 12:3 Stimmen billigte der Stadtrat die Festsetzungsvorschläge des Architekturbüros Thammer für die Erweiterung des Baugebietes „Herrenpoint“ um zwei Bauplätze. Gleichzeitig wurden die in der Stadtratssitzung geäußerten Anregungen in den Beschluss mit aufgenommen. Die Erweiterung des Baugebietes hatte bereits im vergangenen Jahr für Diskussionen gesorgt.

Außerdem hatte sich der Bauausschuss in seiner Oktobersitzung bei einer Ortsbesichtigung mit den Fragen zur Bebauung der beiden Grundstücke dort befasst. Kern des Problems war, dass ein starkes Zuschneiden des Parks am Herrenpoint-Weiher verhindert werden sollte. Zudem zeigte sich damals, dass diverse Hauseigentümer ihre Grundstücksgrenzen nicht eingehalten haben und auch stadteigenen Grund bebaut oder bepflanzt hatten.

Bebauung beeinträchtigt Parkanlage

Bürgermeister Rainer Rewitzer erklärte, dass sich die jetzt vorgesehene Bebauung „E+D“ oder „E+1“ der Umgebung anpasse. Er nannte auch nochmals den Anlass der Bebauung: Die 20kV-Leitung, die früher beide Grundstücke überspannte, wurde vor einigen Jahren abgebaut und ermöglicht jetzt eine Bebauung. Barbara Weig (FWG/SPD) schilderte erneut ihre Sichtweise zur Bebauung der beiden Grundstücke, nach der sie dem Vorhaben jetzt zustimmen könne.

Anderer Meinung war ihr Fraktionskollege Werner Rieß (FWG/SPD): Die Bebauung beeinträchtige seiner Ansicht nach die Parkanlage am Herrenpointweiher. Dies habe er bereits bei vorhergehenden Terminen geäußert und er bleibe bei seinem Nein zur Bebauungsplanänderung.

Jedes Haus braucht eine Zisterne

Geschäftsleiter Günter Gschwindler beschrieb das weitere Verfahren. Es folgten demnach die frühzeitige Anhörung der Träger öffentlicher Belange und die Bürgerbeteiligung. Die bereits bei der Stadt vorliegenden Einwendungen von Bürgern wurden in der Sitzung nicht im Detail angesprochen.

Nachdem sich die Einwendungen hauptsächlich auf die Abwasser- und Niederschlagswasserbeseitigung beziehen, stellte der Geschäftsleiter kurz die Abwasserbeseitigung vor. Diese soll im Trennsystem erfolgen, jedes neue Haus braucht eine eigene sechs Kubikmeter fassende Zisterne für das Regenwasser. Wichtig sei laut Gschwindler vor allem der Bau eines Regenüberlaufs am Pflaumbach. Erst wenn das alles abgeschlossen sei, könne Baurecht geschaffen werden.

Stadtbach könnte austrocknen

Neben der Kreisstraße Vohenstrauß – Pleystein gibt es nach der Überquerung des Bocklradweges eine Weiheranlage. Die Eigentümerin Cornelia Nickl-Meckfessel hat die Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis für den Betrieb der Weiher beantragt. Bürgermeister Rainer Rewitzer verlas dazu eine umfangreiche Stellungnahme der Stadt, aus der im Wesentlichen hervorgeht, dass die Bewirtschaftung dieser Weiher zu einer Benachteiligung unterhalb liegender Weiher führen könne.

Auch der Stadtbach könne eventuell austrocknen. Mit einer Gegenstimme beschloss das Gremium eine Ortsbesichtigung mit allen beteiligten Behörden und Fachstellen sowie den Weiherbesitzern.

Stadt hofft auf Gewinn durch eigenen Wald

Einstimmig billigte der Stadtrat die über- und außerplanmäßigen Ausgaben für das Haushaltsjahr 2021. Ebenfalls einstimmig nahm man den Jahresbetriebsplan 2022 für den Stadtwald an, der einen Gewinn von rund 70.000 Euro ausweist. „Hoffentlich machen uns der Borkenkäfer oder Unwetter keinen Strich durch diese Rechnung“, hoffte Bürgermeister Rainer Rewitzer.

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