GVZ: Weiden und Weiherhammer ziehen an einem Strang

Weiherhammer. Gemeinsam hatten Oberbürgermeister der Stadt Weiden, Kurt Seggewiß, erster Bürgermeister von Weiherhammer, Ludwig Biller, und der Neustädter Landrat Andreas Meier zu einem Informationsgespräch nach Weiherhammer eingeladen. Denn in den letzten Stadtrats- und Gemeinderatssitzungen wurde jetzt beschlossen, dass das Projekt „Container-Umschlagsplatz“ weiter vorangetrieben werden soll. Wo dieses Güterverkehrszentrum entstehen soll, steht auch schon fest.

Von Yvonne Sengenberger

Pilkington GVZ Weiherhammer Weiden
Hier, auf dem gelände von Pilkington, könnte das GVZ Weiherhammer entstehen

Weiherhammer und Weiden sind sich einig: Das ist eine gute Sache! Denn, ein Güterumschlagsplatz in der Region könne weitere Arbeitsplätze schaffen und bringe den Verkehr runter von der Straße und rauf auf die Schienen. Davon gehen die Verantwortlichen zumindest aus. Laut Baudezernent der Stadt Weiden, Hansjörg Bohm, haben außerdem 60 Prozent der befragten Firmen schriftlich zugestimmt, einen solchen Container-Umschlagsplatz nutzen zu wollen.

Und auch vom Eisenbahnbundesamt kam nun ein positiver Standortklärungsbescheid. Wenn das GVZ kommt, dann macht es wohl am Standort Weiherhammer, genauer gesagt auf den mittlerweile stillgelegten Gleisen von Pilkington, am meisten Sinn. Reinhold Gietl, Werksleiter von Pilkington in Weiherhammer, erklärt: „Die Gleise hier wurden immer gepflegt, das heißt wir können sie mit sehr geringem Aufwand wieder in Betrieb nehmen.“

GVZ Weiherhammer soll Arbeitsplätze schaffen

Pilkington GVZ Weiherhammer Weiden
Brisantes Thema: Zur Pressekonferenz am Lohbachwinkel in Weiherhammer waren jede Menge Medienvertreter erschienen.

Durch den Standortklärungsbescheid steht auch fest: Das Projekt kann vom Staat gefördert werden. Bohm rechnet mit etwa sieben Millionen Euro, die die Errichtung kosten würde. Genutzt werden kann der Umschlagsplatz dann von allen Firmen in der Region.

Die Argumente, man würde nur anderen GVZs Konkurrenz machen, lässt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß nicht gelten: „Das GVZ in Nürnberg ist an seiner Belastungsgrenze. Genau, wie der Container-Umschlag in Regensburg.“ Außerdem wären Regionen ohne derartige Containerumschlagsplätze nicht für die Zukunft gerüstet.

Die Leute wandern ab. Genau wie die Firmen. Gerade für die Firmen in unserer Region ist ein Umschlagsplatz wichtig!,

so Weidens Stadtoberhaupt. Weiherhammers Bürgermeister Ludwig Biller sieht noch einen weiteren Vorteil, speziell für seine Gemeinde: „Im Gewerbegebiet, das direkt an die Gleise grenzt, können sich Firmen ansiedeln. Es entstehen neue Arbeitsplätze und wir profitieren natürlich durch die Gewerbesteuer.“ Baudezernent Bohm fügt hinzu: „Nach sieben Jahren würde das GVZ hier schwarze Zahlen schreiben.“

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Etzenrichter und Kohlberger haben Bedenken

Insgesamt würden laut einer Hochrechung durch Railistics jeden Tag etwa 100 Container in Weiherhammer ankommen und abfahren. Das entspräche einem Zug am Tag – Tendenz mit den Jahren steigend. „Das Projekt zeigt die gute Zusammenarbeit in der Region. Weiden ohne die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth ist unvorstellbar und umgekehrt“, so Landrat Andreas Meier. Wenn alles glatt laufe, könne man im Herbst den Hauptbescheid haben. Die ersten Züge könnten dann Ende 2018/ 2019 den Containerumschlagsplatz anfahren.

Zum Gespräch gekommen waren auch Etzenrichter und Kohlberger. Die sind mit den Plänen scheinbar nicht ganz so einverstanden. Vor allem befürchten sie eine zu große Lärmbelastung, durch die LKWs die dann nach Weiherhammer fahren würden um Container abzuladen oder aufzugabeln. Und auch die Güterzüge sind ihnen wohl ein Dorn im Auge. Bürgermeister Ludwig Biller aber meint:

Gemeinsam pack mas!

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Landrat Andreas Meier (zweiter links) stellt schon mal die Weichen für eine gute Zusammenarbeit.

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