Gymnasium-Halle zum Schulanfang wieder frei

Neustadt/WN. Der „Notfallplan“ wird zum Dauerplan. Wie die Regierung der Oberpfalz am Montag Landrat Andraes Meier bestätigte, müssen sich die Landkreise auf weiter steigende Zahlen an Flüchtlings-Ankünften einstellen. Die derzeit in der Dreifach-Turnhalle des Gymnasiums Neustadt a.d.Waldnaab eingerichtete Kapazität von 200 Personen muss dauerhaft vorgehalten werden.

Landrat Meier und sein „Krisenstab“ haben alle Gesichtspunkte sorgfältig abgewogen und kamen zum Ergebnis, dass die Gymnasiums-Halle unbedingt schnellstmöglich frei gemacht werden muss. Der Schulsport und insbesondere die Schülerinnen und Schüler, die Sportabitur machen, brauchen die Halle dringend. Die DJK-Basketballer trainieren und spielen in der Dreifachturnhalle und können nicht einfach auf andere Hallen ausweichen. Viele weitere Sportvereine und Verbände nutzen die Turnhalle des Gymnasiums.

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Stützelvilla vor allem für Familien und Jugendliche

Etwa die Hälfte der Flüchtlinge wird daher ab dem Schuljahresanfang Mitte September in der Stützelvilla in Windischeschenbach untergebracht. Die Verantwortlichen des Kreisjugendrings haben nun die schwierige Aufgabe, den Gruppen abzusagen, die für die Zeit ab Mitte September erwarteten wurden. Landrat Meier dankt dem Kreisjugendring für das Verständnis und die gute Zusammenarbeit. Durch deren Kooperation werde die Räumung der Gymnasiums-Turnhalle wesentlich mit ermöglicht.

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In der Stützelvilla sollen vor allem Familien und Jugendliche untergebracht werden. Die Betreuung und Versorgung der Menschen übernimmt der Landkreis in Zusammenarbeit mit dem Personal des Kreisjugendrings.

Auch Unterbringung in Realschul-Turnhalle

Den anderen Teil der Asylbewerber plant der Landkreis, in der Realschul-Turnhalle unterzubringen. Diese war für den „Notfallplan“ ursprünglich vorgesehen. Es musste aber Ende Juli wegen Aufstockung der unterzubringenden Kapazität von 100 auf 200 Personen kurzfristig auf die größere Gymnasiums-Halle ausgewichen werden. Nun wird versucht, die Nutzer der Realschulturnhalle ins Gymnasium oder auf andere Turnhallen zu verlegen.

Allen Beteiligten des „Krisenstabs“ ist bewusst, dass die Belegung der Stützelvilla und der Realschul-Turnhalle einen gravierenden Einschnitt für die eigentlichen Nutzer darstellt. Nach sorgfältiger Abwägung aller Für und Wider kam man jedoch zu dem genannten Ergebnis.

Für Zukunft: „Containerdörfer“ geplant

Derzeit laufen parallel auch Planungen für mehrere „Containerdörfer“ für bis zu 100 Personen an verschiedenen Standorten im Landkreis. Wenn diese bis in ein paar Monaten fertig gestellt sein werden, können die Notunterkünfte wieder frei gemacht werden. Ziel sei, zumindest die Realschul-Turnhalle bis nach den Weihnachtsferien wieder frei zu bekommen.

Aufgrund des bald anstehenden „Umzugs“ weist das Landratsamt außerdem darauf hin, dass momentan keine Kleider-  oder sonstigen Sachspenden benötigt werden.

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