Handballfrauen der HSG Weiden kassieren die nächste deutliche Schlappe

Weiden. Zum ersten Mal unter Trainer Niklas Deml verloren die HSG-Frauen zwei Spiele in Folge. Damit können sie nicht mehr Meister aus eigener Kraft werden.

Kapitänin Sarah Eichinger von der HSG Weiden ist motiviert für das Spitzenspiel am Sonntag. Foto: Dagmar Nachtigall

Handball Bezirksoberliga Frauen

SG Rohr/Pavelsbach – HSG Weiden 33:24 (18:8)

Verdient haushoch unterlag man beim Angstgegner und Tabellenachten. Jetzt kann der Aufsteiger nicht mehr aus eigener Kraft Meister werden und muss auf einen Ausrutscher des HV Oberviechtach hoffen. Für HSG-Trainer Niklas Deml spielt das nur eine Nebenrolle. „Der Aufstieg ist und war nie unser Ziel als Neuling. Die Niederlage können wir gut verkraften. Bitterer ist die Art und Weise“, sagt Deml.

Zweites Spiel in Folge chancenlos

Im zweiten Spiel in Folge war die HSG völlig chancenlos, ließ grundlegende Tugenden vermissen und war ein Schatten seiner selbst. Wieder geriet man aufgrund großer Schwächen im Passspiel, Torabschluss und Zweikampfverhalten früh in Rückstand. So erarbeiteten sich die bissigen Hausherrinnen einen zehn-Tore-Vorsprung zur Halbzeit (18:8). „Vor allem in der ersten Halbzeit hat es wie Arbeitsverweigerung ausgesehen“, gestand Kapitänin Sarah Eichinger. Ihre Stellvertreterin Tamara Hauer ergänzte: „Wie in Regensburg sind wir in einer Abwärtsspirale und finden da momentan einfach nicht heraus.“

Nur die Torhüterinnen in Normalform

Dass es wieder ein gebrauchter Tag werden würde, wurde früh deutlich. Abgesehen von einem soliden Torhüter-Duo Barbara List/Stefanie Bräunlein und den engagiert verteidigenden Sarah Eichinger und Julia Hanauer erreichte keine Akteurin annähernd Normalform – sehr zum Unmut des ratlosen Trainers: „Wir zeigen momentan ein völlig anderes Gesicht als in den ersten 15 Spielen. Die Gründe sind mir unerklärlich. Die Spielerinnen berichten mir immer wieder von Druck. Aber wo käme der her? Ich kommuniziere ganz deutlich, dass ein erneuter Aufstieg überhaupt nicht angepeilt oder vorgegeben wird. Druck hatten wir vergangene Saison viel mehr und sind damit bestens klargekommen.“

Klassenerhalt schon lange gesichert

Eigentlich könnte die HSG, die schon lange den Klassenerhalt eingetütet hat, befreit aufspielen. Das Gegenteil ist der Fall: verkrampft und mit angezogener Handbremse unterlaufen Demls Truppe momentan unerklärliche Fehler. Bezeichnend: In den ersten zehn Minuten pfiffen die souveränen Schiedsrichter gleich dreimal ‚Übertreten‘ ab – Fehler, die auf diesem Niveau eigentlich so gut wie nicht vorkommen. In der Halbzeit versuchte der Coach seine Mannschaft wachzurütteln, wurde auch etwas lauter, was zunächst scheinbar Früchte trug.

„Die ersten zehn Minuten nach der Halbzeit spielten wir gut. Da haben wir gezeigt, was in uns steckt, haben aggressiv verteidigt und schnell nach vorne gespielt“, lobte Deml. So kam man innerhalb weniger Minuten auf sechs Tore heran. Aber just in dem Moment, als man das Gefühl hatte, dass das Spiel noch einmal kippen könnte, schlichen sich wieder leichtfertige Fehler ein. So nahmen sich die Gäste wieder komplett den Wind aus den Segeln und die SG fuhr einen auch in der Höhe verdienten Sieg ein.

Im Heimspiel anderes Gesicht zeigen

Für Trainer Deml gilt jetzt, dass man sich aus den Haaren selbst aus der Misere ziehen müsse: „Wir haben in den zehn Minuten nach der Halbzeit bewiesen, dass wir es können. Daran müssen wir uns orientieren und die tolle Saison anständig zu Ende spielen.“ Weiter geht es für die HSG am Sonntag in eigener Halle gegen die SG Mintraching/Neutraubling II.

Für die HSG spielten:

Bräunlein, List – Hermann (7), Hauer (7/6), Häuber (3), Scheidler (3), Schlosser (2), Arnold (1), Eichinger (1), Hanauer, Härtl, Leonhardt.

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