Haushalt ohne „große Sprünge“

Letzau. Große Sprünge kann die Gemeinde sich nicht erlauben. Der 4,1 Millionen Euro starke Haushalt deckt vor allem schon beschlossene Projekte wie die Dorferneuerung Wilchenreuth ab. Der Krieg in der Ukraine könnte aber die Ansätze sprengen.

Startschuss für die lang erwartete Dorferneuerung: Von heute an ist die Ortsdurchfahrt im Dorf Wilchenreuth gesperrt; Anwohnern will man aber, so weit es geht, die Zufahrt zu ihren Häusern ermöglichen. Foto: Gabi Eichl

Die Preisexplosion beim Heizöl ist den Worten Kämmerer Andreas Voigts zufolge noch nicht in den einstimmig beschlossenen Haushalt eingerechnet, auch nicht die Entwicklung auf dem Bau durch die steigenden Energiekosten. Es bleibe abzuwarten, bis die ersten Firmen Preiserhöhungen wegen höherer Gewalt geltend machten, sagt Voigt. Er rechne mit überplanmäßigen Ausgaben im laufenden Haushaltsjahr. Eine Kreditaufnahme ist jedoch nicht vorgesehen.

Vermögenshaushalt sinkt um etwa 400.000 Euro

Das Haushaltsvolumen ist mit 4,1 Millionen Euro etwas geringer als im Vorjahr (4,4 Millionen). Vor allem der Vermögenshaushalt, der die Investitionen abbildet, fällt mit 1,7 Millionen Euro deutlich geringer aus als 2021 (2,1 Millionen). Der große Posten ist hier die Dorferneuerung Wilchenreuth, für die die Gemeinde aktuell mit einem Eigenanteil von rund 600.000 Euro rechnet. Bürgermeisterin Marianne Rauh bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Baumaßnahmen sich nicht allzu sehr verteuern. 150.000 Euro werden neu als Investitionsumlage für den Wasserzweckverband Muglhofer Gruppe fällig, die jedoch nach und nach über die Gebühren wieder in die Gemeindekasse zurückfließen. Für ein neues Feuerwehrauto für die Wehr in Edeldorf sind 100.000 Euro im Haushalt vorgesehen; das Fahrzeug wird voraussichtlich mit 26.600 Euro gefördert.

Radwegeneubau für heuer ausgesetzt

Der Neubau von Radwegen ist in diesem Jahr nicht vorgesehen; in erster Linie deshalb, wie Rauh erläutert, weil die aktuellen Förderprogramme nicht zu den Radwegeplänen der Gemeinde passten. Man werde diese Pläne jedoch weiterverfolgen.

Kanalanlagen müssen saniert werden

Der Verwaltungshaushalt steigt leicht von 2,3 auf 2,4 Millionen Euro. Hier fällt vor allem die Sanierung der Kanalanlagen in Wilchenreuth und Theisseil ins Gewicht. Dieser geschuldet fällt laut Voigt die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt recht gering aus (84.000 Euro).

Rücklagen sinken auf die Mindestrücklage

Die Rücklagen der Gemeinde beziffert der Kämmerer mit aktuell rund einer Million Euro. Davon sollen heuer etwas mehr als 300.000 Euro entnommen werden, bis 2025 weitere 550.000 Euro. Die geforderte Mindestrücklage sei dennoch gegeben, die Finanzlage daher geordnet und zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Abbau der Schulden in den kommenden Jahren Die Verschuldung der Gemeinde sei in den vergangenen Jahren unter anderem durch verschiedene Dorferneuerungsmaßnahmen (Letzau, Roschau) gestiegen, aber da in den kommenden Jahren keine Kreditaufnahme beabsichtigt sei, könne man diese gut wieder abbauen. Der aktuelle Schuldenstand liegt laut Voigt bei 544.000 Euro. Durch die vorgesehene Tilgung in Höhe von 45.000 Euro rutscht die Gemeinde wieder knapp unter 500.000 Euro.

Sein Einvernehmen erteilt der Gemeinderat in der Haushaltssitzung folgenden Bauanträgen: Bau einer Doppelgarage mit Verbindungsüberdachung, Waldstraße 10, Letzau; Ausbau des Dachgeschosses mit Dachgauben, Schammesrieth 6.

Eckdaten des Haushalts 2022

  • Verwaltungshaushalt: 2,4 Millionen Euro (Vorjahr: 2,3 Millionen Euro)
  • Vermögenshaushalt: 1,7 Millionen Euro (Vorjahr: 2,1 Millionen Euro)
  • Hebesätze: 400 v. H. (Grundsteuer A + B, Gewerbesteuer)
  • Rücklage: 1 Million Euro (geplante Entnahme 2022: 308.600 Euro)
  • Pro-Kopf-Verschuldung der 1182 Einwohner: 460 Euro (Vorjahr: 495 Euro)
  • Einzige freiwillige Leistung: 2.800 Euro Fahrtkostenzuschuss für die Kita-Kinder

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