Hilferuf der Feuerverzinkerei Einhäupl: „Energiekosten bedrohen Unternehmen“

Weiden. Viele Unternehmen bangen wegen der Energiepreise um ihre Existenz. Dazu gehört auch die Feuerverzinkerei Einhäupl, die ihre Sorgen dem Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (SPD) bei dessen Besuch mitteilte.

Diskutierten die dramatische Lage auf den Energiemärkten (von links): Daniel Einhäupl, Matthias Rösch, Franz-Josef Einhäupl, Florian Rieder und MdB Uli Grötsch. Foto: Einhäupl

Die aktuellen Krisen und ihre Folgen zeigen massive Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Vor allem Erdgas ist das Sorgenkind Nummer eins, da wegen der Unsicherheiten und Liefereinschränkungen durch den Krieg in der Ukraine die Preise explosionsartig steigen. „Wir haben so etwas noch nie erlebt, obwohl wir einiges gewohnt sind“, zeigte sich Franz Einhäupl, Inhaber der gleichnamigen Feuerverzinkerei in Weiden, im Gespräch mit dem
Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch von der SPD fassungslos.

Kosten verzehnfacht

Gemeinsam mit Florian Rieder von der IHK Regensburg und Matthias Rösch vom Energietechnologischen Zentrum (ETZ) Nordoberpfalz informierte der Unternehmer
den Politiker über die dramatische Lage. Diese zeige sich gerade beim Weidener Traditionsbetrieb besonders deutlich, da jetzt neue Erdgaslieferverträge abgeschlossen werden müssten. „Wir kämpfen bereits jetzt mit steigenden Energiekosten auf breiter Front. Über Wochen haben wir nicht einmal ein Angebot bekommen, nun haben wir eines vorliegen, das auf eine Verzehnfachung der Energiekosten hinausläuft. Das ist für uns absurd und existenzbedrohend“, so Einhäupl. Derartige Preissprünge müssten aber an die Kunden weitergegeben werden, die dann letztlich auf internationale Mitbewerber oder auf Alternativen zum verzinkten Stahl ausweichen würden. Auch der Umstieg auf andere Energieträger sei in dieser kurzen Zeit nicht zu machen.

Kein Einzelfall

Florian Rieder ergänzte als Vertreter der regionalen Wirtschaft, dass diese prekäre Situation kein Einzelfall sei. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag habe aus einer Umfrage unter Industrieunternehmen berichtet, dass rund die Hälfte der befragten Betriebe noch Gas für das kommende Jahr einkaufen müsste. Zur Lage der Märkte stellte Matthias Rösch fest, dass „die Energiepreise sowohl im Erdgassektor als auch im Stromsegment seit Ende letzten Jahres nur
noch eine Richtung kennen, und zwar stark nach oben.“

Gerade in den letzten Tagen seit Ankündigung der Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream 1 für Ende August sei es fast zu einer Verdoppelung der Preise im Gassektor gegenüber Anfang Juli gekommen. Leider müsse zudem auch noch die Versorgungssicherheit von Erdgas derzeit infrage gestellt werden. Gerade der nicht vor Engpässen des Erdgases geschützte Unternehmensbereich bringe dies in extreme Planungsschwierigkeiten, so Rösch.

„Regierung tut alles“

„Sie können sich sicher sein, dass wir im Bundestag alles dafür tun werden, unser Land gut durch diese schwere Zeit zu bringen. Dass wir das können, haben wir während der Corona-Pandemie schon bewiesen“, stellte MdB Uli Grötsch fest. Klar sei, dass man derzeit nicht weniger als einen Wandel der Weltordnung erlebe. Deshalb könne auch die Politik in dieser noch nie dagewesenen Lage nur auf Sicht fahren und versuchen, schnell zu reagieren.

Existenz sichern

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass Unternehmen dringend Planungssicherheit brauchen, um überhaupt weiter arbeiten zu können. Ebenso einig war man sich, dass bereits ergriffene Maßnahmen wie das Energiekostendämpfungsprogramm für bedrohte Unternehmen verlängert und vereinfacht werden müssen. Nur so könne in Härtefällen wie der Feuerverzinkerei Einhäupl wirksam geholfen und die Existenz gesichert werden. Uli Grötsch sagte hierfür seine Unterstützung im Bundestag zu.

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