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Mit PK-Video: Historische Nullnummer zwischen Jahn Regensburg und 1. FC Nürnberg

Regensburg. Der SSV Jahn Regensburg bleibt auch im dritten Saisonspiel ungeschlagen, ohne Gegentor und vorerst Spitzenreiter. Ein eigenes Tor will gegen einen in der ersten Hälfte starken 1. FC Nürnberg aber auch nicht gelingen. Andreas Albers lässt dabei zwei Topchancen liegen.

Auch das Duell der beiden Fanlager endet unentschieden: Sowohl die Glubberer als auch die Jahn-Fans geben in den 93 Spielminuten ihr Bestes. Bildcollage: Jürgen Herda

Ganz nach dem Motto „never change a winning team“ schickt Jahn-Trainer Mersad Selimbegović dieselbe Startelf gegen die Clubberer aufs Feld, der auch schon der Pokal-Coup gegen den 1. FC Köln gelang. Bei den Nürnbergern kann das Jahnstadion mit Erik Wekesser einen alten Bekannten auf dem Feld begrüßen.

In der ersten Halbzeit kann die Jahn-Elf nach den ersten druckvollen 20 Minuten der Gäste das Heft immer mehr in die Hand nehmen, sodass nach 45 Minuten ein gerechtes 0:0 auf der Anzeigetafel steht. Eine chancenarme zweite Hälfte bringt zum Leidwesen der Zuschauer keine Ergebniskorrektur – auch wenn der SSV die beste Chance auf den lucky Punch vergibt. So bleibt es beim ersten 0:0 in der langen Geschichte des oberpfälzisch-fränkischen Derbys, das vor allem Fans des neunfachen Deutschen Meisters nicht so nennen wollen.

Nürnberger Tempo fordert Jahn-Defensive

In den ersten Minuten versucht die Jahnelf ihr gewohntes Offensiv-Pressing zu etablieren, findet aber an der abgezockten Nürnberger Defensiv-Reihe ihren Meister. Die Gäste hingegen kombinieren sich ein ums andere Mal geschickt durch die Reihen des SSV und können so auch die erste gefährliche Situation für sich verbuchen, bei der Wekesser gefährlich frei am langen Pfosten steht, aber keinen Druck hinter den Ball bringt (4.). Bitter für den Club: Linksverteidiger Tim Handwerker verletzt sich und muss ausgewechselt werden.

Trotz des frühen Wechsels dominiert der FCN weiter das Spiel und stellt die Abwehrreihe des Jahn immer wieder vor Probleme. Bei den mit hohem Tempo vorgetragenen Angriffen können sich die Jahn-Akteure oft nur mit einem Foul behelfen. Dementsprechend hoch auch die Zahl der Standards für die fränkischen Gäste, bei der eine zu der größten Nürnberger Chance führt. Nachdem der Ball nur halbherzig aus dem Jahn-Sechzehner geklärt wird, rutscht Christoph Daferners Direktabnahme vom Fünfmeter-Eck über dessen Schlappen, sodass Jahn-Keeper Dejan Stojanovic nicht einzugreifen braucht (12.).

An der Seitenlinie fiebern die beiden Trainer mit: Club-Übungsleiter Robert Klauß fordert immer wieder Gelbe Karten, Jahn-Coach Mersad Selimbegovic macht böse Miene zum Protest des Kollegen. Bildcollage: Jürgen Herda

Goalgetter Albers vergibt aus acht Metern

Nach 25 Minuten kommt auch die Jahn-Elf zu ihrer ersten Chance. Die hat es aber gleich so richtig in sich. Nach einer eigentlich zu ungenauen Flanke köpft der Nürnberger Verteidiger Andreas Albers die Kugel vor die Füße. Von so viel Großzügigkeit wohl selbst überrascht, schießt der Däne freistehend aus acht Metern direkt in die Arme von Gäste-Keeper Christian Mathenia, der den Ball im Nachfassen festhalten kann (26.).

Das scheint dann auch der Brustlöser für die Regensburger Offensiv-Bemühungen zu sein, der danach immer besser ins Spiel kommt. Noch einmal verfehlt Albers per Kopf das Tor nach Flanke von Bene Saller nur knapp. Kurz vor dem Pausenpfiff die erneute Großchance für den SSV: Nach einer missglückten Ecke von Joshua Mees bringt er den zweiten Ball scharf an den kurzen Pfosten. Prince Osei Owusu verfehlt das kurze Eck mit seiner Kopfballabnahme nur um Zentimeter (45.+1). Kurz danach geht es nach einer unterhaltsamen ersten Hälfte leistungsgerecht mit einem Remis in die Pause.

Verhaltener Start in die zweite Hälfte

Die zweite Hälfte gestaltet sich in ihren ersten Minuten ausgeglichen, was fehlt sind – trotz enorm hohen Tempos beider Mannschaften – die ganz klaren Torchancen. Richtig brenzlig wäre es für den Club geworden, wenn Mees aus 16 Metern zentral vor dem Tor selbst abgezogen hätte – sein Abspiel dagegen misslingt vollkommen. Kurz darauf hat der FCN durch Daferner eine erste (und letzte) Halbchance in Halbzeit 2, aber auch dieser Abschluss verfehlt das Tor (58.).

Die Fans sehen weiterhin ein unterhaltsames Spiel, dessen Fluss immer wieder von nickligen Zweikämpfen im Mittelfeld unterbunden wird. Und obwohl beide Trainer im Lauf der zweiten Halbzeit in der Offensive frisches Blut aufs Feld bringen, sind Aufreger vor den beiden Toren im zweiten Durchgang Mangelware.

Albers hat das Golden Goal am Fuß

Nach Kopfball-Ping-Pong im Nürnberger Strafraum köpft Owusu auf den frei stehenden Albers, dessen Abschluss Mathenia allerdings mit einem starken Fußreflex im Fallen gerade noch so abwehrt (81.). Danach tröpfelt das Spiel seinem Ende entgegen, kein Team will hier mehr einen Fehler machen.

In der 90. Minute wird SSV-Kapitän Benedikt Gimber noch einmal gut am Sechzehner freigespielt, kann den Ball aber nicht kontrollieren. Das wäre die Chance für den Lucky Punch gewesen. Drei Minuten Nachspielzeit bringen dann auch keine großen Aufreger mehr, sodass sich der SSV Jahn Regensburg und der 1. FC Nürnberg mit dem historischen ersten 0:0 ihrer Vereinsgeschichten trennen.

Nürnbergs Manager Dieter Hecking schaut beim Blick auf die Tabelle noch nicht so glücklich drein. Bild: Jürgen Herda
Nürnbergs Manager Dieter Hecking schaut beim Blick auf die Tabelle noch nicht so glücklich drein. Bild: Jürgen Herda
Fairplay auf dem Feld: Jahn-Keeper Dejan Stojanovic hat gut Lachen, er bleibt auch im dritten Zweitliga-Spiel ohne Gegentreffer. Bild: Jürgen Herda
Fairplay auf dem Feld: Jahn-Keeper Dejan Stojanovic hat gut Lachen, er bleibt auch im dritten Zweitliga-Spiel ohne Gegentreffer. Bild: Jürgen Herda
Prince Osei Owusu (links) debattiert mit einem Nürnberger Gegenspieler. Bild: Jürgen Herda
Prince Osei Owusu (links) debattiert mit einem Nürnberger Gegenspieler. Bild: Jürgen Herda
Die Fans fiebern mit: 93 spannende Minuten, in denen keine Mannschaft einen Millimeter Platz preisgab. Bild: Jürgen Herda
Die Fans fiebern mit: 93 spannende Minuten, in denen keine Mannschaft einen Millimeter Platz preisgab. Bild: Jürgen Herda
Nürnbergs Manager Dieter Hecking schaut beim Blick auf die Tabelle noch nicht so glücklich drein. Bild: Jürgen Herda
Fairplay auf dem Feld: Jahn-Keeper Dejan Stojanovic hat gut Lachen, er bleibt auch im dritten Zweitliga-Spiel ohne Gegentreffer. Bild: Jürgen Herda
Prince Osei Owusu (links) debattiert mit einem Nürnberger Gegenspieler. Bild: Jürgen Herda
Die Fans fiebern mit: 93 spannende Minuten, in denen keine Mannschaft einen Millimeter Platz preisgab. Bild: Jürgen Herda

Aufstellung

Jahn Regensburg: Stojanovic – Guwara (90.+2 Kennedy), Elvedi, Breitkreuz, Saller – Mees (71. Makridis), Thalhammer, Gimber, Shipnoski (71.Yildirim) – Albers, Owusu (83. Gouras)

1. FC Nürnberg: Mathenia – Handwerker (7. Duah), Lawrence, Hübner, Gyamerah – Nürnberger (90.+2 Castrop), Geis (90.+2 Fofana) – Wekesser, Wintzheimer, Duman (73. Tempelmann) – Daferner (73. Lohkemper)

Tore: Fehlanzeige

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