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Hitze und kein Regen: Wird jetzt das Wasser knapp?

Weiden. Es soll heiß werden in der kommenden Woche. Wird deshalb das Wasser knapp, weil es kaum noch regnet?

Noch reicht das kostbare Nass in der Region. Foto: Pixabay
Noch reicht das kostbare Nass in der Region. Foto: Pixabay
Erfrischungen sind willkommen in den kommenden Tagen. Foto: free stock photos from www.picjumbo.com/Pixabay
Erfrischungen sind willkommen in den kommenden Tagen. Foto: free stock photos from www.picjumbo.com/Pixabay
Durch die Trockenheit verschärft sich auch die Gefahr von Bränden in Wald und und Flur. Foto: Archiv Roland Wellenhöfer
Durch die Trockenheit verschärft sich auch die Gefahr von Bränden in Wald und und Flur. Foto: Archiv Roland Wellenhöfer
Die Feuerwehren leisteten trotz brütender Hitze Höchstleistungen. Foto: Wellenhöfer
Die Feuerwehren leisteten trotz brütender Hitze Höchstleistungen. Foto: Wellenhöfer
Unerträglich heiß wird es in der kommenden Woche. Die Meteorologen sagen in der Region bis zu 38 Grad voraus. Foto: Pixabay/Alexas Fotos
Unerträglich heiß wird es in der kommenden Woche. Die Meteorologen sagen in der Region bis zu 38 Grad voraus. Foto: Pixabay/Alexas Fotos
Foto: PixaBay
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Bilder: Roland Wellenhöfer
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Mittlerweile haben fast alle Wetterfrösche ihre fast schon apokalyptischen Vorhersagen mit Temperaturen von mehr als 40 Grad in Deutschland für die kommenden Tage deutlich zurückgeschraubt. So wird es in Nordostbayern nächste Woche wahrscheinlich nur noch erträgliche 30 bis 32 Grad warm – doch ein damit verbundenes Problem bleibt: die Trockenheit. Besonders Landwirte, Imker und Förster leiden seit Jahren unter dem fehlenden Regen. Wie sieht es eigentlich mit der Wasserversorgung in der Region aus? Gibt es noch genügend kostbares Nass oder müssen die Wasserwarte in den Städten und Gemeinden bereits kräftig sparen?

Tiefbrunnen gebaut

Knapp 650.000 Kubikmeter Wasser werden pro Jahr durchschnittlich in der Stadt Tirschenreuth verbraucht. Das führte vor gut 20 Jahren dazu, dass eine „Wasserknappheit“ herrschte. Durch den Bau eines Tiefbrunnens bei Wondreb und die Sanierung des alten Hochbehälters wurde das Problem behoben. Heute hat man laut Wasserwart Hermann Birkner kaum noch Probleme bei der Wasserversorgung.

„Die Reserven werden zwar seit einigen Jahren meistens knapp, doch das sehen wir erst im Herbst.“ Trotzdem appelliert er an die Bewohner, stets sorgsam mit dem Wasser umzugehen. „Regentonnen mit Trinkwasser auffüllen, wie es ich es auch schon beobachtet habe, geht gar nicht. Den Garten und die Pflanzen sollte man ausschließlich mit Regenwasser gießen.“

Früher war’s mehr

Rund 800 Kilometer Versorgungsleitungen für Wasser und Abwasser liegen unter der Stadt Weiden. Das gesamte Kanalnetz wird von den Stadtwerken verlegt, unterhalten und kontrolliert. In Erneuerungen investiert die Stadt jährlich zwischen acht und zehn Millionen Euro, für die Instandhaltung und Überwachung der Betriebsanlagen kommen noch einmal rund 16 Millionen Euro hinzu.

Laut Stadtwerke-Wassermeister Norbert Weiß werden in der Stadt jährlich circa drei Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. „Das war aber schon mal deutlich mehr. Waschmaschinen zum Beispiel haben früher 80 Liter Wasser pro Ladung verbraucht, heute sind es noch knapp 30 Liter.“ Ähnlich sei es bei Spülmaschinen und anderen Endgeräten. „Beim Wassersparen hat sich viel getan in den vergangenen Jahren.“

Kein Wasserproblem

Weiden habe insgesamt gesehen kein Wasserproblem. „In den vergangenen Jahren gab es keinen Engpass“, berichtet Weiß und erklärt, dass die Stadt ihr kostbares Nass aus Quellen, Tiefbrunnen und den wasserführenden Schichten beziehe. Die Trinkwasserschutzgebiete im Stadtgebiet und im Landkreis liegen in Waldgebieten, die das Wasser natürlich filtern und so für eine hervorragende Wasserqualität sorgen.

Dennoch appelliert Weiß an die Menschen, stets ihren Beitrag zum Gewässer- und Umweltschutz zu leisten. „Jeder Tropfen Flüssigkeit, der unbedacht in die Natur gelangt, schadet unserem Schatz Grundwasser“, betont der Wassermeister.

Wasserspartipps der Stadtwerke Weiden

  • Ein wassersparender Duschkopf verbraucht nur etwa die Hälfte des Wassers und der Energie zum Aufheizen. Spart im Vier-Personen-Haushalt: 433 Euro
  • Drehen Sie beim Zähneputzen das Wasser ab, ansonsten laufen in drei Minuten rund 20 Liter Wasser aus dem Hahn. Eingesparte Wasserkosten: 80 Euro
  • Mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach senken Sie den Energieverbrauch für die Warmwasserbereitung um 60 Prozent. Ersparnis: 154 Euro
  • Nutzen Sie einen Klein-Wasserspeicher? Dann ersetzen Sie ihn durch einen Klein-Durchlauferhitzer. Das reduziert die Stromkosten um 57 Prozent. Einsparung: 20 Euro
  • Prüfen Sie Ihre Wasserhähne. Sind sie undicht und verlieren nur zehn Tropfen pro Minute, fließen pro Jahr mehr als 5.000 Liter Wasser durch den Abfluss – das sind 33 volle Badewannen. Erneuern Sie die Dichtung. Ersparnis beim Wasser: 29 Euro

In Neustadt/WN passt alles

Ähnlich gut sieht es in Neustadt/WN aus. „Bei uns passt alles. Wir haben genügend Wasser“, betont der zuständige Stadtmitarbeiter Michael Girke. Sowohl der Grundwasserspiegel als auch die zur Verfügung stehende Menge seien im grünen Bereich. Versorgt werden die Haushalte der Stadt durch zwei eigene Tiefbrunnen. Girke befürchtet auch bei einer längeren Trockenheit keine Engpässe.

Steinwaldgruppe wichtig

Ein ganz wichtiger Wasserversorger in der Region ist die Steinwaldgruppe mit Sitz in Tirschenreuth. Sie beliefert knapp 80.000 Einwohner in elf Kommunen im Landkreis Tirschenreuth und 21 Städte und Gemeinden im Landkreis Neustadt/WN – von Konnersreuth im Norden bis Kohlberg im Süden – mit dem wertvollen Nass.

„Wir haben genügend Wasser“, sagt Gerhard Birkner vom Zweckverband. Jährlich verkaufe man circa 2,9 Millionen Kubikmeter Wasser an die Mitgliedskommunen. Obwohl man also sehr gut aufgestellt sei, sollte man immer darauf bedacht sein, Wasser zu sparen. „Wer weiß, wie es in einigen Jahren aussieht, wenn es immer heißer wird“, betont der Geschäftsleiter.

Quellen versorgen

Auch in der Klosterstadt Waldsassen ist man in der glücklichen Lage, über ausreichend Wasser zu verfügen. „Wir haben da überhaupt keine Schwierigkeiten“, berichtet Wasserwart Martin Stingl. „Unsere Quellen liefern ausreichend Wasser und die Tiefbrunnen dienen allein der Notversorgung. Die haben wir aber noch nie gebraucht.“

Immer ausreichend Wasser

Die Stadt Erbendorf profitiert von ihrem Anschluss an die Steinwaldgruppe, weshalb man überhaupt keine Wasserprobleme habe, betont Wasserwart Josef Liedl. In den 25 Jahren, die er bei der Stadt arbeite, habe man immer ausreichend Wasser zur Verfügung gehabt. Außerdem könne man im Notfall auch auf fünf eigene Quellen zurückgreifen.

Tausende Hitzetote

Mit dem Klimawandel nehmen die Tage mit extremer Hitze in Deutschland zu. Einer Studie zufolge haben hohe Temperaturen in den Jahren 2018 bis 2020 jeweils zu Tausenden hitzebedingter Sterbefälle in Deutschland geführt, schreibt die Tagesschau.

Zum ersten Mal seit Beginn des Untersuchungszeitraum im Jahr 1992 sei eine Übersterblichkeit aufgrund von Hitze in drei aufeinanderfolgenden Jahren aufgetreten, schrieben Forschende des Robert-Koch-Instituts, des Umweltbundesamts und des Deutschen Wetterdienstes im „Deutschen Ärzteblatt“.

Modellrechnungen zeigen, dass es sich bei den höheren Zahlen um einen weltweiten Trend handelt. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Hitzeopfer bei älteren Menschen um 54 Prozent zugenommen, heißt es bei „The Lancet“. Demnach gab es allein im Jahr 2018 schon mehr als 20.000 Todesopfer in Deutschland. Zum Vergleich: Zwischen 2000 und 2004 gab es nach dieser Berechnung bundesweit etwa 8340 Hitzeopfer jährlich.

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