Der Ausbildung die Krone aufgesetzt

Almesbach. „Ihre Entscheidung Ihrer beruflichen Ausbildung die Krone aufzusetzen, war eine gute“, lobte der stellvertretende Bezirkspräsident des Bauernverbandes Josef Wutz 13 junge Landwirte und eine Landwirtin, die mit ihrem Abschluss an der Höheren Landbauschule jetzt den Titel „Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt“ führen dürfen.

Von Benedikt Grimm

Nach ihrer Ausbildung zum Landwirt, der Weiterbildung an der Landwirtschaftsschule und Erfahrungen in der Praxis haben sich die Absolventen in zehn Monaten mit Businessplänen beschäftigt, Finanzmathematik gebüffelt oder Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Heizungsanlagen, Elektroautos und Milchviehställe erstellt. Ein Schwerpunkt lag auf praktischen Erfahrungen. „Je mehr man weiß, wie es andere machen, umso mehr kann man auch für sich selbst mitnehmen“, sagte Stefan Wunderlich, der zusammen mit Andreas Härtl auf die vergangenen Monate aus Sicht der Studierenden zurückblickte. Dabei besichtigten die Landwirte verschiedenste Betriebe, vom kleinen Bio-Hof bis hin zum Großbetrieb mit 2.700 Kühen. Die Fachmesse Agritechnica stand ebenso auf dem Programm wie die Grüne Woche in Berlin. Die Abschlussfahrt führte nach Irland.

Die öffentliche Wahrnehmung hat sich stark gewandelt,

sagte Schulleiter Helmut Konrad bei der Abschlussfeier. Daher habe man das Thema Öffentlichkeitsarbeit im Unterricht aufgegriffen und mit Klaus Dorsch, dem Redaktionsleiter von Top Agrar, ein halbtägiges Seminar angeboten.

Andreas Härtl
Andreas Härtl (links) und Stefan Wunderlich blickten aus Sicht der Studierenden auf die Fortbildung zum staatlich geprüften Agrarbetriebswirt zurück.

Selbstbewusst und Gefühle betonen

Dorsch hielt auch die Festansprache. „Wenn ich einer ständigen Kritik ausgesetzt bin, zieht mich das natürlich auch emotional runter“, sagte der Journalist. „Deswegen ist es wichtig, dass man das nicht einfach erträgt, sondern sich dagegen wehrt.“ Dorsch riet selbstbewusst und aktiv auf die Verbraucher zuzugehen. Dabei seien Rechthaberei, Jammern und Schuldzuweisungen – auch wenn sie teilweise berechtigt wären – kontraproduktiv. Besser sei es auf die Kritik einzugehen. „Was meinen Sie mit Massentierhaltung?“, könnte etwa die Reaktion auf Kritik an der Anzahl der Tiere sein. Das Spiegeln von Gedanken führe dazu, dass sich im Kopf des Gegenübers etwas bewege. Außerdem sei es wichtig nicht zu belehren, sondern die eigenen Gefühle zu betonen, etwa mit dem Satz „Meine Tiere liegen mir am Herzen.“

Klaus Dorsch
Klaus Dorsch, Redaktionsleiter von Top Agrar

Bande nicht reißen lassen

„Wir haben eine gute Klassengemeinschaft aufgebaut“, sagte Semestersprecher Johannes Scharrer. „Es wäre schön, wenn trotz des Schulschlusses die Bande nicht reißen würde“, betonte Semesterleiter Georg Dietl. Gleichzeitig mit den Agrarbetriebswirten feierten 16 geprüfte Natur- und Landschaftspfleger den Abschluss ihrer 17 Wochen dauernden Fortbildung. Angelika Elsener erinnerte an Pflanzarbeiten und Heckenpflegemaßnahmen bei minus 20 Grad. „Ich bin zuversichtlich, dass jeder einen Weg mit der neuen Qualifikation findet“, betonte Elsener. Die besten Absolventen waren Martin Gahbauer aus Freyung Grafenau (Notendurchschnitt 1,31), Georg Ruck aus Berlin (1,37) und Johannes Matt aus Regen (1,5).

Johannes Scharrer
Johannes Scharrer, Semestersprecher

Stellvertretender Landrat Albert Nickl warb um Optimismus. „Wenn man optimistisch das Leben anpackt, dann gibt es auch immer wieder Chancen“, sagte Nickl. Petra Hager, die Vorsitzende des Ehemaligenverbandes, nahm die Absolventen in den Verband auf und überreichte an alle ein Hofschild, das die Landwirte als Agrarbetriebswirte ausweist. Jahrgangsbeste waren jeweils mit einem Notendurchschnitt von 1,13 Andreas Härtl aus Mitterteich und Christian Hugel aus Neuenmarkt. Manuel Faßold aus Burgkunstadt und Christian Rothballer aus Pirk schafften einen Schnitt von 1,66.

Almesbach Agrarbetriebswirte 2016
Semesterleiter Georg Dietl (links) und Schulleiter Helmut Konrad (rechts) verabschiedeten 14 Agrarbetriebswirte nach zehn Monaten an der Höheren Landbauschule in Almesbach.
Almesbach Landschaftspfleger 2016
16 Frauen und Männer aus dem gesamten Bundesgebiet absolvierten im 16. Jahrgang die Fortbildung zum „Geprüften Natur- und Landschaftspfleger“.

Bilder: B. Grimm

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