„Hospiz ist mehr“ – Malteser Löwengruppe beim Natur-Erlebnistag

Nordoberpfalz. Am Samstag konnten zwölf Kinder und Jugendliche, deren Familien vom Ambulanten Hospizdienst der Malteser begleitet werden, auf dem Gelände des Waldkindergartens in Zeitlarn die Natur mit allen Sinnen erfahren.

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Grafik: Malteser Hilfsdienst

Der Naturerlebnistag stand unter der Leitung von Wildnis- und Naturkulturpädagoge Stefan Holzinger und Stefanie Froehlich, Koordinatorin beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser.

Sich unbeschwert in der Natur bewegen

Mit verbundenen Augen und nur mit dem Tastsinn suchten sich die Kinder den Weg des Schnur-Parcours im Wald und lernten, wie man sich unbemerkt im Wald bewegt, ohne Streichhölzer Feuer macht und wie man am Lagerfeuer kochen kann. Viel Spaß hatten die Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 13 Jahren auch bei den zahlreichen Bewegungsspielen.

„Ich möchte gerne Kindern das Sein, Lernen und Verbinden in und mit der Natur ermöglichen, indem das, was die Natur bereitgestellt hat, mit der Neugierde und der Sinneswahrnehmung der Kinder zusammengebracht wird“, sagt Holzinger. „Die Natur bietet uns viele Möglichkeiten aufzutanken, zu entschleunigen und stärkt die Widerstandskraft, um mit besonders schwierigen Situationen im Leben umgehen zu können“, bestätigt Stefanie Froehlich, „in der Gemeinschaft haben die Kinder erlebt, dass jeder seine besonderen Fähigkeiten hat und diese zu entdecken, das stärkt die Verbindung zu sich selbst.“

Weit weg vom Alltag

Mit schwierigen Situationen umgehen können – das fordert vor allem die Kinder und Jugendlichen, die in der Malteser Löwengruppe zusammen Zeit verbringen. Denn sie leben in Familien mit schwerkranken Angehörigen – das können Geschwister, Eltern und Großeltern sein oder aber ein Geschwisterkind mit einer Beeinträchtigung.

In diesen Familien steht die Sorge um den Erkrankten oder das Geschwisterchen im Vordergrund, was eine hohe Anpassungsleistung und Zurückhaltung verlangt. In der Malteser Löwengruppe können sie einmal im Monat einige Stunden fern vom Alltag, mit gleich Betroffenen unbeschwerte Zeit erleben.

Hospizarbeit hat viele Gesichter

Begleitet und möglich gemacht wurde der Tag durch die Zeit und den Einsatz von drei ehrenamtlichen Hospizhelferinnen, zudem von den beiden Koordinatoren Tanja Herzer und Eugen Daser und durch die finanzielle Unterstützung durch Spenden. Die „Malteser Löwengruppe“ ist nur ein Bereich, den die Hospizarbeit abdeckt. Neben der Begleitung Schwerkranker, Sterbender sowie deren Angehörigen, der Begleitung von Menschen mit Behinderung gibt es Trauerbegleitung für Erwachsene und Kinder, Schulprojekte, Beratung zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht und Letzte-Hilfe-Kurse.

Räume der Würde

„Hospiz“ bedeutet neben der ambulanten Hospizarbeit aber auch die stationäre Einrichtung Hospiz St. Felix in Neustadt/WN. Hier ist ein Ort der Geborgenheit, an dem den Gästen durch ganzheitliche Zuwendung ein vertrauter Raum geschaffen wird, in dem sie bis zuletzt in Würde leben dürfen.

Hospizbegleiter sind Ehrenamtliche – Menschen, die Zeit und Zuwendung schenken. Sie können je nach Neigung in allen Bereichen der Hospizarbeit unterwegs sein. In jährlich stattfindenden Qualifizierungskursen des Ambulanten Hospizdienstes werden sie ausgebildet.

Weitere Infos

Näher Informationen gibt es beim Ambulanten Hospizdienst Weiden – Neustadt/WN unter der Telefonnummer 0961 / 38987-40 und bei Fragen zum Hospiz St. Felix unter der Nummer 09602 / 30620-0.

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