Gesundheit

Impfwillige, Impfstoff und Impfzentren: So ist die Lage in der Nordoberpfalz

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Nordoberpfalz. Die Impfzentren in der Region arbeiten am Limit. Es wird dringend zusätzliches Personal benötigt. Der Tirschenreuther Landrat Roland Grillmeier bittet jetzt auch die Firmen um Hilfe.

Covid-19 und kein Ende. Die explodierenden Infektionszahlen sorgen für einen Ansturm bei den Impfzentren. Die brauchen unbedingt personelle Verstärkung. Foto: Pixabay

Die verschärften Corona-Bestimmungen sorgen für Warteschlagen vor den Impfzentren. Doch im Gegensatz etwa zu München, haben die Impfwilligen in der Nordoberpfalz nicht nur die besten Chancen auf einen schnellen Pieks, auch der Impfstoff von Biontech steht zumindest in der Stadt Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN noch in ausreichendem Maß zur Verfügung.

"Wir haben schon vorausschauend geplant und geordert", erzählt der Verwaltungsleiter der Impfzentren in Weiden, Pressath und Vohenstrauß, Sebastian Seibert. Ab sofort kann man sich aber dort nur mehr mit Termin die Nadel setzen lassen. Im Gegensatz zur Isarmetropole, deren Bürger lange auf einen Impftermin warten müssen, kommt man in der Region zügig dran.

"Für die nächsten ein- bis eineinhalb Wochen sind wir zwar schon voll, aber dann gibt es wieder ausreichend Termine", verspricht Seibert. Und es existieren auch schon Pläne, die Kapazitäten auszuweiten.

3.700 Impfungen in den vergangenen sieben Tagen

Momentan arbeiten die 75 Mitarbeiter der Impfzentren und der mobilen Teams auf Anschlag. Alleine in den vergangenen sieben Tagen wurde fast 3.700 Mal geimpft. "Unsere Personaldecke ist auf Kante genäht", erläutert Seibert. 200 Mitarbeiter waren schon mal im Einsatz, dann kam die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung die Belegschaft& in den Impfzentren drastisch zurückzufahren.

"Wir stellen aktuell wieder Leute ein", erzählt der Verwaltungsleiter. Seibert kann auch auf die Unterstützung der Feuerwehren und des THW bauen. Zusätzlich sollen bald auch noch Bundeswehrsoldaten mit anpacken. "Der Antrag dafür ist schon raus", erzählt Seibert.

Angespannte Lage in Waldsassen

Im Impfzentrum Waldsassen ist die Lage weiter angespannt. „Vorgestern kam ein Schreiben der Bayerischen Staatsregierung mit der Aufforderung, die Kapazitäten der Impfzentren schnellstmöglich auf höchster Stufe zu betreiben“, erklärt Holger Schedl, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuz (BRK). „Haben wir über die Sommermonate die Impfwilligen teilweise mit Sonderaktionen ins Impfzentrum locken müssen, übersteigt jetzt die extreme Nachfrage unser momentanes Angebot."

Schedl bittet bei der Terminvergabe um Geduld, betont aber, dass man die Kapazitäten bereits verdoppelt habe und nächste Woche sehr wahrscheinlich nochmal verdoppeln wird. „Wir werden die Vorgaben der Regierung umsetzen und dementsprechend auch die Öffnungszeiten deutlich verlängern.“ Apropos nächste Woche: Ab 30. November wird in der Klosterstadt ausschließlich das Vakzin von Moderna verabreicht.

Firmen sollen Personal zur Verfügung zu stellen

Die größte Herausforderung ist es, Menschen zu finden, die das Impfzentrum unterstützen möchten. Daher bittet Landrat Roland Grillmeier alle Unternehmen Personal mit medizinischer Grundausbildung zur Verfügung zu stellen. Die Firmen bekämen, da in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen ist, für die Freistellung der Mitarbeiter den Lohnausfall ersetzt. Aber natürlich ist es jederzeit möglich, nebenberuflich im Impfzentrum mitzuarbeiten.

Politik muss sich mit Ärzten besser abstimmen

Eine bessere Abstimmung der Politik mit der Ärzteschaft würde sich Dr. Peter Deinlein, Allgemeinarzt in Kemnath und stellvertretender Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands wünschen. "Jede Ankündigung hat zur Folge, dass bei bei uns bis zu zehn Leute anrufen, nachfragen und das Telefon fürPatienten mit akutem Behandlungsbedarf blockieren", betont Deinlein.

Praxen konnten mehr Biontech-Impfstoff ordern

Auch die Ankündigung des geschäftsführenden Gesundheitsministers Jens Spahn Biontech-Vakzine zu deckeln, habe unnötige Diskussionen verursacht, sagt der Allgemeinarzt. Auf Druck der Ärzteschaft hatte ja das Biotechnologieunternehmen die Lieferung für diese Woche um eine Million Dosen aufgestockt. Praxen konnten statt 30 jetzt 48 Impfstoffdosen bestellen. Auch Deinlein hat die Chance ergriffen und mehr geordert.

Ob Biontech oder Moderna – Impfstoff steht in Kemnath ausreichend zur Verfügung. "Ich denke, wir werden in unserer Praxis bis zu den Feiertagen die vereinbarten Termine für Booster-Impfungen einhalten können", sagt Deinlein. Und der Allgemeinarzt sieht auch die Möglichkeit darüberhinaus Zusatztermine für Leute anbieten zu können, die sich mit Moderna impfen lassen wollen.

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