Interkulturelles Lernen in Eschenbach

Eschenbach. Das Gymnasium Eschenbach und die Netzaberg Middle School besiegeln am Mittwoch eine offizielle Schulpartnerschaft.

Ein „Science-Projekt“ ermuntert die deutschen und amerikanischen Schüler/innen zu
wissenschaftlichen Experimenten. Foto: Robert Dotzauer
Ein „Science-Projekt“ ermuntert die deutschen und amerikanischen Schüler/innen zu wissenschaftlichen Experimenten. Foto: Robert Dotzauer
Kommunikation in einer Fremdsprache setzt nicht nur sprachliche Kenntnisse voraus, sondern auch Wissen über gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge, sagt Studiendirektorin Andrea Konrad (Bildmitte). Zusammen mit den Kollegen Florian Ackermann (li), Katharina Meier (re) und Andreas Wiesinger (nicht im Bild) organisiert Konrad von deutscher Seite die Schulpartnerschaft mit der Netzaberg Middle School. Foto: Robert Dotzauer
Kommunikation in einer Fremdsprache setzt nicht nur sprachliche Kenntnisse voraus, sondern auch Wissen über gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge, sagt Studiendirektorin Andrea Konrad (Bildmitte). Zusammen mit den Kollegen Florian Ackermann (li), Katharina Meier (re) und Andreas Wiesinger (nicht im Bild) organisiert Konrad von deutscher Seite die Schulpartnerschaft mit der Netzaberg Middle School. Foto: Robert Dotzauer
Süße und leckere Überraschungen gibt es für die Gymnasiasten in der Middle School beim Projekt
„Gingerbread Houses“. Foto: Robert Dotzauer
Süße und leckere Überraschungen gibt es für die Gymnasiasten in der Middle School beim Projekt „Gingerbread Houses“. Foto: Robert Dotzauer
Foto: Robert Dotzauer
Foto: Robert Dotzauer
Foto: Robert Dotzauer

Partnerschaften mit Schulen in Frankreich, England, Italien und der Slowakei gibt es im Sinne europäischer Verständigung schon seit Jahrzehnten. Doch auch Goethes Vierzeiler „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“ macht für das Gymnasium Eschenbach Sinn.

Jahrelang Englisch pauken, ohne die Praxis zu erproben? Amerikas glitzernde Metropolen, die imposanten Landschaften, die Sitten und Gebräuche und Land und Leute nur in Form der
erzählerischen Leuchtkraft US-amerikanischer Highschool-Fernsehserien kennenzulernen – das muss nicht sein, sagt sich die Schulfamilie des Eschenbacher Gymnasiums. In Sichtweite der Schule bieten sich ideale Gelegenheiten, Klein-Amerika zu erleben und sich mit amerikanischen Schülern zu treffen.

„Unsere Nachbarn aus Amerika“

Der Blick schweift vom Eschenbacher Bildungshügel hinüber auf den nur wenige Kilometer
entfernten Höhenrücken der Eschenbacher „Newtown“. Dort droben pauken seit Fertigstellung des US-Großprojekts auf dem Netzaberg im Jahr 2008 Schüler der Elementary- und der Middle-School. Der imposante Campus bietet den Kindern und Jugendlichen der US-Militärgemeinde ideale Bildungsvoraussetzungen. Ein Sehnsuchtsort auch für die Schülerinnen und Schüler der Unterstufen des Eschenbacher Gymnasiums?

Hautnah Einblicke in das Bildungssystem der amerikanischen Freunde zu gewinnen, aber besonders der Frage nachzugehen, wie US-amerikanische Schüler ticken und welche kulturellen und gesellschaftlichen Eigenheiten es in „Little-Amerika“ zu entdecken gibt, das weckt Neugierde. Es sind Fragen, die eigentlich die Lehrkräfte und viele Schulklassen mit einem Programm interessanter Begegnungen längst beantworten. „Unsere Nachbarn aus Amerika“ nennt das Schüleraustauschteam Netzaberg um die Lehrkräfte Andrea Konrad, Leiterin der Fachschaft für Englisch, Florian Ackermann, Katharina Meier und Andreas Wiesinger das Aktionsprogramm. Ihr Ziel, das deutschamerikanische Zusammenleben zu bereichern und ein aktives und offenes Miteinander zu fördern.

Horizonte zu erweitern

Ein Leitgedanke, der seit der Fertigstellung des Bildungsprojekts Netzaberg Früchte trägt. Eine Zusammenarbeit, die dazu dient, Horizonte zu erweitern und schon im frühen Alter den Grundstein für ein interkulturelles Zusammenleben zu setzen, wie Andrea Konrad feststellt. Beispiele nennt Florian Ackermann. Der Oberstudienrat verweist auf regelmäßige Treffen auf dem Netzaberg und im Gymnasium. Seit vielen Jahren erfahren deutsche Schüler vom herausfordernden Programm amerikanischer Sportstunden. Zudem nennt der Pädagoge auch den wissenschaftlichen Teil der Schülerbegegnungen äußerst anregend. Als „Science-Tage“ bezeichnet Florian Ackermann dieses Experimentierfeld für die deutschen und amerikanischen Jungforscher.

Die gegenseitigen Sprachkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig kulturelle und gesellschaftliche Besonderheiten kennenzulernen, auf diesen Multi-Faktor weist Andreas Wiesinger hin. Als Beispiele erinnert er an die regelmäßigen Besuche der 7. Klassen in der Middle School. Wiesinger schwärmt vom „Gingerbread Houses“-Projekt, Aktionen zum sprichwörtlichen Hineinschnuppern. Auch für die deutschen Gaumen eine süße amerikanische Verführung.

Auch Feiern verbindet.

Im Gegensatz dazu genießen die US-Schüler die Gastfreundschaft des Gymnasiums und das
fröhliche Treiben zum Beispiel beim Unterstufenfasching mit internationaler Note. Ein
unbeschwertes aufeinander zugehen zwischen Helau und Geschicklichkeitsspielen, bei närrischer Freude, Gardetänzen, Brauchtumspflege und Popsongs. “Die US-Schulgemeinde ist jeweils hin und weg und verabschiedet sich stets mit einem „this was a real highlight and we’d love to come back again“”, erzählt Andrea Konrad und kommt zur Erkenntnis: Auch Feiern verbindet.

Andrea Konrad verweist zudem auf zahlreiche weitere Kontakte, etwa auf die authentischen USA Erfahrungen im Areal des Bildungszentrums, auf „Track and Field-Day’s“, auf gemeinsame Maibaum-Feste, Brieffreunde-Projekte und Basketball-Turniere. Längst gibt es zudem Verbindungen zur High School in Vilseck, etwa beim „Reading Adventure Await“ im Rahmen von Literatur-Wettbewerben. Ein Sammelsurium an Begegnungen mit dem Ziel, das „Wir“ zu stärken. Einem Miteinander, das nun in eine offizielle Schulpartnerschaft mündet.

„Celebrating friendship and learning across cultures“

Unter dem Leitgedanken „Celebrating friendship and learning across cultures“ laden das
Gymnasium und die Netzaberg Middle School zum Gründungsakt in das Schulzentrum der
Newtown ein. Zur Feierstunde am Mittwoch, den 6. März um 9.30 Uhr sind die Schulleitungen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler beider Schulen und Vertreter der USAG Bavaria eingeladen. Erwartet werden auch der Kommandant der US-Garnison und die Bürgermeister der Städte Eschenbach und Grafenwöhr. Bereits im Vorfeld des Festaktes arbeiten deutsche und amerikanische Schülerinnen und Schüler gemeinsam an naturwissenschaftlichen Experimenten. Für die Gäste bietet sich die Möglichkeit, den jungen Menschen bei ihrem Forscherdrang über die Schulter zu schauen.

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