Jahn Regensburg will gegen 1. FC Nürnberg alle Neune

Regensburg. Und ewig grüßt der Frühstart-Jahn: Der SSV Jahn punktet, solange die Favoriten ihre teuren Einkäufe nicht komplett integriert haben? Am Samstag, 13 Uhr, kann Regensburg gegen den 1. FC Nürnberg seine Saisonstart-Qualitäten erneut unter Beweis stellen. Und den dritten Sieg im dritten Punktspiel einfahren.

Jahn-Neuzugang Prince Osei Owusu will sich wie hier gegen Darmstadt als Nervensäge im gegnerischen Strafraum profilieren. Bild: Jürgen Herda

Genau das vermutet auch Club-Trainer Robert Klauß: „Dass die jedes Jahr den gleichen Trainer und eine gestandene Mannschaft haben und die Art des Fußballs gleich ist“, führe den SSV Jahn Regensburg regelmäßig zu Saisonbeginn an die Tabellenspitze.

Klauß lobt aber auch die clevere Zusammenstellung der Regensburger Mannschaft mit verhältnismäßig geringen Mitteln: „Die Neuen passen wieder richtig rein“, ist der Nürnberger Coach angetan von der Fähigkeit der Oberpfälzer, neun schmerzhafte Abgänge sofort kompensieren zu können. Da helfe die antrainierte Regensburger Kämpfer-Mentalität: „Sie wissen von der ersten Minute des ersten Spiels an, dass sie sofort zu hundert Prozent auf dem Platz sein müssen.“

Selimbegovic will auf Gaspedal bleiben

Zwei Auftaktsiege ohne Gegentor gegen die Aufstiegsaspiranten Darmstadt und Bielefeld, dazu die Wiederholung der Pokalüberraschung gegen Köln – der SSV ist wie im Vorjahr, als die vier-Siege-Serie erst auf der Reeperbahn endete, wieder in der Spur. „Wenn du so eine Phase hast, musst du auf dem Gaspedal bleiben“, sieht Jahn-Chefcoach Mersad Selimbegovic deshalb genau den richtigen Zeitpunkt, um auch die ambitionierten Franken ärgern zu können.

Bis auf die Langzeitverletzten Oscar Schönfelder und Bayern-Leih-Rückkehrer Sarpreet Singh kann der Jahn-Coach aus dem Vollen schöpfen. „Das Motto ist, alles mitnehmen, was geht“, will Selimbegovic so früh wie möglich Punkte sammeln, bevor die erste Ergebniskrise einsetzt. Er warnt aber auch davor zu glauben, „dass es wieder von alleine so weiterlaufen wird“. Gegen „sehr junge, willige und talentierte“ Nürnberger mit ihrer Mischung aus Erfahrung und jungen Wilden erwarte er einen intensiven Kampf.

Kampfschwein Gimber und Nervensäge Owusu

Dieses robuste Mandat anführen wird auch am Samstag wieder das personifizierte Kampfschwein Benedikt Gimber. Seit seiner Rückkehr aus Ingolstadt in der Saison 18/19 hat sich der Kapitän zu einem der zweikampfstärksten Sechser der Liga entwickelt. Dass der Kapitän dabei immer für einen Strauß bunter Karten gut ist, nimmt der 25-Jährige in Kauf.

Seine Paraderolle als Nervensäge in vorderster Front scheint auch Neuzugang Prince Osei Owusu gefunden zu haben, der bei Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue oder bei 1860 München zuvor nur eine mäßige Erfolgsquote vorzuweisen hatte. Er wäre nicht der erste Spieler, der in Regensburg seinen Durchbruch feiert – die Vorarbeit zur Regensburger Führung gegen Köln und sein erstes Tor im Jahn-Dress zum 2:0 macht jedenfalls Hoffnung.

Am Ende schlägt „viel Geld wenig Geld“

Auf der anderen Seite ist sich Nürnbergs Trainer Klauß sicher, dass es „am Ende dann eben auch um Qualität“ gehe: „Viel Geld schlägt wenig Geld.“ Und das soll sich im Idealfall bei den Franken bereits am Samstag als Vorteil für die finanzstärkeren Glubberer erweisen. „Die Spieler, die schon länger da sind, wissen genau, was uns in Regensburg erwartet“, ist er sich sicher, dass keiner seiner Jungs die Oberpfälzer unterschätzt.

Zumindest im Jahnstadion spricht dann vieles wie in den vergangenen zwei Jahren für eine Pattsituation – wie bei den beiden Remis (1:1, 2:2) in den schwierigen Corona-Durchgängen vor wenig bis gar keinen Zuschauern. Das dürfte sich am Samstag auf alle Fälle ändern.

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