Jede Menge Raritäten auf zwei und vier Rädern

Pleystein. Nach zwei Jahren Corona-Pause kamen rund 400 Fahrzeuge aller Art zum dritten Treffen der Old- und Youngtimerfreunde nach Pleystein – darunter als besondere Raritäten ein 47 Jahre alter Unimog mit Knicklenkung.

Über 400 Oldtimer gab es in Pleystein zu bestaunen. Foto: Karl Seiler

Die Palette der ausgestellten Fahrzeuge reichte von Mopeds der Fünfziger Jahre über Motorräder – teilweise aus der Vorkriegszeit, wie ein rotes Einzylinder-Gespann von Zündapp – und Motorroller bis zu Autos aller Größen und Baujahre. Ein zum Cabrio umgebautes Goggomobil war das kleinste und ein gewaltiger US-Truck das größte Fahrzeug.

Chang Jiang 750 aus China

Dazwischen gab es zahllose offene und geschlossene Serien-Autos, die teilweise liebevoll verfeinert oder gar getunt waren. Ihre Herkunftsländer reichten von Deutschland über die einstige Tschechoslowakei, Italien, Frankreich, England und die USA hinaus wirklich bis nach China – denn von dort stammte eine mit BMW-, Dnepr- und Ural-Boxern leicht zu verwechselnde Chang Jiang 750 mit zweisitzigem Seitenwagen.

Extrem seltene Forst-Zugmaschine UNIKNICK 

Von diesem Spezial-Unimog wurden nur zwölf Exemplare gebaut. Foto: Karl Seiler

Unter den in der Nachkriegszeit populären, kleineren Ackerschleppern waren heute fast vergessene Modelle von Bautz, Eicher, Fahr, Güldner, Hanomag, Lanz, MAN oder Porsche. Jüngere und größere landwirtschaftliche Zugmaschinen stammten von Deutz, Fendt, Fiatagri, Ford, John-Deere, Massey-Ferguson, MB-Trac oder Zetor.

Neben einem im Forstbetrieb eingesetzten Unimog präsentierte Michael Meckl aus Eslarn einen der weltweit noch drei fahrbereiten UNIKNICK, von denen die Forstmaschinen-Firma Werner in Trier in den 70er Jahren nur zwölf auf der Basis des Unimog 421 baute. Zwei Starrachsen vom Unimog 406 und die hydraulische Knicklenkung sind dabei durch eine Gloggler-Winde ergänzt.

Einmaliger Elfsitzer-Bus auf Ford-T-Truck-Basis

Der älteste fahrbereite Omnibus Deutschlands hat 99 Jahre auf dem Buckel. Foto: Karl Seiler

Neben jüngeren US-amerikanischen Straßenkreuzer glänzte auch ein Ford A als Zweisitzer-Cabrio mit offenem Schwiegermutter-Sitz im Kofferraum. Gleich drei jeweils rund 100 Jahre alte Ford-Modelle präsentierte der Pleysteiner Kfz-Sachverständige Harald Schmid: Einen zugelassenen Ford A Tudor von 1929, ein Ford T-Modell Touring von 1918 – das älteste Auto am Platz – und einen 1923 in Schweden auf ein Ford T-Truck-Fahrgestell aufgebauten Omnibus mit elf Sitz- und drei Stehplätzen. Mit 20 PS starkem 2,9-Liter-Vierzylinder und zu großen Teilen im Original-Zustand ist dies der älteste, fahrbereite Omnibus Deutschlands.

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