Junge Landwirte bilden sich fort: Bergwerk, Messe und vieles mehr

Weiden. Praxisnahen Unterricht erhielten die Studierenden der Landwirtschaft bei einem Ausflug zur EuroTier-Messe mit vielen Haltestellen.

Die Studierenden der HLS Valentin Schmidkonz, Mathias Schmeller und Kevin
Weigl (von links) testen auf der Messe eine Liegematte für Rinderställe. Foto: Judith Zeitler
Die Studierenden der HLS Valentin Schmidkonz, Mathias Schmeller und Kevin Weigl (von links) testen auf der Messe eine Liegematte für Rinderställe. Foto: Judith Zeitler
 Gruppenbild der Reisegruppe im Erlebnisbergwerk Merkers in 800 m Tiefe. Foto: Judith Zeitler
Gruppenbild der Reisegruppe im Erlebnisbergwerk Merkers in 800 m Tiefe. Foto: Judith Zeitler
Judith Zeitler
Judith Zeitler

Kaum einen Monat Unterricht und schon stand die erste Studienfahrt auf dem Lehrplan: Die Landwirtschaftsschule Weiden (LWS) und Höhere Landbauschule Almesbach (HLS) traten am 16. November eine halbe Deutschlandreise nach Hannover zur Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung (EuroTier) an. Mit dabei waren ehemalige Studierende der HLS, welche aufgrund von Corona nicht die Gelegenheit bekamen und die Lehrfahrt nun nachholen konnten.

Ausflug ins Erlebnisbergwerk

Nicht nur die neusten Messe-Eindrücke für moderne Tierhalter waren das Ziel. Die Lehrkräfte Johannes Friedrich und Christoph Meyer haben einen Stopp im Erlebnisbergwerk Merkers in das Reiseprogramm aufgenommen. Mit 80 Prozent ist die Landwirtschaft der größte Abnehmer des Anbieters K+S. Neben Kali, Magnesium und Schwefel-Düngemittel produziert das Unternehmen auch für Privathaushalte, beispielsweise Speisesalz oder Auftausalz für die Straßen.

Einen bleibenden Eindruck hat dabei die 20-Kilometer lange Rundfahrt „unter Tage“ bei den jungen Erwachsenen hinterlassen. In 800 Metern „Teufe“ (bergmännischer Ausdruck für Tiefe) und bei bis zu 28 Grad staunten die Studierenden, wie die Gewinnung ihrer Pflanzennährstoffe abläuft.

Möglichst viele Eindrücke erhalten

Die Messe selbst hat man am zweiten Reisetag besucht. Über 1.800 Aussteller stellten den Studierenden die neusten Innovationen aus ihren Bereichen vor. „Wir haben uns in Kleingruppen aufgeteilt, damit jeder möglichst viele Eindrücke für sein Fachgebiet erhält. Bei so einer riesigen Messe wäre es unmöglich, alles an einem Tag zu sehen“, erzählt Mathias Schmeller, der derzeit an der HLS studiert.

Von Fütterung, über Düngung bis zur Tiergesundheit beeindruckten die zukünftigen Betriebsleiter vor allem die Schwerpunkte: Digitalisierung, Automatisierung und Tierwohl. „Wir haben sehr viel direkt testen können. Zum Beispiel haben wir uns auf unterschiedlichen Liegematten für unsere Kühe gestellt, um selbst den Unterschied zu merken.“ so Valentin Schmidkonz, welcher ebenfalls an der HSL studiert.

Einblick in andere Betriebe erhalten

Nach der beliebten „Young Farmers Party“ am Abend, kehrte die Reisegruppe am dritten Tag wieder in die Heimat zurück. Zuvor besuchten sie einen Großbetrieb mit knapp 800 Milchkühen und Biogasanlage. „In unserer Gegend gibt es eher kleinere bis mittlere Familienbetriebe zu besichtigen. Es ist aber wichtig, auch einen Einblick in andere Betriebe zu erhalten. Hier können sich die Studierenden Ideen für Zeitmanagement oder Technikeinsatz in der Praxis holen“, erklärt Johannes Friedrich, Lehrkraft der LWS und HLS vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth-Weiden. Die nächste Fahrt ist bereits geplant: im Januar besuchen die Studierenden der HLS die „Internationale Grüne Woche“ in Berlin.

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