Keine „Stopfer“ mehr auf dem Weg nach Irchenrieth

Letzau. Ein winziges Gebäude in Oberhöll macht seit Jahren große Probleme: die Nachblasstation. Eine neue Leitung soll helfen, dass Christian Schwägerl nicht dauernd im Dreck stehen muss.

Betretene Gesichter: Die Nachblasstation Oberhöll (rechts) macht seit Jahren Probleme; Bürgermeisterin Marianne Rauh (Mitte), Wolfgang Kraus vom Planungsbüro für Hoch- und Tiefbau in Windischeschenbach (links) und Christian Schwägerl vom Bauhof (Zweiter von links) machten sich zusammen mit den Gemeinderäten ein Bild von der Situation. Foto: Gabi Eichl

Es ist eine unappetitliche Geschichte: Die beiden Gemeindearbeiter Christian Schwägerl und Manuel Hausner verdrehen die Augen, wenn die Rede auf die Nachblasstation kommt. Hier ist dauernd irgendein „Stopfer“ zu beheben; so nennen die Fachleute eine Verstopfung des Rohres zur Kläranlage. Ein „Stopfer“ in einer Kanalleitung ist eine unerfreuliche Sache, auch wenn man einigermaßen abgebrüht ist.

Sieben Meter tief gegraben

Wolfgang Kraus vom Planungsbüro für Hoch- und Tiefbau in Windischeschenbach erläuterte den Gemeinderäten vor der jüngsten Sitzung vor Ort, dass es so nicht weitergehen könne mit der Nachblasstation. Zuletzt hatte es das zu klein dimensionierte und über 90-Grad-Ecken verlegte Rohr zerrissen. Sieben Meter musste in die Tiefe gegraben werden. Mittel für eine Verbesserung der Situation hat der Gemeinderat heuer in den Haushalt eingestellt.

Das Letzauer Abwasser fließt über die Nachblasstation im freien Fall in die Kläranlage Irchenrieth. Die Nachblasstation dient dazu, um mit Druckluft, wie der Name sagt, immer wieder einmal dem Dreck hinterher zu blasen, um Ablagerungen zu vermeiden. Kraus kritisiert bei dem Ortstermin die ursprüngliche Planung mit deutlichen Worten. Vor allem auch die Wahl des Materials – es handelt sich um PVC-Rohre – sei zu beanstanden; PVC nutze sich durch das Mischwasser mit Steinen und Sand ohne Vorreinigung viel zu stark ab.

Toilette überflutet

Kraus riet von der Sanierung der fast sieben Meter tief liegenden alten Leitung ab. Geplant ist nun ein Pumpensystem, knapp zwei Meter tief. Ziel sei, von vornherein den Eintrag größerer Steine oder Scherben zu vermeiden, die wieder eine Verstopfung verursachen könnten. Unbegreiflich sei auch, wie die Toilette in dem Häuschen der Nachblasstation geplant worden sei.

Kraus: „Bei einem Rückstau drückt´s die Scheiße raus und der Keller wird geflutet.“ Denn der Staupegel sei höher als die Toilette, und die Bauhofarbeiter Christian Schwägerl und Manuel Hausner müssten wieder einen Tag lang pumpen, bis alles leer sei. Da müsse unbedingt etwas geändert werden. Eine Toilette sei notwendig, denn wer mit Fäkalien hantiere, müsse sich zwingend waschen können.

Eine „Schuhschachtel“

Allen vorliegenden Bauanträgen stimmte der Gemeinderat in der anschließenden Sitzung mit einer Ausnahme einstimmig zu. Zwei Gegenstimmen gab es zur Voranfrage über den Bau eines Einfamilienwohnhauses mit drei Vollgeschossen und Flachdach in der Edeldorfer Ringstraße 39. SPD-Sprecher Josef Herrlein kritisiert die geplante Hausform als „in den Hang geschobene Schuhschachtel“. Er sagte: „Das schaut furchtbar aus“ und füge sich überhaupt nicht in die Landschaft ein. Er appellierte für ein „landschaftsgebundenes Bauen“.

Bürgermeisterin Marianne Rauh schlug vor, das Einvernehmen zu erteilen, aber den Bauherrn zu bitten, den Baustil zu überdenken. Dem schloss sich CSU-Sprecher Johannes Kett an. Zweiter Bürgermeister Karl Völkl hielt dagegen, dass es in der unmittelbaren Umgebung bereits andere größere Häuser mit Flachdach gebe. „Gleiches Recht für alle.“

Kein Problem hatten die Gemeinderäte mit den Abweichungen vom Bebauungsplan für ein neues Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung und Doppelgarage im Kirchsteig 24 und die isolierte Befreiung vom Bebauungsplan für den Bau eines Außen-Schwimmbeckens und eines
Gewächshauses in Hammerharlesberg 21.

Grünes Licht für PV-Anlage

Die Bürgermeisterin informierte noch über folgende Bauanträge, die im Freistellungsverfahren genehmigt wurden: Bau eines Einfamilienwohnhauses mit Garagen im Kirchsteig 12 und 22. Keine Einwände hatte das Gremium gegen die Photovoltaikanlage „Breite Wiesen“ in Weiden und die Änderung der bestehenden Anlage „Dürre Wiesen“.

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