Stadt streicht Weihnachtsaktion für Bedürftige: Die Linke hilft aus

Weiden. Wegen Corona und der Kontaktbeschränkungen ist eine Barauszahlung nicht mehr möglich. Die Linke in Weiden springt, wie im vergangenen Jahr auch, wieder in die Bresche und sammelt Spielsachen für die Kinder.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Linke und ihr Stadtrat Ali Daniel Zant (rechts) für bedürftige Kinder gesammelt. Heuer wird die Aktion wiederholt. Los geht es am 4. Dezember. Foto: India Zant

Jedes Jahr konnten sich die bedürftigen Weidener Bürger in der Vorweihnachtszeit über eine kleine finanzielle Bescherung freuen. Eine Tradition, die bis in die Zeit zurückreichte, als noch Oberbürgermeister Hans Schröpf im Rathaus-Chefsessel saß. Damit ist aber jetzt endgültig Schluss.

2019 hatten 900 Personen einen Antrag gestellt

Jedes Jahr hatte die Stadt unter anderem Firmen und Privatleute aufgerufen, zu spenden. Das Geld ist im Rathaus gesammelt und dann an die Mitbürger verteilt worden, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Wer Hartz IV- oder Sozialhilfeempfänger war und einen Antrag stellte, durfte sich über das Finanzzuckerl freuen. 25 Euro gab es pro Erwachsenen, 20 Euro fürs Kind. Das Geld konnte man sich direkt im Rathaus abholen. 2019 fand die letzte Aktion statt. „Damals hatten nicht weniger als 900 Personen einen Antrag gestellt“, erinnert sich der Pressesprecher der Stadt, Norbert Schmieglitz.

Datenschutz macht einen Strich durch die Rechnung

Und dann kam Corona. Der Parteienverkehr in der Stadtverwaltung ist auf ein Mindestmaß zurückgefahren worden. Keine Chance mehr also, das Geld an Hunderten von Leuten bar auszuzahlen. „Man hat nach einer Alternativlösung gesucht“, erzählt Schmieglitz. Aufs Konto zu überweisen, funktioniert aber nicht.

„Wir hätten dazu vom Jobcenter die Adressen der Hartz-IV-Empfänger gebraucht“, erläutert der Pressesprecher. Das war aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Also hätte die Kommune im Vorfeld erst die Zustimmung der betroffenen Personen einholen müssen. Ein Riesenaufwand.

Die Linke springt in die Bresche

Und was hätte es den Leuten gebracht? Nix! Bei einer Überweisung wären ihnen die paar Zusatzeuro aus dem Rathaus gleich wieder von der „Stütze“ abgezogen worden. Und jetzt hat man im Rathaus entschieden: Auch wenn sich der Corona-Nebel wieder lichtet, die Weihnachtsaktion der Stadt wird es definitiv nicht mehr geben. Darum hat Oberbürgermeister Jens Meyer die langjährigen Gönner in einem Brief darum gebeten, weiter zu spenden, aber nicht mehr an die Stadt Weiden, sondern direkt an caritative Einrichtungen.

Linken-Stadtrat Ali Daniel Zant bedauert das endgültige Aus der Weihnachtsaktion der Stadt. „Gerade für die Kinder ist das eine traurige Nachricht“, betont er. Seine Partei versucht, wie im vergangenen Jahr auch schon, heuer wieder in die Bresche zu springen. So werden für die Kinder der Tafel Weiden unverpackte, komplette und gut erhaltene Spielsachen gesammelt, die am 4. 11., und 18. Dezember jeweils von 10 bis 12 Uhr im Bürgerbüro in der Braunmühlstraße 6 in Weiden abgegeben werden können. Übrigens: Lebensmittel werden nicht angenommen, „aber gegen eine Tafel Schokolade ist natürlich nichts einzuwenden“, betont Zant.

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