Kindern glückliche Momente schenken

Windischeschenbach. Der Verein "Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern" unterstützt das Haus St. Elisabeth in Windischeschenbach mit 10.000 Euro.

Hannelore Haberzett (links) freut sich über den Kaminkehrer-Bär, den ihr Peter Wilhelm (Mitte) und Markus Flieger (rechts) überreichten. Foto: Theo Kurtz

Da soll noch einer sagen, Kaminkehrer bringen kein Glück. Mit dem Chef der Oberpfälzer Kaminkehrer, Peter Wilhelm, und seinem Wurzer Kollegen Markus Flieger konnte jetzt Hannelore Haberzett, Leiterin des Hauses St. Elisabeth gleich zwei davon in Windischeschenbach begrüßen. Die beiden kamen nicht mit leeren Händen. Wilhelm hatte statt eines Schecks einen Kaminkehrer-Bär mitgebracht, der Geld wert ist.

Kindern schöne Augenblicke bereiten

Das Maskottchen, das einen Ehrenplatz auf Haberzetts Schreibtisch finden wird, symbolisiert einen Gegenwert von immerhin 10.000 Euro. So stattlich ist die Summe, die der deutschlandweit agierende Verein „Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern“, der Einrichtung, die die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg betreibt, zur Verfügung stellt. „Bei uns leben zwar keine Kinder mit dieser schweren Erkrankung“, erzählt Hannelore Haberzett. Dennoch kann man in Windischeschenbach das Geld ganz dringend gebrauchen.

„Aber einige Eltern unserer Schützlinge sind an Krebs erkrankt oder sind bereits daran verstorben“, berichtet sie. Das bedeutet für die Kinder zum Teil extreme emotionale und psychische Belastungen. Mit der Spende sollen Ausflüge unternommen werden oder auch Reittherapien finanziert werden. „Wir wollen damit schöne Augenblicke und Momente in das Leben der Kinder zaubern“, erzählt Hannelore Haberzett.

260 junge Menschen werden betreut

54 Bewohner zählt aktuell das Haus St. Elisabeth. Darüberhinaus werden noch mehr als 200 weitere junge Menschen in der Nordoberpfalz und auch im Amberger Raum betreut. „Bei uns leben Kinder, die in ihren Familien vernachlässigt wurden oder dort regelrecht verwahrlosten“, erzählt die Einrichtungsleiterin. Immer öfter werden sie daheim Opfer von sexueller Gewalt.

Jeder verlässt mit Schulabschluss die Einrichtung

Die Jugendämter weisen die Kinder dann dem Haus St. Elisabeth zu. In Windischeschenbach leben sie in Wohngruppen mit jeweils neun Personen. Längstens bis zum 21. Lebensjahr bleiben die jungen Leute in der Obhut der Betreuer. Ab einem gewissen Alter ziehen sie vom Haus St. Elisabeth ins betreute Wohnen um. „Alle unsere Schützlinge haben einen Schulabschluss, machen eine Lehre oder studieren. Wir hatten auch schon Kaminkehrerazubis“, erzählt die Einrichtungsleiterin mit Blick auf ihre Besucher.

Der „Verein Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern“ wurde 2005 vom Coburger Schlotfeger Jürgen Stricker aus der Taufe gehoben. Seine Tochter war an Leukämie erkrankt. „Damals spielte Krebs bei Kindern, aufgrund der relativ geringen Fallzahlen in der öffentlichen Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle“, erzählt Wilhelm. Seitdem sammeln die Schornsteinfeger, wie ihre offizielle Berufsbezeichnung lautet, bei jeder sich bietenden Gelegenheit für den guten Zweck.

Glückstour auf dem Rad

Sie organisieren Spendenaktionen, wie die Glückstour, bei der sie bis zu 1.000 Kilometer auf dem Drahtesel abstrampeln und dabei Geld einsammeln, werfen Teile ihrer Mitgliedsbeiträge in den Zylinder oder starten pfiffige Einzelaktionen. So hat zum Beispiel ein Kollege von Wilhelm regelmäßig ein Spendenschwein dabei, wenn er bei seinen Kunden den Heizkessel kontrolliert.

Der Verein hilft, wo er nur kann. Schwerstkranken Kindern werden letzte Herzenswünsche erfüllt, in dem man Tickets für ein Fußballspiel organisiert oder ihnen mit einem Rad eine Freude macht. Oder man unterstützt mittellose Eltern finanziell, damit sie ihren verstorbenen Sonnenschein in Würde beerdigen können.

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