Kleidertauschparty – ein zweites Leben für die Kleidung

Weiden. Die gemeinsame Aktion des Weltladen Weiden in Kooperation mit Greenpeace Weiden stellte sich als voller Erfolg heraus.

Der Kunstverein Weiden war der Raumgeber; dort konnte Greenpeace mit dem Weltladen zusammen eine Kleidertauschparty feiern. Foto: Reinhard Kreuzer

Anlässlich der Fairen Woche 2022 veranstaltete der Weltladen Weiden in Kooperation mit der Greenpeace Ortsgruppe Weiden am Wochenende eine Kleidertauschparty in den Räumen des Kunstvereins Weiden. Mit dieser Aktion machen die Organisatorinnen auf die weitreichenden Problematiken der Fast Fashion aufmerksam.

Schnelllebigkeit auch bei Kleidung

Jährlich kaufen die Menschen in Deutschland durchschnittlich 60 Kleidungsstücke. Davon werden 20 Prozent nur einmal oder gar nicht getragen, viele Kleidungsstücke werden nach kurzer Tragedauer entsorgt. Diese Schnelllebigkeit hat sowohl für die hunderte Millionen Menschen, die in der Textilindustrie arbeiten, als auch für die Umwelt gravierende Folgen.

Denn der Anbau konventioneller Baumwolle verbraucht Unmengen an Wasser und Pestiziden. „Zudem arbeiten die Beschäftigten auf den Feldern und in den Textilfabriken meist unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die freiwillige Selbstverpflichtung der Textilbranche zur Verbesserung der Situation hat kaum Besserung gebracht“, sagte Annette Rösel und berät eine Kundin.

Gebrauchte Kleidung landet in Afrika

Ein weiterer Aspekt ist die Entsorgung: Mengen an Altkleidern sowie teilweise ganze Kollektionen überfluten afrikanische Länder, wo sie im besten Fall auf lokalen Second-Hand-Märkten verkauft werden. Größtenteils aber werden sie säckeweise unter freiem Himmel verbrannt, landen auf wilden Müllhalden oder verstopfen Flüsse.

Kleider tauschen einfach gemacht

Eine Kleidertauschparty war somit Teil eines alternativen Geschäftsmodells. Das Prinzip war einfach: Jeder sichtet den häuslichen Kleiderschrank und sucht bis zu fünf gut erhaltene Stücke aus, die er eintauschen möchte.

In gemütlicher Atmosphäre und mit Kaffee und Kuchen konnte aus dem vorhandenen Fundus und anderen mitgebrachten Kleidungsstücken etwas Neues ausgesucht und mitgenommen werden.

Thematiken der Textilbranche

Um die verschiedenen Thematiken der Textilbranche näher zu erläutern, gab es zu jeder vollen Stunde ein Kurzreferat mit Diskussion. Hierzu konnte Manuel Mosquera gewonnen werden. Der studierte Politikwissenschaftler ist Bildungsreferent von „Bildung trifft Entwicklung“ für das Thema Bekleidung.

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