Klimakrise: „Es ist fünf Minuten nach zwölf“

Weiden. 80 Demonstranten protestierten am Freitag in der Weidener Innenstadt unter dem Motto "People not profit" gegen umweltschädliche Subventionen und für die Windkraft.

80 Demonstranten waren am Freitag in Weiden auf die Straße gegangen. Foto: Helmut Kunz

”Seit nunmehr 30 Jahren kämpfe er, was das Klima betreffe, für ein Umdenken bei den Menschen. Bisher ziemlich erfolglos. Für Hans Babl vom Bund Naturschutz ist dies aber kein Grund zur Resignation. Denn: „Seit Greta Thunberg und Fridays for Future ist das Bewusstsein auch bei breiteten Kreisen angekommen.“ Am Freitag marschierten 80 Demonstranten vom Schlörplatz aus mit Musik, Transparenten und einem Mann im Eisbärfell zur Fußgängerzone. Ihr Motto „People not profit“.

Mensch muss im Mittelpunkt stehen

Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen, nicht das wirtschaftliche Interesse, forderte die 17-jährige Schülerin Sarah Gebert. Sie berichtete, dass Braunkohle die wohl klimaschädlichste Ressource zur Stromherstellung sei. Redner wie Babl machten deutlich, dass es bei der Klimakrise bereits fünf nach zwölf sei, dass es an der Umsetzung von Gegenmaßnahmen aber immer noch hapere. „Seit Jahrzehnten wird vor allem in Bayern und insbesondere hier im Landkreis der Ausbau der Windenergie blockiert.“ Stattdessen würden deutschlandweit 100 Milliarden Euro für umweltschädliche Subventionen verpulvert.

Kritik an der Stadt Weiden

Auch die Stadt Weiden bekam ihr Fett weg. Anstatt anständige Radwege zu bauen, subventioniere die Stadt einen überflüssigen Flugplatz und investiere damit in die Umweltverschmutzung. „Ja, die Aussichten sind nicht gut“, sagte er. Mit Schildern und bunten Gewändern machten die Demonstranten auf ihre Anliegen aufmerksam. Auf den Marsch machten sich neben Mitgliedern von Fridays for Future (FFF) und Bund Naturschutz auch Aktivisten von Greenpeace und Vertreter des ÖDP-Kreisverbands.

Klimakrise kommt immer näher

„Wir stehen für Klima und Gerechtigkeit“, sagte FFF-Sprecherin Karin Fichtner. Für erneuerbare Energien, anstatt für Fracking, Kohle und Atom. Extreme Waldbrände in Frankreich, Dürrekatastrophen in Italien, Rekordhitze in Deutschland: Immer mehr Gemeinden machten sich Sorgen um die Wasserversorgung. „Die Klimakrise kommt uns immer näher.“ Gefordert wurde genügend Geld, um Menschen mit niedrigem Einkommen in der Energiekrise zu entlasten. Außerdem sollten Länder im globalen Süden bei der Bewältigung der Erderhitzung unterstützt werden.

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