Gesundheit

Klinikum Fichtelgebirge ruft neue Abteilung ins Leben - Weidener leitet Forschung

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Marktredwitz. Das Klinikum Fichtelgebirge eröffnet eine neue Abteilung - und startet mit muskuloskelettaler Forschung. 

Das Klinikum Fichtelgebirge ruft eine Abteilung für Muskuloskelettale Forschung ins Leben. Der Weidener Prof. Dr. Alexander Schuh (rechts) wird sie leiten, der ärztliche Leiter und Chefarzt Dr. Philipp Koehl setzt große Hoffnungen in ihn. Bild: Klinikum Fichtelgebirge. 

Die positive Entwicklung am Klinikum Fichtelgebirge hält an. Als neue Sparte in der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum Fichtelgebirge stellt Dr. Philipp Koehl, der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Hand-, Fuß- und Wiederherstellungschirurgie, seinen neuen wissenschaftlichen Leiter, Prof. Dr. Alexander Schuh vor.

Ein wichtiger Punkt bei der Neuordnung der Behandlung aller Krankheitsbilder des Bewegungsapparates ist der Bereich der konservativen Therapie. Neben der operativen Behandlung einzelner Krankheiten des Bewegungsapparates besteht auch die Möglichkeit - teilweise sogar die Notwendigkeit - einer konservativen Behandlung.

Deshalb ruft das Klinikum Fichtelgebirge eine Abteilung für Muskuloskelettale Forschung unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Schuh ins Leben.

Lieber Spezialist, als Generalist 

Ziel sei die Etablierung eines Muskuloskelettalen Zentrums, um so die Entwicklung der Fachabteilungen Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Sportmedizin sowie die rekonstruktive Gelenkchirurgie wissenschaftlich voranzutreiben. Die Charité Berlin war deutschlandweit eine der ersten Kliniken, die die Behandlung aller Krankheitsbilder des Bewegungsapparates neu strukturiert und in ein „Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie“ eingebunden hat.

Schnell war die Erkenntnis: Die Zeit des Generalisten - des Operateurs, der von der Halswirbelsäule bis zum Fuß alles operieren kann - ist vorbei. 

Das Wissen um Erkrankungen des Bewegungsapparates entwickelt sich schnell, diese Erkenntnis war wegweisend. "Nur durch eine Spezialisierung ist es möglich, dass der einzelne Operateur auf seinem Gebiet eine hohe Erfahrung aufweist und nicht auf jedem Gebiet nur geringe Erfahrung", erklärt Klinikumssprecherin Peggy Kuniss-Pfeiffer.

Es braucht gute Aufklärung 

Im Spannungsfeld aus Forderungen der Krankenkassen, Qualitätsberichten, gesundheitspolitischen Entwicklungen und Verzahnung des stationären und niedergelassenen Bereichs ist heutzutage eine wissenschaftliche, kritische Aufarbeitung der eigenen Ergebnisse und deren Veröffentlichung unabdingbar.

„Nur ein aufgeklärter Patient und Arzt ist in der Lage, den besten Weg in der Versorgung einzuschlagen“, erklärt Dr. Philipp Koehl. „Prof. Dr. Schuh ist Autor von über 330 wissenschaftlichen Publikationen und Begleiter zahlreicher wissenschaftlicher Projekte.“ Darüber hinaus hat er bis Februar 2021 die Abteilung für Muskuloskelettale Forschung am Klinikum Neumarkt geleitet. „Wir freuen uns mit Prof. Dr. Schuh einen so kompetenten Mann gewinnen zu können“, sagt Geschäftsführer Alexander Meyer.

Erste Mission: Behandlung von Arthrose verbessern 

Ein erstes gemeinsames Projekt wird sein, ein Knorpelregister in Marktredwitz zu etablieren, um weitere Erkenntnisse über die Behandlung der Arthrose zu erlangen; dies soll durch weitere Projekte mit der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, sowie der OTH Weiden unterstützt werden. Mit beiden Institutionen arbeitet Prof. Schuh bereits seit vielen Jahren eng zusammen.

Neben der Sportmedizin, der rekonstruktiven Gelenkchirurgie und der Handchirurgie wird der Bereich der Alterstraumatologie (Verletzung hochbetagter Patienten und deren schnelle Genesung) ein wesentlicher Schwerpunkt der Abteilung werden. Ein weiteres wichtiges Projekt sind regelmäßige Morbiditätskonferenzen, in denen schwierige Fälle und Komplikationen offen vorgestellt und diskutiert werden, immer mit dem Ziel, derartige Schwierigkeiten künftig zu vermeiden.

Ziel im Blick: Auf zum medizinischen Lehrkrankenhaus! 

„Für uns ist die stetige Verbesserung der Patientenversorgung ein sehr wichtiger Baustein. Derartige Projekte sind laut Prof. Schuh nur in Kliniken sinnvoll möglich, wo bereits eine sehr hohe Qualität erreicht wurde und die Bereitschaft besteht, diese kontinuierlich zu steigern. Dies war auch der Grund, warum sich Prof. Schuh für die neue Stelle und Herausforderung in Marktredwitz entschieden hat“, erklärt Dr. Koehl.

„Zusätzlich wird Prof. Schuh beim Aufbau eines ärztlichen Ausbildungs- und Schulungszentrums mitwirken.“ Ein weiteres Ziel ist es, das Klinikum Fichtelgebirge in den Status eines akademischen Lehrkrankenhauses zu bringen: „Durch die aktuellen Entwicklungen und Neustrukturierung der Klinik hoffen wir, bei diesem wichtigen Projekt einen großen Schritt weiter zu kommen.“

Weidener leitet neues Zentrum 

Prof. Dr. Alexander Schuh (51) wurde in Nürnberg geboren. 1974 zog es die Familie nach Weiden, wo er aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Sein Vater Dr. Ralph Schuh hat dort eine Orthopädische Praxis gegründet. Das Medizinstudium hat Prof. Schuh an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg absolviert. Im Jahr 1996 promoviert.

Es folgten Stationen als Assistenzarzt in Weiden, der Universität Freiburg/Br., der Orthopädischen Klinik Rummelsberg und ein Forschungsaufenthalt bei Prof. Amstutz in Los Angeles. 2005 habilitiert Prof. Dr. Schuh, mittlerweile Oberarzt an der Orthopädischen Klinik Rummelsberg, im Fach Orthopädie an der Universität Erlangen-Nürnberg, wo er im Jahr 2011 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde.

Seit 2006 ist Prof. Dr. Schuh niedergelassener Orthopäde in Weiden. Daneben arbeitete er fast 15 Jahre lang zunächst als Leiter der Research Unit, später als Leiter des Muskuloskelettalen Zentrum am Klinikum Neumarkt.

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