Kolumne Eric Frenzel: „Frau Holle am Dachstein“

Flossenbürg. Als Eric Frenzel am Dachstein ankommt, wird er gleich mal von jeder Menge Schnee begrüßt. Doch auch wenn man meinen sollte, dass Schnee für Wintersportler super ist, sieht Eric das dann doch etwas differenzierter. 

Eric Frenzel Kolumne

Von Eric Frenzel

„Von der Autobahn von Salzburg nach Slowenien geht es runter. Zuvor hat uns noch der Watzmann aus den Berchtesgadener Alpen gegrüßt, für Sekunden in einem Taldurchblick. Vor uns liegen die vielen Serpentinen hoch zur Ebene am Dachstein. Die Kurven bergauf zu fahren, macht immer wieder Spaß, einmal geht es mit einem Allrad auch auf verschneiten Straßen wunderbar zu fahren, andererseits ist der Slalom nach Ramsau gepaart mit dem wohligen Gefühl von „Nachhause kommen“.

Ski und Rodel gut

Der Weltcup am Dachstein ist einer meiner Lieblingswettkampforte. Das liegt was zum einen am Areal selbst, denn man hat hier oben auf der Hochebene ein unvergleichliches Panorama, zum anderen geht das deutsche Team schon seit 20 Jahren in die Pension Tischlberger. Dort haben wir mittlerweile schon Familienanschluss und die ansonsten gesunde deutsch-österreichische Rivalität existiert nicht.

Während in den letzten Jahren uns hier am Dachstein wenig winterliche Pracht empfangen hat und wir immer mit weißen Kunstschneebändern in der grünen Landschaft vorlieb nehmen mussten, gab es nunmehr einen ganz anderen Empfang. Ski und Rodel gut – das schießt mir durch den Kopf, als ich endlich das Plateau erreiche!

Es geht um richtig viel Schnee

Als ich die Schwelle der Pension überschreite, steht auch schon die Wirtsmutter mit weiteren Familienmitgliedern und den Wetternachrichten parat: „ Ja mei, Eric, Du in Ramsau und endlich wieder Schnee!“ Während des Gesprächs wird schnell klar, dass es um viel Schnee geht, vor allem am Sonntag kann es auch schon mal kräftigeren Schneefall geben.

Als Stratege Abteilung Nordische Kombination bin ich natürlich hellwach bei solchen Informationen, haben sie doch im Falle ihres Eintretens entscheidende Bedeutung auf den Rennverlauf. Als erster bei heftigem Schneefall in die Loipe zu gehen, kann zermürbend sein und einem ein gutes Sprungergebnis zunichte machen. Setzt Schneefall zum späteren Zeitpunkt des Rennens ein, sind kleinere Abstände zur Spitzengruppe mitunter nicht aufzuholen. Es gibt bei Schneefall im Rennen vielerlei Varianten und Taktiken, aber das kommt ja erst nach dem Springen und das liegt bei mir an diesem Wochenende im mentalen Fokus, nachdem wir in Lillehammer sehr gut auf den Schanzen trainiert haben.

Ich beziehe mein Zimmer – mein Stammzimmer seit Jahren – der Ausblick auf die Dachsteiner Bergwelt durch mein Fenster am Bett, ja hier fühle ich mich wirklich zuhause. Ich freue mich auf die abendliche steierische Hausmannskost, die viel mit Kürbiskernöl verfeinert wird und ich freue mich auf zwei Tage Wettkampf… im Schnee!

Eins Energie Eric Frenzel

Herzlichst Eric Frenzel“

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