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Konrad Dippel: "Wenn ich jetzt umfalle, bin ich bereit zu gehen"

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Trabitz. Alles hat seine Bedeutung - Konrad Dippel glaubte nicht an den Zufall. Nach einem Leben voller Arbeit und Mühen fand er zur Meditation und hat so ein "zweites Leben" bekommen. Am 17. April hat dieses überraschend geendet.

Konrad Dippel ist am 17. April überraschend verstorben. Geboren am 2. März 1951 - als erstes von fünf Kindern - blickte er auf ein bewegtes Leben zurück. Dippel war katholisch getauft und behielt seinen Glauben an Gott allerdings losgelöst von Ritualen und Organisationen.

Fluch und Segen - Er führte die uralte Familientradition weiter

Er war verheiratet mit Berta Dippel, geborene Prösl von der Kohlhütte und hatte drei Kinder Konrad, Michaela und Martina sowie fünf Enkelkinder. "In seinem ersten Leben", wie es sein gleichnamiger Sohn Konrad nennt, "hat er die uralte Familientradition mit Holz zu arbeiten im eigenen Holzwerk, dass er maßgeblich aufgebaut hat und nach dem Tod seines Vaters Willibald 2003 auch auf dem Papier inne hatte, weitergeführt." Dazu hat er als Stadtrat und als Unternehmer das Industriegebiet Döllnitz mit initiiert.

Dies war jedoch für ihn Fluch und Segen: "Der Stress dieses Werk immer am Laufen zu halten und die immensen Verpflichtungen gegenüber der finanzierenden Bank haben ihn, wie er sagte, gekreuzigt", erinnert sich Dippel, so schlimm, dass er mit 50 Jahren gesundheitlich am Ende war.

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Konrad war Fan der spirituellen Heilmethoden

Eine Begegnung mit Willie Pröls aus Waldsassen habe ihn vor dem Tod gerettet: Er wandte sich von der Schulmedizin ab und verließ sich auf spirituelle Heilmethoden, unter anderem der Meditation - so heilte er vollkommen. Damit ging ein vollkommener Lebenswandel überein: Er betete, dachte viel nach und suchte nach Erklärungen für Zufälle, die keine waren.

Der Verkauf des Werks in Döllnitz war ein Befreiungsschlag

"Der Verkauf des großen Werks in Döllnitz war eine weitere für ihn sehr bedeutsame Wegmarke: Es war die Befreiung einer 100-jährigen Schuldknechtschaft. Jeden Kredit bis auf den letzten Pfennig zu begleichen war ihm eine sehr wichtige Sache", erklärt Konrad. Dennoch blieb er dem dortigen Standort verbunden. Er kümmerte sich um die wilden Vögel und Katzen im Betrieb und behielt dort eine Wohnung. Dort durfte ihn jeder besuchen und eine rauchen, einen Kaffee trinken und sich eine seiner vielen Geschichten anhören.

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Viele Weisheiten übernahm Konrad von seinem Opa. "Bouberl, das Lebm ist blouß a Spül, wennst es blous oinmal für Ernst nimmst, houst as scho valorn."
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Das war Konrad´s Leidenschaft

Wichtig war ihm immer sein Großvater, ebenfalls Konrad genannt, der seine Weisheiten gerne an ihn weitergab: "Bouberl, das Lebm ist blouß a Spül, wennst es blous oinmal für Ernst nimmst, houst as scho valorn." Eine seiner Leidenschaften war das Motorradfahren, auch wenn sein Bruder Willibald in jungen Jahren dabei verunglückt war. Dippels Lieblingsbild aus Kindertagen war auf einem Motorrad mit zwei Puppen in der Hand.

"In den letzten Wochen hat er oft gesagt, dass er nach dem Tod mit 50 nochmal 20 Jahre geschenkt bekam" - der zweite "Lebensvertrag" über 20 Jahre ist nicht verlängert worden. Am Geburtstag seines verstorbenen Bruders meditierte er und öffnete dafür ein spirituelles Energiefeld. Dabei brach er zusammen.

Er sah in allem einen tieferen Sinn

Für Dippel hatte alles eine Bedeutung, die nächtliche Meditation war sein Alltag, erzählt Konrad. Und so sieht es auch seine Familie: Für sie war es kein Zufall, dass er genau am Geburtstag seines Bruders verstarb. Auch nicht, dass jedes der fünf Geschwister ein Kind in jungen Jahren verlor. Stets hatte Konrad Dippel gesagt: "Wenn ich jetzt umfalle und tot bin, bin ich bereit zu gehen. Ich habe alles erlebt und erledigt. Nichts hält mich mehr hier.“

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Für Konrad hatte alles, was im Leben passiert, eine tiefere Bedeutung.
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Bemerkungen :

  • user
    Thomas Reindl 06. Mai 2021 um 00:48
    Er war ein Geschenk für Jeden der ihn kannte, weit über seinen Tod hinaus. Danke Konny.