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Kulturscheune Störnstein: Gemeinderäte kurz vor dem Verzweifeln

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Störnstein. Ungläubiges Kopfschütteln. Es geht wieder um die Kulturscheune. Während der Bürgermeister diplomatisch bleibt, nehmen Gemeinderäte kein Blatt vor den Mund. „Machen wir dem Berliner Flughafen Konkurrenz?“, fragt Eka Reber den Architekten.

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Die Kulturscheune am 15. September 2021. Der Gemeinderat möchte darin heuer noch wenigstens seine Sitzungen halten. Foto: Gabi Eichl
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Welche Tische und Stühle? Im Gemeinderat geht ein Geheft des Architekturbüros durch die Reihen. Foto: Gabi Eichl

Eineinhalb Stunden ist die Kulturscheune Thema im Gemeinderat. Aber nicht etwa, weil dieser sich nicht einig ist, welche Stühle er kaufen soll oder welche Küche. Auf derlei Petitessen verständigen sich die Räte schnell bzw. darüber haben sie schon lange entschieden. Was die Gemeinderäte nicht verstehen, ist der Umstand, dass seit dem Sommer wieder nichts mehr vorwärts geht, wie Bürgermeister Markus Ludwig sagt. Und deshalb werden mehrere Gemeinderäte dem Architekten Ulrich Greiner gegenüber sehr deutlich.

Möblierung: Warum nicht längst ausgeschrieben?

Greiner legt dem Gemeinderat einen aktuellen Bauzeitenplan vor. Diesem zufolge wird zum Beispiel im Oktober mit der Außenverschalung begonnen. Karlheinz Schreiner (FW) fragt: „Ist der Termin von der Firma bestätigt?“ Ist er laut Architekturbüro nicht, was bei Schreiner Kopfschütteln auslöst. Denn ausgerechnet die für die Holzverschalung zuständige Firma ist diejenige, die das Projekt bisher massiv verzögert hat.

Der Architekt führt weiter aus, dass in dieser Woche noch die Ausschreibung erfolge für Küche, Bühne, Möblierung. Und er erntet erneut Kopfschütteln. All das hätte man doch längst ausschreiben können, muss er sich vorhalten lassen. Der FW-Mann Schreiner sagt, dass eine Küche notwendig sei, „ist doch schon ewig bekannt, warum ist die nicht längst bestellt?“ Dieser Umstand erzürnt auch seinen Fraktionskollegen Eka Reber:

Wir haben wirklich den Eindruck, das läuft so nebenbei bei Ihnen. Und wenn die Frösche in Störnstein mal wieder quaken, dann schau´ ich mal wieder zu dem Teich hin.

Inzwischen müsse man sich auslachen lassen, ob der Gemeinde wohl das Geld ausgegangen sei oder ob sie dem Berliner Flughafen Konkurrenz machen wolle. Die Gemeinde müsse nun die Mehrkosten tragen, die durch die späten Ausschreibungen entstünden. Denn es werde ja nichts billiger, ganz im Gegenteil.

Bürgermeister: Förderantrag muss verlängert werden

An der Stelle weist Ludwig darauf hin, dass die Gemeinde auch den Förderantrag verlängern lassen müsse und dass die Fördersumme sich nicht an die gestiegenen Kosten anpasse. Auch der Bürgermeister wird zeitweise deutlich: Man sei nun wieder in derselben Situation wie im Herbst vergangenen Jahres. Ludwig verlangt von Greiner: Die Gebäudehülle und die Pergolawand „müssen heuer noch fertig werden“. Denn Ludwig will die Kulturscheune heuer noch wenigstens für die Gemeinderatssitzungen nutzen. Er hat deshalb auch schon beim Landratsamt die sogenannte Nutzungsaufnahme angezeigt.

Auch der FW-Sprecher Hubert Meiler hält sich nicht zurück: „Wir diskutieren und diskutieren und es passiert nix.“

Karlheinz Schreiner: „Wofür zahlen wir Sie?“

Schreiner konfrontiert den Architekten wiederholt mit konkreten Aussagen und Angaben des Architekturbüros aus den Vorjahren, die sich im Nachhinein als Makulatur erwiesen haben. Nun lege Greiner wieder einen Bauzeitenplan vor, der auf „Vermutungen“ fuße, so Schreiner, der gleichzeitig fragt: „Wofür zahlen wir Sie? Wir Gemeinderäte müssen Ihnen sagen, wie Sie Ihre Arbeit machen müssen?“

Ulrich Greiner weist immer wieder darauf hin, dass die beauftragten Firmen nach wie vor nicht wie gewünscht und geplant zur Verfügung stünden. Dazu kämen die Pandemie und der aktuelle Materialmangel. Worauf Meiler ihm vorhält: „Schieben Sie doch nicht dauernd die Schuld auf die Firmen.“ Und der SPD-Sprecher Konrad Schell schiebt hinterher, dass man bei den beauftragten Firmen immer wieder nachhaken, dass man diese kontrollieren müsse. Otto Müller (FBL) sagt, das alles sei „maßlos enttäuschend“.

In Bezug auf die mobile Bühne für die Kulturscheune vermisst der Gemeinderat ein Gesamtkonzept. Ludwig verlangt von Greiner, für die nächste Gemeinderatssitzung ein solches vorzulegen. Als es um die Bestuhlung geht, sagt Schreiner sarkastisch nach der langen Diskussion: „Verschieben wir das doch, pressiert ja nicht.“

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