Landfrauenfrühstück mit ernstem Thema

Etzenricht. „Frauenherzen schlagen anders – Männerherzen auch“ – unter diesem Thema veranstaltete der Bauernverband Neustadt-Weiden an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils ein Landfrauenfrühstück in Neustadt am Kulm, in Altenstadt bei Vohenstrauß und in Etzenricht. Gerhard Kincl, ein Rettungssanitäter mit langjähriger Berufserfahrung, referierte über Herz-Kreislauferkrankungen.

Von Benedikt Grimm

BBV-Geschäftsführer Hans Winter stellte den Referenten vor. „Mich freut es, dass ein Praktiker dieses Thema übernommen hat“, sagte Winter. Um mit der europäischen Notrufnummer 112 im Ernstfall schnelle Hilfe zu erhalten, solle man die Nummer am besten auf das Telefon aufkleben. In einer Notsituation könne es infolge einer Panikreaktion dazu kommen, dass man sich an die augenscheinlich leicht zu merkende Nummer nicht erinnert. Die fünf „W-Fragen“ (Wer, Was, Wo, wie viele, warten) müsste eigentlich jeder kennen, dennoch käme es in der Praxis immer wieder zu vermeidbaren Fehlern. Die exakte Angabe der Adresse könne bei der Anfahrtszeit wichtige Minuten ersparen. Am besten sollten große, möglichst beleuchtete Hausnummern angebracht werden, die von der Straße aus gut erkennbar sind. Zusätzlich sollten nachts die Rollos geöffnet sowie Haus- und Hoflicht angeschaltet werden. Bei der Schilderung der Verletzung oder der Krankheitssymptome reiche eine laienhafte Schilderung vollkommen aus, erläuterte Kincl.

Kincl
Gerhard Kincl, Rettungssanitäter

Unter dem plötzlichen Herztod verstehe man den plötzlich eintretenden Kreislaufstillstand innerhalb von ein bis zwei Stunden nachdem die Symptome der auslösenden Erkrankung erstmals aufgetreten sind. In über 70 Prozent der Fälle sei der Kreislaufstillstand auf Kammerflimmern zurückzuführen. Bei dieser lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung schlage der Herzmuskel nicht mehr geregelt. Auslöser könne etwa ein Herzinfarkt oder ein Stromschlag sein. Einzige Behandlungsmöglichkeit im Falle des plötzlichen Herztodes sei die Reanimation mithilfe eines Defibrillators.

Lieber einmal zu oft den Notarzt gerufen

Ausführlich erläuterte Kincl die Symptome, bei deren Auftreten umgehend der Rettungsdienst verständigt werden müsse. Kalter Schweiß, Übelkeit oder Atemnot zählten ebenso dazu wie Schmerzen im linken Arm, im Rücken- oder Bauchbereich sowie ein Brennen hinter dem Brustbein. Während Männer häufig über stechende Schmerzen klagten, würden Patientinnen eher von einem Druckschmerz, „ähnlich einem Schraubstock“ berichten. „Es müssen nicht alle Symptome auftreten“, betonte der Referent. Auch wenn zum Beispiel nur der Rücken schmerze, könne das bereits auf eine lebensbedrohliche Herzerkrankung hinweisen. Kincl riet sich auch auf das Gefühl zu verlassen. „Ist es eine Situation, die sie nicht kennen, die anders ist als sonst, dann rufen Sie uns an“, bat der Referent. „Wenn nichts ist, dann fahren wir wieder, aber Sie sind auf der sicheren Seite.“

Dank für Engagement

Kreisbäuerin Christa Kick nutzte das Landfrauenfrühstück, um sich bei den Mitgliedern für deren unermüdlichen Einsatz zu bedanken. Christina Wilhelm vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berichtete über den gut angenommenen Abendunterricht in der Hauswirtschaftsschule und über die Ernährungsbildung.

Kincl, Winter, Kick
Kreisbäuerin Christa Kick (vorne, von rechts) und BBV-Geschäftsführer Hans Winter konnten Rettungssanitäter Gerhard Kincl als Referenten für das Landfrauenfrühstück mit dem Thema „Frauenherzen schlagen anders – Männerherzen auch“ gewinnen.

Bilder: B. Grimm

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