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Lebensretter aus dem Himmel

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Grafenwöhr. Fünf Soldaten einer amerikanischen Hubschrauberbesatzung werden im wahrsten Sinne "Helden aus dem Himmel": Bei einem Übungsflug erkennt die Crew einen Unfall - und landet kurzentschlossen den 15 Tonnen schweren Chinook Hubschrauber.

Der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Thomas Hambach (dritter von links) und US-General Christopher Norrie (links) zeichnen Soldaten einer US-Hubschrauber Crew aus. Sie haben Joachim S. (38) nach einem Unfall gerettet - quasi aus der Luft. 

Fünf US Soldaten waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Es ist der 15. Dezember 2020, als sie mit ihrem Chinook-Hubschrauber der 101. Luftlandedivision aus Iillesheim bei Ansbach über den unterfränkischen Ort Fabrikscheichach fliegen. Bei geöffneter Heckklappe sieht Army Spc. Bruce Cook plötzlich weißen Rauch unter sich aufsteigen. Er meldet das einem der Piloten, Chief Warrant Officer Robert Riedel. Kurz darauf sieht er, wie sich ein Auto unterhalb des Flugmanövers mehrmals überschlägt. 

Die Besatzung um Pilot Riedel reagiert sofort, meldet den Unfall an den Tower und kehrt umgehend um: „Wir würden es genauso wieder machen“, sagt der Pilot, auch im Namen seiner Kameraden. 

Außergewöhnliche Rettung - außergewöhnliche Auszeichnung 

Joachim S. (seinen vollen Namen will er nicht öffentlich lesen) war an diesem Tag mit seinem Auto zwischen den Ortsteilen Fabrikschleichach und Karbach in der Gemeinde Rauhenebrach unterwegs. Plötzlich hat ein Hase die Fahrbahn überquert, Joachim S. ist sofort ausgewichen. „Ich kam in den Straßengraben und hab mich dann mehrmals überschlagen“, erinnert er sich an den Unfall. 

Nachdem er aus dem Fahrzeug gekrabbelt ist, hat er in den Augenwinkeln auch schon den Hubschrauber gesehen, der ihm immer näher kommen sollte. Auch ein anderer Autofahrer hat angehalten, um nach dem Rechten zu fragen. Dann ist auch der "Bananenhubschrauber“ in der Nähe gelandet. „Diese ganze Aktion war einfach cool“, sagt Joachim S. Zum Glück ist ihm bei dem Unfall nichts Schlimmeres passiert. 

Major Benjamin Stork, der Fliegerarzt der Brigade, war ebenfalls an Bord und hat sich sofort um den Verletzten gekümmert, bis noch mehr Rettungskräfte am Unfallort eingetroffen sind und ihn ins Krankenhaus gebracht haben. Danach haben die Soldaten mit ihrem Hubschrauber wieder den Heimflug zu ihrem Standort fortgesetzt.

Ehrenstunde für Lebensretter aus der Luft 

„Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, die fünf US-Kameraden auszuzeichnen, die einem deutschen Staatsbürger das Leben gerettet haben, die Soldaten in ihrem Hubschrauber entpuppten sich als wahre Schutzengel“, sagt der Kommandeur des Landeskommandos Bayern Brigadegeneral Thomas Hambach. „In dieser Form ist es meine erste Auszeichnung“.

Auf dem Militärgelände des Truppenübungsplatzes in Grafenwöhr bereiten er und Brigadegeneral Christopher R. Norrie, Kommandeur der 7. US-Armee in Grafenwöhr, den fünf Soldaten eine besondere Ehre.

Verbündete jetzt und in Zukunft 

"So etwas sieht man selten bis gar nicht", lobt General Hambach die Männer. Ihre Entschlossenheit sende ein starkes Zeichen selbstloser Hilfsbereitschaft. Vor allem aber hätten sie deutlich gezeigt, wie stark die Bindungen zwischen engen Verbündeten in der Vergangenheit gewachsen sind und auch in Zukunft bestehen bleiben werden: „Das ist es, was unsere transatlantische Partnerschaft für uns bedeutet: Gemeinsam stärker!“, betont General Hambach. Zusammen mit dem Bundeswehr Standortältesten, Oberstleutnant Florian Rommel, hat er Urkunden und Medaillen an die US-Soldaten der Stunde überreicht. 

Joachim S. selbst dankt den Soldaten mit einem Geschenk: „Ein Bier aus der unterfänkischen Heimat für die selbstlosen Helfer“, sagt er am Ende der Zeremonie.

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Mit herzlichen Worten und einem Tragerl fränkischem Bier dankt Joachim S. den amerikanischen Soldaten. Er war mit seinem kleinen Neffen nach Grafenwöhr gereist - und beeindruckt von der militärischen Zeremonie. Bild: Gerald Morgenstern. 
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Der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Thomas Hambach (dritter von links) und US-General Christopher Norrie (links) zeichnen Soldaten einer US-Hubschrauber Crew aus. Sie haben Joachim S. (38) nach einem Unfall gerettet - quasi aus der Luft. 
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Die Helden der Lüfte haben sich mit der Rettungsaktion besondere Auszeichnungen verdient. Bild: Jürgen Masching.
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Die Rettungsaktion bleibt den Helden der Stunde (und der Lüfte) sicher ewig in Erinnerung. Bild: Jürgen Masching.
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Jeder Soldat bekommt für die außergewöhnliche Rettung eine Urkunde und eine Medaille. Bild: Jürgen Masching.
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Gut 15 Tonnen schwer: Einen Doppelrotor-Transporthubschrauber vom Typ Chinook (Archivbild) landet eine Crew sofort, nachdem sie einen Unfall bemerken. Bild: Gerald Morgenstern.
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Auf ihre großen Taten folgt eine Zeremonie für die US-Soldaten.

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