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Leserbrief: Keine Perspektive für Neustadts Jugendarbeit!

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Neustadt/WN. Der Vorsitzender des Neustädter Jugendgremiums ärgert sich über die Entscheidung des Stadtrats in Sachen Freizeitanlage. Er wirft den Stadträten von CSU und SPD Angst vor Neuerungen vor und kritisiert deren Mentalität des Abwartens.

Keine Perspektive für Neustadts Jugendarbeit

„Lieber mal abwarten“ – diesen Satz hört man von lokalen CSU-Politikern häufig, so auch bei der aktuellen Debatte um die Planung der neuen Freizeitanlage in Neustadt.

Das Lesen des Artikels „Neue Freizeitanlage in der Fabrikstraße in Neustadt/WN: Stadtratsmehrheit sagt Nein“ im Neuen Tag und von "Neustadt: Bald ohne Freizeitanlage?" in OberpfalzECHO hat mich persönlich, besonders aber als Ersten Vorstand des Jugendgremiums, sehr verärgert.

Anlage seit Jahren sanierungsbedürftig

Denn sechzehn Neustädter Stadträte der CSU und SPD haben sich klar gegen zukunftsorientierte Jugendarbeit ausgesprochen, indem sie den Vorschlag einer Errichtung eines Freizeitareals in der Fabrikstraße ablehnten.

Eigentlich wäre die Fabrikstraße ein optimaler Standort – Festplatz und Stadtzentrum wären in unmittelbarer Nähe. Das wäre auch die ideale Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen – die alte Anlage ist sowieso seit Jahren sanierungsbedürftig. Doch das sehen die Stadträte der CSU und SPD anscheinend nicht so. 

Umweltschutz-Argument widersprüchlich

Ein Argument gegen die Verlegung der Sportstätten sei die Erhaltung der natürlichen Flächen um die Floß herum. Diese Begründung erscheint doch sehr widersprüchlich, wenn man bedenkt, dass die jetzige Freizeitanlage auf einer ehemaligen Müllhalde erbaut ist, von deren Böden möglicherweise sogar eine Gefahr ausgeht

Dass die Kinder auf Abfällen spielen ist zwar schon seit mindestens 20 Jahren bekannt, löste aber bei den Stadträten nie die Bedenken zum Umweltschutz aus, die sie jetzt zur Verhinderung von Fortschritt und Veränderung vorschieben. Zudem sind diese Bedenken anscheinend wie weggeblasen, wenn die natürlichen Flächen um die Floß für ein einmaliges Event in zehn Jahren herhalten sollen, während die Interessen von Kindern und Jugendlichen keine Beachtung finden. 

"Stümperhafte und halbherzige Sanierungen"

Aufgrund der Abfälle im Boden sind keine baulichen Veränderungen in der Freizeitanlage, wie zum Beispiel die Errichtung eines kleinen Skateparks, mehr möglich. Sollte kein komplett neu geplantes Freizeitgebiet für die Jugend geschaffen werden, bleibt es, wie es seit Jahren üblich ist, bei schlechter Instandsetzung der alten Anlagen.

Wie man auch an der „Sanierung“ des Basketballfeldes sieht. Bei der Planung wurde wohl vergessen, dass durch die neue Teerdecke die Körbe jetzt zehn Zentimeter zu tief hängen. Es ist sinnvoller, in eine neue Anlage zu investieren, als die vorhandene stümperhaft und halbherzig zu sanieren.

Abwarten keine Option

Für die Errichtung neuer Sportstätten würde die Stadt bei einem baldigen Antrag voraussichtlich eine 80-prozentige Förderung durch den Staat erhalten. Untersuchungen zur Feststellung des Gefahrenpotentials durch den Bodenmüll in der bestehenden Freizeitanlage können aber mehrere Jahre dauern.

Deren Ergebnisse „lieber erstmal abzuwarten“, wie es die CSU und SPD vorschlagen, ist deswegen keine Option. Doch wie es in der Oberpfälzer Kultur leider so oft üblich ist, hat man Angst vor Neuerungen. „Was der Bauer ned kennt…“.

Tim Sengenberger, Erster Vorstand des Jugendgremiums Neustadt/WN

Hinweis: Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Leserbriefe an redaktion@oberpfalzecho.de!

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