„Let’s talk about Sex“: Peer Projekt zum Welt-AIDS-Tag

Neustadt/WN. Gleichaltrige erklärten anderen Schülern am 1. Dezember Verhütung und Sexuelle Vielfalt, um mit Vorurteilen gegen HV aufzuräumen.

Die Schüler lauschen gespannt dem Vortrag. Foto: Landratsamt Neustadt an der Waldnaab/Marcel Weidner

Weltweit leben circa 39 Millionen Menschen, in Deutschland 90.800 Menschen, mit HIV – jährlich sterben weltweit etwa 630.000 Menschen an den Folgen von HIV/AIDS. Die Tendenz sich mit HIV zu infizieren ist in Deutschland zwar sinkend, dennoch kommt es weiterhin zu Infektionen. Grund ist, dass rund 9.000 Betroffene nichts von ihrer Erkrankung wissen. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, können mithilfe wirksamer und gut verträglicher Medikamente die Folgen gut behandelt und Komplikationen vermieden werden.

Das Humane-Immundefizienz-Virus, kurz gesagt HIV, schädigt die Abwehrkräfte des Körpers. Ohne Behandlung ist das Immunsystem nach einiger Zeit so geschwächt, dass der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen kann. Dann können lebensgefährliche Erkrankungen auftreten. Dann spricht man von AIDS.

Menschen mit HIV können aus medizinischer Sicht mittlerweile genauso leben wie alle anderen Menschen auch. Doch aufgrund von Vorurteilen und Unwissenheit stellt sich der Alltag vielmals anders und komplizierter dar. Daher bekräftigt der Welt-AIDS-Tag, der jährlich am 1. Dezember stattfindet, die Rechte von Menschen mit HIV/AIDS. Dafür ruft er zur Solidarität und Antidiskriminierung auf.

Aufklärung durch Gleichaltrige

Um auf die Erkrankung und den Welt-AIDS-Tag aufmerksam zu machen, führte das Gesundheitsamt Weiden/Neustadt vom 29. November bis 01. Dezember ein präventives Projekt durch. Unter dem Titel „Let’s talk about Sex“ standen, neben der Aufklärung zu HIV und AIDS, auch weitere sexuell übertragbare Infektionen im Vordergrund. Zudem solle die Akzeptanz gegenüber LSBTIQ* Menschen gefördert werden. Die Aktion fand in Kooperation mit der FOS Weiden, dem Jugendzentrum Weiden und den Equaliteens Weiden statt.

Damit das Wissen rund um das Thema HIV/AIDS gut an die Zielgruppe vermittelt werden konnte, wurde der Ansatz der Peer Education genutzt: Die Schülerinnen und Schüler der FOS Weiden hielten die Vorträge. Sie stehen vor ähnlichen Herausforderungen, bewegen sich in vergleichbaren Lebenswelten und sind in einem ähnlichen Alter wie die angesprochene Zielgruppe des Projektes. Aufgrund dessen können sich die sogenannten Peers besonders gut gegenseitig unterstützen und bei der Thematik Orientierung geben.

In einem ersten Schritt schulten dazu Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes die Schüler der FOS mit Ausbildungsrichtung Sozialwesen. Sie erklärten die Themen sexuell übertragbare Infektionen, HIV/AIDS, Safer Sex und Verhütungsmittel. Dann beachten Liam und Tara von den Equaliteens Weiden in einem lebhaften Bericht den Themenbereich Sexuelle Vielfalt näher.

Die geschulten „Peers“ führten dann an zwei Vormittagen verschiedene Klassen durch den „Let’s talk about Sex – Parcours. Beteiligt waren die Pestalozzi-Mittelschule Weiden, die Stötzner-Schule Weiden und die Sophie-Scholl-Realschule Weiden. An fünf verschiedenen Stationen wurde beispielsweise mit Verhütungsmythen aufgeräumt oder Wissenswertes zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen vermittelt.

Ein voller Erfolg

Sowohl von Seiten der Teilnehmenden als auch von Seiten der Kooperationspartner und Organisatoren wurde das Projekt als voller Erfolg gewertet. Beispielsweise äußerte ein Schüler der Peer-Gruppe im Anschluss an die Veranstaltung in einem persönlichen Gespräch: „Es ist wichtig, dass auch über diese Themen gesprochen wird. Sexuell übertragbare Krankheiten und HIV sollte in unserer Gesellschaft kein Tabu-Thema mehr sein.“

Das Gesundheitsamt Weiden/Neustadt blickt auf einen spannenden Welt-AIDS-Tag 2023 und möchte sich vor allem bei den Kooperationspartnern und den teilnehmenden Schulen bedanken.

Informationen

Weitere Infos über HIV und den Welt-Aids-Tag gibt es hier.

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