Live-Ticker zur Ukraine-Krise [Tag 41 mit Videos]

Die wichtigsten Schlagzeilen am 5. April

Nordoberpfalz. Hier findet ihr alle neuen Nachrichten zur Ukraine-Krise im Live-Ticker. Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

23.59 Uhr, Ärzte ohne Grenzen bezeugen russischen Angriff auf Krankenhaus: Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind nach Angaben der Hilfsorganisation Zeuge russischer Angriffe auf ein Krankenhaus in Mykolajiw geworden. Am Montag sei es dort innerhalb von zehn Minuten zu mehreren Explosionen in unmittelbarer Nähe des Teams gekommen, erklärt der Chef des Ukraine-Einsatzes, Michel-Olivier Lacharite. Bei der Einrichtung habe es sich um eine Krebsklinik gehandelt, in der auch Kriegsverwundete behandelt werden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Russland weist Vorwürfe zurück, zivile Ziele anzugreifen.

23.00 Uhr, Explosionen im Großraum Lwiw: In der Region Lwiw im Westen der Ukraine hat es am Abend mehrere Explosionen gegeben. „Alle müssen in den Schutzräumen bleiben“, schreibt Gouverneur Maksym Kosytsky bei Telegram und verweist auf Explosionen nahe Radechiv, einer rund 70 Kilometer nordöstlich von Lwiw gelegenen Stadt. Bislang gebe es keine Berichte über Opfer. Lwiw ist Zufluchtsort und Durchgangsstation für hunderttausende Flüchtlinge aus den anderen Landesteilen der Ukraine. Bislang blieb die Großstadt weitgehend von Kämpfen verschont.

22.00 Uhr, Boris Johnson warnt Russen auf Russisch vor Putin: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich via Twitter an die russische Bevölkerung gewandt, um sie über die Geschehnisse in der Ukraine zu informieren. In dem fast zweiminütigen Video spricht Johnson über Kriegsverbrechen wie Morde an Zivilisten und Vergewaltigungen, dazu werden Bilder aus dem Kiewer Vorort Butscha eingeblendet. „Ihr Präsident wird der Kriegsverbrechen bezichtigt“, sagt Johnson am Ende des Clips aus Russisch. „Ich glaube nicht, dass er in Ihrem Namen handelt.“

21.00 Uhr, Kreml attackiert Baerbock: Nach der Ausweisung von Dutzenden russischen Diplomaten aus Deutschland hat Moskau Bundesaußenministerin Annalena Baerbock aufs Schärfste angegriffen. Baerbock pflege eine mit besonderem Zynismus aufgeladene „aggressive antirussische Linie“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, in Moskau. Insgesamt sollen 40 in Deutschland tätige Russen ausreisen – „ohne irgendwelche vernünftigen Gründe“, wie Sacharowa meinte. Das sei ein beispielloses Vorgehen mit dem Ziel, einen „ganzen Komplex der bilateralen Beziehungen zu zerstören“. Baerbock hatte den Diplomaten vorgeworfen, „hier in Deutschland jeden Tag gegen unsere Freiheit, gegen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ gearbeitet zu haben. Das grenze an „Hass-Propaganda“, meinte Sacharowa. Sie kündigte eine spürbare Reaktion auf den konfrontativen Schritt an. Die zerstörerischen Folgen lägen allein in der Verantwortung der deutschen Seite, betonte Sacharowa. Sie warf Baerbock „russophobe Hysterie“ vor.

20.00 Uhr, Bundesnetzagentur warnt vor „furchtbaren Konsequenzen“ eines Gasmangels: Ein akuter Gasmangel infolge des Ukraine-Kriegs wird nach Einschätzung der Bundesnetzagentur schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung haben. „Es ist leider nicht völlig auszuschließen, dass wir Entscheidungen treffen müssen, die furchtbare Konsequenzen für Unternehmen, für Arbeitsplätze, für Wertschöpfungsketten, für Lieferketten, für ganze Regionen haben“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, dem „Handelsblatt“. Er appellierte an alle Gasverbraucher, „heute schon Gas einzusparen, um den Füllstand der Speicher nicht zu belasten“. Seine Behörde fokussiere ihre Arbeit ganz darauf, eine Gasmangellage zu verhindern. „Wir wollen nicht, dass die dritte Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen werden muss.“ Dazu zähle, „in intensiven Gesprächen mit verschiedenen Branchen herauszufinden, wo Einsparpotenziale sind“.

19.00 Uhr, Israel wirft Russland „Kriegsverbrechen“ in der Ukraine vor: Nach Bekanntwerden zahlreicher Kriegsgräuel im Kiewer Vorort Butscha erklärt der israelische Außenminister Yair Lipid: „Die Bilder und Zeugenberichte aus der Ukraine sind entsetzlich. Russische Truppen haben Kriegsverbrechen gegen eine schutzlose Zivilbevölkerung begangenen. Ich verurteile diese Kriegsverbrechen entschieden.“ Früher am Tag hat bereits Regierungschef Naftali Bennet die Ermordung von Zivilisten verurteilt, aber nicht von Kriegsverbrechen gesprochen.

18.00 Uhr, Zoo in Charkiw muss Tiere nach Beschuss einschläfern: Ein privater Tierpark nahe der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw ist nach heftigen Gefechten so schwer zerstört worden, dass viele Tiere wohl eingeschläfert werden müssen. Die Gehege und die gesamte Infrastruktur seien von Artillerie und Luftwaffe getroffen worden, sagte der Gründer des Zoos, Alexander Feldman, in einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft. Es gebe keine Möglichkeit, die Tiere abzutransportieren und so zu retten. Feldman nannte es ein „Wunder“, dass Tiger, Löwen und Bären bislang am Leben geblieben seien. Ihre Käfige drohten aber jeden Augenblick einzustürzen und die Raubtiere damit auszubrechen. „Vielleicht können wir die kleinen Jaguare und Panther retten, aber die erwachsenen Tiere müssen wir wohl alle töten“, sagte Feldman. Der Feldman Ökopark ist ein seit 2013 bestehender 140 Hektar großer Landschaftspark in der Ostukraine. Rund 2000 Tiere sind in dem Park untergebracht.

17.00 Uhr, Selenskyj fordert von UN-Sicherheitsrat Reaktion auf Butscha-Gräuel: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat gefordert, Russland für die Gräueltaten in dem Kiewer Vorort Butscha zur Rechenschaft zu ziehen. „Rechenschaft muss unvermeidbar sein“, sagte Selenskyj bei seiner per Videoschalte übertragenen Rede vor dem wichtigsten UN-Gremium. Russland habe „Verbrechen“ verübt. Selenskyj warf Russland zudem vor, „hunderttausende“ Ukrainer nach Russland verschleppt zu haben.

16.00 Uhr, Tschechien liefert Dutzende Panzer an Ukraine: Tschechien hat der Ukraine einem Medienbericht zufolge Kampfpanzer zur Verteidigung gegen die russische Invasion geliefert. Ein Güterzug mit mehreren Dutzend Panzern der sowjetischen Bauart T-72 sowie BMP-1-Schützenpanzern sei bereits am Montag abgefertigt worden, berichtet das Nachrichtenportal „Echo24.cz“. T-72-Panzer wurden in der Zeit des Ostblocks auch in der früheren Tschechoslowakei in Lizenz produziert. Tschechien hatte zuletzt noch rund 90 Exemplare einer älteren, nicht modernisierten Version eingelagert. Die tschechische Verteidigungsministerin Jana Cernochova zeigte Verständnis für das Interesse der Medien, wollte den Bericht aber nicht direkt bestätigten. „Glaubt mir, dass wir unseren ukrainischen Freunden essenzielles militärisches Material schicken – und wir werden damit weitermachen“, schrieb sie bei Twitter.

15.00 Uhr, Diese neuen Sanktionen schlägt die EU-Kommission gegen Russland vor: Als Reaktion auf Berichte über Gräueltaten in der Ukraine plant die EU-Kommission „breitere und schärfere“ neue Maßnahmen. Präsidentin Ursula von der Leyen nennt sechs Säulen, aus denen das Sanktionspaket bestehen soll:

  1. Die Europäische Union will ein Importverbot für Kohle aus Russland im Wert von vier Milliarden Euro pro Jahr erlassen.
  2. Für vier wichtige russische Banken soll ein vollständiges Transaktionsverbot verhängt werden, darunter für die zweitgrößte Bank VTB. Zusammen decken diese Geldhäuser nach EU-Angaben 23 Prozent des russischen Bankensektors ab.
  3. Russische und von Russland betriebene Schiffe sollen keine EU-Häfen mehr anlaufen dürfen. Es soll aber Ausnahmen etwa für Agrarprodukte, Lebensmittel, humanitäre Hilfsgüter und Energie geben. Auch russische und belarussische Straßentransporte sollen sanktioniert werden.
  4. Die EU will Exportverbote im Wert von zehn Milliarden Euro in verschiedenen Bereichen verhängen, in denen Russland verwundbar sei, etwa bei Quantencomputern und Halbleitertechnologie.
  5. Zudem soll es Importverbote im Wert von 5,5 Milliarden Euro geben, um Geldflüsse von Russland und russischen Oligarchen zu unterbinden. Es gehe um Produkte „von Holz bis Zement, von Meeresfrüchten bis zu Spirituosen“, heißt es aus der EU.
  6. Russische Unternehmen sollen von der öffentlichen Auftragsvergabe in den EU-Mitgliedstaaten ausgeschlossen werden und staatliche russische Stellen sollen keine finanzielle Unterstützung, sei es national oder europäisch, mehr bekommen. „Europäisches Steuergeld soll nicht nach Russland gehen“, sagt von der Leyen.

Zudem arbeite man an weiteren Sanktionen, die auch Ölimporte betreffen, und denke über einige von den Mitgliedstaaten vorgelegte Ideen nach, wie etwa Steuern oder spezielle Zahlungswege.

11.30 Uhr, Von der Leyen reist nach Kiew: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird diese Woche für ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskij nach Kiew reisen. Sie werde vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell begleitet, teilt ihr Sprecher auf Twitter mit. Das Treffen werde vor der für Samstag in Warschau geplanten Geberkonferenz stattfinden, bei der Geld für die Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen des Ukraine-Kriegs gesammelt werden soll. Den genauen Tag wollte eine Sprecherin auf Nachfrage nicht nennen.

10.00 Uhr, Britische Geheimdienste: Ukraine erobert Schlüsselregionen im Norden zurück: Russische Truppen seien in den Regionen um Tschernihiw und nördlich von Kiew zum Rückzug gedrängt worden, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Kampfhandlungen in diesen Regionen hätten im Laufe der Woche aufgrund des russischen Rückzugs deutlich abgenommen. Die aus dem Norden abgezogenen Truppen müssten mutmaßlich völlig neu ausgestattet und aufgestellt werden, bevor Moskau sie im Osten der Ukraine wieder einsetzen könne, heißt es weiter.

23.59 Uhr, USA sammeln Beweise für Verfahren in Den Haag: Die USA tragen Beweismaterial zusammen, um Russland und Präsident Wladimir Putin wegen Kriegsverbrechen vor den Internationalen Strafgerichtshof oder ein anderes Gericht zu bringen. Da Russland ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat sei, könne jegliches Verfahren, um Russland zur Rechenschaft zu ziehen, dort von der Regierung in Moskau blockiert werden, so der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan. Noch gebe es keine Beweise, dass die Gräuel in der ukrainischen Stadt Butscha als Völkermord einzustufen seien. Die USA hätten sich aber an vier Stellen gewandt, um die Beweise für ein Verfahren zu bekommen.

23.00 Uhr, Rotes Kreuz nahe Mariupol in von Russen kontrolliertem Gebiet festgesetzt: Bei Vorbereitungen zur Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol ist ein Team des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) westlich der belagerten ukrainischen Hafenstadt von der Polizei in von Russland kontrolliertem Gebiet festgesetzt worden. Das Team werde „in der Stadt Mangusch festgehalten“, teilt IKRK-Sprecherin Caitlin Kelly mit. Die Helfer seien am Montag aufgehalten worden, „als sie humanitäre Hilfe leisteten, um einen sicheren Korridor für Zivilisten zu schaffen“. Auf die Frage, wer das Team festhielt, antwortete sie „die Polizei“, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. „Das IKRK stand in direktem Kontakt mit unseren Kollegen und spricht mit den Parteien auf allen Seiten, um Klarheit in die Situation zu bringen“, sagt Kelly weiter. Mariupol ist seit Wochen von jeglicher Versorgung abgeschnitten und wird von den russischen Streitkräften heftig beschossen.

22.00 Uhr, „Massiver Angriff“ in östlicher Region Luhansk erwartet: Die russischen Streitkräfte bereiten nach ukrainischen Angaben einen „massiven Angriff“ auf die Truppen in der östlichen Region Luhansk vor. Es werde Ausrüstung und Treibstoff gebracht sowie die Truppen verstärkt, teilt der Gouverneur der Region, Serhij Gaidaj, mit. „Wir glauben, dass sie sich auf einen massiven Angriff vorbereiten.“ „Die Bombardements werden immer dichter“, sagt Gaigaj in einer Videobotschaft. Er fordert die Bewohner auf, die Region so schnell wie möglich zu verlassen. „Wartet nicht darauf, dass eure Häuser zerbombt werden“, ruft er die Menschen auf. Bei der Explosion einer Mine seien am Sonntag „zwei Freiwillige“ getötet worden, sagt er weiter. Beim Angriff auf eine Kirche wurden demnach zwei Priester verletzt. Die ukrainischen Behörden gehen davon aus, dass sich die russischen Streitkräfte aus Gebieten im Norden der Ukraine, insbesondere um Kiew, zurückgezogen haben, um sich auf den Osten und Süden des Landes zu konzentrieren.

21.00 Uhr, 40 Prozent von Mariupol unwiederbringlich zerstört: „Die traurige Nachricht ist, dass 90 Prozent der Infrastruktur in der Stadt zerstört sind und 40 Prozent nicht wiederhergestellt werden können“, sagt Bürgermeister Wadym Boitschenko auf einer Pressekonferenz. Rund 130.000 Menschen seien nach wie vor in der Stadt eingeschlossen. Vor Beginn des Krieges lebten rund 440.000 Menschen in der Stadt am Asowschen Meer. „Die russische Armee zerstört Mariupol auf brutale Weise“, sagt Boitschenko. „Die Bombardierungen hören nicht auf.“ Insbesondere Mehrfachraketenwerfer würden zum Einsatz kommen. Laut Boitschenko kommen die meisten Angriffe „vom Meer her“, wo russische Schiffe liegen würden. Evakuierungen seien geplant, „aber heute können wir das nicht tun“, sagt er. Nach ukrainischen Angaben werden mindestens 5000 Menschen seit Beginn der russischen Angriffe vor mehr als einem Monat in Mariupol getötet.

20.00 Uhr, Von wegen faschistisch – Separatistenführer ehrt Soldaten mit Nazi-Symbolen: Denis Puschilin, Führer der selbsternannten Volksrepublik Donezk, ehrt Soldaten für die „De-Nazifizierung“ der Ukraine. Die Geehrten sollen viele hundert ukrainische Nazis getötet haben. Pikant: der im Video geehrte Soldat trägt Symbole auf der Uniform, die von der Schutzstaffel (SS) im Dritten Reich verwendet wurden. Zu sehen sind ein Totenkopf-Symbol, das die SS nutzte sowie der Wotansknoten, der im Zusammenhang mit nordischer Mythologie steht.

19.00 Uhr, Bus mit Kriegsflüchtlingen beschossen: Ein Bus mit Kriegsflüchtlingen soll auf dem Weg von der belagerten Stadt Charkiw nach Kramatorsk vom russischen Militär beschossen worden sein. Ein Video zeigt den stark beschädigten Bus. Es sollen viele Frauen und Kinder in dem Bus gesessen haben. Unter den Geflüchteten soll es Tote geben. Konkrete Zahlen gibt es nicht. Unabhängig bestätigen lassen sich die Angaben nicht.

18.00 Uhr, Deutschland weist 40 russische Diplomaten aus: Mit Verweis auf Szenen aus Butscha betont Scholz: „Die Ermordung von Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen. Diese Verbrechen der russischen Streitkräfte müssen wir schonungslos aufklären.“ stellt nach den Gräueltaten russicher Truppen im ukrainischen Butscha neue Sanktionen gegen Russland in Aussicht. „Wir werden im Kreis der Verbündeten in den nächsten Tagen weitere Maßnahmen beschließen“, kündigt der SPD-Politik in einer kurzen Ansprache an, ohne weitere Details zu nennen.

17.00 Uhr, Spanische Polizei beschlagnahmt Oligarchenjacht auf Mallorca: Die spanische Polizei durchsucht bei einer gemeinsamen Aktion mit US-Beamten die Luxusjacht „Tango“ des russischen Oligarchen Viktor Wekselberg auf Mallorca Das Schiff wird zudem beschlagnahmt. Es habe ein Rechtshilfeersuchen der USA vorgelegen, teilt die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil weiter mit. Wekselberg, der mit einem Milliardenvermögen zu den reichsten Menschen Russlands gehört, steht schon seit 2018 wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der Sanktionsliste der USA. Die EU hat bisher keine Sanktionen gegen den 64-Jährigen erlassen. Die USA werfen Wekselberg Steuerbetrug, Geldwäsche und Urkundenfälschung zur Umgehung von Sanktionen vor, indem er das Eigentum an der 90 Millionen Euro teuren Jacht verschleiert habe, wie die spanische Polizei schreibt. Als Eigentümer der Jacht unter der Flagge der Cookinseln sei ein Unternehmen mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln eingetragen, das wiederum von Unternehmen in Panama verwaltet werde, um die wahren Eigentumsverhältnisse zu verbergen.

16.00 Uhr, Bundespräsident gesteht Putin-Irrtum ein: „Mein Festhalten an Nord Stream 2, das war eindeutig ein Fehler. Wir haben an Brücken festgehalten, an die Russland nicht mehr geglaubt hat und vor denen unsere Partner uns gewarnt haben“, sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Gespräch mit Journalisten in Schloss Bellevue. „Die bittere Bilanz: Wir sind gescheitert mit der Errichtung eines gemeinsamen europäischen Hauses, in das Russland einbezogen wird. Wir sind gescheitert mit dem Ansatz, Russland in eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur einzubinden.“ Mit Blick auf die jahrelang ausgebaute Energieabhängigkeit von Russland betont Steinmeier: „Meine Einschätzung war, dass Wladimir Putin nicht den kompletten wirtschaftlichen, politischen und moralischen Ruin seines Landes für seinen imperialen Wahn in Kauf nehmen würde. Da habe ich mich, wie andere auch, geirrt.“

15.00 Uhr, Ukrainischer Verteidigungsminister droht mit Vergeltung für Butscha: „So etwas Böses darf nicht ungestraft bleiben“, sagt der er ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow in Kiew. „Unsere Aufklärung identifiziert systematisch alle Eindringlinge und Mörder. Alle! Jeder wird zu seiner Zeit bekommen, was er „verdient“ hat“, heißt es in der auf Facebook veröffentlichten Mitteilung. Die Bilder aus dem Kiewer Vorort mit Leichen auf den Straßen sorgen seit Sonntag international für Empörung. Resnikow macht die russischen Einheiten verantwortlich, die den Ort wochenlang besetzt gehalten hatten. Er vergleicht ihr Vorgehen mit dem der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS) in der Ukraine im Zweiten Weltkrieg. In Butscha seien bislang etwa 340 Leichen gefunden worden, berichtet die „Ukrajinska Prawda“ unter Berufung auf örtliche Bestattungsunternehmen. Russland streitet Gräueltaten gegen die dortige Zivilbevölkerung ab und spricht von ukrainischen Fälschungen. Der Verteidigungsminister lobt Generalstabschef Walerij Saluschnyj und alle Offiziere und Soldaten, die dazu beigetragen hätten, den Gegner aus dem Umland von Kiew zu vertreiben. In den östlichen Gebieten Charkiw, Luhansk und Donezk werde weiter heftig gekämpft.

14.00 Uhr, Henkel hält wegen „Verantwortung für Mitarbeiter“ an Russland-Geschäft fest: „Ein Stopp unserer russischen Geschäfte kann weitreichende Konsequenzen haben. Auch für unsere Mitarbeiter vor Ort“, sagt der Vorstandsvorsitzende Carsten Knobel bei der virtuellen Hauptversammlung laut Redetext. Man habe eine Verantwortung für 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Russland bestehe die Gefahr, dass ausländische Unternehmen von der Regierung in Zukunft enteignet werden könnten. „Und ihre lokalen Manager haftbar gemacht werden, wenn sie die Geschäfte einstellen“, so Knobel weiter. Henkel setzt nach Knobels Angaben Produktion und Verkauf in Russland zurzeit fort. Er betont, dass Henkel „konsequent alle internationalen Sanktionen gegen Russland“ umsetze. Die gesamte Werbung sei eingestellt, alle Sponsoringaktivitäten beendet worden. Auch seien alle geplanten Investitionen in Russland gestoppt worden.

13.00 Uhr, Habeck für Waffenlieferungen ohne Einschränkungen: Wirtschaftsminister Robert Habeck unterstützt weitere Waffenlieferungen an die Ukraine ohne Einschränkungen. „Die Lieferung von militärischem Gerät und Waffen sollte meiner Auffassung nach uneingeschränkt und in großem Umfang fortgesetzt werden“, sagt er. „Immer mit der Grenze, dass wir nicht selber Kriegspartei werden dürfen.“ Deutschland sei eine Verpflichtung zu Waffenlieferungen eingegangen. „Diese Verpflichtung darf nicht abreißen.“ Dies gelte für die von seinem Haus zu erteilenden Ausfuhrgenehmigungen uneingeschränkt.

12.00 Uhr, Russland droht Polen wegen Bereitschaft zur Stationierung von US-Atomwaffen: Die russische Regierung verurteilt eine Erklärung des Chefs der polnischen Regierungspartei PiS, wonach sein Land einer Stationierung von US-Atomwaffen auf polnischem Staatsgebiet grundsätzlich zustimmen würde. Ein solcher Schritt würde nur die Spannungen erhöhen, erklärt der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski hatte am Wochenende gesagt, Polen sei offen für eine Stationierung von Atomwaffen, aber ein solches Vorgehen werde gegenwärtig nicht diskutiert.

11.00 Uhr, Bundesregierung lehnt sofortiges Energieembargo ab: Ein sofortiges Embargo mit einem Stopp von Gaslieferungen würde die deutsche Wirtschaft deutlich mehr schädigen als dies Putins Wirtschaft schade, sagt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Oliver Krischer von den Grünen. „Aber wir werden nach den Bildern des Wochenendes noch mal überprüfen, wie wir schneller mit weiteren Maßnahmen unsere Abhängigkeit reduzieren können und dadurch, dass wir es Putin nicht mehr abkaufen, quasi ein Embargo de facto durch Nichtkauf und Nichtverbrauch mit konkreten Einspar- und Ersatz- und Diversifizierungsmaßnahmen voranbringen.“ Es werde im Moment diskutiert, „welche Maßnahmen wir da noch gemeinsam auch europäisch ergreifen“, um am Ende auch Putin dazu zu zwingen oder einen entscheidenden Beitrag zu leisten, „dass er von seinem Tun ablässt“, so Krischer.

10.00 Uhr, Tschechien verstärkt NATO-Ostflanke in der Slowakei: Rund 250 tschechische Soldaten haben sich auf den Weg in die Slowakei gemacht, um dort die NATO-Ostflanke zu stärken. Damit wolle man die gemeinsame Entschlossenheit zur Verteidigung des NATO-Territoriums unter Beweis stellen, sagt der Leiter des Kontingents, Oberst Tomas Unzeitig. Bis zu 400 weitere Soldaten aus Tschechien sollen bis Ende Juni folgen. An der multinationalen NATO-Kampfgruppe unter tschechischer Führung sind neben der Slowakei auch Deutschland, die Niederlande, Polen, Slowenien und die USA beteiligt. Die Slowakei grenzt im Osten über knapp 100 Kilometer an die Ukraine.

09.00 Uhr, Grünen-Chef kritisiert Verteidigungsministerin Christine Lambrecht: Omid Nouripour kritisiert unzureichende Waffenlieferungen an die Ukraine. Es sei „sehr unzufriedenstellend“, wenn nach Wochen des Krieges noch keine Synchronisation zwischen den Bedürfnissen der Ukraine und den deutschen Lieferungen stattgefunden habe, sagt Nouripour im ZDF-„Morgenmagazin“. Es könne nicht sein, dass etwa von der Ukraine angefragte Schützenpanzer vom Typ Marder in Deutschland einfach ungenutzt rumstehen und nicht geliefert werden. „Da müssen wir zusammen besser werden“, so Nouripour. Deutschland werde „natürlich“ weitere Waffen an die Ukraine liefern müssen, da gehe es jetzt um die Frage, was vorhanden sei und in welcher Geschwindigkeit geliefert werden könne.

08.00 Uhr, Erneuter russischer Raketenangriff auf Odessa: Russische Truppen greifen die südukrainische Hafenstadt Odessa nach Angaben der Regionalverwaltung in der Nacht erneut mit Raketen an. Dies teilt die Behörde auf Facebook mit. Einzelheiten sollen später bekannt gegeben werden. Auch der Bürgermeister der rund 130 Kilometer entfernten Stadt Mykolajiw, Olexander Senkewytsch, meldet mehrere Raketenangriffe. Von russischer Seite gibt es zunächst keine Bestätigung. Die beiden Städte waren bereits am Wochenende mit Raketen angegriffen worden. Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hieß es dazu, von Schiffen und Flugzeugen aus seien eine Ölraffinerie und drei Treibstofflager in der Nähe von Odessa beschossen worden.

07.00 Uhr, Selenskyj-Appell bei der Grammy-Verleihung: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet bei der Verleihung der US-Musikpreise Grammys per Video-Botschaft um Unterstützung für sein Land. „Was könnte gegenteiliger zu Musik sein als Krieg?“, sagt Selenskyj am Sonntagabend (Ortszeit) bei der im US-Fernsehen übertragenen Veranstaltung in Las Vegas. „Füllt die Stille mit eurer Musik“, bittet der Präsident. „Unterstützt uns auf jegliche Art und Weise, die euch möglich ist.“ Danach singt US-Sänger John Legend gemeinsam mit ukrainischen Musikerinnen einen der Ukraine gewidmeten Song. Bereits im Vorfeld der Oscar-Gala am vorherigen Wochenende hatten Stars gefordert, dass Selenskyj zugeschaltet werden sollte, daraus war jedoch nichts geworden.

23.59 Uhr, Rund 2700 Menschen aus umkämpften Städten evakuiert: Von den 2694 Menschen seien fast 1500 aus der Region Luhansk gerettet worden, sagt die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk nach Angaben der Zeitung „Ukrajinska Prawda“. Sie warf der russischen Seite demnach vor, gegen die vereinbarte Feuerpause verstoßen zu haben. Aus der umkämpften Hafenstadt Mariupol sowie aus Berdjansk seien am Sonntag knapp 500 Menschen mit eigenen Fahrzeugen nach Saporischschja geflohen. Wereschtschuks Angaben nach konnten auch sieben vom Roten Kreuz begleitete Busse aus Mariupol nach Mangusch fahren.

23.00 Uhr, Selenskyj will, dass Merkel und Sarkozy Opfer in Butscha mit eigenen Augen sehen: In dem Kiewer Vorort könnten sich Merkel – ebenso wie der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy – ein Bild von ihrer gescheiterten Russland-Politik der vergangenen Jahre machen, sagt Selenskyj am Abend in einer Videobotschaft. Im Jahr 2008 hätten die NATO-Staaten, darunter Deutschland, der Ukraine eine Aufnahme in Aussicht gestellt, dann aber aus Rücksicht auf Russland einen Rückzieher gemacht. Merkel war von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin. „Ich lade Frau Merkel und Herrn Sarkozy ein, Butscha zu besuchen und zu sehen, wozu die Politik der Zugeständnisse an Russland in 14 Jahren geführt hat“, sagte Selenskyj. „Sie werden die gefolterten Ukrainer und Ukrainerinnen mit eigenen Augen sehen.“ Die russische Botschaft in Berlin wiederum veröffentlicht auf ihrer Website eine lange Erklärung, in der sie Verbrechen in Butscha als „weitere Inszenierung des Kiewer Regimes für westliche Medien“ darstellt.

22.00 Uhr, „Putins Kriegsmaschine aushungern“: Der britische Premierminister Boris Johnson verurteilt die Gräueltaten an der ukrainischen Zivilbevölkerung scharf. „Russlands verabscheuenswürdige Angriffe auf unschuldige Zivilisten in Irpin und Butscha sind weitere Beweise dafür, dass der russische Präsident Wladimir Putin und seine Armee in der Ukraine Kriegsverbrechen begehen“, sagt Johnson laut Mitteilung. Der britische Premier verspricht, „alles in meiner Macht zu tun, um Putins Kriegsmaschinerie auszuhungern“. London werde sowohl die Sanktionen gegen Moskau verschärfen als auch die Waffenlieferungen und die humanitäre Hilfe für die Ukraine erhöhen, fügt Johnson hinzu. „Wir werden nicht ruhen, bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist.“

21.00 Uhr, Human Rights Watch hält russische Kriegsverbrechen für keine Einzelfälle: Kriegsverbrechen gegen Zivilisten in der Ukraine sind nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch keine Ausnahmen und werden von der russischen Armee offenbar geduldet. „Einzelfälle sind das bestimmt nicht“, sagt der Deutschland-Direktor der Organisation, Wenzel Michalski, in der ARD. Er weist auf Tötungen, Vergewaltigungen und den Beschuss ziviler Wohnblöcke hin. „Das deutet eigentlich darauf hin, das zumindest Kriegsverbrechen geduldet werden. Vielleicht ist das nicht systematisch geplant. Allerdings: Der Beschuss ziviler Wohngegenden und die Benutzung von geächteten Waffen deuten darauf hin, dass man das in Kauf nimmt und mit als Kriegstaktik benutzt.“ Michalski fordert eine von den Vereinten Nationen mandatierte Untersuchungskommission. Wichtig sei, dass die Toten jetzt nicht begraben würden, um keine Beweise zu vernichten.

20.00 Uhr, Vergewaltigungen und Erschießungen: Ukrainische Politiker werfen den Kremltruppen gezielte Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor. Der Parlamentsabgeordnete Olexij Gontscharenko berichtet in einem Twittervideo von nackten Frauenleichen, die unweit von Kiew am Straßenrand gefunden worden seien. „Sie verstehen, was passiert ist“, sagt er – und deutete damit offensichtlich Vergewaltigungen an. Die Russen hätten versucht, die Leichen der Frauen zu verbrennen, sagt Gontscharenko weiter. Das ließ sich zunächst nicht überprüfen. Im Ort Irpen unweit von Kiew seien Frauen und Mädchen erschossen worden, sagt Bürgermeister Olexander Markuschyn der Deutschen Welle. „Dann sind sie mit Panzern überfahren worden.“ Von russischer Seite gibt es keine Reaktion zu den Vorwürfen.

19.00 Uhr, Russischer Autokorso in Berlin: Etwa 900 Menschen haben in Berlin an einem Autokorso mit russischen Fahnen teilgenommen. Der Umzug mit mehreren hundert Fahrzeugen wurde als Veranstaltung mit dem Titel „Keine Propaganda in der Schule – Schutz für russischsprechende Leute, keine Diskriminierung“ angemeldet, wie die Berliner Polizei mitteilt. Auf einem Schild hieß es: „Stop hating Russians“ (Hört auf, Russen zu hassen). Etliche Autos führten Fahnen in den russischen Nationalfarben Weiß-Blau-Rot mit. Der Korso zog von der Stadtgrenze im nordöstlichen Berlin zum Olympischen Platz im Stadtteil Charlottenburg. Anmelder war nach Angaben der Polizei eine Einzelperson. Zwischenfälle habe es nicht gegeben, sagt ein Sprecher.

18.00 Uhr, Bundeskanzler verspricht schärfere Sanktionen: Mit Verweis auf Szenen aus Butscha betont Scholz: „Die Ermordung von Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen. Diese Verbrechen der russischen Streitkräfte müssen wir schonungslos aufklären.“ stellt nach den Gräueltaten russicher Truppen im ukrainischen Butscha neue Sanktionen gegen Russland in Aussicht. „Wir werden im Kreis der Verbündeten in den nächsten Tagen weitere Maßnahmen beschließen“, kündigt der SPD-Politik in einer kurzen Ansprache an, ohne weitere Details zu nennen.

17.00 Uhr, „Schlag in die Magengrube“: US-Außenminister Antony Blinken äußert sich entsetzt über die Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha bei Kiew. „Man kann nicht anders, als diese Bilder als einen Schlag in die Magengrube zu sehen“, sagt Blinken dem Sender CNN. Der Minister verweist darauf, dass die US-Regierung bereits im vergangenen Monat zu dem Schluss gekommen sei, dass russische Truppen in der Ukraine Kriegsverbrechen begingen. „Das ist die Realität, die sich jeden Tag abspielt, solange Russlands Brutalität gegen die Ukraine anhält. Deshalb muss es ein Ende haben.“

16.00 Uhr, Litauischer Regisseur Kvedaravicius stirbt bei Mariupol: Beim Versuch, die von russischen Truppen belagerte ukrainische Stadt Mariupol zu verlassen, ist der litauische Regisseur Mantas Kvedaravicius getötet worden. Dies teilt der Pressedienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums auf Twitter mit. Auch der russische Filmemacher Vitali Manski berichtet über den Tod seines 45-jährigen Kollegen. Er sei „mit der Kamera in der Hand“ getötet worden, schreibt Manski auf Facebook. Das litauische Außenministerium zeigt sich „schockiert“ über die Nachricht. Kvedaravicius sei in der Hafenstadt im Südosten der Ukraine gewesen, um „russische Kriegsgräuel zu dokumentieren“. Mit seinem Film „Mariupolis“ dokumentierte er bereits die Belagerung Mariupols im Jahr 2014 durch russische Truppen. Der Film lief 2016 auf der Berlinale.

15.00 Uhr, Lambrecht spricht nach Butscha von Gasstop: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bringt angesichts der Berichte über zahlreiche Leichen im ukrainischen Ort Butscha einen Stopp russischer Gaslieferungen ins Gespräch. „Es muss eine Reaktion geben. Solche Verbrechen dürfen nicht unbeantwortet bleiben“, sagt sie laut Vorabmeldung in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

14.00 Uhr, Stoltenberg sieht „keinen Rückzug“: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich entsetzt über den Tod zahlreicher Menschen in der Kiewer Vorstadt Butscha gezeigt. „Es ist eine Brutalität gegen Zivilisten, wie wir sie in Europa seit Jahrzehnten nicht gesehen haben“, sagt Stoltenberg dem Sender CNN. Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Nordwesten der ukrainischen Hauptstadt sorgten Aufnahmen von Leichen auf den Straßen von Butscha international für Entsetzen. Stoltenberg sagt mit Blick auf den Abzug der russischen Truppen aus der Umgebung von Kiew: „Was wir sehen, ist kein wirklicher Rückzug, sondern wir sehen, dass Russland seine Truppen neu positioniert.“ Man dürfe nicht zu optimistisch sein. „Die Angriffe werden weitergehen“, sagt der NATO-Generalsekretär. „Wir sind auch besorgt über mögliche verstärkte Angriffe, vor allem im Süden und im Osten.“

13.00 Uhr, Schwangere aus Mariupol von Russen entführt? Ukrainische Behörden meldeten, dass Kremltruppen Zivilisten aus der belagerten Hafenstadt Mariupol nach Russland verschleppen. Unter ihnen könnte auch die hochschwangere Bloggerin aus der Geburtsklinik der südukrainischen Stadt sein. Bilder nach den Bombenangriffen zeigten Mariana Wishegirskaya, wie sie im Schlafanzug aus der zerstörten Klinik flüchtete. Dazu behauptete der Kreml, die Frau sei nur eine Schauspielerin.

12.00 Uhr, Russland pumpt weiter Gas nach Europa: Der russische Staatskonzern Gazprom setzt nach eigenen Angaben seine Gaslieferungen durch die Ukraine in Richtung Westen in großem Umfang fort. Ungeachtet des Kriegs sollen am heutigen Sonntag 108,4 Millionen Kubikmeter durch das Leitungssystem des Nachbarlands gepumpt werden, teilt das Unternehmen der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Dies entspricht nach russischen Angaben der bestellten Menge. Am Samstag waren es Gazprom zufolge 108,1 Millionen Kubikmeter. Die vertraglich mögliche maximale Auslastung liegt bei 109 Millionen. Damit gingen auch am Wochenende die russischen Lieferungen nach der Umstellung der Zahlungen auf Rubel weiter.

11.00 Uhr, Russland meldet zerstörtes Treibstoff-Lager in Odessa: Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, Treibstoff-Lager bei der Hafenstadt Odessa seien mit Raketenangriffen zerstört worden. Der Treibstoff diene der Versorgung ukrainischer Truppen im Gebiet der Stadt Mykolaiw. Nach Angaben der Stadtverwaltung in Odessa wurde ein wichtiger Teil der „Infrastruktur“ getroffen. „Wir hoffen, dass es keine Todesfälle gibt“, sagt Stadt-Sprecher Sergej Bratschuk.

10.00 Uhr, Deutschland nicht nur bei Gas auf Russland angewiesen: Einer Studie zufolge ist Russland für Deutschland nicht nur wesentlicher Gas-Exporteur, sondern liefert auch wichtige Rohstoffe für die Industrie. Deutschland und der Weltmarkt sind vor allem bei Nickel, Palladium und Chrom abhängig von russischen Exporten, wie aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Dies seien Rohstoffe, die zum Teil schwierig zu ersetzen seien. „Daher sind neue Handelsbeziehungen zu alternativen Exportnationen für diese Rohstoffe essenziell“, erklärt das arbeitgebernahe Institut aus Köln.

09.00 Uhr, Explosionen erschüttern Hafenstadt Odessa: Aus der strategisch wichtigen ukrainischen Küstenstadt Odessa sind mehrere Explosionen gemeldet worden. Die Detonationen in der Stadt am Schwarzen Meer im Südwesten des Landes waren am frühen Morgen zu hören, berichtet ein AFP-Reporter. Zudem sind mindestens drei schwarze Rauchsäulen und Flammen vermutlich über einem Industriegebiet zu sehen. Die Metropole ist der größte Hafen der Ukraine und zentral für die Wirtschaft des gesamten Landes. Es ist bislang unklar, ob es sich um Beschuss durch russische Kampfflugzeuge oder um andere Raketen handelte. „Odessa wurde aus der Luft angegriffen“, erklärt der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko. „In einigen Gebieten wurden Brände gemeldet. Ein Teil der Raketen wurde von der Luftabwehr abgeschossen. Es wird empfohlen, die Fenster zu schließen.“ Auch ein Reuters-Augenzeuge meldet mehrere Explosionen in Odsessa.

08.00 Uhr, Lindner rechnet mit Wohlstandsverlust in Deutschland: Bundesfinanzminister Christian Lindner rechnet in Folge des Ukraine-Kriegs mit einem Wohlstandsverlust in Deutschland. „Ich habe ernsthafte Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung. Das Wachstum geht zurück, die Preise steigen“, sagt Lindner der Zeitung „Bild am Sonntag“. „Der Ukraine-Krieg macht uns alle ärmer, zum Beispiel weil wir mehr für importierte Energie zahlen müssen. Diesen Wohlstandsverlust kann auch der Staat nicht auffangen.“ Die Regierung werde aber die größten Schocks abfedern.

07.00 Uhr, Großbritannien könnte laut Minister sieben Kernkraftwerke bauen: Großbritannien könnte einem Zeitungsbericht zufolge bis zu sieben neue Kernkraftwerke bauen. „Es gibt eine Welt, in der wir bis 2050 sechs oder sieben Standorte in Großbritannien haben“, sagt der britische Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng der Zeitung „The Sunday Telegraph“. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine will Großbritannien die einheimische Energieversorgung radikal ausbauen.

23.59 Uhr, Litauen stoppt Gas-Import aus Russland: Das Gasnetz des baltischen EU- und NATO-Landes funktioniere seit Monatsbeginn ohne russische Gasimporte, teilt das Energieministerium in Vilnius am Abend mit. Dies werde durch Daten des litauischen Netzbetreibers bestätigt. Daraus gehe hervor, dass am 2. April kein Gas über die Verbindungsleitung zwischen Litauen und Belarus importiert wurde. „Wir sind das erste EU-Land unter den Lieferländern von Gazprom, das unabhängig von russischen Gaslieferungen ist“, wird Energieminister Dainius Kreivys in der Mitteilung zitiert. Demnach werde der gesamte litauische Gasbedarf nun über das Flüssiggas-Terminal in der Ostsee-Hafenstadt Klaipeda gedeckt. Litauen hatte die schwimmende Anlage Anfang 2015 in Betrieb genommen, um sich unabhängiger von russischen Gasimporten zu machen.

23.00 Uhr, Moskauer Polizei nimmt sogar Leute auf der Parkbank fest: Bei landesweiten Protesten gegen den russischen Militäreinsatz in der Ukraine sind am heutigen Samstag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Es habe mindestens 211 Festnahmen in 17 Städten gegeben, teilt die Nichtregierungsorganisation OVD-Info mit. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete in Moskau, wie mehr als 20 Menschen in einem Park nahe dem Kreml abgeführt wurden. Die Polizei nahm Menschen in Gewahrsam, die auf Parkbänken saßen oder einfach nur herumstanden, ohne die Gründe für die Festnahmen zu erläutern. Eine Frau rief bei ihrer Festnahme mehrmals „Nein zum Krieg in der Ukraine“. Auch in St. Petersburg wurden mehrere Menschen festgenommen – wobei unklar war, wie viele von ihnen tatsächlich protestieren wollten.

22.00 Uhr, Ehemalige UN-Chefanklägerin Del Ponte will internationalen Haftbefehl für Putin: Carla Del Ponte verlangt vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC) die Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Putin ist ein Kriegsverbrecher“, sagt die frühere Chefanklägerin der UN-Kriegsverbrechertribunale für das ehemalige Jugoslawien und für den Völkermord in Ruanda der schweizerischen Zeitung „Le Temps“. Besonders schockiert sei sie über die Nutzung von Massengräbern im Krieg gegen die Ukraine. Sie habe gehofft, nie wieder ein Massengrab zu sehen. Del Ponte glaubt, die Untersuchung zur Ukraine werde leichter sein als die zum früheren Jugoslawien, weil die Ukraine selbst eine Untersuchung durch den Strafgerichtshof erbeten habe. Der gegenwärtige ICC-Chefankläger Karim Khan hatte die Ukraine im März besucht.

21.00 Uhr, Moskau bereit für ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj: Die Agentur Interfax Ukraine zitiert den zum ukrainischen Verhandlungsteam gehörenden David Arachamia mit den Worten, Russland habe angedeutet, dass man bei den Dokumenten für den Entwurf eines Friedensvertrags so weit vorangekommen sei, dass dies direkte Konsultationen der Präsidenten beider Länder erlaube. Russland habe die Position der Ukraine grundsätzlich akzeptiert, mit Ausnahme des Standpunktes zur Krim. Zuvor teilten die Russen allerdings mit, die Verhandlungen mit der Ukraine seien nicht einfach. Es sei aber wichtig, dass sie fortgesetzt würden, zitierte die Agentur Ria den russischen Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Russland habe eine Fortsetzung der Gespräche in Belarus vorgeschlagen, was die Ukraine aber ablehne.

20.00 Uhr, „Gesamte Region Kiew befreit“: Außenministerin Annalena Baerbock wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, mit Lügen und Falschinformationen in den Krieg gegen die Ukraine gezogen zu sein. „Dieses falsche Narrativ, das er der Welt erzählt, glaubt er offensichtlich auch selbst“, sagt die Grünen-Politikerin im CNN-Interview. Die wenigen Menschen mit direktem Zugang zu Putin wagten es nicht, ihm die Wahrheit über die Lage in der Ukraine zu sagen, insbesondere dass seine Truppen längst nicht so erfolgreich seien wie gedacht, fügt Baerbock an.

19.00 Uhr, Kiewer Vorort hebt Massengräber aus: Nach dem Rückzug der russischen Armee aus dem Kiewer Vorort Butscha sind dort nach Behördenangaben fast 300 Menschen in Massengräbern beerdigt worden. Die Straßen der durch die Kämpfe stark zerstörten Kleinstadt seien mit Leichen übersät, sagt Bürgermeister Anatoly Fedourk der Nachrichtenagentur AFP. 280 Menschen mussten nach seinen Angaben bereits in Massengräbern beigesetzt werden, da die Kapazitäten der drei städtischen Friedhöfe nicht ausreichten.

18.00 Uhr, Indizien für Krebserkrankung Putins: Die russische Investigativgruppe „Proekt“ hat Details veröffentlicht, die auf ein mögliches Krebsleiden hinweisen. Demnach wurde der Kreml-Chef innerhalb von vier Jahren 35 Mal von einem Krebschirurgen in seiner Residenz am Schwarzen Meer besucht, wie die britische „Times“ aus den Untersuchungen zitiert. Putin, der im Oktober 70 Jahre alt wird, soll von einer Brigade von Ärzten begleitet werden, darunter Jewgeni Seliwanow, ein Spezialist für Schilddrüsenkrebs. Den Untersuchungen zufolge soll Seliwanow den russischen Staatschef zwischen 2016 und 2020 insgesamt 166 Tage lang besucht haben, während dieser in Sotschi weilte.

17.00 Uhr, Melnyk wirft abziehenden Russen Gräueltaten vor: Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk: Der russische Präsident Wladimir Putin erörtert der Agentur Tass zufolge mit Mitgliedern seines Sicherheitsrats zusätzliche Maßnahmen zur „Abwendung und Neutralisierung innerer Sicherheitsbedrohungen“. Details dazu bleiben offen. Vergangenen Monat hatte Putin vor „Verrätern“ gewarnt, die der Westen als Fünfte Kolonne zur Zerstörung Russlands nutzen wolle.

16.00 Uhr, Kreml droht mit Ende der ISS: Moskau droht mit einem Ende der Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS, sollten die USA und andere westliche Staaten nicht ihre Sanktionen gegen Russland zurücknehmen. Die Moskauer Führung werde in Kürze Fristen für ein Ende der Kooperation konkret vorschlagen, teilt der Chef der russischen Raumfahrtbehörde, Dmitri Rogosin, über Telegram mit. Die Schreiben würden dann den Raumfahrtbehörden der USA, Kanadas, Japans und der Europäischen Union zugestellt.

15.00 Uhr, Klitschko preist Deutschland als Bruderland: Während sein Bruder Vitali, Bürgermeister von Kiew, in der ukrainischen Hauptstadt ausharrt, beendet Wladimir Klitschko seine Berliner Rundreise. Obwohl der frühere Box-Weltmeister kein politisches Amt bekleidet, empfingen ihn Bundeskanzler Olaf Scholz, Finanzminister Christian Lindner, Wirtschaftsminister Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock. Auf Twitter bedankt sich Klitschko bei allen Deutschen, die er Brüder der Ukrainer nennt. Auch die deutsche Nationalhymne interpretiert Klitschko im Sinne von Brüderlichkeit in Zeiten der höchsten Not. „Deutschland und die Ukraine sind vereint wie nie zuvor, weil sie gemeinsam das Völkerrecht und den zentralen Wert der Freiheit verteidigen.“ Die Unterstützung und das Engagement Deutschlands werde er nie vergessen. „Danke liebes deutsches Bruderland, Danke.“

14.00 Uhr, Papst Franziskus kritisiert Krieg, aber vermeidet Kritik an Russland: Papst Franziskus verurteilt den Krieg in der Ukraine, meidet aber direkte Kritik an Russland. Zum Auftakt eines Besuchs in Malta sagt das Oberhaupt der katholischen Kirche in der Hauptstadt Valletta, aus dem Osten Europas sei die „Finsternis des Krieges“ gekommen. Wieder einmal schürten „einige wenige Mächtige“ Konflikte. Der 85-Jährige nennt jedoch – wie schon bei früheren Gelegenheiten – weder Russland noch dessen Präsidenten Wladimir Putin beim Namen. „Wir dachten, dass Invasionen aus anderen Ländern, brutale Straßenkämpfe und atomare Bedrohungen dunkle Erinnerungen an eine ferne Vergangenheit seien“, sagt der Argentinier in seiner Ansprache vor Diplomaten. „Doch der frostige Wind des Krieges, der nur Tod, Zerstörung und Hass mit sich bringt, ist anmaßend über das Leben vieler und die Tage aller hereingebrochen.“ Es sei traurig zu sehen, wie einige wenige Mächtige auf der Suche nach Raum und Einflusszonen voranschritten.

13.00 Uhr, EU plant weitere Sanktionen gegen Russland: Die Europäische Union arbeitet nach den Worten von Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni an neuen Sanktionen gegen Russland. Der Energiesektor werde davon aber nicht betroffen sein. Zugleich dürfte das Wachstum in der EU wegen des Krieges geringer ausfallen. Die bisherige Prognose eines Wirtschaftswachstums von vier Prozent sei zu optimistisch und werde nicht erreicht. Eine Rezession drohe aber nicht, fügt er an.

12.00 Uhr, Irak verzeichnet höchste Öl-Einnahmen „seit 1972“: Der Irak nimmt infolge des Ukraine-Kriegs im März durch den Ölexport so viel Geld ein, wie zuletzt vor der Ölpreiskrise 1973. Das Öl-Ministerium in Bagdad teilt mit, dass im vergangenen Monat 100.563.999 Barrel für 11,07 Milliarden US-Dollar (10,02 Milliarden Euro) exportiert worden seien. Dies seien „die höchsten Einnahmen seit 1972“. Die Daten sind den Angaben zufolge noch vorläufig. Ein Vertreter des Ministeriums sagt aber, dass sich an den Zahlen in der Regel nicht viel ändere. Im Februar hatten die irakischen Öl-Einnahmen mit 8,5 Milliarden Dollar bereits den höchsten Stand seit acht Jahren erreicht.

11.00 Uhr, China soll vor Kriegsbeginn Cyberangriff auf Ukraine verübt haben: Das berichtet die britische „Times“ und beruft sich dabei auf Geheimdienst-Informationen. Demnach hätten es die Hacker mit Tausenden Attacken auf über 600 Webseiten des ukrainischen Militärs und kerntechnischer Einrichtungen abgesehen, hieß es vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU. Sie seien unter anderem von der chinesischen Regierung koordiniert gewesen. Die Angriffe hätten vor Ende der Olympischen Winterspiele begonnen und ihren Höhenpunkt am 23. Februar, einen Tag vor der russischen Invasion, erreicht. Wie die „Times“ weiter berichtet, prüfe die britische Regierung die Anschuldigungen.

10.00 Uhr, Raketenbeschuss auf Regensburgs Partnerstadt Odessa: Russische Truppen haben ukrainischen Angaben zufolge eine Stadt unweit der Hafen-Metropole Odessa mit Raketen beschossen. Die Russen hätten von der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus drei Iskander-Raketen abgefeuert, schreibt der Chef der Regionalverwaltung, Maxym Martschenko, am Freitagabend auf Telegram. Es habe Verletzte gegeben. Weitere Details nennt er nicht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

23.59 Uhr, Schutzausrüstung für Ukraine gegen Bio- und Chemiewaffen: Die USA stellen nach eigenen Angaben der Ukraine Ausrüstung und Material für den Fall eines russischen Angriffs mit chemischen oder biologischen Waffen bereit. Präsidialamtsprecherin Jen Psaki weist auf Warnungen ihrer Regierung und anderer Staaten hin, dass Russland derartige Waffen einsetzen könnte.

23.00 Uhr, Dutzende Busse mit Flüchtlingen aus Mariupol: Dutzende Busse mit Zivilisten aus der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol sowie anderen Vertriebenen an Bord sind am Freitagabend im 220 Kilometer entfernten Saporischschja eingetroffen. In den Bussen saßen zahlreiche Einwohner Mariupols, die es geschafft hatten, in die von der russischen Armee besetzte Stadt Berdiansk zu gelangen, wo sie von dem Konvoi abgeholt wurden, wie Geflohene und Behördenvertreter sagen.

22.00 Uhr, Bolschoi-Theater spielt für gefallene russische Soldaten: Das Moskauer Bolschoi-Theater will die russische Armee mit einer Ballettaufführung unterstützen. Am Samstag werde das Ensemble das Ballett „Spartakus“ von Aram Chatschaturjan zur Unterstützung des russischen „Militäreinsatzes“ in der Ukraine aufführen, teilt das Theater mit. Der Erlös gehe an die Familien der in der Ukraine gefallenen russischen Soldaten. Nach Angaben des Theaters ist die Aufführung der Auftakt zu einer „groß angelegten Wohltätigkeitsaktion“ des russischen Kulturministeriums. Mehrere russische Theater werden demnach Aufführungen für Mitglieder von „Jugend-, Freiwilligen- und Veteranenorganisationen“ sowie für Bewohner der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebiete in der Ostukraine geben.

23.59 Uhr, Selensykj entfernt mutmaßliche Verräter aus dem Sicherheitsdienst: Wie Selenskyj in einer Videobotschaft erklärt, handelt es sich dabei um den Gesamtleiter der inneren Sicherheit sowie den Leiter der Zweigstelle der Behörde in der Region Cherson: „Ich habe nicht die Zeit, mich mit allen Verrätern zu befassen, aber sie werden nach und nach alle bestraft werden.“ Die beiden Männer hätten ihren Eid, die Ukraine zu verteidigen, gebrochen. Weitere Einzelheiten nennt Selenskyj nicht.

23.30 Uhr, EU-Parlamentspräsidentin reist nach Kiew: EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ist zu einer Reise in die ukrainische Hauptstadt aufgebrochen. „Auf dem Weg nach Kiew“, schreibt die Christdemokratin bei Twitter. Dazu veröffentlicht die 43-Jährige ein Foto, das sie vor einem ukrainischen Eisenbahnwaggon zeigt. Details zur Reise der aus Malta stammenden Parlamentspräsidentin gab es aus Sicherheitsgründen zunächst nicht. Ihr Sprecher teilt lediglich mit, Metsola werde im Namen des Europäischen Parlaments in Kiew eine Botschaft der Unterstützung und Hoffnung überbringen.

23.00 Uhr, Lindner lehnt Putins Rubel-Trick ab: „Es gibt kein Entgegenkommen für Wladimir Putin“, sagt FDP-Chef Christian Lindner im ZDF. „Die bestehenden Verträge werden erfüllt, und wir wollen nicht erlauben, dass die harten Sanktionen auch gegen die russische Zentralbank unterlaufen werden.“ Ziel sei es, Russland „politisch, finanziell und wirtschaftlich“ zu isolieren und „maximalen Druck auf Putin“ auszuüben, „damit baldmöglichst seine aggressiven Kriegshandlungen eingestellt werden“.

22.00 Uhr, Klitschko dankt Deutschland und bittet um weitere Unterstützung: Wladimir Klitschko, Bruder des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, bittet um weitere Unterstützung für sein Land. „Wir haben schon viel bekommen, vor allem von Deutschland“, sagt er im ZDF und bedankte sich. Allerdings sei dies nicht genug. „Der Angreifer, der Aggressor macht immer weiter“, so der ehemalige Box-Weltmeister. Benötigt würden vom Westen Finanzhilfen, Lebensmittel, Medikamente, Waffen und eine wirtschaftliche Isolierung Russlands.

21.00 Uhr, Deutsche Luftwaffe soll 40 Milliarden bekommen: Die deutsche Luftwaffe soll Insidern zufolge den Löwenanteil vom geplanten 100 Milliarden Euro schweren Bundeswehr-Sondervermögen erhalten. Etwa 40 Milliarden Euro seien für die Luftwaffe vorgesehen, erfährt Reuters von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Rund 27 Milliarden Euro sollen in die Verbesserung der Führungsunterstützung und moderne Fluggeräte fließen. Das Heer solle 17 Milliarden Euro und die Marine zehn Milliarden Euro erhalten. Das nächste Treffen zur Beratung über den Fonds dürfte am Montag im Kanzleramt stattfinden, verlautet weiter aus den Kreisen.

20.00 Uhr, Baerbock denkt, Putin glaubt selbst an seine Lügen: Außenministerin Annalena Baerbock wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, mit Lügen und Falschinformationen in den Krieg gegen die Ukraine gezogen zu sein. „Dieses falsche Narrativ, das er der Welt erzählt, glaubt er offensichtlich auch selbst“, sagt die Grünen-Politikerin im CNN-Interview. Die wenigen Menschen mit direktem Zugang zu Putin wagten es nicht, ihm die Wahrheit über die Lage in der Ukraine zu sagen, insbesondere dass seine Truppen längst nicht so erfolgreich seien wie gedacht, fügt Baerbock an.

19.00 Uhr, Onkologe untersuchte Putin 35 Mal in vier Jahren: Während der Kreml Details zum Gesundheitszustand des russischen Präsidenten unter Verschluss hält, veröffentlicht die russische Investigativgruppe Proyekt Hinweise auf eine mögliche Krebserkrankung Wladimir Putins. In seiner Residenz am Schwarzen Meer sei Putin in vier Jahren 35 Mal von einem Krebschirurgen besucht worden, zitiert die britische „Times“ aus den Untersuchungen. Putin werde von einer Brigade von Ärzten begleitet, darunter Yevgeny Selivanov, ein Onkologe, der sich auf Schilddrüsenkrebs spezialisiert hat, recherchierte Proyekt demnach. Selivanov soll den Kremlchef zwischen 2016 und 2020 insgesamt 166 Tage lang besucht haben, während Putin in Sotschi war. Die Investigativjournalisten deckten Putins mutmaßliche medizinische Behandlung auf, indem sie öffentlich zugängliche Beschaffungsdokumente der Regierung untersuchten. Diese zeigen, welche Ärzte der Präsidentenklinik in Moskau in vier verschiedenen Hotels untergebracht waren, schreibt die „Times“.

18.00 Uhr, USA warnen Indien vor Öl-Importen aus Russland: Die USA warnen Indien vor einer schnellen Ausweitung von Ölimporten aus Russland. Zwar gebe es derzeit kein Verbot von Energieimporten aus Russland, aber die USA und ihre europäischen Partner teilten das gemeinsame Interesse, ihre Abhängigkeit von einem „unzuverlässigen Energielieferanten“ wie Russland zu verringern, zitiert die „Hindustan Times“ den stellvertretenden nationalen US-Sicherheitsberater Daleep Singh. Demnach sind die USA auch bereit, Indien dabei zu helfen, seinen Bedarf an Energie und Militärausrüstung zu diversifizieren. Indien hat seit Kriegsbeginn bereits mehrere Millionen Barrel russisches Öl zu günstigen Preisen gekauft und möchte diesen Import ausbauen.

17.00 Uhr, Putin fürchtet Umsturz: Der russische Präsident Wladimir Putin erörtert der Agentur Tass zufolge mit Mitgliedern seines Sicherheitsrats zusätzliche Maßnahmen zur „Abwendung und Neutralisierung innerer Sicherheitsbedrohungen“. Details dazu bleiben offen. Vergangenen Monat hatte Putin vor „Verrätern“ gewarnt, die der Westen als Fünfte Kolonne zur Zerstörung Russlands nutzen wolle.

16.00 Uhr, EU-Parlamentspräsidentin verspricht mehr Hilfe: EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew angekommen. „Ich bin in Kiew, um eine Botschaft der Hoffnung zu überbringen. Wir sind mit Euch“, schreibt die Politikerin auf Twitter. Zudem veröffentlicht sie ein Video in dem sie zusichert: „Wir werden helfen, Eure Städte wieder aufzubauen.“ Finanzielle und militärische Hilfe werde aufrecht erhalten und ausgebaut. Der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal bezeichnet den Besuch als kraftvolles Signal politischer Unterstützung. Man habe über schärfere Sanktionen gegen Russland gesprochen und betont, die Ukraine sei voll und ganz für den nächsten Schritt zur EU bereit. Man sei dankbar für die Hilfe.

15.00 Uhr, Tschechien ruft russische Diplomaten zur Meuterei auf: In einem ungewöhnlichen Schritt ruft das tschechische Außenministerium russische Diplomaten auf, aus Protest gegen den Ukraine-Krieg ihre Ämter niederzulegen. „Bitte verlassen Sie dieses sinkende Schiff“, heißt es in einem auf Russisch und Tschechisch veröffentlichten Appell. Die Diplomaten werden aufgefordert, den „Kreis der Komplizen“ verlassen. Andernfalls müssten sie mit ernsten Folgen rechnen, warnt das Außenministerium in Prag: „Russland wird für seine Verantwortung für die apokalyptische Zerstörung eines souveränen Nachbarstaats zur Rechenschaft gezogen werden.“

14.00 Uhr, Kreml will Depardieu nach Putin-Schelte den Krieg erklären: Nach der heftigen Kritik des Schauspielers Gérard Depardieu am russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des Ukraine-Konflikts hat der Kreml dem „Enfant terrible“ des französischen Films angeboten, ihm die Hintergründe „zu erklären“. „Ich würde sagen, dass Depardieu höchstwahrscheinlich nicht ganz versteht, was vor sich geht“, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Depardieu hatte Putin am Donnerstag „verrückte und inakzeptable Exzesse“ bescheinigt.

13.00 Uhr, Kiew bestreitet Angriff auf russisches Gebiet: Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates in der Ukraine, Olexij Danilow, dementiert, Streitkräfte seines Landes stünden hinter dem Brand eines Treibstofflagers in Russland. „Aus irgendwelchen Gründen behaupten die, wir waren es“, sagt er im Fernsehen mit Blick auf russische Darstellungen, Ukrainer hätten die Tanks angegriffen. „Nach den Informationen, die ich habe, entspricht das nicht der Wahrheit“, erklärt Danilow.

12.00 Uhr, Russland setzt laut Amnesty International Streubomben ein: Russland setzt nach einem Bericht von Amnesty International beim Krieg in der Ukraine auch verbotene Streumunition ein. Die Menschenrechtsorganisation wirft den russischen Truppen „unerbittliche, wahllose Angriffe“ auch auf Zivilisten vor. Die Echtheit von „physischen Beweisen“ für den Einsatz solcher Munition sei von Amnesty-Ermittlern in der Ukraine bestätigt worden. Als Streumunition werden Raketen oder Bomben bezeichnet, die noch in der Luft über dem Ziel zerbersten und eine Vielzahl kleiner Sprengkörper freisetzen. Diese Mini-Bomben fallen dann in einem Umkreis von mehreren Dutzend Metern zu Boden. Amnesty-Expertin Janine Uhlmannsiek sagt: „Die Liste der Kriegsverbrechen des russischen Militärs wird mit jedem Tag länger.“

11.00 Uhr, Klitschko informiert Westen über die Lage im Land: Die russischen Truppen in der Ukraine sind nach Angaben des österreichischen Kanzlers Karl Nehammer demoralisiert. Berichte des Bruders des Bürgermeisters von Kiew, Wladimir Klitschko, deckten sich mit Berichten der Geheimdienste, sagt Nehammer, der Klitschko in Berlin traf. Es gebe „dramatische Ausfälle“. Klitschko sprach in Berlin ebenfalls mit Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock. „Mein Bruder betonte bei allen Treffen die Notwendigkeit weiterer Hilfe für die Ukraine, die derzeit um die Existenz ihres Staates und ihre Freiheit kämpft“, schreibt Vitali dazu auf Instagram.

10.00 Uhr, Bundeswehr-Reserveoffizier als russischer Spion angeklagt: Der Bundeswehr-Reserveoffizier Ralph G. muss sich wegen Spionagevorwürfen vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf erhoben, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Der Angeschuldigte soll dem russischen Nachrichtendienst Informationen zum Reservistenwesen der Bundeswehr sowie zu der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit und der damit verbundenen „Zivilen Verteidigung“ verschafft haben. Daneben lieferte er laut Anklage Einblicke aus dem Bereich der Wirtschaft, etwa zu den Folgen der gegen Russland im Jahr 2014 verhängten Wirtschaftssanktionen für Deutschland und die Europäische Union und zur Gaspipeline Nord Stream 2.

09.00 Uhr, Bundesregierung liefert 58 Schützenpanzer an Ukraine: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht habe eine weitere Lieferung an die ukrainische Armee genehmigt. Das berichtet die „Welt“. Im Umfang sollen auch 58 Schützenpanzer vom Typ „PbV-501“ enthalten sein, die ursprünglich aus den Beständen der DDR stammen. Die Panzer kommen in diesem Fall aus Tschechien. Das Land hatte die Militärfahrzeuge Ende der 90er Jahre gekauft, für den Weiterverkauf an die Ukraine war jedoch eine deutsche Genehmigung erforderlich. Die Lieferung werde nicht sofort erfolgen, da die Instandsetzung noch einige Wochen dauern werde, berichtet das Blatt.

08.00 Uhr, Fast 295.000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland: In Deutschland sind fast 295.000 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert. „Bis heute hat die #Bundespolizei 294.508 Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland festgestellt“, twittert das Bundesinnenministerium. „Überwiegend sind es Frauen, Kinder und alte Menschen.“

07.00 Uhr, „Putin nutzt Hunger als Waffe“, warnt Özdemir: Landwirtschaftsminister Cem Özdemir verurteilt diese Kriegstaktik: „Putin benutzt die Verknappung von Nahrung als Waffe. Das tötet nicht so unmittelbar wie seine Bomben, aber der Hunger in den ärmsten Ländern wird sich verschärfen“, sagt Özdemir der „Bild“-Zeitung. „Wir verurteilen diese perfide Strategie, mit der Putin weltweit Menschen als Geiseln nimmt. Wir unterstützen jetzt die Menschen in der Ukraine. Über 4000 Paletten Hilfsgüter haben über unsere Koordinierungsstelle die Grenzgebiete zur Ukraine erreicht. Und perspektivisch wird es auch darum gehen, der Landwirtschaft dort wieder auf die Beine zu helfen – wir stehen dafür bereit“, so der Minister.

21.00 Uhr, Putin „scheint sich selbst zu isolieren“: „Es gibt Anzeichen dafür, dass er einige seiner Berater entlassen oder unter Hausarrest gestellt hat“, sagt US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus. Es gebe aber „nicht so viele handfeste Beweise“. Auf die Frage, ob Putin von seinen Beratern falsch informiert werde, antwortet Biden: „Es gibt eine Menge Spekulationen. Aber er scheint – ich sage das nicht mit Gewissheit – er scheint sich selbst zu isolieren.“

20.00 Uhr, „Russen schießen versehentlich eigene Flugzeuge ab“: Der Chef der britischen Geheimdienstbehörde GCHQ, Jeremy Fleming, zeichnet ein verheerendes Bild der russischen Invasion in der Ukraine. „Wir haben russische Soldaten gesehen, denen es an Waffen und Moral mangelt, die Befehle verweigern, ihre eigene Ausrüstung sabotieren und sogar versehentlich ihre eigenen Flugzeuge abschießen“, so Fleming. Die Führung in Moskau habe die Situation nicht richtig eingeschätzt. Jetzt sei es Kremlchef Wladimir Putins persönlicher Krieg geworden. „Den Preis dafür zahlen unschuldige Menschen in der Ukraine – und zunehmend auch ganz normale russische Bürger.“

19.00 Uhr, Gefahr von Luftangriffen in Kiew weiter sehr hoch: Russlands Gerede von Deeskalation sei „schöne Rhetorik“, sagt ein hochrangiger Pentagon-Vertreter. „Aber es bedeutet nicht, dass die Bedrohung aus der Luft weniger wird.“ Auch wenn die Bodenpräsenz rund um Kiew verringert werde, setze das russische Militär die Stadt weiter mit Luftangriffen unter Druck. In den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl der Lufteinsätze deutlich erhöht worden. Die Angriffe konzentrierten sich vor allem auf Kiew oder auch Tschernihiw.

18.00 Uhr, Scholz will Gas weiter nur mit Euro bezahlen: Auf Twitter bekräftigt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): Dass die Zahlungen russischer Gaslieferungen in Euro oder Dollar getätigt werden, „ist so, das wird auch so bleiben“.

17.00 Uhr, Tschetschenen-Kommandeur in Mariupol verwundet: Bei Gefechten in der belagerten Stadt Mariupol ist der tschetschenische Feldkommandant Ruslan Geremeyev verwundet worden. Das teilt Tschetschenen-Machthaber Ramsan Kadyrow auf Telegram mit. Dazu zeigt er ein Video, wie er den 43-Jährigen in einer Klinik besucht. „Er ist ein echter Krieger, ein wahrer Patriot des Vaterlandes“, schreibt Kadyrow über Geremeyev. „Dank solch tapferer und mutiger Krieger wie Ruslan werden unsere Streitkräfte jeder Bedrohung standhalten und den Frieden und die Sicherheit Russlands gewährleisten.“ Über die Schwere der Verletzung macht Kadyrow keine Angaben. Wie die „Times“ berichtet, ist Geremeyev Befehlshaber des Nord-Bataillons der tschetschenischen Streitkräfte. Zudem wird er verdächtigt, Drahtzieher des Mordes an Putin-Kritiker Boris Nemzow zu sein. Der russische Politiker wurde 2015 in unmittelbarer Nähe des Kreml erschossen.

16.00 Uhr, Lieferung von Luftabwehrsystem durch Israel möglich: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ist zuversichtlich, dass Israel sein Raketenschutzsystem Arrow 3 auch an Deutschland liefern würde. „Die Gespräche waren konstruktiv“, sagt sie dem Sender Welt nach einem Besuch in Israel. „Sie waren vor allem technisch sehr interessant. Und ich hatte nicht das Gefühl, dass Israel das ablehnen würde.“ Voraussetzung wäre allerdings auch eine Zustimmung der USA. „Dahinter stehen die Vereinigten Staaten, die dieses Projekt mitfinanzieren“, sagt die FDP-Politikerin.

15.30 Uhr, Gas muss von Freitag an in Rubel bezahlt werden: Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach eigenen Angaben ein Dekret unterzeichnet, nachdem ausländische Käufer für russisches Gas von Freitag an in Rubel zahlen müssen. Westliche Staaten müssen demnach Konten bei der Gazprombank eröffnen, um weiter russisches Gas zu erhalten. Andernfalls würden die Lieferungen für die „unfreundlichen“ Länder eingestellt, sagt Putin heute im russischen Staatsfernsehen. Unklar war zunächst, ob die Staaten selbst bereits in Rubel zahlen müssen oder eine Euro-Zahlung direkt konvertiert wird. 

14.00 Uhr, Weiterhin Verwirrung und Sorgen wegen des Gasstreits mit Russland: Der Streit ums Gas und seine Vergütung sorgt weiter für Verwirrung und Verunsicherung. Während der Kreml offenbar Wege sucht, um über die Bezahlung seiner Gaslieferungen Sanktionen zu umgehen, unternehmen Berlin und Brüssel alles, um sich auf etwaige Lieferausfälle vorzubereiten. Seit gestern ist in Deutschland die Frühwarnstufe des „Notfallplans Gas“ in Kraft, wobei die Gasversorgung laut Wirtschaftsministerium aktuell als gesichert gilt. Die Sorgen wegen eines möglichen Lieferstopps aus Russland wachsen dennoch – auch weil aus Moskau zuletzt unterschiedliche Signale gesendet wurden. 

13.30 Uhr, London setzt „Schlächter von Mariupol“ auf Sanktionsliste: Großbritannien verhängt weitere Sanktionen gegen Russen, die der Regierung von Präsident Wladimir Putin nahestehen. Im Fokus stehen dieses Mal Vertreter von Staatsmedien. Die Strafen richten sich unter anderem gegen den früheren Chef der russischen Medienaufsicht, Alexander Scharow, den Direktor des Senders RT, Alexej Nikolow, und gegen den Nachrichtensprecher Sergej Briljow vom Staatssender Rossija. Der Krieg gegen die Ukraine stütze sich auf einen „Strom der Lügen“, sagt die britische Außenministerin Liz Truss in London. Die jüngste Sanktionen beträfen „schamlose Propagandisten, die Putins Fake News und Narrative verbreiten“. Auf der Liste steht auch Generaloberst Michail Misinzew, der London zufolge auch als „Schlächter von Mariupol“ bezeichnet wird. Misinzew wird für Angriffe auf zivile Infrastruktur und Wohngebiete in der belagerten Hafenstadt im Südosten der Ukraine verantwortlich gemacht.

12.30 Uhr, IAEA soll Kontrolle über AKW in der Ukraine übernehmen: Die UN-Atomaufsichtsbehörde IAEA wird nach ukrainischen Angaben die von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerke Tschernobyl und Saporischschja kontrollieren. Dazu würden Online-Überwachungseinsätze organisiert, sagt der Chef des staatlichen AKW-Betreibers Energoatom, Pertro Kotin. Die Internationale Atomenergiebehörde solle ihren Einfluss geltend machen, um sicherzustellen, dass sich die russischen Atombehörden nicht in den AKW-Betrieb einmischen. 

10.00 Uhr, Wladimir Klitschko reist nach Deutschland: Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, und sein jüngerer Bruder Wladimir treten momentan oft als Duo auf. In den sozialen Medien verbreiten sie aus Kiew immer wieder kurze Videoansprachen mit Durchhalteparolen, Friedensappellen, Kritik an Russland oder Forderungen an andere Staaten. Nun hat zumindest einer der beiden früheren Box-Weltmeister die ukrainische Hauptstadt verlassen, offenbar in diplomatischer Mission. Wladimir Klitschko ist mit einer Delegation aus Kiew nach Deutschland gefahren. „Es sind Treffen mit hochrangigen Politikern für eine politische Unterstützung der Ukraine geplant“, teilt Vitali im Nachrichtenkanal Telegram mit. Es gehe dabei um wirtschaftliche, humanitäre und militärische Hilfe für die Ukraine.

9.00 Uhr, Ukraine bereitet sich auf russische Offensive im Osten vor – London warnt vor Kampf in Kiews Vororten: Die russischen Truppen formieren sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij für weitere Angriffe auf den Donbass im Osten des Landes. „Und wir bereiten uns darauf vor“, sagt Selenskij am Morgen in einer Video-Botschaft. Während Moskau nach seinem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar zunächst von einer „Spezialoperation“ zur Zerstörung militärischer Stützpunkte sprach, soll nun die Eroberung der Ostukraine das Hauptziel sein: Nun geht es darum, die Gebiete des Donbass zu erobern, die bisher noch nicht unter der Kontrolle der prorussischen Separatisten stehen. Seine militärische Aktivität rund um die Hauptstadt Kiew und die nahe Großstadt Tschernihiw im Norden des Landes wollte Russland drastisch reduzieren, wie Moskau am Dienstag bei den Gesprächen mit der Ukraine als vertrauensbildende Maßnahme angekündigt hatte. Die Ukraine und der Westen haben dahinter allerdings schon gestern eine mögliche Strategie vermutet, um Truppen neu zu formieren.

8.30 Uhr, Nach angekündigter Feuerpause: Ukraine schickt Busse nach Mariupol: Nach der russischen Ankündigung einer vorübergehenden Waffenruhe schickt die ukrainische Regierung 45 Busse in die belagerte südostukrainische Hafenstadt Mariupol. „Wir tun alles Mögliche dafür, dass die Busse heute nach Mariupol gelangen und die Menschen abholen, die es noch nicht aus der Stadt heraus geschafft haben“, sagt Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einer Videobotschaft.

23.59 Uhr, Selensykj bleibt trotz Teilabzugs der russischen Truppen pessimistisch: “Wir glauben niemandem“, sagt der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj über die Ergebnisse des 35. Kriegstages, „keinen schönen verbalen Konstruktionen. Es gibt eine reale Situation auf dem Schlachtfeld. Und jetzt ist das die Hauptsache. Wir werden nichts verschenken. Und wir werden um jeden Meter unseres Landes kämpfen, für jeden einzelnen unserer Menschen.“

23.30 Uhr, Feuerpause für Mariupol: Das russische Verteidigungsministerium verkündet eine Feuerpause für die südukrainische Hafenstadt Mariupol. Die Maßnahme werde am Donnerstag um 10.00 Uhr (Ortszeit; 09.00 Uhr MESZ) in Kraft treten und solle die Möglichkeit schaffen, Zivilisten über einen humanitären Korridor aus der belagerten Stadt herauszuholen, erklärt das Ministerium. „Damit diese humanitäre Operation erfolgreich ist, schlagen wir eine direkte Beteiligung von Vertretern des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz vor“, heißt es weiter.

23.00 Uhr, Abzug russischer Truppen aus Tschernobyl: Die russischen Streitkräfte ziehen sich offenbar aus der Zone um die Atomruine Tschernobyl zurück. Russische Soldaten würden die Gegend verlassen und in das benachbarte Belarus abziehen, sagt ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. „Wir denken, dass sie gehen. Ich kann nicht sagen, dass alle gegangen sind.“ Der Pentagon-Vertreter sprach von einer „Neupositionierung“ der Streitkräfte.Russland hatte am Dienstag angekündigt, Militäraktivitäten in der Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew und in der Gegend um die Stadt Tschernihiw im Norden der Ukraine deutlich zurückzufahren.

22.00 Uhr, Berater sagen Putin nicht die Wahrheit: Russlands Präsident Wladimir Putin bekommt von seinen Beratern nach Einschätzung der US-Regierung keine ehrliche Beschreibung der Lage im Ukraine-Krieg. Die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Kate Bedingfield, sagte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen: „Wir glauben, dass er von seinen Beratern nicht richtig darüber informiert wird, wie schlecht das russische Militär agiert und wie die russische Wirtschaft durch die Sanktionen gelähmt wird.“ Putins hochrangige Berater hätten „zu viel Angst, ihm die Wahrheit zu sagen“.

21.00 Uhr, Schweden schließt NATO-Beitritt nicht mehr aus: Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson denkt in Sachen NATO um. „Ich schließe einen Beitritt zur NATO keineswegs aus“, sagte Andersson dem Sender SVT. Die Sozialdemokratin galt bislang als Verfechterin der schwedischen Bündnisneutralität und hatte sich auch nach dem russischen Überfall auf die Ukraine entsprechend geäußert. Andersson betonte, die schwedische Sicherheitspolitik werde derzeit grundlegend überprüft. „Ich möchte, dass wir eine gründliche Analyse unserer Möglichkeiten in dieser Situation vornehmen, inklusive der damit verbundenen Gefahren und Risiken, um die beste Entscheidung für Schweden zu treffen“, betonte die Regierungschefin.

20.00 Uhr, Putin will weiter Euro für Gaslieferungen akzeptieren: Putin hat angekündigt, dass man in Rubel bezahlen muss, er aber weiter auch Euro akzeptieren werde. Es werde sich also gar nichts ändern. Dieses Vorgehen habe er Bundeskanzler Scholz im bereits erwähnten Telefonat vorgeschlagen, teilte Regierungssprecher Hebestreit mit. Putin wolle zum 1. April ein Gesetz erlassen, dass die Zahlung in Rubel vorschreibe, dann aber weiter Euro akzeptieren. Die Euros würden dann in Russland in Rubel getauscht – ein Vorgehen, das nähere Erklärung verlangt. Scholz forderte diese in schriftlicher Form an. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist skeptisch, ob Russland tatsächlich weiter Zahlungen für Gaslieferungen in Euro akzeptiert. Bei „RTL Direkt“ sagte Habeck, man müsse abwarten, wie die Putin-Regierung ihre Drohung morgen in einem Gesetz konkretisieren werde. Der ukrainische Botschafter in Deutschland reagierte auf Twitter mit einem sarkastischen Kommentar.

19.00 Uhr, Kadyrow sicher, dass Putin keine Zugeständnisse macht: Russland wird in der Ukraine nach Darstellung des Oberhaupts der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, keine Zugeständnisse machen. Es sei falsch von dem Unterhändler Wladimir Medinski gewesen, entsprechende Andeutungen zu machen, erklärt Kadyrow in einem Video auf Telegram. Russlands Präsident Wladimir Putin werde nicht einfach das abbrechen, was er in der Ukraine begonnen habe.

18.00 Uhr, Krimtartaren wollen Krim zurück: „Die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine in ihren international anerkannten Grenzen“ – darunter die „autonome Republik“ Krim – müsse eine „zwingende Voraussetzung“ in den Gesprächen sein, erklärte der Vorsitzende der Vertretung des Krimtatarischen Volkes, Refat Tschubarow. Nach der Annexion durch Russland flohen 30.000 Krimtartaren, Russland verbot sie als extremistische Gruppierung.

17.00 Uhr, Netrebko distanziert sich jetzt doch von Putin: In einer Erklärung schrieb Netrebko, ihre Gedanken seien „bei den Opfern dieses Krieges und deren Familien“. Gleichzeitig erklärte sie, weder „Mitglied einer politischen Partei“ noch „mit irgendeinem Führer Russlands verbunden“ zu sein sowie Staatschef Wladimir Putin „in meinem ganzen Leben nur eine Handvoll Mal getroffen“ zu haben. Die 50-Jährige stand seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine in der Kritik, weil sie als Unterstützerin Putins galt. „Ich habe ansonsten nie finanzielle Unterstützung von der russischen Regierung erhalten und lebe in Österreich, wo ich auch steuerlich ansässig bin.“ Netrebko erklärte außerdem, sie liebe ihr Heimatland Russland. Durch ihre Kunst strebe sie „ausschließlich Frieden und Einigkeit an“.

16.00 Uhr, Kohle soll drohenden Gasmangel ausgleichen: Die Bundesregierung setzt angesichts eines drohenden Gasmangels auf mehr Strom aus Kohlekraftwerken. „Kohlekraftwerke werden mit mehr Volllast laufen als bisher“, sagt der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Patrick Graichen, nach einem Treffen der Energieminister der Länder. Zudem seien die Bürger und die Industrie aufgerufen, Energie einzusparen.

15.00 Uhr, Schwesig bekennst Nord Stream 2 als Fehler: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig blickt selbstkritisch auf ihre jahrelange Unterstützung der Gaspipeline Nord Stream 2 zurück – sie spricht nun von einem „Fehler“. Auch die Gründung der Klimaschutzstiftung Mecklenburg-Vorpommern, in die 20 Millionen Euro von Nord Stream 2 geflossen sind, sei aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen, sagte die SPD-Politikerin in Schwerin bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach sechswöchiger Krankheit. „Auch ich habe diesen Fehler gemacht“, räumte sie ein. Es sei gut, dass Nord Stream 2 nun gestoppt sei und dass die Stiftung abgewickelt werden soll.

14.30 Uhr, Russland: Zahlung in Rubel soll nicht sofort erfolgen: Russland verzichtet offenbar auf sofortige Reaktionen, sollten Gasbezieher ihre Rechnungen nicht wie vom Kreml gefordert mit Rubel begleichen. Am eigentlichen Ziel aber will Moskau festhalten. Die Umstellung solle schrittweise erfolgen, das teilt das russische Präsidialamt am Mittwoch mit. Der Dollar als weltweite Reservewährung habe ausgedient, daher seien Bezahlungen in den jeweiligen Landeswährungen unvermeidbar. Die Anweisung von Präsident Wladimir Putin, auf Rubel-Zahlungen umzustellen, sei aber noch nicht für diesen Donnerstag gültig, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Putin will sich an dem Tag mit Vertretern des russischen Gasriesen Gazprom und der Zentralbank treffen, um sich über den Stand der Dinge informieren zu lassen. 

14.00 Uhr, Der Krieg in der Ukraine treibt die Inflation in die Höhe: Die Inflation in Deutschland steigt drastisch an. Im März lagen die durchschnittlichen Preise nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 7,3 Prozent über dem Niveau vom März 2021. Das ist die höchste Rate seit mehr als vier Jahrzehnten. Einer der wichtigsten Gründe dafür sind die gestiegenen Preise für Öl und Gas. Seit Wochen sind wegen des Kriegs in der Ukraine an den internationalen Rohstoffmärkten erhebliche Turbulenzen zu beobachten.

13.45 Uhr, China und Russland beschwören „strategische Partnerschaft“: In den Spannungen um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine rücken Russland und China näher zusammen. Erstmals seit Beginn der Invasion ist der russische Außenminister Sergej Lawrow in Tunxi in der südostchinesischen Provinz Anhui persönlich mit seinem Amtskollegen Wang Yi zusammen getroffen. Wang Yi heißt ihn als „alten Freund“ willkommen. hieß. Beide Seiten heben die Qualität der Beziehungen und den Wunsch nach einem Ausbau der Kooperation hervor. China gibt Russland im Ukraine-Krieg politisch Rückendeckung und weigert sich bis heute, die Invasion zu verurteilen. Vielmehr stellt Peking die USA und die Nato als Hauptschuldige der Krise dar. In einer gemeinsamen Erklärung vereinbaren Lawrow und Wang Yi den Ausbau ihrer „strategischen Partnerschaft“ in einer „schwierigen internationalen Situation“, wie Moskau mitteilt. Zudem wollen sie sich außenpolitisch enger abstimmen und in internationalen Angelegenheiten mit einer gemeinsamen Position auftreten. 

12.00 Uhr, Wirtschaftsweise: „Die Lage ist außergewöhnlich ernst“: Es sind nur Prognosen, mit Unsicherheiten behaftet. Aber was der Sachverständigenrat der Bundesregierung heute vorgelegt hat, klingt besorgniserregend: Die sogenannten Wirtschaftsweisen erwarten für dieses Jahr ein Wachstum in Höhe von 1,8 Prozent, noch im November rechneten sie mit 4,6 Prozent. Die Inflation schätzen sie auf extrem hohe 6,1 Prozent. An diesem Bericht mitgeschrieben hat die Münchner Wirtschaftswissenschaftlerin Monika Schnitzer. Im SZ-Interview unterfüttert sie diese Zahlen mit eindringlichen Worten: „Die Lage ist außergewöhnlich ernst“, zumal da man für die Prognosen unterstellt habe, dass es keinen Lieferstopp von Öl und Gas aus Russland geben werde. Käme es zu einem solchen, dann könne niemand die Folgen vorhersagen. Schnitzer sagt: „Das hätte gravierende Verwerfungen zur Folge. Massive Preissteigerungen, Energieengpässe, Betriebsschließungen – das wollen Sie nicht erleben.“

9.00 Uhr, Habeck ruft Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus: Die Bundesregierung bereitet sich vor dem Hintergrund des russischen Krieges gegen die Ukraine auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor. Wirtschaftsminister Robert Habeck ruft deswegen die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus. Es ist die erste von drei Krisenstufen, die noch keine staatlichen Versorgungseinschränkungen vorsieht. Die Bundesregierung müsse „die Vorsorgemaßnahmen erhöhen, um für den Fall einer Eskalation seitens Russlands gewappnet zu sein“. Es sei ein Krisenteam zusammengetreten, das die Versorgungslage analysiere und bewerte. Die Gesamtversorgung aller deutschen Gasverbraucher sei aktuell weiter gewährleistet, es gebe keine Versorgungsengpässe, so Habeck. „Dennoch ist ab sofort jeder Gasverbraucher – von der Wirtschaft bis zu Privathaushalten – auch gehalten, seinen Verbrauch so gut wie möglich zu reduzieren.“

8.30 Uhr, Konjunkturprognose sinkt wohl stark: Die Wirtschaftsweisen dürften ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr wegen des Ukraine-Kriegs massiv senken. Zudem rechnet der Sachverständigenrat laut einem Medienbericht mit einer deutlich höheren Inflationsrate. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat seine Konjunkturprognose wegen des Ukraine-Kriegs offenbar deutlich nach unten revidiert. In seiner aktuellen Prognose geht er nur noch von einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent in 2022 aus, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

4.30 Uhr, Ukraine glaubt nicht an den „Truppenabzug“: Entgegenkommen oder Täuschungsmanöver? In der Ukraine glaubt man nicht, dass Russland seine Militäraktivitäten rund um Kiew wie angekündigt verringert. Und auch in den USA und Westeuropa überwiegt die Skepsis. Die ukrainische Regierung glaubt nicht, dass Russland tatsächlich in größerem Umfang Truppen aus Gegend um Kiew und Tschernihiw abzieht. Der „sogenannte Truppenabzug“ sei eher eine Rotation von Einheiten, mit der die ukrainische Militärführung getäuscht werden solle, teilte der ukrainische Generalstab in der Nacht mit. Auch solle damit ein falsches Bild von dem angeblich eingestellten Plan zur Einkesselung Kiews geschaffen werden. Zwar habe das russische Militär einige Einheiten aus der Umgebung von Kiew und Tschernihiw abgezogen, hieß es in dem Lagebericht des ukrainischen Generalstabs weiter. Doch gebe es Anzeichen, dass diese Einheiten an anderer Stelle im Osten der Ukraine eingesetzt werden sollen.

23.59 Uhr, USA verstärken Truppen in Osteuropa: Die US-Streitkräfte verlegen weitere Kampfflugzeuge, Transportmaschinen und Soldaten nach Osteuropa. Eine Einheit von rund 200 Marineinfanteristen aus den USA sei nach einem Manöver in Norwegen nach Litauen verlegt worden, sagt der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby. Zudem würden aus den USA zehn Kampfflugzeuge vom Typ „F/A-18 Hornet“ und „ein paar“ Transportmaschinen vom Typ „C-130 Hercules“ mit rund 200 dazugehörigen Soldaten nach Osteuropa gebracht. Ihr genaues Ziel sei noch unklar, aber sie würden in Kürze verlegt, sagt Kirby.

23.00 Uhr, Selenskyj nach Gesprächen mit Russland vorsichtig optimistisch: Die Signale von den Friedensgesprächen mit Russland könnten nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als positiv bezeichnet werden. Allerdings übertönten sie nicht den Lärm der Explosionen russischer Geschosse, erklärt er in einer Ansprache. Die Ukraine könne sich nur auf ein konkretes Ergebnis der Verhandlungen verlassen. „Die russische Armee hat immer noch ein großes Potenzial, um die Angriffe auf unseren Staat fortzusetzen.“ Deshalb werde die Ukraine ihre Verteidigungsanstrengungen nicht verringern.

22.00 Uhr, Russland zieht nur kleine Zahl von Soldaten von Kiew ab: Das US-Verteidigungsministerium berichtet von einer kleinen Zahl von russischen Soldaten, die sich aus Stellungen um Kiew wegbewegt hätten. „Wir glauben aber, dass es sich um eine Neupositionierung und nicht um einen wirklichen Abzug handelt“, sagt Sprecher John Kirby. Man müsse sich auf eine Großoffensive in anderen Teilen der Ukraine einstellen. „Es heißt nicht, dass die Bedrohung für Kiew vorbei ist.“

21.00 Uhr, Laut Macron Zahlung für Gas in Rubel nicht möglich: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lehnt eine Zahlung von Gaslieferungen in Rubel ab. Das sei nicht möglich, sagt Macron dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat nach Angaben des französischen Präsidialamtes. Das russische Präsidialamt erklärt lediglich, dass bei dem Gespräch über Gaslieferungen in Rubel gesprochen worden sei.

20.00 Uhr, „Ukrainische nationalistische Kämpfer sollen Waffen niederlegen“: Der russische Präsident Wladimir Putin und sein französischer Kollege Emmanuel Macron haben sich nach Kremlangaben über die schwierige humanitäre Lage in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol ausgetauscht. Putin habe Macron in dem Telefonat darüber informiert, dass die russischen Armee humanitäre Hilfe liefere und Zivilisten in Sicherheit bringe, heißt es in einer vom Kreml veröffentlichten Mitteilung. Putin habe dabei betont, dass die „ukrainischen nationalistischen Kämpfer den Widerstand aufgeben und die Waffen niederlegen sollten“. Die ukrainischen Behörden werfen den russischen Truppen vor, Bürger aus Mariupol zu verschleppen und gezielt zu töten. Russland weist das zurück – und wirft wiederum ukrainischen Nationalisten vor, sie würden sich in Wohn- und Krankenhäusern verschanzen und die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzen.

19.00 Uhr, Selenskyj telefoniert mit Scholz: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben Bundeskanzler Olaf Scholz über den Verlauf der Verhandlungen im Krieg mit Russland informiert. Am morgigen Dienstag sollen die Gespräche für ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs auf Ebene der Delegationsleiter in der türkischen Stadt Istanbul fortgesetzt werden. Er habe Scholz auch über den Fortschritt bei der Abwehr der Aggression und Verbrechen Russlands informiert, teilt Selenskyj am Abend auf Twitter mit. Zugleich habe er Scholz gedankt für die von Deutschland geleistete Hilfe. Selenskyj verlangt, den Druck auf Russland fortzusetzen und die Sanktionen gegen das Land zu verschärfen.

18.00 Uhr, Überraschende Ankündigung der Russen: Die Verhandlungen der russischen und der ukrainischen Delegation in Istanbul waren etwa eine Stunde erst vorbei, da ließ am frühen Nachmittag der Vize-Verteidigungsminister Russlands, Alexander Fomin, aufhorchen: Sein Land werde die „militärischen Aktivitäten“ in der Ukraine bei Kiew und Tschernihiw deutlich reduzieren, kündigte er an. Das solle dazu dienen, Vertrauen aufzubauen. Ein Signal der Annäherung also, ein Täuschungsmanöver oder eine geschickt verkaufte Atempause? Denn gerade im Norden Kiews haben die ukrainischen Streitkräfte den Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ja nicht nur aufgehalten, sondern sogar zurückgedrängt. Ein Sprecher des britischen Premiers Boris Johnson lässt am Nachmittag wissen, man beobachte tatsächlich, dass die russischen Bombardements um Kiew zurückgingen. US-Außenminister Antony Blinken hingegen äußert sich skeptisch: Es gebe das, was Russland sage, und das, was Russland tue, sagt er. Die USA konzentrierten sich auf letzteres.

16.30 Uhr, Ukraine macht Russland Angebot – und Moskau bremst Angriffe auf Kiew: Die Ukraine hat bei den Verhandlungen mit Russland in Istanbul nach eigenen Angaben ein neues System für Sicherheitsgarantien vorgeschlagen. Dabei werde die Türkei als einer der möglichen Hauptgaranten gesehen, teilt die ukrainische Delegation mit. Zu weiteren Ländern, die der Ukraine Sicherheitsgarantien geben könnten, zählt Kiew unter anderem Israel, Polen und Kanada. Die ukrainische Führung signalisiert außerdem, dass die Ukraine – sollte ein solches System stehen – einem neutralen Status zustimmen könnte. Das würde neben dem Verzicht auf einen Nato-Beitritt auch beinhalten, dass es keinen ausländischen Militärstützpunkt auf ukrainischem Gebiet geben würde. Nach Angaben des russischen Chef-Unterhändlers Wladimir Medinski hat die Regierung in Kiew zudem gefordert, dass sich Russland nicht gegen einen EU-Beitritt der Ukraine stellt.

Als Grundvoraussetzung für ein Abkommen mit Russland nennt Kiew ein Referendum über dessen Bedingungen. Zudem müsse vor dem Inkrafttreten eines finalen Abkommens auf dem gesamten Gebiet der Ukraine wieder Frieden herrschen. Man habe außerdem vorgeschlagen, mit Russland Beratungen über den Status der Krim über die nächsten 15 Jahre zu führen. Die Ukraine warte nun auf die russischen Antworten. Man sei zudem der Ansicht, dass es genug Fortschritte für ein Treffen der Präsidenten Wladimir Putin und Wolodimir Selenskij gegeben habe.

17.15 Uhr, Polen will Einfuhr von Kohle aus Russland stoppen: Die polnische Regierung will keine Kohle mehr aus Russland importieren. Das Kabinett habe entsprechende Rechtsvorschriften beschlossen, sagt ein Regierungssprecher. „Wir sind uns bewusst, dass dies rechtliche Fragen aufwerfen kann. Leider sind die Zweifel berechtigt, aber wir können nicht länger darauf warten, dass die EU in dieser Angelegenheit reagiert.“

14.00 Uhr, Wie der kritische russische Journalismus der Zensur ausweicht: Was machen die russischen Journalistinnen und Journalisten, denen von der Zensur der russischen Regierung die Arbeit nahezu unmöglich gemacht wurde? Der kremlkritische Radiosender Ekho Moskvy und der TV-Sender Doschd mussten schon früh nach Beginn der Invasion ihre Arbeit einstellen, die unabhängige Zeitung Nowaja Gaseta hielt ihre Berichterstattung noch vier Wochen lang aufrecht – mit allerlei Kniffen, um die Zensur zu umgehen und dennoch kritisch zu berichten. Häufig war in den Berichten etwa von „jener Angelegenheit“ zu lesen, „die wir wegen eines Verbots der Regierung nicht benennen dürfen“. Die Leserinnen und Leser dürften gewusst haben, was gemeint war. Doch Angang der Woche hat auch die Nowaja Gaseta erklärt, dass die Zeitung und die Website bis auf Weiteres nicht mehr aktuell berichten.

Die in Lettland angesiedelte, auf Russisch und Englisch erscheinende Website Meduza hat eine Auflistung ins Netz gestellt, die dokumentiert, was die vom Kreml mundtot gemachten Journalistinnen und Journalisten stattdessen tun. Größtenteils weichen sie auf den Messengerdienst Telegram aus, der sich vom Regierungen kaum kontrollieren ist und deshalb seit Beginn des Krieges zum wichtigsten Kommunikationsmedium für Menschenrechtsgruppen, Medienorgane und Oppositionelle in Russland entwickelt hat.

23.59 Uhr, Laut Britischer Geheimdienste soll Moskau die rechtsextreme Wagner-Gruppe als Söldner in die Ostukraine entsandt haben: Es werde damit gerechnet, dass mehr als 1000 Söldner im Kampf eingesetzt werden sollen, erklärt das Verteidigungsministerium in London. Kämpfer des rechtsextremen privaten Sicherheitsunternehmens waren Berichten zufolge auch in Syrien eingesetzt, wo sie durch besondere Brutalität aufgefallen sein sollen. Die Europäische Union hat Sanktionen gegen die Wagner-Gruppe erlassen. Präsident Wladimir Putin hatte erklärt, sie und ähnliche Organisationen würden weder vom russischen Staat bezahlt noch würden sie Russland vertreten.

23.00 Uhr, Top-US-General glaubt an Sieg der Ukraine wegen „Putins Arroganz“: Der Ex-Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, US-General a. D. Ben Hodges (63) ist nach der Rückeroberung einiger Städte überzeugt, dass die Ukraine diesen Konflikt gewinnen kann. Zumindest könne das angegriffene Land „die Russen auf die Linie vor dem 24. Februar zurückdrängen“. Die russischen Soldaten seien untrainiert und undiszipliniert. „Die Arroganz, mit der sie diese Kampagne geplant haben, hat zum Tod von Tausenden unschuldiger ukrainischer Zivilisten sowie Tausender eigener Soldaten geführt.“

22.00 Uhr, Selenskyi-Berater sagte Krieg 2019 exakt voraus: Der ukrainische Blogger, Militär- und Geheimdienstexperte Oleskiy Arestovych (46) prophezeite vor drei Jahren exakt voraus, wann und wie die Russen in die Ukraine einfallen würden. Im März 2019 sagte der Berater des ukrainischen Präsidenten im Sender Apostroph TV, dass Russland „eine großflächige militärische Operation gegen die Ukraine“ plane. Er sagte auch voraus, dass sich der Krieg nicht auf den Donbass beschränken werde. Erstaunliche Vorhersage: „In diesem Konflikt werden wir sehr aktiv vom Westen unterstützt, mit Waffen, Technologie, neuen Sanktionen gegen Russland und womöglich sogar einen Einsatz von Nato-Truppen und einer Flugverbotszone“.

21.00 Uhr, Russische Soldaten ungeschützt im radioaktiv verseuchten Wald rund um Tschernobyl: Bei der Einnahme des Unglücksreaktors von Tschernobyl haben russische Soldaten nach Angaben von zwei ukrainischen Kraftwerksmitarbeitern ihre Fahrzeuge ohne Schutzausrüstung durch besonders stark verseuchtes Gebiet gelenkt. Die Ukrainer waren nach eigenen Angaben am 24. Februar vor Ort im Dienst, als russische Truppen die Kontrolle über die AKW-Ruine übernahmen. Dabei seien diese mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen durch den sogenannten Roten Wald gefahren und hätten Wolken von radioaktivem Staub aufgewirbelt, sagen die Männer, die namentlich nicht genannt werden wollten, der Nachrichtenagentur Reuters. Einer von ihnen spricht von einem „selbstmörderischen“ Vorgehen, da die Soldaten den Staub eingeatmet haben dürften. Den Angaben zufolge erreichten speziell geschulte russische Soldaten erst eine Woche später das Kernkraftwerk.

20.00 Uhr, Ukrainer dementieren Vergiftungs-Gerüchte: Die US-Zeitung „Wall Street Journal“ berichtete, Mitglieder der Delegationen, die an den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges teilgenommen hätten, darunter der russische Oligarch Roman Abramowitsch, seien Anfang März vergiftet worden. Der in dem Bericht ebenfalls als Opfer erwähnte Rustem Umjerow schreibt bei Facebook, dass mit ihm alles in Ordnung sei. „Mir geht es gut. Dies ist meine Antwort auf all die Klatschnachrichten, die sich verbreiten. Bitte vertrauen Sie keiner nicht verifizierten Information. Auch bei uns läuft ein Informationskrieg.“ Von Abramowitsch sind ebenfalls keine öffentlichen Äußerungen zu einem möglichen Giftanschlag bekannt.

19.00 Uhr, Selenskyj telefoniert mit Scholz: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben Bundeskanzler Olaf Scholz über den Verlauf der Verhandlungen im Krieg mit Russland informiert. Am morgigen Dienstag sollen die Gespräche für ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs auf Ebene der Delegationsleiter in der türkischen Stadt Istanbul fortgesetzt werden. Er habe Scholz auch über den Fortschritt bei der Abwehr der Aggression und Verbrechen Russlands informiert, teilt Selenskyj am Abend auf Twitter mit. Zugleich habe er Scholz gedankt für die von Deutschland geleistete Hilfe. Selenskyj verlangt, den Druck auf Russland fortzusetzen und die Sanktionen gegen das Land zu verschärfen.

18.00 Uhr, Lauterbach sieht nzler Schröder „an der Grenze zur Witzfigur“: Gesundheitsminister Karl Lauterbach schämt sich für die Moskau-Reise von Altkanzler Gerhard Schröder. In der ARD-Sendung „Konfrontation“, die am Abend ausgestrahlt wird, sagt Lauterbach: „Mir hat Gerhard Schröder offen gesagt leidgetan, weil er hier eine Naivität an den Tag gelegt hat. Der Auftritt grenzte ans Peinliche.“ Laut einem auf Twitter verbreiteten Vorabausschnitt sagt Lauterbach über Schröder weiter: „Er hat jetzt alles verloren. Er hat es geschafft, als Altkanzler an der Grenze zur Witzfigur unterwegs zu sein.“

17.45 Uhr, Behörden melden mindestens 5000 Tote in Mariupol: In der von russischen Truppen belagerten Stadt Mariupol sind nach ukrainischen Angaben mindestens 5000 Menschen getötet worden. „Etwa 5000 Todesopfer wurden beerdigt“, sagte die ukrainische Verantwortliche für Flüchtlingskorridore, Tetjana Lomakina, der Nachrichtenagentur AFP. Allerdings würden seit ungefähr zehn Tagen wegen der anhaltenden Bombardements durch die russischen Truppen in Mariupol keine Bestattungen mehr vorgenommen, die Zahl der Todesopfer könnte sogar bei „ungefähr 10.000“ liegen.

17:25 Uhr, Scholz: Aufrüstung nicht auf Kosten anderer wichtiger Investitionen: Bundeskanzler Olaf Scholz hat versichert, dass die geplante Aufrüstung der Bundeswehr nicht auf Kosten anderer wichtiger Investitionen gehen soll. „Das ist definitiv ausgeschlossen“, sagte er bei der Tagung „Global Solutions Summit“ in Berlin. Gerade deshalb sei der Weg eines Sondervermögens gewählt worden, das in den kommenden Jahren parallel zu den jeweiligen Bundeshaushalten existieren soll. Die Bundesregierung will so 100 Milliarden Euro für große Projekte der Verteidigungspolitik bereitstellen. Andere Vorhaben zur Modernisierung der Volkswirtschaft und Gesellschaft sollten nicht zurückgestellt werden, so Scholz.

17.00 Uhr, Klitschko; Mehr als 100 Tote in Kiew seit Kriegsbeginn: In Kiew sind Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge seit Beginn der russischen Invasion mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien vier Kinder, sagte er in einer Ansprache an den Rat der italienischen Partnerstadt Florenz. In der Hauptstadt seien inzwischen 82 mehrstöckige Gebäude zerstört worden.

16.45 Uhr, Biden dementiert: US-Präsident Joe Biden hat dementiert, dass er bei seiner Rede zum Ukraine-Krieg in Warschau den Sturz des russischen Präsidenten Putin gefordert habe. Eine Reporterin fragte ihn im Anschluss an einen Kirchenbesuch: „Herr Präsident, wollen Sie, dass Putin (von seinem Amt) entfernt wird? Herr Präsident, haben Sie einen Regimewechsel gefordert?“ Biden antwortete darauf mit „Nein.“ Der US-Präsident hatte Putin am Samstagabend bei seiner Ansprache in Warschau einen „Diktator“ genannt und mit den Worten geschlossen: „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben.“ Das Weiße Haus betonte danach umgehend, das sei kein Aufruf zum Sturz Putins. Später erklärte auch US-Außenminister Antony Blinken, die Vereinigten Staaten strebten keinen Machtwechsel in Russland an. In Russland löste Bidens Aussage Empörung aus.

16.30 Uhr, Bürgermeister: Irpin wieder unter ukrainischer Kontrolle: Die Stadt Irpin bei Kiew ist ihrem Bürgermeister zufolge wieder komplett in ukrainischer Hand. „Es gibt heute gute Nachrichten“, sagte Alexander Markuschyn in einem Video auf Telegram. „Irpin ist befreit worden.“ Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

16.15 Uhr, Russland stuft Deutsche Welle als „ausländischen Agenten“ ein: Russland hat die bereits mit einem Sendeverbot belegte Deutsche Welle (DW) als „ausländischen Agenten“ eingestuft. Der Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland tauchte heute in einem entsprechenden Register des russischen Justizministeriums auf. Russland hatte Anfang Februar bereits die Schließung des DW-Korrespondentenbüros in Moskau und den Entzug der Akkreditierungen der Journalisten verfügt. In Russland ist zudem die DW-Internetseite blockiert. Ob die Einstufung vor diesem Hintergrund Auswirkungen auf die Arbeit der DW haben wird, war zunächst unklar. Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, sagte: Das alles hält die DW aber nicht davon ab, weiterhin unabhängig und umfassend aus unserem neuen Studio in Lettland und aus Deutschland über Russland und die Region zu berichten“.

15.00 Uhr, Große Bierbrauer verabschieden sich aus Russland: Nach dem niederländischen Heinekenkonzern will nun auch die Carlsberg-Brauerei ihr Geschäft in Russland einstellen. Das Unternehmen ist einer der größten Bierproduzenten weltweit, zu ihm gehören Hunderte Biermarken aus Ländern wie Kambodscha, China oder Estland – und zahlreiche aus Russland. Auch die deutschen Sorten Holsten, Astra, Duckstein und Wernesgrüner gehören zum Carlsberg-Konzern.

14.45 Uhr, G7-Staaten lehnen Gaszahlungen in Rubel ab: Die Staaten der G7-Gruppe erteilen russischen Forderungen nach einer Begleichung von Gas-Rechnungen in Rubel eine Absage. Das sagte Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck in Berlin nach einer virtuellen Besprechung mit den G7-Energieministern. Deutschland hat derzeit den Vorsitz im Kreis der Staatengruppe, zu der neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien gehören. Die G7-Minister seien sich einig gewesen, dass die Forderungen nach einer Zahlung in Rubel „ein einseitiger und klarer Bruch der bestehenden Verträge“ sei, sagte Habeck.

14.30 Uhr, Kiew meldet 20.000 Kriegstote: Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden seit Beginn des Krieges etwa 20.000 Menschen in der Ukraine getötet. Besonders dramatisch ist die Lage in Mariupol. Dort kämpften die Eingeschlossenen weiter „ums Überleben“, erklärte das ukrainische Außenministerium. „Die humanitäre Lage ist katastrophal.“ Die Evakuierung Mariupols und anderer Städte in der Ukraine wurde wegen der Kämpfe vorerst ausgesetzt.

12.30 Uhr, Verhandlungen möglicherweise erst am Dienstag: Neue persönliche Friedensverhandlungen zwischen zwei Delegationen aus der Ukraine und aus Russland könnten Angaben des Kreml zufolge am Dienstag in Istanbul beginnen. „Heute werden sie wahrscheinlich nicht dort fortgesetzt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. „Wir erwarten, dass das theoretisch morgen passieren könnte.“ Zuvor hatte bereits der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski mitgeteilt, dass nach rund zweiwöchigen Online-Verhandlungen ein persönliches Aufeinandertreffen ab Dienstag geplant sei. Die ukrainische Seite und auch türkische Angaben sprachen zunächst von einem Verhandlungsbeginn bereits am Montag. Später schrieb die Zeitung „Ukrajinska Prawda“ unter Berufung auf eigene Quellen, dass die Delegationen zwar am Montag nach Istanbul anreisen, aber erst am Dienstag mit den Gesprächen beginnen würden.

12.00 Uhr, Ukraine: Bislang Kriegsschäden in Höhe von rund 565 Milliarden Dollar: Der Krieg in der Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Wirtschaftsministeriums bislang Schäden im Volumen von 564,9 Milliarden Dollar verursacht. Mit eingerechnet seien darin unter anderem Schäden an der Infrastruktur, Verluste bei der Wirtschaftsleistung und andere Faktoren, sagt Wirtschaftsministerin Julia Svyrydenko. 8000 Kilometer Straßen und 10 Millionen Quadratmeter Wohnfläche seien beschädigt oder zerstört.

11.00 Uhr, Russland liefert weiter Gas über Ukraine nach Westen: Auch viereinhalb Wochen nach Kriegsbeginn setzt Russland die Gaslieferungen durch die Ukraine in unvermindertem Umfang fort. Heute würden 109,5 Millionen Kubikmeter Gas durch das Leitungssystem des Nachbarlandes gepumpt, sagte der Sprecher des Energieriesen Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Das entspricht der vertraglich möglichen maximalen Auslastung pro Tag.

23.59 Uhr, Ukraines territoriale Souveränität ist unverhandelbar: Die Ukraine will bei der nächsten Runde der Friedensverhandlungen mit Russland auf ihrer territorialen Integrität und Souveränität bestehen. Das sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Gespräche sind für die kommende Woche in der Türkei geplant. Wirksame Sicherheitsgarantien seien ein Muss. Das Ziel der Ukraine sei Frieden und die Rückkehr zu einem normalen Leben im eigenen Land so schnell wie möglich.

23.00 Uhr, Scholz warnt Putin vor Angriff auf Nato, denkt über Raketenschutzschirm nach und nennt deutschen Beitrag zu Waffenlieferungen „erheblich“: „Wir machen uns so stark, dass niemand es wagen kann, uns anzugreifen“, sagt Bundeskanzler Olaf Scholz am Abend in der ARD-Sendung „Anne Will“. Die Bundesregierung denke außerdem über den Kauf eines Raketenabwehrsystems nach. Vorwürfe, Deutschland sei bei Waffenlieferungen an die Ukraine zu zögerlich gewesen, weist Scholz zurück. Lieferungen von Panzer- und Flugabwehrwaffen durch Deutschland und seine Partner hätten bereits dazu geführt, dass die Ukraine „erhebliche Erfolge“ erzielt habe.

22.00 Uhr, Bei Importstopp von russischem Gas drohe Wirtschaftskrise: Bei Importstopp von russischem Gas droht Wirtschaftskrise Russische Rakete trifft Treibstofflager in West-Ukraine: Eine der beiden auf das Lager abgefeuerten Raketen sei abgeschossen worden, sagt der regionale Militärchef Vitali Kowalj bei Telegram. „Die zweite hat leider das Treibstofflager getroffen.“ Über Schäden oder weitere Auswirkungen des Angriffs machte Kowalj keine Angaben. „Der Schaden wird ausgewertet“, sagt er. Ein sofortiges Ende der russischen Gasimporten würde nach Angaben von Kanzler Olaf Scholz „unglaublich viele Arbeitsplätze“ in Deutschland gefährden. „Wir würden eine erhebliche Wirtschaftskrise auslösen, wenn wir das machen würden.“ Länder wie Italien oder in Osteuropa könnten so schnell keine Alternative finden, sagt er in der ARD zur Forderung nach einem Energieembargo. Dennoch versuche man so schnell wie möglich von russischen Gasimporten unbhängig zu werden.

21.00 Uhr, Selenskyj will russische Forderung einer ukrainischen Neutralität prüfen: „Dieser Punkt der Verhandlungen ist für mich verständlich und er wird diskutiert, er wird gründlich geprüft“, sagt der ukrainische Präsident Selensky. Eine Neutralität der Ukraine ist eine der russischen Hauptforderungen in den Verhandlungen über einen Waffenstillstand, der Kreml hatte unlängst das Modell Schwedens oder Österreichs als mögliches Vorbild genannt.

20.00 Uhr, Autokorso von Köln nach Bonn zu pro-russischer Demo: Bei einer pro-russischen Kundgebung in Bonn legen Teilnehmer Blumen und Kränze an einem sowjetischen Ehrenmal nieder. Dabei seien auch Reden gehalten worden – offensichtlich auf Russisch, berichtet ein dpa-Fotoreporter. An der Kundgebung hätten mehrere Hundert Menschen teilgenommen, sagt ein Polizeisprecher. Die Anmelderin habe zur Wahrung der Friedhofsruhe auf Lautsprecheranlagen verzichtet. Bis zum Nachmittag verläuft demnach alles friedlich. Die Kundgebungsteilnehmer waren zuvor in einem Autokorso mit mehreren Hundert Autos von Köln aus nach Bonn gefahren. Dabei seien Autos mit russischen Fahnen, in einem Fall auch mit einer sowjetischen Fahne mit Hammer und Sichel ausstaffiert worden, so der Fotoreporter.

19.00 Uhr, Gebürtiger Russin Helene Fischer „bricht der Krieg das Herz“: Sängerin Helene Fischer hat sich auf ihrem ersten Konzert nach längerer Pause sichtlich bewegt zum Angriffskrieg auf die Ukraine geäußert. „Mir bricht es das Herz, das zu sehen“, sagt die gebürtige Russin beim Festival „Snowpenair“ in Grindelwald in der Schweiz. „Tagtäglich die Bilder von zerrissenen Familien, von Vätern, Brüdern, Soldaten, Ehemännern, die sterben müssen. Von Frauen, die flüchten müssen.“ An ihrem Oberteil trug die 37-Jährige eine kleine Schleife in den Nationalfarben der Ukraine – Blau und Gelb. Auch die Bühne wurde in den Farben beleuchtet, wie auf einem Video zu sehen war. Bei der Show sang Fischer auch das Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen.

19.30 Uhr: Deutsche Kliniken nehmen Kriegsopfer auf: Nach den Worten von Gesundheitsminister Karl Lauterbach starten deutsche Krankenhäuser mit der Aufnahme von Verletzten aus der Ukraine. Die Menschen seien über Polen in die Bundesrepublik gelangt. Sie werden jetzt auf die Bundesländer verteilt. Deutschland hat nach Angaben von Lauterbach mit der Behandlung schwer verletzter Kriegsopfer aus der Ukraine begonnen. „Das sind Leute, die eine sehr intensive Versorgung benötigen und die in intensivmedizinische Einrichtungen verteilt werden müssen“, sagte der SPD-Politiker bei Bild TV. Lauterbach wollte nicht sagen, ob es sich um Zivilisten oder auch Soldaten handelt.

18:00 Uhr: Neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Nach Angaben der ukrainischen Regierung wird am Montag in der Türkei eine neue Verhandlungsrunde starten. „Bei den heutigen Gespräch per Videokonferenz wurde beschlossen, die nächste Runde in Präsenz in der Türkei vom 28. bis 30. März abzuhalten“, teilte der ukrainische Unterhändler David Arachamia auf Facebook mit. Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski bestätigte das Treffen auf Telegram.

14:45 Uhr: Ukrainischer Generalstab: Russische Truppen gruppieren sich um: Nach den anfänglichen Misserfolgen und schweren Verlusten versuchen die russischen Truppen laut ukrainischen Angaben, sich umzugruppieren. Deshalb seien auch viele russische Verbände in Belarus in Bewegung, teilt der ukrainische Generalstab in seinem Bericht für Sonntagmittag mit. Ziel sei, geschrumpfte Verbände abzulösen, Nachschub an Lebensmitteln, Treibstoff und Munition zu liefern sowie verwundete und kranke Soldaten abzutransportieren. Die Angaben lassen sich bisher nicht unabhängig überprüfen. Zugleich heißt es: „Der Feind setzt seine umfassende bewaffnete Aggression gegen die Ukraine fort.“

13:00 Uhr: Bevölkerung in Tschernihiw ohne Strom, Heizung und Wasser: In der von russischen Truppen eingekreisten Stadt Tschernihiw im Norden der Ukraine muss die Bevölkerung ohne Strom, Heizung und Wasser ausharren. Nur die Gasversorgung funktioniere noch teilweise, teilt die Regionalverwaltung mit. Die Infrastruktur sei durch „aktive Kampfhandlungen“ in der Stadt zerstört worden. Es werde versucht, die Schäden zu reparieren, schreibt Verwaltungschef Wjatscheslaw Tschaus auf Telegram. Russische Truppen haben die Stadt dicht an der Grenze zu Russland und Belarus seit längerem eingekesselt.

11:00 Uhr: Großbritannien beschlagnahmt Privatjets von Abramowitsch-Vertrautem:
Die britische Regierung hat zwei Privatjets des Geschäftsmannes Jewgeni Markowitsch Schwidler beschlagnahmt. Nach Angaben der Zeitung „The Times“ handelt es sich bei den Flugzeugen um eine 45 Millionen Euro teure Maschine vom Typ Bombardier Global 6500 und um eine Cessna Citation Latitude im Wert von 13 Millionen Dollar. Insgesamt soll Schwidler demnach über ein Vermögen von 1,6 Milliarden Dollar verfügen. In britischen Berichten wird der Geschäftsmann als rechte Hand des Oligarchen Roman Abramowitsch dargestellt.

23.59 Uhr, Beschuss von Forschungsreaktor in Charkiw: Die russischen Soldaten beschießen nach Angaben des ukrainischen Parlaments einen nuklearen Forschungsreaktor in der Stadt Charkiw. Es sei wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen in der Nähe der Anlage derzeit unmöglich, das Ausmaß des Schadens abzuschätzen, teilt das Parlament auf Twitter mit. Charkiw ist die zweitgrößte Stadt in der Ukraine, die seit Beginn des Kriegs am 24. Februar unter heftigem Beschuss gestanden hat.

23.00 Uhr, USA sollen „keine Einwände“ gegen Lieferung von Kampfjets haben: Das teilt der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba der Nachrichtenagentur AFP am Samstag schriftlich mit. Er fügt hinzu: „Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Polen.“ Kuleba ist am heutigen Samstag mit US-Präsident Joe Biden in Polen zusammengetroffen. Bei dem Treffen waren die Außen- und Verteidigungsminister der Ukraine und der USA dabei.

22.00 Uhr, Russische Rakete trifft Treibstofflager in West-Ukraine: Eine der beiden auf das Lager abgefeuerten Raketen sei abgeschossen worden, sagt der regionale Militärchef Vitali Kowalj bei Telegram. „Die zweite hat leider das Treibstofflager getroffen.“ Über Schäden oder weitere Auswirkungen des Angriffs machte Kowalj keine Angaben. „Der Schaden wird ausgewertet“, sagt er.

21.00 Uhr, Aktivisten verschütten Kunstblut vor russischer Botschaft in Prag: Bei einer Demonstration gegen den Ukraine-Krieg gehen in der tschechischen Hauptstadt Prag nach Angaben der Organisatoren rund 5000 Menschen auf die Straße. Sie ziehen durchs Stadtzentrum, dabei skandieren sie „Russland ohne Putin“, „Freiheit für Russland, Frieden für die Ukraine“ und „Putin ist nicht Russland“. „Wir wollen zeigen, dass die Russen, die hier leben, gegen Putin sind, gegen den Krieg, dass sie die Ukraine unterstützen“, sagt Organisator Anton Litvin der Nachrichtenagentur AFP. Derweil verschütten Aktivisten vor der russischen Botschaft in der Stadt mehrere Eimer mit Kunstblut.

20.00 Uhr, Aserbaidschan wagt nach Abzug von russischen Truppen Vorstoß in Berg-Karabach: Russland wirft Aserbaidschan vor, in der umkämpften Südkaukasus-Region Berg-Karabach in den Verantwortungsbereich der von Moskau entsandten Friedenstruppen eingedrungen zu sein. Aserbaidschanische Streitkräfte hätten in dem Gebiet, auf das auch Armenien Anspruch erhebt, in den vergangenen Tagen nahe des Ortes Furuch vier Drohnenangriffe durchgeführt, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Aserbaidschan sei aufgefordert worden, seine Truppen zurückzuziehen. Die international nicht anerkannte Republik Berg-Karabach verhängt Medien zufolge vorübergehend den Kriegszustand. Mehrere Medien hatten zuletzt vermutet, dass Russland Soldaten aus Karabach abgezogen habe, um sie im Krieg in der Ukraine einzusetzen. Dies wiederum habe die Lage im Südkaukasus destabilisiert.

19.00 Uhr, Tschechien fliegt 18 Monate altes Mädchen aus Ukraine aus: Mit Hilfe der tschechischen Armee wird ein Kleinkind mit schweren Verbrennungen aus der Ukraine nach Prag geflogen. Ein Flugzeug bringt das 18 Monate alte Mädchen vom nächstgelegenen polnischen Flughafen in Rzeszow in die tschechische Hauptstadt, wie das tschechische Innenministerium mitteilt. Dort soll das Kind, das Verbrennungen an 60 Prozent seines Körpers erlitten hat, in einer Spezialklinik für Brandopfer behandelt werden. Es wird von seiner Mutter begleitet.

18.00 Uhr, Abtrünnige Region Südossetien schickt Soldaten in Ukraine: Die abtrünnige georgische Region Südossetien sendet nach eigenen Angaben Truppen zur Unterstützung ihres Verbündeten Russland in die Ukraine. „Unsere Jungs werden ihre militärische Pflicht mit stolz erhobener Fahne erfüllen“, erklärt Machthaber Anatoli Bibilow bei Telegram. Nach seinen Worten „brennen“ die Soldaten für den Einsatz. „Sie verstehen genau, dass sie Russland verteidigen werden, dass sie auch Ossetien verteidigen werden“, so Bibilow. Im Jahr 2008 hatten sich Russland und Georgien einen kurzen, aber verlustreichen Krieg um Südossetien geliefert. Nach der militärischen Auseinandersetzung erkannte Russland Südossetien und die Separatistenregion Abchasien als unabhängige Kleinstaaten an und stationierte dort Soldaten.

17.00 Uhr, Bisher fast 60 Gotteshäuser durch russischen Beschuss zerstört: Fast 60 Kirchen und Gotteshäuser anderer Religionen in der Ukraine sind nach Kiewer Zählung bislang durch den russischen Angriffskrieg zerstört oder beschädigt worden. Bis Freitag zählte die für Kirchenfragen zuständige Behörde 59 religiöse Stätten, die beschossen wurden. Einen Überblick gibt es hier. Die weitaus meisten getroffenen Objekte seien orthodoxe Kirchen. Schwere Verluste erlitt demnach vor allem die Ukrainische-Orthodoxe Kirche, die zum Moskauer Patriarchat gehört und im Osten des Landes besonders stark vertreten ist. So wurde das Erzkloster Mariä-Entschlafung in Swjatohirsk teilweise zerstört, das zu den heiligsten Klöstern der russischen Orthodoxie gehört.

16:40: Holocaust-Mahnmal in Charkiw durch Beschuss beschädigt: Am Stadtrand der ostukrainischen Großstadt Charkiw ist ein Holocaust-Mahnmal durch russischen Beschuss beschädigt worden, berichtete das Portal „KharkivToday“ am Samstag. Es gab keine Angaben, wann das Mahnmal getroffen wurde. Die Gedenkstätte Drobizkij Jar erinnert an 16.000 bis 20.000 Juden und sowjetische Gefangene, die dort 1941/42 von der nationalsozialistischen Besatzung ermordet wurden.  Auch andere Ehrenmale in Charkiw seien bei den Kämpfen beschädigt worden, hieß es. In der zweitgrößten Stadt der Ukraine war vergangene Woche der 96-jährige Holocaust-Überlebende Boris Romantschenko bei einem Bombenangriff getötet worden.

16:00: Ukraine meldet Probleme beim Getreideexport: Nach Angaben des ukrainischen Agrarministers Mykola Solskyj verschlechtert sich die Fähigkeit des Landes zum Getreideexport täglich. Das berichtet das ZDF. Eine Verbesserung sei nur bei einem Ende des Krieges zu erwarten, sagt Solskyj im Fernsehen. Die Ukraine ist einer der weltgrößten Getreideexporteure. Die monatlichen Ausfuhren brachen von vier bis fünf Millionen Tonnen in normalen Zeiten auf nun lediglich einige hunderttausend Tonnen ein.

13:45: Russische Armee nimmt Kleinstadt Slawutytsch ein: Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben die Kontrolle über die Kleinstadt Slawutytsch übernommen. Das berichtet der Nachrichtensender n.tv. Dort lebt demnach das Personal, das in der Atomruine Tschernobyl arbeitet. Russische Soldaten seien in die Stadt eingedrungen, hätten das städtische Krankenhaus besetzt und den Bürgermeister gefangen genommen, heißt es. Aus Protest seien die Einwohner auf die Straßen gegangen. Die 25.000-Einwohner-Stadt war 1986 nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl gegründet worden. Die Atomruine hatten russische Streitkräfte bereits am 24. Februar, dem ersten Tag ihres Angriffs, besetzt.

13.30 Uhr: Deutsche Panzerabwehrwaffen übergeben: Ein Teil der Panzerabwehrwaffen, die die Ukraine selbst bei deutschen Rüstungsunternehmen bestellt hat, ist einem Bericht zufolge bereits im Kriegsgebiet angekommen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Demnach handelt es sich um 2650 von insgesamt 5100 Waffen vom Typ RGW 90. Die übrigen Exemplare wolle Hersteller Dynamit Nobel Defence (DND) aus dem nordrhein-westfälischen Burbach in wöchentlichen Tranchen bis Ende Mai ausliefern, heißt es. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bedankte sich in der Zeitung für die schnelle Genehmigung der Ausfuhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hätten „schnell und unbürokratisch gehandelt. Hut ab!“

12:00: Biden trifft ukrainische Minister in Polen: US-Präsident Joe Biden trifft im Rahmen seines Polen-Besuchs auch den Außen- und den Verteidigungsminister der Ukraine. Dmytro Kuleba und Oleksij Resnikow sind eigentlich mit ihren US-Kollegen Antony Blinken und Lloyd Austin verabredet. Biden werde zu diesem Treffen dazustoßen, meldet das Weiße Haus. Es ist das erste persönliche Treffen des US-Präsidenten mit hochrangigen Vertretern der Regierung in Kiew seit Beginn des Kriegs vor mehr als einem Monat.

4.00 Uhr: Weiden, Amberg, Tirschenreuth aufgepasst – Ukrainischer Regierungschef bittet Bürgermeister weltweit um Hilfe: Der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal bittet alle Bürgermeister weltweit um humanitäre Hilfe für die Bevölkerung seines Landes Gleichzeitig appelliert an alle internationalen Partner, den späteren Wiederaufbau seines Landes zu unterstützen. „Ich wende mich (mit dieser Bitte) nicht nur an die befreundeten Regierungen, sondern auch an die Bürgermeister europäischer und anderer Städte in der Welt“, sagt er. „Zur Zeit zerstört Russland unsere Städte und Dörfer, wie es die Nazis vor 80 Jahren taten.“ „Wir appellieren an Sie: Erneuern Sie die Tradition der Partnerstädte“, sagte Schmyhal.

3.00 Uhr, Ukraine bekommt Informationen von Spionen in russischer Armee: Eine „sehr große Anzahl von Menschen“ sei mobilisiert worden, um hinter den russischen Linien einen Guerillakrieg zu führen, sagt GUR-Chef Kyrylo Budanow der US-Publikation „The Nation“. Die ukrainischen Streitkräfte hätten außerdem von „Fehleinschätzungen“ der Russen profitiert. Die Situation sei dennoch weiterhin „sehr schwierig“. „Wir haben große russische Streitkräfte auf unserem Territorium, und sie haben die ukrainischen Städte eingekesselt“, sagte Budanow. „Was die Aussichten auf Frieden angeht, so bleiben sie trotz der Verhandlungen vage und unvorhersehbar.“

2.00 Uhr, Russische Steinkohle in einigen Monaten ersetzbar: „Eine vollständige Umstellung der Lieferketten für die Steinkohle-Versorgung der Kraftwerke in Deutschland ist nicht einfach, aber innerhalb der nächsten Monate möglich“, sagt Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Betreiber von Steinkohlekraftwerken seien hierzu im Gespräch mit anderen Lieferländern.

1.00 Uhr, Polen fordert Deutschlands Verzicht auf russisches Gas: Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki erklärt, Länder wie Deutschland müssten stärker dazu gedrängt werden, auf Öl und Gas aus Russland zu verzichten. Er kündigt an, Polen werde in der kommenden Woche einen Plan vorstellen, wie sich das Land von den Importen aus Russland lösen werde.

23.59 Uhr, Frankreich gegen Rubel-Zahlung für russisches Gas: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, es gebe keinen Grund, der russischen Forderung nachzukommen, für Energielieferungen in Rubel zu zahlen. Aus den Vertragstexten gehe hervor, dass es untersagt sei, Zahlungen in Rubel zu verlangen. Russland wolle mit Rubel-Zahlungen Sanktionen des Westens umgehen.

23.00 Uhr, Großangriff auf Kiew weiter möglich: Dazu ziehe der Gegner weiterhin starke Kräfte zusammen, sagt Ukraines Heeres-Stabschef Olexander Grusewitsch. Zudem würden nach Erkenntnissen der Aufklärung in der Kaukasus-Republik Dagestan spezielle Einheiten für diesen Einsatz vorbereitet. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Zuletzt war es ukrainischen Truppen gelungen, in der Umgebung von Kiew mehrere Stellungen und Ortschaften zurückzuerobern.“

22.00 Uhr, Macron plant „humanitären Einsatz“ für Mariupol: Frankreich plant mit der Türkei und Griechenland eine gemeinsame Initiative, um kurzfristig Menschen aus der schwer umkämpften ostukrainischen Hafenstadt Mariupol zu evakuieren. Die drei Länder wollen einen „humanitären Einsatz starten, um all jene zu evakuieren, die Mariupol verlassen wollen“, kündigt Präsident Emmanuel Macron am Abend nach dem EU-Gipfel in Brüssel an. Es gebe bereits konkrete Gespräche mit dem Bürgermeister von Mariupol sowie eine Abstimmung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Eine Absprache sei auch mit Russland erforderlich, dessen Truppen die Stadt seit Wochen belagern.

Katastrophale Situation in vielen ukrainischen Städten wie hier in Irpin. Bild: Botschaft der Ukraine in Berlin

14.00 Uhr, Lindner: Entlastungspaket wird rund 17 Milliarden Euro kosten: Das von den Koalitionsspitzen entwickelte Entlastungspaket für die Bürger wird den Bund laut Finanzminister Christian Lindner in diesem Jahr rund 17 Milliarden Euro kosten. Es werde Teil des geplanten Ergänzungshaushalts, den er am 27. April dem Kabinett vorlegen will, kündigt der FDP-Chef an. Mit diesem Update im laufenden Haushaltsverfahren sollten ausschließlich Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg finanziert werden. Der oppositionellen Union wirft Lindner vor, nicht solide zu argumentieren. „Wenn Sie mehr fordern seitens der CDU/CSU, dann habe ich dafür Verständnis“, sagt er. „Mehr fordern kann man immer. Aber wer fordert, muss zugleich sagen, wie er es finanziert.“ Die Union dagegen kritisiere auf der einen Seite die Verschuldung, fordere zugleich aber mehr Geld.

13.30 Uhr, Kaum Fortschritte in den Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland: Bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gibt es einem russischen Unterhändler zufolge Annäherungen nur bei zweitrangigen Themen. „Bei den politischen Kernthemen treten wir allerdings auf der Stelle“, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax Wladimir Medinski, Mitglied der russischen Delegation. Es sei die ganze Woche per Videoschalten verhandelt worden. Die Gespräche würden am Samstag fortgesetzt. Seit Beginn des russischen Einmarsches in der Ukraine sind einem Agenturbericht zufolge 1351 russische Soldaten ums Leben gekommen. 3825 seien verletzt worden, berichtet die russische Agentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Ukrainische Quellen nennen deutlich höhere Zahlen – sie sprechen von 16.000 gefallenen russischen Soldaten. Die Nato geht von 7000 bis 15.000 aus.

13.00 Uhr, Neues Verfahren gegen Journalistin Owsjannikowa: Wegen ihres aufsehenerregenden Protests live im Staatsfernsehen gegen Russlands Krieg in der Ukraine ist ein neues Verfahren gegen die ehemalige TV-Redakteurin Marina Owsjannikowa eröffnet worden, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf das zuständige Gericht in Moskau meldet. Der 44-Jährigen drohen nach einem neuen Mediengesetz bis zu 15 Jahre Haft. Das Gesetz stellt die Verbreitung von Inhalten unter Strafe, die der Kreml als „öffentliche Handlungen zur Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation“ ansieht. Es war kurz nach Kriegsbeginn erlasen worden und ist ein Instrument von Machthaber Putin, um politische Gegner mundtot zu machen und jedwede Kritik am Krieg zu unterbinden. 

11.00 Uhr, Ifo-Geschäftsklima bricht wegen Ukraine-Krieg ein: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich angesichts des Ukraine-Kriegs deutlich. Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, fällt von Februar auf März um 7,7 Punkte auf 90,8 Zähler. Experten hatten zwar mit einer Eintrübung gerechnet, allerdings mit einer schwächeren. „Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist eingebrochen“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmen rechneten mit harten Zeiten. Das Geschäftsklima trübte sich in allen betrachteten Bereichen ein. Im verarbeitenden Gewerbe sei es so stark gefallen wie nie, erklärte das Ifo-Institut.

10.00 Uhr, Habeck: Deutschland könnte russische Ölimporte bis Jahresmitte halbieren: Nach Darstellung des Wirtschaftsministers kommt Deutschland auf dem Weg zu weniger russischem Gas, Öl und Kohleimporten voran. Der Grünen-Politiker spricht von erheblichen Erfolgen. „Erste wichtige Etappenziele sind erreicht, um uns aus dem Klammergriff der russischen Importe zu lösen.“ Deutschland sei dabei, seine Energieabhängigkeit von Russland in hohem Tempo zu verringern und die Energieversorgung auf eine breitere Basis zu stellen, heißt es in einem Papier des Ministeriums. Habeck sagt, mit Ende des Sommers und zum Herbst hin könne Deutschland bereits komplett auf russische Kohle verzichten. Beim Öl erwarte er eine Halbierung der russischen Importe zum Sommer hin. Beim Gas könne es gelingen, bis zum Sommer 2024 bis auf wenige Anteile unabhängig von russischen Lieferungen zu werden.

23.59 Uhr, USA und EU schließen Energiepartnerschaft: Die EU wird eine Energiepartnerschaft mit den USA schließen, um russische Gaslieferungen zu ersetzen. „Morgen werden wir mit Präsident (Joe) Biden ein neues Kapitel in unserer Energiepartnerschaft präsentieren“, kündigt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande eine EU-Gipfels in Brüssel an. Es gehe um zusätzliche Lieferungen von Flüssiggas (LNG) aus den USA für die Europäische Union, um russisches Flüssiggas zu ersetzen. „Ein wichtiger Schritt nach vorne“, sagt von der Leyen. Die EU versucht, so schnell wie möglich unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden – sowohl von Pipeline-Gas als auch von LNG. Rund 40 Prozent des Gases in der Union wird aus Russland importiert. Um ihre Lieferungen zu diversifizieren, ist die EU auch mit anderen Ländern wie Katar, Aserbaidschan, Japan und Südkorea in Kontakt.

23.00 Uhr, Schröder führt Ukraine-Krieg auf „politisches Versagen“ beider Seiten zurück: Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA „haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt“, sagte der SPD-Politiker bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli. „Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens.“ Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA „haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt“, sagte der SPD-Politiker bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli. „Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens.“

22.00 Uhr, Russen schlucken Schlaftabletten und Anti-Depressiva: In Russland ist der Medikamentenkonsum seit Beginn der Invasion der Ukraine deutlich angestiegen. Das geht aus Daten des Unternehmens DSM Group hervor, das sich auf Analysen im Medikamentenhandel spezialisiert hat. Demnach haben sich Russen seit dem 24. Februar vor allem vermehrt mit Antidepressiva, Schlaftabletten und Verhütungsmitteln eingedeckt.

21.00 Uhr, Tschetschenen-Führer Kadyrow behauptet die Einnahme Mariuopols: Tschetschenische Kämpfer haben nach Angaben von Machthaber Ramsan Kadyrow die Kontrolle über das Rathaus der seit Wochen eingekesselten südukrainischen Hafenstadt Mariupol übernommen und ihre Flagge über dem Gebäude gehisst. Auf Telegram veröffentlicht Kadyrow ein Video, das ein Telefonat des russischen Abgeordneten Adam Delimchanow mit den „tapferen“ tschetschenischen Kämpfern zeigen soll. Er kündigt zudem „Säuberungen“ in Mariupol an. „Die Jungs geben per Funk durch, dass sie das Gebäude der Behörden von Mariupol befreit und unsere Flagge darauf gehisst haben“, erklärt Kadyrow zu dem Video. Weiter schreibt er, „noch lebende“ ukrainische „Banditen“ hätten ihre „Positionen verlassen“ und seien „geflohen“. Für die Angaben gab es keine unabhängige Bestätigung. Kadyrow war mit Aussagen zum Ukraine-Krieg zuvor mehrfach der Lüge überführt worden.

20.00 Uhr, Moskau verurteilt neue NATO-Kampftruppen: Russland kritisiert den Aufbau von vier weiteren multinationalen Gefechtsverbänden der NATO scharf. „Jedes Argument ist recht, um den gefährlichen und destabilisierenden Kräfteaufbau an der „Ostflanke“ zu rechtfertigen“, sagt die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Zudem decke die Nato die geheimen Forschungen der Amerikaner an biologischen und chemischen Waffen und beschuldige Russland zu Unrecht seinerseits, Provokationen mit ABC-Waffen zu planen.

19.00 Uhr, Antisemitische Hetze gegen Moskauer Chefredakteur: Von wegen Nazis in der Ukraine. Während die russische Armee behauptet, die Ukraine zu „entnazifizieren“, läuft gegen den ehemaligen Chefredakteur von Echo Moskwy, Alexej Wenediktow, eine antisemitische Kampagne. „Unbekannte warfen einen Schweinkopf mit Perücke vor seine Haustür“, schreibt der Journalist Anton Barbashin auf Twitter. „An seiner Tür klebte das Wappen der Ukraine mit dem Schriftzug ,Judensau'“. Der liberale Radiosender war Anfang März wegen vermeintlicher Falschnachrichten über den Ukraine-Krieg mit einem Sendeverbot belegt worden.

18.00 Uhr, Scholz lehnt Zahlung in Rubel ab: Kanzler Olaf Scholz hat eine Ankündigung von Russlands Präsident Wladimir Putin zurückgewiesen, dass Lieferungen von russischem Gas und Öl künftig in Rubel bezahlt werden sollen. Man habe die Verträge geprüft – diese würden alle eine Bezahlung in Europa oder Dollar vorsehen, sagt Scholz nach dem G7-Gipfel in Brüssel. Nach einem Gipfel der G7 spricht er von Entschlossenheit und Geschlossenheit der sieben führenden westlichen Industriestaaten. Russland müsse seine Truppen aus der Ukraine abziehen, sagt Scholz in Brüssel. Die G7 würden ihr wirtschaftliches Gewicht dazu einsetzen, um den Krieg schnellstmöglich zu beenden. „Wir haben uns heute alle zu einer lückenlosen Umsetzung der Sanktionen verpflichtet“, sagt Scholz. Die G7 seien sich zudem einig, weitere Sanktionen zu verhängen, „sollte dies erforderlich werden“.

17.00 Uhr, Estland fordert NATO-Panzer für die Ukraine: Estland hat die größeren NATO-Staaten aufgefordert, auch Panzer und Kampfflugzeuge in die Ukraine zu liefern. „Diejenigen Staaten, die Panzer und Flugzeuge haben, können auch Panzer und Flugzeuge abgeben“, sagt die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel. „Wenn Länder mit 80 Millionen Einwohnern kleinere Mengen geben als wir mit 1,3 Millionen, dann können die großen Länder mehr tun, um der Ukraine zu helfen.“

16.00 Uhr, Frankreich testet atomare Mittelstreckenrakete: Frankreich hat erfolgreich eine modernisierte Variante seiner atomar bestückbaren Mittelstreckenrakete (ASMPA) getestet. Das Rüstungsprogramm entspreche dem Willen von Präsident Emmanuel Macron, „die operative Glaubwürdigkeit der Streitkräfte auf dem vom internationalen Umfeld geforderten Niveau aufrechtzuerhalten“, heißt es.

15.00 Uhr, NATO aktiviert ABC-Abwehr: Der Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa hat Bündnisfähigkeiten zur Abwehr von chemischen, biologischen und atomaren Bedrohungen aktiviert. Wie Generalsekretär Jens Stoltenberg am Rande des NATO-Sondergipfels in Brüssel sagt, verstärken Mitgliedstaaten derzeit zudem auch die multinationalen Gefechtsverbände an der Ostflanke mit zusätzlichen ABC-Elementen. Einzelheiten zu der Entscheidung von General Tod D. Wolters nennt Stoltenberg allerdings nicht. In der NATO wird seit einiger Zeit befürchtet, dass Russland angesichts schleppender Fortschritte im Krieg gegen die Ukraine versucht sein könnte, Massenvernichtungswaffen einzusetzen. Die NATO will die Ukraine im Krieg gegen Russland mit Ausrüstung zum Schutz vor biologischen und chemischen Angriffen unterstützen. In der Abschlusserklärung des Gipfels heißt es: „Jegliche Verwendung chemischer oder biologischer Waffen durch Russland wäre inakzeptabel und würde schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.“

14.40 Uhr, NATO stockt Truppen im Osten deutlich auf: Mit der Invasion in die Ukraine gefährde Russland die globale Sicherheit, heißt es in einer Erklärung der Nato. Das Bündnis verurteile Angriffe auf die Zivilbevölkerung und ziehe Belarus in die Mitverantwortung. Die Nato-Staaten fordern China auf, Russland nicht beim Krieg in der Ukraine zu unterstützen. Die Mitgliedstaaten seien sich einig, dass sich der Krieg nicht ausbreiten dürfe, sagt Stoltenberg. Er bekräftigt, es werde keine Nato-Truppen in der Ukraine geben. Allerdings will das Bündnis seine Truppen an der Ostflanke massiv aufstocken. In der Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien sollen insgesamt vier zusätzliche sogenannte Battlegroups stationiert werden. 

14.20 Uhr, Stoltenberg bleibt Generalsekretär der Nato: Der Norweger Jens Stoltenberg bleibt wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine ein weiteres Jahr Generalsekretär der Nato. Die Bündnisstaaten hätten beim Gipfeltreffen entschieden, das Mandat des Norwegers bis zum 30. September 2023 zu verlängern, teilt das Verteidigungsbündnis mit. Stoltenbergs derzeitige Amtszeit bei der Nato wäre eigentlich am 30. September 2022 ausgelaufen. Danach wollte der frühere norwegische Regierungschef zurück in seine Heimat gehen und dort Chef der Zentralbank werden. Für diesen Posten hatte sich der 63-Jährige Ende des vergangenen Jahres beworben. Anfang Februar bekam er dann offiziell den Zuschlag.

14.00 Uhr, USA wollen offenbar bis zu 100 000 Geflüchtete aufnehmen: Die USA planen die Aufnahme von bis zu 100.000 Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters unter Berufung auf Vertreter der USA. Die Entscheidung soll noch heute bekanntgegeben werden, während US-Präsident Joe Biden mit den europäischen Staats- und Regierungschefs zusammentrifft. Man ziehe alle legalen Wege zur Einreise in die Vereinigten Staaten in Betracht – dazu gehörten die Aufnahme als Geflüchtete sowie Visaprogramme, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter dpa zufolge. Auch wollten die USA neue humanitäre Hilfen in Milliardenhöhe ankündigen.

12.00 Uhr, Ampelkoalition beschließt Entlastungen für die Bevölkerung: 300 Euro für alle Steuerpflichtigen, drei Monate ÖPNV-Tickets für neun Euro pro Monat, eine Einmalzahlung von 100 Euro für jedes Kind an Familien sowie die Senkung der Steuer auf Benzin (30 Cent pro Liter) und Diesel (14 Cent pro Liter) – das sind die wichtigsten Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung die finanziellen Folgen des  Krieges für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland abfedern will.

23.59 Uhr, Kreml sperrt Google News wegen „irreführender Informationen“: Die russische Medienaufsichtsbehörde hat Google News blockiert. Über die Plattform seien in Russland Materialien veröffentlicht worden, die „irreführende Informationen von öffentlichem Interesse über den Verlauf der speziellen Militäroperation in der Ukraine“ enthalten hätten, teilt Roskomnadsor der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. In Russland wird der Krieg gegen die Ukraine als „Militäroperation“ bezeichnet.

23.00 Uhr, UN-Sicherheitsrat lehnt russische Resolution zu Ukraine-Hilfe ab: Moskau bekommt für seine Beschlussvorlage nicht die benötigten neun Ja-Stimmen des 15-köpfigen UN-Gremiums. Nur China stimmt mit Russland im mächtigsten Rat der Vereinten Nationen für den Text, die übrigen 13 Länder enthalten sich. Da Russland der Aggressor in dem Konflikt ist, haben vor allem westliche Staaten das Einbringen einer humanitären Resolution durch das Land als „zynisch“ oder als „Beleidigung“ bezeichnet.

22.00 Uhr, Renault verlässt Russland: Am Nachmittag forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Rede vor dem französischen Parlament den Autobauer Renault und andere französische Unternehmen zu diesem Schritt auf. Der französische Autobauer setzt seine Industrieaktivitäten in Russland wegen des Krieges in der Ukraine aus, teilte der Konzern am Mittwochabend in Boulogne-Billancourt mit.

21.00 Uhr, Russlands Verteidigungsminister Schoigu von Bildfläche verschwunden: Laut einem Bericht der britischen „Times“ kursieren seitdem Gerüchte, er leide an gesundheitlichen Problemen inmitten der ins Stocken geratenen Invasion in der Ukraine. Shoigu, der häufig als Nachfolger von Präsident Wladimir Putin gehandelt wird, wurde zuletzt am 11. März gesehen, als er Gespräche mit seinem türkischen Amtskollegen führte, schreibt das Blatt. Am selben Tag wurde auch General Waleri Gerassimow, Chef des russischen Generalstabs, zuletzt gesehen. Shoigu und Gerassimow sind neben Putin die beiden Personen, die einen der drei Atomkoffer besitzen, mit dem die Atomstreitkräfte in Gang gesetzt werden können.

20.00 Uhr, Washington wirft russischen Truppen Kriegsverbrechen vor: Washington wirft russischen Truppen Kriegsverbrechen vor: „Heute kann ich bekanntgeben, dass die US-Regierung auf Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen zu der Einschätzung gelangt, dass Mitglieder der russischen Streitkräfte in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen haben“, teilt US-Außenminister Antony Blinken mit. „Unsere Einschätzung stützt sich auf eine sorgfältige Prüfung der verfügbaren Informationen aus öffentlichen und geheimdienstlichen Quellen.“

19.00 Uhr, Schweden verdoppelt Waffenlieferungen an Kiew: Schwedens Regierung kündigt die Lieferung von 5000 zusätzlichen Panzerabwehrwaffen sowie von Ausrüstung zur Minenräumung in die Ukraine an. Dies entspreche einer Verdopplung der bisherigen Zusagen, schreibt Außenministerin Ann Linde auf Twitter. Es handele sich um eine „historische Entscheidung“. Am Donnerstag hält der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Videoansprache vor dem schwedischen Parlament.

18.00 Uhr, Habeck wirft Moskau Vertragsbruch vor: Wirtschaftsminister Robert Habeck wirft Russlands Präsident Wladimir Putin wegen der Ankündigung, dass Gaslieferungen künftig in Rubel bezahlt werden müssen, einen Bruch von Verträgen vor. Die Bundesregierung werde darüber nun mit europäischen Partnern beraten. Der Grünen-Politiker macht deutlich, dies zeige einmal mehr, dass Russland kein stabiler Partner sei. Putin wies am Nachmittag die Regierung an, keine Zahlungen in Dollar oder Euro mehr zu akzeptieren.

17.30 Uhr, Verteidigungsministerium will Ukraine 2000 Panzerfäuste liefern: Das Verteidigungsministerium will der Ukraine 2000 weitere Panzerfäuste aus Beständen der Bundeswehr liefern. Einen entsprechenden Antrag stellte das Ressort von Ministerin Christine Lambrecht (SPD) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur an den Bundessicherheitsrat. 

15.30 Uhr, Belarus fordert ukrainische Diplomaten zum Abzug auf: Welche Rolle spielt Belarus im Krieg? Klar ist: Auch von dort aus greifen russische Truppen die Ukraine an. Die Regierung von Belarus bestreitet aber, direkt an Kämpfen beteiligt zu sein, während die Regierung in Kiew zuletzt erklärt hatte, sie befürchte einen Angriff aus Belarus heraus auf die nordwestukrainische Region Wolyn. Und manche erwarten, dass das Land bald an der Seite Russlands in den Krieg eintreten werde.

15.15 Uhr, EU veröffentlicht Leitlinien für Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen: Die EU-Kommission hat den EU-Ländern und anderen Akteuren Leitlinien für den Umgang mit Ukraine-Flüchtlingen an die Hand gegeben. In dem nun veröffentlichten Papier geht es um einen besonderen Schutz für Kinder und Frauen sowie um Bildung, Gesundheit, Unterkunft und Arbeit. Jedes Kind solle nachverfolgbar sein, sobald es die Ukraine verlasse und bis es im Bestimmungsland ankomme, heißt es darin. Kinder könnten ebenso wie Frauen in die Hände von Menschenhändlern und anderen Kriminellen geraten. Prozeduren zur Prüfung von Pflegefamilien müssten im Interesse der Kinder voll respektiert werden, erklärte die Kommission. Ferner müssten Kinder schnell wieder in Kindergärten oder in die Schule eingegliedert werden. „Die Zahl von Kindern mit Recht auf Schule geht in die Millionen, was starke Zuwächse bei Infrastruktur und Personal erfordert.“

15.00 Uhr, Gazprom könnte seine deutschen Gasspeicher verlieren: Die EU könnte den russischen Gazprom-Konzern zwingen, seine Gasspeicher in Deutschland und anderen Mitgliedstaaten zu verkaufen. Energiekommissarin Kadri Simson schlägt eine Verordnung zu Gasspeichern vor, die solch eine Möglichkeit vorsieht. Nationale Aufsichtsbehörden müssten künftig prüfen, ob die Betreiber der Speicher ein Risiko für die Versorgungssicherheit darstellen – zum Beispiel, weil die Unternehmen unter dem Einfluss feindlich gesonnener Staaten stehen. Auf Deutschland entfällt fast ein Viertel der EU-weiten Kapazitäten. Die Speicher von Gazprom waren im vergangenen Herbst verdächtig niedrig gefüllt. Um das in Zukunft zu verhindern, schreibt der Gesetzentwurf Mindestfüllstände für alle Speicher vor. 

14.20 Uhr, Nato schickt mehr Truppen an ihre Ostgrenzen: Mehr Militär in Richtung Russland: Die Nato will ihre Ostflanke zur Abschreckung mit vier weiteren Gefechtsverbänden verstärken. Wie Generalsekretär Jens Stoltenberg mitteilt, sind als Standorte für die sogenannten Nato-Battlegroups die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien vorgesehen. Diese Entscheidung sollen die Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel am morgigen Donnerstag treffen. Nach der Annexion der Krim durch Russland hatte das Verteidigungsbündnis 2016 die „Enhanced Forward Presence“ beschlossen. Durch diese Mission wurden in den drei baltischen Staaten Litauen, Estland und Lettland sowie in Polen multinationale Kampftruppen mit jeweils etwa 1000 Soldatinnen und Soldaten stationiert, die sogenannten Battlegroups. Das Personal rotiert, derzeit führt die Bundeswehr die Battlegroup in Litauen.  Sollte die Nato nun vier weitere Battlegroups beschließen, würde sie ihre militärische Präsenz entlang ihrer Ostgrenzen quasi verdoppeln. Zuletzt waren zur Verstärkung der Ostflanke bereits Kräfte der schnellen Nato-Einsatztruppe NRF in das ukrainische Nachbarland Rumänien verlegt worden. 

14.00 Uhr, Putin: Russisches Gas muss nun in Rubel bezahlt werden: Der russische Präsident hat seine Regierung angewiesen, von Deutschland und anderen EU-Staaten keine Zahlungen mehr in Dollar oder Euro zu akzeptieren. Die Lieferungen würden weiter in vollem Umfang gewährleistet, versichert der Kremlchef in einer Videokonferenz der Regierung, die im Staatsfernsehen übertragen wird. Eine Zahlung für russische Waren in Devisen habe ihren Sinn verloren. Betroffen sind demnach die von Russland auf einer schwarzen Liste festgehaltenen „unfreundlichen Staaten“. Dazu gehören Deutschland und alle anderen EU-Staaten, aber etwa auch die USA, Kanada und Großbritannien. Die Ankündigung stärkt prompt die russische Währung, die seit Wochen massiv unter Druck steht. Die Zentralbank und die russische Regierung hätten nun eine Woche Zeit, die Modalitäten für die Umstellung von Devisen- und auf Rubelzahlungen festzulegen, sagt Putin.

Angriffe auf Wohngebiete wie in Mariupol sind Kriegsverbrechen. Bild: Botschaft der Ukraine in Berlin

13.30 Uhr, Deutschland liefert weitere Luftabwehrraketen: Im Bundestag kündigt Außenministerin Annalena Baerbock die Lieferungen an und sagt: „Wir sind einer der größten Waffenlieferer in dieser Situation.“ Das sei nichts, „was uns stolz macht, sondern das ist das, was wir jetzt tun müssen, um der Ukraine zu helfen.“ Bereits in der vergangenen Woche hatte die Ukraine aus Deutschland 500 Luftabwehrraketen vom Typ Strela erhalten. Ursprünglich war von bis zu 2700 die Rede gewesen, mit der Lieferung musste sich aber noch der Bundessicherheitsrat befassen, in dem Kanzler Scholz und mehrere Ministerinnen und Minister vertreten sind. Laut Zeitungen hat das Gremium gestern in geheimer Sitzung weiteren Lieferungen zugestimmt, sodass insgesamt 2700 Raketen geliefert werden sollen.

13.30 Uhr, Scholz: Umgang mit Selenskij im Bundestag war falsch: Der Bundeskanzler hält den Umgang mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij im Bundestag nachträglich für falsch. Es sei die übliche Praxis, dass es nach Reden von Staatsgästen keine Debatte gebe, sagt er in einem Interview mit der Zeit. In dieser Tradition habe das Parlament entschieden. „Im Nachhinein ist allen klar, das war nicht richtig“, fügt der SPD-Politiker hinzu. Von der Opposition und in der Öffentlichkeit war kritisiert worden, dass der Kanzler auf die Videobotschaft Selenskijs nicht geantwortet hatte und es keine Debatte über den Krieg in der Ukraine gab. Scholz betont in dem Interview, dass der ukrainische Präsident aus seiner Sicht völlig recht habe, wenn er fordere, dass Deutschland sich seiner Verantwortung stellen müsse. Der Kanzler verweist erneut auf die Sanktionen. Es sei in enger Abstimmung mit der EU und den USA ein „sehr hartes, präzises und wirksames Sanktionsregime entwickelt“ worden. Diese Maßnahmen hätten schon jetzt dramatische Auswirkungen auf die russische Wirtschaft.

13.00 Uhr, Polen weist russische Diplomaten aus: Warschau erklärt 45 russische Diplomaten zu unerwünschten Personen. Wie ein Sprecher des polnischen Innenministeriums mitteilt, müssen die Betroffenen nun bis auf eine Ausnahme das Land innerhalb von fünf Tagen verlassen. Ein Beschäftigter der Botschaft muss sogar binnen 48 Stunden ausreisen. Die polnische Regierung wirft den ausgewiesenen Personen Spionage vor. „Polen weist 45 russische Spione aus, die sich als Diplomaten ausgeben“, erklärt der Innenminister Polens Mariusz Kamiński auf Twitter. Mit voller Konsequenz und Entschlossenheit werde die Vertretung der russischen Geheimdienste in Polen zerschlagen.

12.30 Uhr, Bundesregierung hilft russischen Journalistinnen und Journalisten bei Einreise: Angesichts der eingeschränkten Meinungsfreiheit in Russland unterstützt Deutschland die Einreise russischer Journalistinnen und Journalisten nach Deutschland. Das erklärten Sprecher des Außen- und des Innenministeriums. Die Botschaft in Moskau stimme sich eng mit Betroffenen ab, um ein „pragmatisches und rasches Vorgehen“ bei der Vergabe von Visa zu ermöglichen. 

12.15 Uhr, Benzin- und Dieselpreis in Italien sinkt auf Vorkriegsniveau: Nachdem sowohl Benzin als auch Diesel in der vorigen Woche mehr als 2,20 Euro pro Liter gekostet hatten, liegt der Preis nun wieder deutlich unter der Marke von zwei Euro. Die Regierung hatte den Benzinpreis zuvor per Dekret um 30,5 Cent gesenkt. Zusätzlich sollen 5,2 Millionen Familien mit geringem Einkommen Unterstützung bei ihren Gas- und Stromrechnungen erhalten. Das sind 1,2 Millionen Familien mehr als noch vor dem Krieg. Unternehmen können ihre Rechnungen in Raten bezahlen. Insgesamt kostet das Maßnahmenpaket Ministerpräsident Mario Draghi zufolge etwa vier Milliarden Euro. 

11.15 Uhr, Knapp 240 000 Geflüchtete registriert: In Deutschland sind bis heute knapp 240 000 aus der Ukraine Geflüchtete registriert worden, wie das Bundesinnenministerium mitteilt. Es seien überwiegend Frauen, Kinder und Ältere. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass insgesamt deutlich mehr Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen sind. Ukrainer können zunächst ohne Visum einreisen und werden als Bürger des Schengen-Raums bei ihrer Einreise nicht automatisch registriert. Dem UN-Menschenrechtsrat UHCR zufolge sind vom 24. Februar bis zum 22. März etwa 3,6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet, davon die allermeisten zunächst nach Polen.

10.30 Uhr, Koalitionsausschuss berät offenbar heute Abend über Entlastungspaket: Die Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP wollen dpa zufolge ab 21 Uhr auf Spitzenebene über geplante Entlastungen für die Bürger verhandeln. Dazu solle der Koalitionsausschuss zusammenkommen, wie die dpa aus Koalitionskreisen erfuhr. Eine Arbeitsgruppe von mehreren Parteivertretern hatte in mehreren Runden keine Einigung über Erleichterungen in Reaktion auf in der Russland-Krise steigende Preise erzielt. Ein Vorstoß von FDP-Chef und Finanzminister Christian Linder für einen Tankzuschuss war auf Widerstand bei den Koalitionspartnern gestoßen. SPD und Grüne wollen Mobilität zwar auch günstiger machen, dabei aber Menschen mit kleinem Einkommen stärker entlasten. Die Grünen drängen zudem auf Maßnahmen zum Energiesparen.

10.20 Uhr, Vitali Klitschko: „Das ist ein Genozid“: Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew bezeichnet in einer Live-Schalte mit dem Münchner Stadtrat den russischen Angriff auf sein Land als Völkermord. „Das ist ein Genozid“, sagt der 50 Jahre alte ehemalige Profiboxer. „Die vernichten die Zivilbevölkerung, die vernichten unser Land.“ Seine Stadt werde mit Raketen beschossen, die „in einem Radius von 500 Metern jedes menschliche Leben“ töteten, sagt Klitschko. Das sei kein Angriff auf das Militär, sondern auf die Bevölkerung. Wie viele Ukrainer bislang gestorben seien, könne er nicht sagen: „Wir können die Leichen nicht zählen.“ Er ruft Deutschland auf, die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland komplett einzustellen, auch wenn das schwierig sei. Russland investiere „jeden Euro, jeden Cent, in seine Armee“, so Klitschko.

23.59 Uhr, US-Militär hat Hinweise auf ukrainische Offensiven: Dem US-Militär liegen nach eigenen Angaben Hinweise auf ukrainische Offensiven vor. Dies sei insbesondere im Süden des Landes der Fall, teilt das Verteidigungsministerium mit. Nicht bestätigen könne man Berichte, dass die ukrainischen Kräfte einen Vorort der Hauptstadt Kiew von russischen Truppen zurückerobert hätten.

23.00 Uhr, Selenskyj darf nicht vor Österreichs Parlament sprechen: „Wir würden das auch für Putin nicht haben wollen oder irgendeine andere Kriegspartei“, begründet FPÖ-Obmann Herbert Kickl die Haltung seiner Partei. Der Vizeklubobmann der Neos Nikolaus Scherak attestiert den Oppositionsfraktionen SPÖ und FPÖ dem „Standard“ zufolge „falsch verstandene Neutralität“. In einer solchen Situation müsse man „klar Stellung beziehen“. Selenskyj hatte bereits per Videoschalte vorm Bundestag gesprochen, vor der israelischen Knesset, dem US-Kongress und dem Europaparlament.

22.00 Uhr, Biden besucht in Polen stationierte US-Truppen: „Von Brüssel aus wird Präsident Biden nach Polen reisen, wo er mit den US-Truppen zusammentreffen wird, die derzeit helfen, das Nato-Gebiet zu verteidigen“, kündigt der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan an. Insgesamt sind nach US-Angaben rund 100.000 US-Soldaten in Europa stationiert oder eingesetzt. Biden hatten in den vergangenen Monaten angesichts des Konflikts mit Russland Tausende zusätzliche Soldatinnen und Soldaten aus den USA nach Europa verlegt.

21.00 Uhr, Lagarde warnt Kryptofirmen vor Beihilfe zur Umgehung der Sanktionen: Kryptowährungen werden laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde genutzt, um die Russland-Sanktionen vieler Länder zu umgehen. Bestimmte Unternehmen und Personen würden versuchen, ihre Rubel in Kryptowährungen umzutauschen, sagt Lagarde auf einer Veranstaltung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). „Hier in Europa haben wir Schritte eingeleitet, um all denjenigen zu signalisieren, die umtauschen, Transaktionen betreiben, Dienstleistungen mit Bezug auf Kryptowährungen anbieten, dass sie Komplizen sind beim Versuch, Sanktionen zu umgehen.“

20.00 Uhr, Atomwaffeneinsatz laut Kreml-Sprecher „nur“ bei Gefährdung der Existenz: Russland würde Atomwaffen nur dann einsetzen, wenn es seine Existenz gefährdet sieht. Mit diesen Worten zitiert die Agentur Tass den russischen Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. In einem Interview mit der CNN-Journalistin Christiane Amanpour äußert sich Peskow ähnlich. Nähere Ausführungen, wann eine solche existentielle Bedrohung vorliegen würde, macht er nicht, sondern verweist lediglich auf eine bestehende Sicherheits-Doktrin Russlands, die Einsatzgründe festlege.

19.00 Uhr, Angriff auf Mariupol mit „extrem starken Bomben“: „Es ist klar, dass die Belagerer sich nicht für die Stadt interessieren, sie wollen sie auslöschen, zu Asche reduzieren“, erklärt die Stadtverwaltung. Die beiden besonders starken Bomben seien eingeschlagen, als gerade Zivilisten evakuiert werden sollten. In Mariupol sind nach Behördenangaben mehr als 200.000 Menschen eingeschlossen.

18.00 Uhr, Russische Truppen kämpfen laut Pentagon mit logistischen Problemen: Mängel gebe es nicht nur bei Lebensmitteln und Treibstoff, sondern auch bei der Ausrüstung für die Soldaten, sagt ein hochrangiger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. „Wir haben Hinweise darauf erhalten, dass einige Soldaten tatsächlich Erfrierungen erlitten haben und aus dem Kampf genommen wurden. Sie haben also weiterhin Probleme mit der Logistik und der Versorgung.“ Bei der Kommunikation untereinander hätten die russischen Truppen ebenfalls Probleme. Der Pentagon-Vertreter führt die logistischen Schwierigkeiten der russischen Streitkräfte auf den anhaltenden Widerstand der Ukrainer und auf schlechte Planung zurück.

17.00 Uhr, Kiew wirft Moskau Verschleppung von ukrainischen Zivilisten vor: „Frauen und Kinder werden massenhaft aus den Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk abgeschoben“, schreibt die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denissowa, auf Facebook. Moskau betont immer wieder, dass viele Ukrainer darauf warteten, etwa aus der belagerten Hafenstadt Mariupol über sogenannte Fluchtkorridore nach Russland evakuiert zu werden. Kiew bestreitet das. Denissowa erhebt unterdessen weitere schwere Vorwürfe gegen Russland: „Frauen, Kinder, alte Leute werden durchsucht, ihnen werden die ukrainischen Dokumente und Telefone abgenommen und sie werden in grenznahe russische Gebiete geschickt. Dort werden sie in Konzentrationslagern untergebracht mit anschließender Umsiedelung in die depressiven Regionen Russlands.“ Für diese Anschuldigungen legt sie allerdings keine Beweise vor.

16.00 Uhr, EU-Staats- und Regierungschefs wollen offenbar Wiederaufbaufonds für Ukraine auf den Weg bringen: Mit einem Solidaritäts-Treuhandfonds solle „der Wiederaufbau einer demokratischen Ukraine gefördert werden, sobald der russische Angriff beendet ist“, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters aus einem Entwurf für die Erklärung zum Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag. Die EU wolle die ukrainische Regierung „in ihren unmittelbaren Bedürfnissen“ unterstützen. Mit den Vorbereitungen solle „unverzüglich“ begonnen werden. Ein konkreter Betrag wird in dem Entwurf Reuters zufolge nicht genannt. Offenbar sollen bei einer internationalen Konferenz Mittel für den Fonds beschafft werden. Die Aufgabe wird durch die Tatsache erschwert, dass die Ukraine derzeit faktisch von den internationalen Finanzmärkten abgeschnitten ist und die Landeswährung Griwna stark an Wert verloren hat.

12.00 Uhr, Russischer Journalist will Friedensnobelpreis-Medaille für Geflüchtete spenden: Der russische Journalist Dmitri Muratow will seine Friedensnobelpreis-Medaille für ukrainische Geflüchtete spenden. Der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung Nowaja Gaseta bittet Auktionshäuser darum, die Medaille zu versteigern, wie es in einem unter Muratows Namen veröffentlichten Artikel heißt. Er habe mit seiner Zeitung zusammen entschieden, dass die Erlöse dem Ukrainischen Flüchtlingsfonds zugutekommen sollten. In dem Text werden unter anderem ein sofortiges Ende der Kämpfe in der Ukraine, Fluchtkorridore und Hilfen für Flüchtlinge gefordert.

Kiew wirft Moskau Verschleppung von ukrainischen Zivilisten vor: „Frauen und Kinder werden massenhaft aus den Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk abgeschoben“, schreibt die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denissowa, auf Facebook. Bild; Ukrainian Parliament Commissioner for Human Rights

11.30 Uhr, Ukraine: Drei Fluchtkorridore für Menschen aus Mariupol geplant: Erneut ein Versuch, Menschen aus der belagerten Stadt Mariupol in Sicherheit zu bringen: Am Dienstag sollen nach Angaben der ukrainischen Regierung drei Fluchtkorridore geöffnet werden, das teilt die Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einer auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft mit. Die Menschen sollen demnach aus den umliegenden Orten Berdjansk, Jurjiwka und Nikolske in die Großstadt Saporischschja gebracht werden.

9.45 Uhr, Abramowitsch-Yachten ankern an der türkischen Küste: Von der EU und Großbritannien ist der russische Milliardär Roman Abramowitsch mit Sanktionen belegt worden. Eine mögliche Konsequenz: Teile seines Vermögen werden eingefroren. Zumindest zwei seiner teuren Yachten ankern nun offenbar in der Türkei, also im Mittelmeer, aber nicht in der EU. Die Eclipse, die mit einer Länge von 162,5 Metern zu den größten Yachten der Welt zählt, sei am Dienstag vor dem südwestlichen Badeort Marmaris vor Anker gegangen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Hafenverwaltung. Frei zugängliche Schiffsverkehrsdaten bestätigen das. Die Eclipse verfügt angeblich über zwei Hubschrauberlandeplätze, neun Decks, einen Swimmingpool und eingebaute Raketenabwehrsysteme.

9.00 Uhr, Ukrainisches Militär: Russland verstärkt seine Präsenz im Luftraum: Nach Angaben des ukrainischen Militärs hat die russische Armee in den vergangenen 24 Stunden ihre Präsenz im ukrainischen Luftraum verstärkt. Zusätzlich zum Einsatz zahlreicher unbemannter Luftfahrtzeuge setze Russland Kampfflugzeuge, Marschflugkörper und ballistische Raketen ein, zitiert die britische BBC aus einer Erklärung des ukrainischen Luftwaffenkommandos. Der ukrainische Kyiv Independent meldet am Morgen, es habe in fast jeder Region des Landes Fliegeralarm gegeben, ohne dies allerdings zeitlich einzuordnen.

8.00 Uhr, Russischer Vize-Außenminister: Beziehung zu USA am Rande des Abbruchs: Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sieht die Beziehungen zu den USA wegen des Ukraine-Krieges vor dem Abbruch. „Gestern wurde dem amerikanischen Botschafter eine Protestnote übergeben, in der darauf hingewiesen wird, dass die Beziehungen an den Rand des Abbruchs geraten sind“, sagt Rjabkow der Agentur Interfax zufolge. Zugleich stellt er Bedingungen für eine Fortsetzung der Gespräche zwischen Moskau und Washington: Die USA müssten ihre Eskalation stoppen – verbal und bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine. „Sie müssen aufhören, Drohungen gegen Russland auszusprechen“, so der Vize-Minister. Als Reaktion auf Kritik von US-Präsident Joe Biden an Kremlchef Wladimir Putin hatte das russische Außenministerium dem US-Botschafter in Moskau, John Sullivan, am Montag eine Protestnote überreich. Biden hatte Putin wegen des Krieges gegen die Ukraine als „Kriegsverbrecher“ und „mörderischen Diktator“ bezeichnet. Solche Äußerungen des amerikanischen Präsidenten, eines Staatsmannes von solch hohem Rang, seien unwürdig, hieß es in Moskau.

23.59 Uhr, Nach Facebook und Insta sperrt Russland sperrt Russland auch Euronews-Website: Die russische Medienaufsichtsbehörde sperrt den Zugang zur Website des europäischen Senders Euronews. Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft habe die Behörde Roskomnadsor auch das russischsprachige Angebot des Senders blockiert, berichten russische Nachrichtenagenturen. Seit dem Beginn des Militäreinsatzes in der Ukraine haben die russischen Behörden den Zugang zu Online-Medien massiv eingeschränkt. Gesperrt wurde unter anderem die Website der BBC. Am Montag verbot ein Gericht auch noch Facebook und Instagram.

23.00 Uhr, Ukraine wird keine russischen Ultimaten erfüllen: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erteilt Ultimaten aus Russland eine grundsätzliche Absage. „Die Ukraine kann keine Ultimaten der Russischen Föderation erfüllen“, sagt er im Fernsehen. „Man muss uns alle vernichten. Dann wird ihr Ultimatum automatisch erfüllt.“ Russland hatte am Sonntag die ukrainischen Truppen in der belagerten Hafenstadt Mariupol aufgefordert, die Waffen niederzulegen und die Stadt am Montagvormittag zu verlassen. Eine solche Kapitulation lehnte die ukrainische Führung kategorisch ab.

22.00 Uhr, Einigung auf Energiepreis-Entlastung diese Woche: Die Erdölpreise sind zu Wochenbeginn wieder deutlich angestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent erhöht sich um acht Prozent und liegt am Abend bei 116,54 Dollar. Das ist der höchste Preis seit zehn Tagen. Hintergrund sind die Diskussionen über einen möglichen Importstopp in Europa für Öllieferungen aus Russland. Bundesfinanzminister Christian Lindner geht davon aus, dass sich die Koalition diese Woche auf Entlastungen für die Bürger angesichts der hohen Energiepreise einigt. „Ja, das ist sehr realistisch“, sagt der FDP-Vorsitzende in der ARD-Sendung „Hart aber fair“. Wichtig sei eine schnelle Umsetzung. Dem komme auch sein Vorschlag eines Tankrabatts entgegen, der direkt vom unverändert gültigen Spritpreis abgezogen würde. „Ich bin für diesen Rabatt, weil er im Zweifel ohne Gesetzgebung direkt (vom Kabinett) entschieden werden kann, weil der Preis an der Zapfsäule gleichbleibt“, sagt Lindner.

21.00 Uhr, Russische Nachrichtenseite veröffentlicht offenbar kurzzeitig Opferzahl: Die russische Nachrichtenseite Komsomolskaja Prawda (kp.ru) hat die Zahl der im Krieg gefallenen russischen Soldaten offenbar kurzzeitig mit 9861 angegeben. Unter Berufung auf das Verteidigungsministerium war zudem von 16.153 Verwundeten die Rede. Einen entsprechenden Screenshot der Seite teilt der Journalist Yaroslav Trofimov auf Twitter. Dem Journalisten Christo Grosew zufolge war die Opferzahl kurze Zeit später wieder von der Seite verschwunden. Entsprechende Hinweise fehlen in einem inzwischen neu veröffentlichten Artikel. Moskau hatte die Opferzahlen zuletzt Anfang März mit knapp 500 angegeben. Ob es sich bei den nun gelöschten Zahlen um eine Falschmeldung, ein Missverständnis, einen Hackerangriff oder etwas anderem handelt, ist unklar.

20.00 Uhr, Russland prüft offenbar Cyberattacken gegen USA: Den USA liegen Präsident Joe Biden zufolge Geheimdienst-Hinweise vor, wonach die russische Regierung potenzielle Cyberattacken gegen die USA prüft. Biden ruft die Wirtschaft auf, sofort ihre Computersysteme stärker gegen Angriffe zu wappnen.

19.00 Uhr, Bartsch nennt Putin „Kriegsverbrecher“, Gysi appelliert auf Russisch: Linksfraktionschef Dietmar Bartsch bezeichnet den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Kriegsverbrecher. Dutzende unschuldiger ukrainischer Kinder seien ermordet worden, Tausende Zivilisten gestorben, Millionen hätten ihre Heimat verlassen, sagt Bartsch vor einer Fraktionssitzung der Linken in Berlin. „Putins Verbrechen müssen so schnell es geht beendet werden.“ Der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Gregor Gysi, wendet sich in einem Video auf Russisch mit einem „dringenden Appell“ an Bürger in Russland und „Bürger der russischen Gemeinden in Deutschland“. Sie sollten „alles in Ihrer Kraft Stehende tun, um den Krieg, den Russland in Ihrem Namen führt, zu beenden“.

18.00 Uhr, Mehr als 6,5 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht: Sie mussten ihre Häuser, Wohnungen, Dörfer und Städte wegen der Raketenangriffe und Bombardierungen verlassen, berichtet die UN-Organisation für Migration (IOM) in Genf. Hinzu kommen fast 3,5 Millionen Menschen, die in den dreieinhalb Wochen seit Kriegsbeginn nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) über die Grenzen in Nachbarstaaten geflohen sind. Damit ist praktisch ein Viertel der einstigen Bevölkerung betroffen. In der Ukraine lebten vor Beginn der russischen Invasion rund 44 Millionen Menschen. Unter den Geflüchteten waren mindestens 186.000 Menschen aus anderen Ländern.

17.00 Uhr, Merz kritisiert schlechtes Management bei Flüchtlingsaufnahme: CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz wirft der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Aufnahme der Flüchtlinge aus der Ukraine vor. Bei Bürgern und Hilfsorganisationen gebe es eine „großartige Hilfsbereitschaft“, sagt er. „Wir sehen es gleichzeitig mit einigem Befremden, wie schlecht organisiert der Bund ist, wie wenig abgestimmt und koordiniert der Bund mit den Ländern ist.“ Auch einen Flüchtlingsgipfel zwischen Bund, Ländern und Gemeinden habe es noch immer nicht gegeben. „Wir haben es mit großen Defiziten auf der administrativen Ebene zu tun“, sagt Merz am Rande einer Sitzung der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag.

16.00 Uhr, „Wir sind eine größere Atommacht als Russland“, sagt Trump: Der frühere US-Präsident Donald Trump würde auf Nukleardrohungen von Kremlchef Wladimir Putin nach seinen Worten mit der Entsendung amerikanischer U-Boote vor die russische Küste reagieren. „Er sagt, dass sie eine Atommacht sind, aber wir sind eine größere Atommacht“, sagt der Republikaner im Sender Fox Business. Putin habe „ständig das N-Wort benutzt (…), das Nuklear-Wort“. Die USA hätten die großartigsten U-Boote der Welt, „die mächtigsten Maschinen, die je gebaut worden“. Trump fügt hinzu: „Man sollte sagen, schau, wenn Du dieses Wort noch einmal erwähnst, dann werden wir sie rüberschicken, und wir werden an Eurer Küste hoch und runter fahren.“

15.30 Uhr, Verhandlungen der offiziellen Delegationen enden nach 1,5 Stunden: Mehr als dreieinhalb Wochen nach Kriegsbeginn haben Vertreter Russlands und der Ukraine erneut verhandelt. Das Gespräch der offiziellen Delegationen habe am Vormittag gut anderthalb Stunden gedauert, sagt der Fraktionsvorsitzende der ukrainischen Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes), David Arachamija, der Ukrajinska Prawda zufolge. Danach seien die Beratungen auf Ebene der Arbeitsgruppen weitergegangen. „Heute arbeiten wir den ganzen Tag über“, sagt Arachamija, ohne sich zu Inhalten zu äußern. 

15.00 Uhr, Facebook und Instagram in Russland verboten: Die Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram sind in Russland bereits abgeschaltet – und nun auch als „extremistisch“ verboten. Ein entsprechender Antrag der Generalstaatsanwaltschaft ist von einem Gericht in Moskau angenommen worden. Facebook ist in Russland seit Anfang März blockiert, die Medienaufsicht begründete dies mit „Diskriminierung russischer Medien“. Instagram kann dort seit mehr als einer Woche nicht mehr genutzt werden. Der ebenfalls zum US-Konzern Meta gehörende Messenger-Dienst Whatsapp soll dem Gericht zufolge aber nicht betroffen sein. Hintergrund der Gerichtsentscheidung ist: Meta hatte im Zusammenhang mit dem Krieg manche Äußerungen erlaubt, die normalerweise gegen Richtlinien des Konzerns verstoßen hätten. Als Beispiel nannte ein Facebook-Sprecher den Satz „Tod den russischen Eindringlingen“. Das löste in Russland Empörung aus. Später präzisierte Meta die Regeln für Inhalte: Sie gelten demnach nur in der Ukraine, und Gewaltaufrufe dürfen nicht gegen Russen generell oder gegen Staatschefs wie Wladimir Putin gerichtet sein.

14.45 Uhr, Singendes Mädchen aus dem Bunker in Kiew hat es nach Polen geschafft: Sie berührte mit ihrem Gesang Menschen auf der ganzen Welt: Die siebenjährige Amelia Anisovych, die in einem ukrainischen Luftschutzbunker den Titelsong aus dem Disney-Film „Frozen“ sang, befindet sich nun in Polen in Sicherheit. Die zweiminütige Videoaufnahme ihres Auftritts war in den sozialen Netzwerken millionenfach geklickt worden. Die Grundschülerin konnte gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrer Großmutter aus der Ukraine ins Nachbarland fliehen; ihre Eltern sind in Kiew geblieben. Bei einem Benefizkonzert in Polen stand Amelia Anisovych am Sonntag vor Tausenden Menschen auf der Bühne – dieses Mal sang sie die ukrainische Nationalhymne. Dem TV-Sender hatte das Mädchen erzählt, dass es bisher sein größter Traum gewesen sei zu singen. Das hat sich nun geändert, die Siebenjährige sagte TVP World: „Mein größter Traum ist Frieden in der Ukraine. Alle Leute würden dann Freunde sein. Und alle können endlich wieder machen, was sie zu Hause getan haben. Sie können wieder normal ins Bett gehen.“

12.45 Uhr, Stiftung: Holocaust-Überlebender Romantschenko durch Angriff auf Charkiw getötet: Er hat mehrere Konzentrationslager überlebt – und ist nun offenbar durch die russische Armee getötet worden. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora teilt mit, sie habe von Angehörigen vom Tod Boris Romantschenkos erfahren. Romantschenko, geboren 1926, war 1943 von den Nazis aus dem ukrainischen Sumy nach Düsseldorf zur Zwangsarbeit verschleppt worden und nach einem Fluchtversuch ins KZ gekommen. Der Stiftung zufolge hat er die KZs Buchenwald, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen überlebt. Nach dem Krieg habe er sich „intensiv für die Erinnerung an die NS-Verbrechen eingesetzt“. Bereits am Freitag sei er bei einem Bombenangriff in Charkiw getötet worden. „Nach Mitteilung seiner Enkelin wohnte er in einem mehrstöckigen Gebäude, das von einem Geschoss getroffen wurde“, schreibt die Stiftung.

11.00 Uhr, Behörden: Erster Angriff auf Vorort von Odessa: Aus einem Vorort der Hafenstadt am Schwarzen Meer wird nach Angaben der Stadtverwaltung ein erster Angriff gemeldet. Ein Wohnhaus sei am Morgen durch russischen Beschuss beschädigt worden. Todesopfer gebe es nicht, es sei aber ein Feuer ausgebrochen. Das südukrainische Odessa ist vom Kriegsgeschehen bisher weitgehend verschont geblieben, hatte aber am Sonntag Behörden zufolge den zunehmenden Einsatz russischer Drohnen über dem Stadtgebiet und in der Umgebung registriert. Die Angaben dazu und zum heutigen Beschuss lassen sich nicht unabhängig prüfen.

10.54 Uhr, Baerbock: „Weitere Unterstützung“ bei Waffenlieferungen nötig: Vor dem Treffen der EU-Außen- und Verteidigungsminister in Brüssel bekräftigt die Bundesaußenministerin den Plan, die EU-Finanzhilfe für die Ukraine zur Beschaffung von Waffen auf eine Milliarde Euro zu erhöhen. „Wir sehen mit Blick auf die Waffenlieferungen, dass man weitere Unterstützung braucht“, sagt Baerbock. Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass Waffenbestellungen bei deutschen Firmen dann auch „schnellstmöglich“ realisiert werden könnten. Über Genaueres zu diesen Waffenlieferungen könne man aber nicht „in aller Öffentlichkeit“ sprechen, da es „um Leben und Tod“ gehe. Die EU hatte im Februar ein erstes Paket über 500 Millionen Euro bewilligt für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte bewilligt und sich Mitte März auf ein weiteres 500-Millionen-Paket geeinigt. 

23.59 Uhr, Explosionen aus Kiew gemeldet: Am späten Abend haben mehrere Explosionen die ukrainische Hauptstadt Kiew erschüttert. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden mehrere Wohnhäuser im Stadtteil Podil im Westen der Metropole beschädigt und in Brand gesetzt. Auch ein Einkaufszentrum sei getroffen worden. „Rettungsmannschaften und Sanitäter sind bereits vor Ort“, teilt Klitschko auf Telegram mit. Nach ersten Erkenntnissen wurde bei dem Angriff mindestens ein Mensch getötet.

23.00 Uhr, Odessa registriert vermehrt russische Drohnen: Die südukrainische Hafenstadt Odessa registriert den zunehmenden Einsatz russischer Drohnen über dem Stadtgebiet und in der Umgebung. „Es ist aber alles ruhig, es gab keine Angriffe“, zitiert die „Ukrajinska Prawda“ den Leiter der regionalen Militärverwaltung, Maxim Martschenko. Die Luftabwehr habe die Drohnen des Gegners unter Feuer genommen. „Der Abschuss einiger dieser Drohnen wurde bereits bestätigt“, sagte Martschenko. Odessa ist vom Kriegsgeschehen bisher weitgehend verschont geblieben.

22.00 Uhr, Polizei warnt vor „Fake-Video“ von angeblichem Verbrechen durch Ukrainer: Die Polizei warnt vor der Verbreitung eines „Fake-Videos“ im Netz, in dem es um ein angebliches Verbrechen durch Ukrainer in Nordrhein-Westfalen geht. „Über das Internet wird derzeit ein Video verbreitet, in dem von einem Überfall auf einen 16-jährigen Jugendlichen im Bereich Euskirchen berichtet wird. Angeblich sei dieser von einer Gruppe Ukrainer zu Tode geprügelt worden“, teilt die Bonner Polizei auf Twitter mit. Weiter heißt es: „Die Experten gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein absichtliches ‚Fake-Video‘ handelt, das Hass schüren soll. Wir bitten, dieses Video nicht weiter zu verbreiten (…).“

21.00 Uhr, In der Ukraine könnte sich eine „blutige Pattsituation“ entwickeln: Forschende des „Institute for the Study of War“ gehen davon aus, dass der Ukraine eine „blutige Pattsituation“ bevorstehen könnte, in der weder ukrainische noch russische Truppen nennenswerte Vorteile erringen, sondern ihre Stellungen halten und es zu keinem Waffenstillstand kommt. Die bevorstehende Pattsituation an vielen Orten im Land dürfte viele zivile Opfer hervorbringen und könnte Wochen oder Monate dauern. „Russland wird seine Bemühungen verstärken, die ukrainische Zivilbevölkerung zu bombardieren, um den Willen der Ukrainer zu brechen, weiter zu kämpfen (was den Russen wahrscheinlich nicht gelingen wird)“, heißt es in der Analyse.

20.00 Uhr, Unterbringung Geflüchteter nur international möglich: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock fordert angesichts der vielen Flüchtlinge aus der Ukraine Solidarität in Europa. „Es werden viele viele weitere Menschen kommen. Wir werden von der europäischen Außengrenze verteilen müssen“, sagt die Grünen-Politikerin in Hannover. Baerbock kündigt an, diesen Appell beim Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel zu betonen. „Jedes Land in Europa muss Menschen aufnehmen.“ Sie fügt hinzu: „Wir müssen Menschen auch über den Atlantik bringen.“

19.00 Uhr, Zivilisten drängen russisches Militärfahrzeug in Cherson zurück: In der ukrainischen Stadt Cherson sind etliche Menschen aus Protest gegen die russische Invasion ihrer Heimat auf die Straße gegangen. Wie in den sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen zeigen, drängten einige Demonstranten, die zum Teil Ukraine-Fahnen tragen, dabei einen russischen Militär-Lkw zurück.

18.00 Uhr, Hoher Marineoffizier der russischen Schwarzmeerflotte bei Kämpfen getötet: Der stellvertretende Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Andrej Palij, ist tot. Entsprechende Berichte von ukrainischer Seite bestätigen inzwischen russische Medien unter Berufung auf offizielle Quellen aus Sewastopol. Den Angaben zufolge wurde Palij 51 Jahre alt. Er ist der erste hohe Marineoffizier, der im Krieg ums Leben gekommen sein soll. Er wurde demnach in der Nähe von Mariupol erschossen.

16.45 Uhr, Ukraine beklagt immer brutaleres Vorgehen der russischen Armee: Die Ukraine hat der russischen Armee ein immer brutaleres Vorgehen mit zerstörerischem Artillerie-Beschuss vorgeworfen. Wegen vielfachen Scheiterns bei den Angriffen auf sein Land würden die Waffen gegen friedliche Städte gerichtet, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Michail Podoljak bei Twitter. Er kritisierte auch den Einsatz der neuen russischen Hyperschall-Rakete „Kinschal“ (Dolch) und der Rakete „Bastion“. Das russische Militär hatte über den Raketenbeschuss berichtet, allerdings betont, dass nur Ziele der ukrainischen Armee damit getroffen worden seien. Die ukrainischen und die russischen Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

Podoljak führt auf ukrainischer Seite auch die Delegation bei den Verhandlungen mit Russland zur Beendigung der Kampfhandlungen. Ukrainische Medien berichteten, dass es an diesem Montag eine neue Runde bei den Gesprächen auf Delegationsebene gebe solle. Auf Experten-Ebene liefen die Verhandlungen inzwischen täglich, hieß es.

16.00 Uhr, Friedensaktion „Sound of Peace“ in Berlin: Mit einer Kundgebung in Berlin haben Kulturschaffende ihre Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine demonstriert. Die Friedensaktion „Sound of Peace“ sollte nach Einschätzung der Veranstalter „Europas größte musikalische Kundgebung“ gegen den Krieg werden. Vor dem Brandenburger Tor schwenken Menschen die ukrainische Nationalflagge und zeigen Transparente, auf denen der russische Angriff verurteilt wird. Die Polizei zählte 20.000 Demonstrierende und ist selbst mit rund 900 Einsatzkräften vor Ort. Auch in Hamburg haben mehrere Tausend Menschen gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine protestiert. Aufgerufen zu der Demonstration hatten die Jugendorganisationen der Parteien, die Klimabewegung Fridays for Future und die ukrainische Diaspora.

15.00 Uhr, Nato beginnt Patriot-Stationierung in Slowakei: In der Slowakei hat die Stationierung von Patriot-Flugabwehrraketensystemen zur Stärkung der Nato-Ostflanke begonnen. Die ersten Kräfte seien eingetroffen, teilt der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad bei Facebook mit. Sowohl Deutschland als auch die Niederlande stellen für den Einsatz auf Antrag der Nato Soldaten und Waffensysteme bereit. Nach Angaben des Verteidigungsministers werden die Einheiten zunächst auf dem Militärflugplatz Silac in der Mittelslowakei untergebracht. Die weitere Verlegung werde mit Experten konsultiert, um ein möglichst weites Territorium und wichtige Objekte abzudecken. Die Slowakei grenzt im Osten über knapp 100 Kilometer an die Ukraine, die sich gegen einen russischen Angriffskrieg verteidigt. Die Patriots können Flugzeuge, Hubschrauber und Raketen selbst in großer Höhe ausschalten. 

14.00 Uhr, UN-Flüchtlingskommissar: Zehn Millionen Menschen auf der Flucht: „Der Krieg in der Ukraine ist so verheerend, dass zehn Millionen Menschen geflohen sind, entweder innerhalb des Landes oder als Flüchtlinge ins Ausland.“ Das schrieb UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi auf Twitter. Schon seit Wochen warnt das UNHCR vor derart hohen Flüchtlingszahlen, das Dashbord des Amtes gab die Zahl ins Ausland geflohenen Ukrainer zuletzt mit fast 3,5 Millionen an. Die meisten geflohenen Ukrainer nimmt derzeit Nachbarland Polen auf. In Deutschland sind bislang 218.301 Flüchtlinge festgestellt worden, teilt das Bundesinnenministerium mit. Die tatsächliche Zahl kann aber höher sein, da eine Einreise mit ukrainischen Pass ohne Registrierung möglich ist. 

13.30 Uhr, Habeck: Langfristige Energiepartnerschaft mit Katar fest vereinbart: Deutschland und Katar haben nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck eine langfristige Energiepartnerschaft vereinbart. Dies ist ein Schritt auf dem Weg, angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine weniger abhängig von russischem Gas zu werden. Habeck sagte in Doha nach einem Treffen mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, es sei „großartigerweise“ fest vereinbart worden, eine langfristige Energiepartnerschaft einzugehen. „Der Tag hat eine starke Dynamik bekommen“, sagte der Grünen-Politiker weiter. Die Unterstützung des Emirs sei über die Maßen stark gewesen und stärker als erwartet.

Die Unternehmen, die mit nach Katar gekommen seien, würden nun mit der katarischen Seite tief in Vertragsverhandlungen einsteigen. Habeck wollte keine Angaben zu vereinbarten Mengen machen. Katar ist einer der weltweit größten Exporteure von Flüssigerdgas (LNG). Vor der Reise hatte er gesagt, es gehe zum einen um kurzfristige als auch um langfristige Lieferungen. Habeck will den Bau von LNG-Terminals in Deutschland vorantreiben. Der Minister sagte, die vereinbarte Partnerschaft mit Katar umfasse nicht nur LNG-Lieferungen, sondern auch den Ausbau von erneuerbaren Energien sowie Maßnahmen zur Energieeffizienz. In diesen Bereichen könnten deutsche Firmen viel anbieten.

13.00 Uhr, Papst beklagt „sinnloses Massaker“: Papst Franziskus nennt Putins Krieg in der Ukraine ein „sinnloses Massaker“. Zudem ruft das Oberhaupt der Katholiken die internationale Gemeinschaft zu mehr Friedensanstrengungen auf. „Dieser widerliche Krieg“ müsse endlich aufhören, so Franziskus bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Auch in dieser Woche seien Raketen und Bomben auf Zivilsten, Alte, Kinder und Schwangere herabgeregnet. Er habe am Samstag verletzte Kinder aus der Ukraine in der vatikanischen Kinderklinik besucht. Ein Kind habe seinen Arm verloren. „Das ist unmenschlich, ein Sakrileg; es ist eine Verletzung der Heiligkeit des Lebens“, beklagte der Papst. Er denke zugleich an die unzähligen Ukrainer, die auf der Flucht seien, und an die vielen, die nicht fliehen könnten und vom Tod bedroht seien. „Gewöhnen wir uns nicht an den Krieg“, mahnte der 85-Jährige. Derzeit seien viele bereit zu helfen, aber das Kriegsdrama könne zu Gewohnheit werden. „Werden wir nicht müde, mit Großzügigkeit die Flüchtlinge aufzunehmen“, so der Appell von Franziskus, und: „Denken wir an diese Frauen, diese Kinder, ohne Arbeit, von ihren Ehemännern getrennt.“ Es werde viele Menschen geben, die versuchten, diese Situation auszunutzen. „Schützen wir sie vor diesen ‚Geiern der Gesellschaft’“, so Franziskus weiter.

12.00 Uhr, Innenministerin will Ukrainerinnen vor Menschenhändlern schützen: Innenministerin Nancy Faeser hat verstärkte Polizeipräsenz an Bahnhöfen angekündigt, um Ukrainerinnen vor Sexualstraftätern zu schützen. „Jeder, der es versucht, die Not der Geflüchteten auszunutzen, sollte wissen: Auf solche Taten reagieren wir mit aller Härte des Gesetzes“, sagte die SPD-Politikerin der BamS. Niemand dürfe das Leid der Flüchtlinge missbrauchen. Es gebe daher massive Polizeipräsenz an den Bahnhöfen, in Uniform und in Zivil, erklärte Faeser: „Alle sind sensibilisiert, jede Gefährdung sofort zu melden und einzuschreiten.“ Weiter sagte sie: „Solche Übergriffe sind zutiefst verachtenswert.“ Die Bundespolizei erteilte laut Bild am Sonntag bereits mehrere Platzverweise, unter den verdächtigen Männern waren demnach auch vorbestrafte Sexualtäter. In Bahnhöfen, aber auch vor Ausländerbehörden werden Berichten zufolge junge Ukrainerinnen zunehmend von Zuhältern und Menschenhändlern belästigt und mit Geld und Gratisunterkünften gelockt.

11.15 Uhr, Ukrainische Armee: Tote bei Angriffen in Charkiw: Beim Beschuss eines mehrstöckigen Wohnhauses in Charkiw im Osten der Ukraine hat es ukrainischen Angaben zufolge Todesopfer gegeben – darunter sei ein neun Jahre alter Junge. In der Nacht habe es mehrere Angriffe gegeben. Gebäude seien dabei in Brand geraten, teilte das Militär mit. Die Armee sprach von mindestens zwei Todesopfern, der Vize-Polizeichef des Gebiets Charkiw, Wjatscheslaw Markow, bei Facebook von fünf. Diese Zahl wurde auch im ukrainischen Fernsehen genannt. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. „Angriffe aus der Luft über Charkiw haben deutlich abgenommen“, teilte die Armee mit. Den Behörden der Stadt zufolge sind seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vor mehr als drei Wochen allein in Charkiw 266 Zivilisten getötet worden.

11.00 Uhr, Offenbar Fortschritte bei Verhandlungen in der Türkei: Die Ukraine und Russland nähern sich der Türkei zufolge bei kritischen Punkten an. Bei einigen Themen gebe es fast eine Einigung, sagt der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu der Tageszeitung Hürriyet. Er hoffe auf eine Waffenruhe, sofern es bei den Gesprächen zwischen den beiden Ländern keinen Rückschritt gebe und die erzielten Fortschritte damit zunichtegemacht würden. 

Am 24. Tag von Putins blutigem Terror gegen die ukrainische Bevölkerung wurde offenbar eine neue zerstörerische Waffe, eine Überschallrakete eingesetzt. Screenshot: Botschaft der Ukraine in Berlin

23.59 Uhr, Bürgermeister von Tschernihiw berichtet von katastrophaler Lage: In einem dramatischen Appell weist der Bürgermeister von Tschernihiw auf die prekäre Lage in der von russischen Truppen eingekesselten nordukrainischen Stadt hin. „Der wahllose Artilleriebeschuss der Wohngebiete dauert an, dabei sterben friedliche Menschen“, sagt Wladislaw Atraschenko nach Angaben der Agentur Unian. Die Stadt erlebe gerade eine humanitäre Katastrophe. „Es gibt keine Stromversorgung, kein Wasser, keine Heizung, die Infrastruktur der Stadt ist vollständig zerstört.“ Auch das Krankenhaus der 300 000-Einwohner-Stadt werde wiederholt beschossen, daher sei auch die medizinische Versorgung zusammengebrochen. Zudem sei bisher kein Fluchtkorridor für die Stadt eingerichtet worden.

23.00 Uhr, Helfer bergen mindestens 50 Tote nach Angriff auf Kaserne: Nach dem Raketenangriff russischer Truppen auf eine Kaserne in Mykolajiw im Süden der Ukraine haben Helfer mindestens 50 Tote aus den Trümmern geborgen. Insgesamt hätten rund 200 Soldaten in dem Gebäude geschlafen, als die Raketen einschlugen, berichtet die „Ukrajinska Prawda“. Knapp 60 Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach den Worten von Bürgermeister Olexander Senkewitsch sei der Überfall am Freitag aus unmittelbarer Nähe von Mykolajiw erfolgt, so dass es nicht möglich gewesen sei, rechtzeitig Alarm zu schlagen.

22.00 Uhr, Schwer traumatisierte Tiger und Löwen aus Kriegsgebiet gerettet: Eine Tierschutz-Organisation hat zwei „schwer traumatisierte“ und unterernährte Löwen und zwei Tiger aus dem ukrainischen Kriegsgebiet gerettet und in einer niederländischen Auffangstation untergebracht. Die Tiere im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren seien am Freitagabend an der polnisch-ukrainischen Grenze abgeholt worden, teilt die Organisation „Stichting Leeuw“ (Stiftung Löwe) auf Facebook mit. Demnach wurden die Raubkatzen möglicherweise seit ein oder zwei Wochen nicht mehr gefüttert. Die vier Tiere hätten eine „schwere“ Reise hinter sich, sagt der Chef von „Stichting Leeuw“, Robert Kruijff.

21.00 Uhr, Johnson vergleicht ukrainischem Freiheitskampf mit Brexit: Mit seinem fragwürdigen Vergleich des Brexits mit den aktuellen Kämpfen der Ukrainerinnen und Ukraine gegen die russische Armee zieht der britische Premierminister Boris Johnson international Kritik auf sich. Seine Bemerkungen auf der Frühjahrskonferenz seiner konservativen Partei (siehe unten) sorgen zum einen für Kopfschütteln, weil die Ukraine seit Jahren bemüht ist, der EU beizutreten und zum anderen weil der Vergleich suggeriert, die EU sei selbst eine Form der Tyrannei, der man entkommen müsse, berichtet der „Guardian“. Johnsons Worte verärgerten das ukrainische Volk, sagt Donald Tusk, ehemaliger Präsident des Europäischen Rates und Ex-Ministerpräsident Polens: „Ich kann mich noch an die Begeisterung von Putin und Trump nach dem (Brexit-)Referendum erinnern. Boris, deine Worte beleidigen die Ukrainer, die Briten und den gesunden Menschenverstand.“

20.00 Uhr, Lehrerverband fordert schnelle Hilfe für Schulen wegen Geflüchteter: „Es ist eine einfache Rechnung: Wenn wir einmal von 250.000 geflüchteten Kindern, die nach Deutschland kommen könnten, ausgehen, brauchen wir dafür 10.000 bis 15.000 Lehrer mehr“, sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Mal abgesehen davon, dass wir für die Schulen in schnellster Zeit zusätzliche Räume beschaffen müssen – im Zweifel auch durch Lösungen mit modern ausgestatteten Containern.“ Meidinger betont: „Die Kultusminister müssen schnell handeln – sonst droht großes Chaos.“ Es sei eine richtige Idee, ukrainische Lehrkräfte einzubinden.

19.30 Uhr, 30 Prozent der ukrainischen Wirtschaft stehen still: Rund 30 Prozent der ukrainischen Wirtschaft haben nach Angaben von Wirtschaftsminister Serhij Martschenko seit Kriegsbeginn die Arbeit eingestellt. „Unsere Steuereinnahmen reichen nicht aus, um unsere Bedürfnisse zu bezahlen. Unsere Haupteinnahmequelle sind Kredite“, sagt er in einem TV-Interview.

19.00 Uhr, Etwa 190 000 Zivilisten über Fluchtkorridore evakuiert und mindestens 847 getötet: Die Ukraine soll seit Beginn der russischen Invasion 190 000 Zivilisten aus Frontgebieten über Fluchtkorridore evakuiert haben, wie die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk in einem Fernsehinterview sagt. Die Korridore in den Regionen Kiew und Luhansk waren am Samstag offen, aber ein geplanter Korridor zur belagerten östlichen Hafenstadt Mariupol sei nur teilweise funktionsfähig, da Busse von russischen Truppen nicht durchgelassen würden. Nach UN-Angaben sind in der Ukraine bis zum Freitag mindestens 847 Zivilisten seit Beginn der russischen Invasion getötet worden. Mindestens 1 399 Nicht-Kombattanten seien verletzt worden, teilt das UN-Büro für Menschenrechte mit. Die meisten Menschen seien durch Artilleriefeuer oder Raketeneinschlag getötet worden. Die UN erklären, sie gehen von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus, da Berichte über viele Todesfälle in umkämpften Städten nicht überprüft werden könnten.

16.30 Uhr, Oligarchengelder sollen eingefroren werden, fordert Selenskij in Liveschalte nach Bern: Vor Tausenden Antikriegsdemonstranten in Bern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij die Schweizer Regierung aufgerufen, die Konten aller russischen Oligarchen zu sperren. „Auch das ist ein Kampf gegen das Böse“, sagte Selenskij. Der Präsident war live zugeschaltet, während auf dem Platz vor dem Schweizer Parlament mehrere Tausend Menschen mit vielen ukrainischen Flaggen gegen den russischen Krieg gegen die Ukraine demonstrierten. Als Selenskij die Sperrung von Oligarchen-Konten forderte, brandete großer Applaus auf. Die Schweiz hat sich den europäischen Sanktionen gegen Moskau weitgehend angeschlossen. Es gibt aber weitere schwerreiche Russen, die in der Schweiz Geschäfte machen, denen eine Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin nachgesagt wird – und die bislang keinen Sanktionen unterliegen. Der ukrainische Präsident kritisierte den Nahrungsmittelkonzern Nestlé, der beschlossen hat, sich vorerst nicht wie viele andere Firmen aus Russland zurückzuziehen. Nestlé ist das größte Industrieunternehmen der Schweiz.

15.00 Uhr, Krieg könnte Getreideexporte wegen Eigenbedarfs ausbremsen: Der Krieg in der Ukraine könnte die Getreideexporte aus dem Land zum Erliegen bringen, wie Oleh Ustenko, Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten, sagt. „Die Ukraine hat genügend Getreide und Lebensmittelreserven, um ein Jahr zu überleben.“ Aber wenn der Krieg weitergehe, werde das Land nicht in der Lage sein, Getreide zu exportieren. Bereits jetzt steigen die Weltmarktpreise, wachsen die Sorgen um die Nahrungsversorgung in Afrika und Asien. Um fast 30 Prozent war der Weizenpreis im vergangenen Jahr gestiegen, laut Analysten könnten nun noch einmal 30 Prozent dazukommen. Russland und die Ukraine haben einen Anteil von etwa einem Drittel der globalen Weizenexporte, bei Sonnenblumenkernen sogar von 80 Prozent. Die Ukraine allein verschiffte 2021 etwa 33 Millionen Tonnen des Korns.

Die russischen Kosmonauten Sergej Korsakow, Oleg Artemjew und Denis Matwejew (von links) während einer Begrüßungszeremonie nach ihrer Ankunft an der Internationalen Raumstation (ISS). Foto: Roscosmos AP/dpa

14.30 Uhr, USA schicken Militärkontingent nach Bulgarien: Zur Stärkung der Nato-Ostflanke werden die USA ein Truppenkontingent nach Bulgarien entsenden. Das sagte der bulgarische Ministerpräsident Kiril Petkow nach Gesprächen mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Samstag in Sofia. Dieses Kontingent soll unter dem Kommando des Nato-Oberbefehlshabers in Europa stehen. 

14.00 Uhr, Russische Kosmonauten tragen Anzüge in den Nationalfarben der Ukraine: Die Bilder von den Neuankömmlingen, die heute auf der Internationalen Raumstation ISS gelandet sind, sorgen für Diskussionsstoff. Die Anzüge der drei Russen sind in den Nationalfarben der Ukraine gehalten – gelb und blau. Nun wird darüber spekuliert, ob Sergej Korsakow, Oleg Artemjew und Denis Matwejew mit der Farbgebung ihrer Anzüge eine politische Botschaft abgeben wollen. Wie die New York Post berichtete, wurden die Kosmonauten nach ihrer Ankunft auf der Raumstation nach ihren Anzügen gefragt. Jede Crew entscheide selbst über die Farbe ihrer Anzüge, so dass nicht alle Teams immer die gleichen Farben tragen, erklärte Artemjew. „Wir waren an der Reihe, eine Farbe auszuwählen. Aber tatsächlich hatten wir eine Menge gelbes Material angesammelt, also mussten wir es verwenden. Deshalb mussten wir Gelb tragen“, sagte er. 

23.59 Uhr, Russland will allein zum Mars: Russland setzt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax alleine die Vorbereitungen für einen Erkundungsflug zum Mars fort. Zuvor hatte die Europäische Weltraumbehörde ESA die Zusammenarbeit bei dem Projekt ExoMars aufgekündigt. Ursprünglich sollte eine russische Rakete einen geländegängigen Roboter aus Europa zum Mars bringen. Der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, sei zuversichtlich, dass der europäische Mars-Rover verzichtbar sei.

23.00 Uhr, 9145 Menschen fliehen am heutigen Tag aus belagerten Städten: Ein Vertreter der ukrainischen Regierung erklärt, am Freitag seien 9145 Menschen über Fluchtkorridore aus umkämpften Städten evakuiert worden. Knapp 5000 davon seien aus Mariupol entkommen. Am Donnerstag gelang den Angaben nach nur 3810 Menschen die Flucht aus belagerten Städten.

22.00 Uhr, Italien erklärt sich bereit, 175.000 Geflüchtete aufzunehmen: Italien plant die Aufnahme von 175.000 Geflüchteten aus der Ukraine. Das geht aus einem Beschluss-Entwurf vor, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Nach Angaben des Innenministeriums sind seit Beginn der Invasion rund 53.600 Ukrainer, darunter 27.000 Frauen und 21.600 Kinder, nach Italien geflohen.

21.00 Uhr, Merz kritisiert Scholz‘ Schweigen: Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz wirft Bundeskanzler Olaf Scholz wochenlanges Schweigen zur Ukraine-Krise vor. Es reiche nicht aus, einmal an einem spektakulären Sonntagmorgen eine gute Regierungserklärung zu halten, sagt Merz auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Neumünster. Er habe „eine Regierungserklärung abgegeben und kein Schweigegelübde“.

20.00 Uhr, Roger Federer spendet 500.000 Dollar für ukrainische Kinder: Er und seine Familie seien „entsetzt“ über die Bilder aus der Ukraine, weshalb er über seine Stiftung die Organisation War Child Holland mit 500.000 Dollar unterstützen möchte, teilt Federer auf Twitter mit. Mit dem Geld solle sichergestellt werden, dass ukrainische Kinder weiter zur Schule gehen können. „Ungefähr sechs Millionen ukrainische Kinder sind derzeit nicht in der Schule“, schreibt Federer. Es sei entscheidend, ihnen Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

19.00 Uhr, Putin und Macron telefonieren zur Lage in Mariupol: Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach russischen Angaben in einem Telefonat versichert, russische Truppen würden alles unternehmen, um das Leben von Zivilisten zu schonen. Nach französischen Angaben hat Macron erklärt, er sei extrem besorgt über die Lage in Mariupol. Die eingekesselte Stadt wurde in den vergangenen Tagen wiederholt beschossen. Nach russischen Angaben informierte Putin Macron darüber, wie eine Einigung mit der Ukraine aussehen könnte. Details dazu wurden nicht genannt.

15.30 Uhr, Putin spricht zu russischer Bevölkerung – Sendung wird unterbrochen: Ein bemerkenswerter Auftritt des russischen Präsidenten: Zum achten Jahrestag der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim verteidigt Wladimir Putin die damaligen Geschehnisse – und lobt das Militär für seinen Einsatz in der Ukraine. Er hält eine groß inszenierte Rede im Moskauer Olympiastadion. Doch plötzlich wird die Übertragung im Staatsfernsehen ohne Angabe von Gründen abgebrochen. Das Fernsehen zeigt offenbar aufgezeichnete Bilder, plötzlich ist ein Schlagersänger zu sehen. Nach mehreren Minuten Unterbrechung wird die Rede offenbar noch einmal und dieses Mal in voller Länge im Staatsfernsehen übertragen. Etwas später erklärt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, Ursache sei ein technisches Problem gewesen, eine Panne auf einem Server. Wie es dazu kommen konnte, ist unklar.

14.50 Uhr, Deutschland lädt zu G-7-Gipfel: Die Bundesrepublik sitzt derzeit der Runde der sieben größten Wirtschaftsnationen, der G 7, vor – und in dieser Funktion lädt die Regierung nun zu einem G-7-Gipfel. Er soll am kommenden Donnerstag in Brüssel stattfinden – eingebettet in zwei andere Gipfeltreffen am selben Tag: Zuerst tagen die Staats- und Regierungschefs der Nato, am Nachmittag findet ein EU-Gipfel statt. An allen drei Treffen nimmt US-Präsident Joe Biden teil. Es ist seine dritte Europareise seit dem Amtsantritt im Januar 2021. Bislang war ein regulärer Gipfel der Staats- und Regierungschefs der G-7-Staaten Ende Juni auf Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen geplant.

13.30 Uhr, Polen will bei Nato-Gipfel Ukraine-Friedensmission vorschlagen: Polen will beim Nato-Gipfel in der kommenden Woche seinen Vorschlag für eine Friedensmission in der Ukraine offiziell einbringen. Das kündigt Ministerpräsident Mateusz Morawiecki an. Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten kommen am 24. März in Brüssel zu einem Sondertreffen zusammen, um über die Folgen des russischen Angriffs zu beraten. Erwartet wird auch US-Präsident Joe Biden. Polen hatte eine solche Mission nach einem Besuch der Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien beim ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij am Mittwoch in Kiew ins Gespräch gebracht. Sie soll sich für Frieden einsetzen, humanitäre Hilfe leisten und von Streitkräften geschützt werden. Der Vorstoß stieß im Kreis der Nato-Partner auf ein geteiltes Echo.

Angesichts der Hölle in Mariupol werden die Forderungen nach einer Flugverbotszone immer lauter, und das Schweigen der Nato-Staaten, die ein Schlittern in den nächsten Weltkrieg befürchten, immer dröhnender. Screenshot: Botschaft der Ukraine in Berlin

11.00 Uhr, Gespräche ohne greifbares Ergebnis: Ein neuer Versuch, wieder mit äußerst magerem Resultat: Der deutsche Bundeskanzler und der russische Präsident haben erneut miteinander telefoniert. Eine Stunde habe das Gespräch gedauert, heißt es aus dem Kanzleramt. Scholz habe erneut einen Waffenstillstand gefordert und angemahnt, dass sich die humanitäre Situation verbessern müsse. Putin ist auf beide Forderungen offensichtlich nicht direkt eingegangen und hat keine Zugeständnisse gemacht. Mehrere russische Nachrichtenagenturen melden, Putin habe Scholz gesagt, dass die Ukraine versuche, die Gespräche mit Russland zu verlangsamen. Die Regierung in Kiew habe unrealistische Vorschläge unterbreitet. Die russische Führung sei bereit, nach Lösungen zu suchen, die ihren grundsätzlichen Einstellungen entsprechen. 

9.30 Uhr, Raketeneinschläge nahe Flughafen von Lwiw: In einem Gebiet in der Nähe des Flughafens der westukrainischen Stadt Lwiw sind nach Angaben des Bürgermeisters Andrij Sadowij mehrere russische Raketen eingeschlagen. Der Flughafen selbst sei nicht getroffen worden. Opfer gebe es nach ersten Angaben nicht. Die Behörden seien noch dabei, die Lage zu prüfen. Das ukrainische Fernsehen hatte zuvor berichtet, es seien mindestens drei Explosionen in der Stadt zu hören gewesen.

Der ukrainische Präsident Selenskij bei Maybrit Illner. Screenshot Botschaft der Ukraine in Berlin

23.59 Uhr, Russische Elite nach Sibirien und Dubai evakuiert? Mindestens drei Privatjets vermutlich russischer Oligarchen machten sich vom Moskauer Flughafen Vnukovo auf den Weg nach Dubai – auf der Website „Flightradar“ waren sie über dem Iran zu sehen. Gleichzeitig sind russische Regierungsmaschinen im Pendelverkehr unterwegs in Richtung Ural und Sibirien – u.a. ging es nah Ufa, Nowosibirsk und Tyumen. In der Ural-Region hat Russland Bunkeranlagen und Unterschlüpfe für den Kriegsfall, damit sich Regierungsvertreter und Militärs außer Reichweite von bestimmten Waffen oder Atomstrahlung in Sicherheit bringen können. Der finnische Militärexperte Petri Mäkelä schrieb am Mittag bei Twitter: „Das sieht auf unheimliche Weise so aus, als würde die russische Elite aus Moskau an einen sichereren Ort im Südural evakuiert werden.“

23.00 Uhr, Nicht einmal China unterstützt Russland im UN-Sicherheitsrat: Russland hat seinen Antrag auf eine Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine Resolution zur humanitären Lage in der Ukraine zurückgezogen. Russland sei es nicht gelungen, Unterstützer für seinen Resolutionsentwurf zu finden, verlautete am Donnerstag von Diplomaten in New York. Dies lässt darauf schließen, dass selbst China nicht für den Text gestimmt hätte. Eigentlich wollte Russland die Resolution nach mehrfacher Verschiebung am Freitag zur Abstimmung bringen.

22.00 Uhr, Italien will bei Wiederaufbau von Theater helfen: Die italienische Regierung will dabei helfen, das im Krieg zerstörte Theater in der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol wiederaufzubauen. Das schreibt der italienische Kulturminister Dario Franceschini nach einer Kabinettssitzung auf Twitter. „Das Kabinett hat meinen Vorschlag gebilligt, der Ukraine die Mittel und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um das Theater so schnell wie möglich wieder aufzubauen. Die Theater aller Länder gehören der ganzen Menschheit“, so Franceschini. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankt sich – ebenfalls auf Twitter.

21.00 Uhr, 14 russische Kriegsschiffe nehmen Kurs auf Odessa: Satellitenbilder zeigen: Mindestens 14 russische Marine-Schiffe kreuzen vor bzw. haben Kurs auf die Großstadt (1 Mio. Einwohner) im Schwarzen Meer genommen. Die „Operation Odessa“ könnte kurz bevorstehen. In der Hafenstadt Odessa in der Südukraine wächst die Angst, Putin könnte einen Angriff seiner Flotte befehlen.

20.00 Uhr, G7 wollen Kriegsverbrecher zur Rechenschaft ziehen: „Diejenigen, die für Kriegsverbrechen, einschließlich des wahllosen Einsatzes von Waffen gegen Zivilisten, verantwortlich sind“ würden zur Rechenschaft gezogen, warnten die Minister Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans, Großbritanniens und der USA. Sie begrüßten in dem Zusammenhang „die laufenden Ermittlungs- und Beweiserhebungsarbeiten, auch durch den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs.“

19.00 Uhr, Pro Tag 10 000 Ukraine-Flüchtlinge in Berlin: Am Tag kämen 10.000 Menschen in der Bundeshauptstadt an, sagt die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Die Bundeswehr stelle künftig 80 Soldaten ab, die bei der Registrierung helfen würden. Täglich werde mit 200 ankommenden Bussen gerechnet.

18.00 Uhr, Putins Sprecher eröffnet Hexenjagd gegen „Verräter in eigenen Reihen“: Die Rhetorik erinnert an die stalinistischen Säuberungen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärt nach der Rede Putins zum Einmarsch in die Ukraine, der Einsatz ermögliche die „Säuberung“ Russlands von „Verrätern“. „In solchen Situationen erweisen sich viele Menschen als Verräter und gehen von selbst aus unserem Leben.“ Die Flucht vieler Russen vor dem Kreml-Diktator kommentiert Peskow: „Das ist eine Läuterung. Andere verstoßen gegen das Gesetz und werden gesetzeskonform bestraft“. Der Kreml-Propagandist behauptet: „Viele Menschen wollen wirklich unseren Präsidenten unterstützen, und das ist die überwältigende Mehrheit.“

17.30 Uhr, Dramatische Zustände in Mariupol, im bombardierten Theater haben wohl alle Schutzsuchenden überlebt: Von den Berichten, die aus den umkämpften Gebieten nach draußen gelangen, sind die aus Mariupol seit gut zwei Wochen die dramatischsten. Die Hafenstadt im Süden der Ukraine ist seit Langem eingekesselt. Größere Evakuierungsversuche sind gescheitert. Einigen tausend Zivilisten ist es aber offenbar gelungen, in den vergangenen Tagen die Stadt zu verlassen – allerdings unter der Gefahr beschossen zu werden, wie Mariupols Bürgermeister Wadim Bojchenko sagt. Die, die noch dort sind, leiden nach Auskunft von Behörden und des Roten Kreuzes schwer.

Im am Mittwochabend vermutlich vom russischen Militär bombardierten Theater, sollen laut einem ukrainischen Militärsprecher alle der dort im Keller 500 Schutzsuchenden überlebt haben. Das ukrainische Außenministerium macht das russische Militär dafür verantwortlich, das Außenministerium in Moskau bestreitet den Angriff. Nach Angaben der Behörden versuchen nun Rettungskräfte, zu den Überlebenden unter den Trümmern vorzudringen. Der Luftschutzkeller unter dem Theater habe standgehalten, sagt Petro Andruschtschenko, ein Berater des Bürgermeisters, in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters.

15.20 Uhr, UN: Seit Kriegsbeginn mindestens 780 Zivilisten getötet, mehr als 1000 verletzt: Der Krieg in der Ukraine hat nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 2032 zivile Opfer gefordert. Durch Gewalt seien 780 Menschen ums Leben gekommen, 1252 weitere hätten Verletzungen erlitten, teilt das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf mit. Unter den Getöteten befinden sich den Angaben zufolge 58 Kinder, 68 weitere Mädchen und Jungen seien verletzt worden. Die Angaben beziehen sich laut dem Hochkommissariat auf den Zeitraum seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar bis Mittwoch um Mitternacht. Die tatsächliche Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten dürfte wesentlich höher liegen.

Massengrab in der Ukraine. Screenshot: Botschaft der Ukraine in Berlin

15.15 Uhr, Entführter Bürgermeister von Melitopol nach Gefangenenaustausch frei: Einige Tage nach seiner Entführung ist der Bürgermeister der von russischen Truppen eroberten Stadt Melitopol offenbar wieder in Freiheit. Nach Angaben der ukrainischen Regierung kam der 33-jährige Iwan Federow im Rahmen eines Gefangenenaustausches frei. „Dafür erhielt Russland neun seiner gefangenen Soldaten der Jahrgänge 2002-2003“, sagte die Sprecherin des Leiters des Präsidentenbüros, Darja Sariwna, laut der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Donnerstag örtlichen Medien. Es habe sich dabei um Wehrdienstleistende gehandelt.

15.00 Uhr, Schwarzenegger ruft Russen zum Kampf gegen Propaganda auf: „Ich weiß, dass sich das russische Volk nicht darüber bewusst ist, dass solche Dinge geschehen. Deshalb fordere ich die russische Bevölkerung und die russischen Soldaten in der Ukraine auf, die Propaganda und die Desinformation zu durchschauen, die man erzählt“, sagt Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger in einem auf Twitter und Telegram veröffentlichten Video. Er selbst habe im Laufe seiner Karriere eine tiefe Verbindung zu Russland aufgebaut. Aufgrund der Brutalität seines Handels sei Russland nun aber von der restlichen Welt isoliert. Die Regierung habe die Bevölkerung und die Soldaten über die wahren Gründe für den Krieg in der Ukraine belogen, sagt Schwarzenegger weiter. „Die Machthaber im Kreml haben diesen Krieg begonnen. Dies ist nicht der Krieg des russischen Volkes.“

11.30 Uhr, Tschernihiw: Mehr als 50 Tote: Bei Angriffen auf die nordukrainische Stadt Tschernihiw sind nach Angaben örtlicher Behörden mehr als 50 Menschen an einem Tag ums Leben gekommen. „Allein in den letzten 24 Stunden sind 53 Leichen unserer Bürger, die vom russischen Aggressor ermordet wurden, in den Leichenhallen der Stadt eingetroffen“, teilte der Chef der Militärverwaltung des Gebiets, Wjatscheslaw Tschaus, bei Telegram mit. Er machte Russland für Angriffe auf die zivile Infrastruktur verantwortlich. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Die nahe der Grenzen zu Russland und Belarus gelegene Stadt Tschernihiw ist seit Kriegsbeginn Ziel russischer Angriffe. Die humanitäre Lage gilt als katastrophal, viele Gebäude sind zerstört.

Tod auf der Flucht. Screenshot: Botschaft der Ukraine in Berlin

11.20 Uhr, EZB kann flexibel reagieren: Die Europäische Zentralbank hält sich mit Blick auf die Folgen des Ukraine-Krieges auf dem Weg der Normalisierung ihrer Geldpolitik Optionen offen. Bei Bedarf könnten auch neue Instrumente eingesetzt werden, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde auf einer Geldpolitik-Konferenz in Frankfurt. Es würden notfalls alle notwendigen Schritte eingeleitet, wenn sich die Folgen des Krieges verschärften und die Konjunkturerholung abzuwürgen drohten. Die EZB werde sicherstellen, dass die Geldpolitik reibungslos umgesetzt werde. Die Zentralbank habe bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie dazu in der Lage sei, betonte die Französin.

11.04 Uhr, Selenskyj-Berater: Noch schärferer Widerstand, falls Kiew fällt: Die Ukraine kündigt Russland einen noch intensiveren Kampf an, falls ihre Hauptstadt Kiew von den Angreifern erobert werden sollte. Von dem Szenario gehe man zwar nicht aus, sagte Olexij Arestowitsch, Berater des Büroleiters von Präsident Wolodymyr Selenskyj, der italienischen Zeitung „La Repubblica“. Aber man habe einen Plan: „Wenn wir Kiew verlieren, wird die Regierung weitermachen wie bis jetzt. Der Widerstand geht weiter. Und er wird noch schärfer, weil von einem Wunsch nach Rache geschürt.“

10.36 Uhr, Kritik am russischen Kirchenfürsten Kyrill: Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill für dessen Rechtfertigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine kritisiert. „Es ist unfassbar, dass ein Mensch der Kirche einen Angriffskrieg irgendwie zu rechtfertigen versucht“, sagte Bedford-Strohm im BR.

9.43 Uhr, Präsident Selenskij appelliert im Bundestag: Bitte lassen Sie keine neue Mauer zu: Gut zehn Minuten hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij zum deutschen Bundestag gesprochen. Bei seinem kurzen und berührenden Auftritt bittet der Präsident Deutschland eindringlich um mehr Hilfe für sein Land im Kampf gegen die russische Invasion. Nach drei Wochen Krieg zeige sich, dass es zwar manche Hilfe gebe, so sagt er. Aber es sei offenbar wieder eine Mauer entstanden, eine zwischen seinem Land und dem Westen, der nicht alles tue, um die Ukraine zu retten. „Sie befinden sich irgendwie wieder hinter einer Mauer, nicht der Berliner Mauer, aber einer Mauer“, sagt Selenskij den Abgeordneten. 

23.59 Uhr, Vertragsentwurf einseitig russisch: Ein 15-Punkte-Plan, über den die „Financial Times“ berichtete, gebe nur die russischen Forderungen wider, „mehr nicht“, schreibt der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak auf Telegram. Die ukrainische Seite habe ihre eigene Position. Das Einzige, was er zurzeit als Diskussionsgrundlage bestätigen könne, seien eine Waffenruhe, ein Rückzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien einer Reihe von Staaten, schrieb der Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dem Zeitungsbericht zufolge wird über einen neutralen Status für die Ukraine verhandelt, sie soll eine eigene Armee behalten. Staaten wie die USA, Großbritannien und die Türkei sollen zusätzlich die ukrainische Sicherheit garantieren.

23.00 Uhr, Frankreichs Justiz ermittelt wegen Tod von Kameramann bei Kiew: Nach dem Tod des Fox-News-Kameramannes Pierre Zakrzewski in der Ukraine leitet die französische Justiz Ermittlungen wegen eines möglichen Kriegsverbrechens ein. Die Untersuchung in Frankreich sei möglich, weil Zakrzewski neben der irischen die französische Staatsangehörigkeit habe, teilt die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft mit, die auch für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständig ist. Der Kameramann des US-Nachrichtensenders Fox News war am Montag gestorben, als sein Auto in dem Dorf Horenka, das im Nordwesten an Kiew grenzt, angegriffen wurde. Außer ihm starb die Ukrainerin Oleksandra Kuwschynowa, die ihn begleitete.

22.00 Uhr, Großbritannien will Kiew Luftabwehrraketen liefern: Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace bestätigt die geplante Lieferung von Luftabwehrraketen an die Ukraine.

Junge verletzte Frau nach einem russischen Angriff. Screenshot: Botschaft der Ukraine in Berlin

21.00 Uhr, Biden nennt Putin einen „Kriegsverbrecher“: US-Präsident Joe Biden hat Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet. Bidens Bemerkung sei „inakzeptable und unverzeihliche Rhetorik“, zitiert die Nachrichtenagentur Tass den russischen Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow.

20.00 Uhr, Ukraine hat knapp 1000 russische Kriegsgefangene: Ukrainische Truppen haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bisher knapp 1000 russische Soldaten gefangen genommen. Diese Zahl nennt der Staatschef der Agentur Ukrinform zufolge bei einem Online-Treffen mit dem Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan. Selenskyj fordert, alle Verantwortlichen für Kriegsverbrechen zur Verantwortung zu ziehen.

19.00 Uhr, Verschwundener Bürgermeister aus Melitopol wieder frei: Der verschwundene Bürgermeister der unter russischer Besatzung stehenden südukrainischen Stadt Melitopol ist nach Angaben aus Kiew wieder aufgetaucht. „Soeben wurde die Spezialoperation zur Befreiung des Bürgermeisters von Melitopol, Iwan Fedorow, aus der Gefangenschaft abgeschlossen“, sagt der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, in einer Videobotschaft beim Nachrichtenkanal Telegram.

18.00 Uhr, Bombenangriff auf Theater mit Hunderten Zivilisten in Mariupol: „Ein weiteres entsetzliches Kriegsverbrechen in Mariupol“, twittert Außenminister Dmytro Kuleba. „Heftiger russischer Angriff auf das Drama-Theater, wo sich Hunderte unschuldiger Zivilisten versteckt haben.“ Das Gebäude sei vollständig zerstört. „Die Russen müssen gewusst haben, dass dies ein ziviler Unterschlupf war.“ Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

17.00 Uhr, NATO prüft „erhebliche“ Truppenaufstockung in Osteuropa: Bündnis-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagt nach einem Sondertreffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel, nötig seien „erheblich mehr Truppen im östlichen Teil der Allianz mit höherer Bereitschaft“. Den polnischen Vorstoß für eine „Friedensmission“ der Nato in der Ukraine lehnen die Mitgliedsländer nach Angaben Stoltenbergs ab.

16.00 Uhr, Westen führt laut Putin Zerschlagung Russlands im Schilde: Dieser Versuch werde scheitern, sagt Putin. Sein Land habe keine andere Wahl als den „militärischen Sondereinsatz“ in der Ukraine gehabt. „Alle diplomatischen Möglichkeiten waren ausgeschöpft.“ Zugleich versichert Putin, dass russische Truppen nahe Kiew oder anderer Städte nicht bedeute, dass sie die Ukraine besetzen wollten. „Ein solches Ziel haben wir nicht.“

15.00 Uhr, Europarat schließt Russland endgültig aus: Das habe das Ministerkomitee in einer Sondersitzung beschlossen, teilt der Europarat in Straßburg mit. Am Vortag hat Russland bereits selbst dem Europarat seinen Austritt erklärt, nachdem dieser Schritte zu einem Ausschluss eingeleitet hatte. Am Dienstagabend stimmte die Parlamentarische Versammlung des Europarats einstimmig für einen Ausschluss Russlands. Russland war dem Europarat am 28. Februar 1996 beigetreten.

14.45 Uhr, Selenskij: „Wir brauchen Sie genau jetzt“: Der ukrainische Präsident spricht in seiner Rede die Abgeordneten im US-Kongress direkt an. Die Menschen in der Ukraine hätten dieselben Träume wie die Menschen in den USA. „Wir brauchen Sie genau jetzt“, sagt Selenskij an die Führung der USA gerichtet. Die Sicherheit der Ukraine sei bedroht, ähnlich wie die Sicherheit der USA am 11. September 2001 bedroht gewesen sei. Wenn Flugverbotszonen über der Ukraine, die die Nato entschieden ablehnt, zu viel verlangt seien, so Selenskij, dann fordere er wenigstens die Lieferung von Kampfflugzeugen.

13.50 Uhr, Russland: Neutrale Ukraine nach Vorbild Österreichs möglicher Kompromiss: Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow zufolge sieht Russland eine neutrale Ukraine nach dem Beispiel Österreichs oder Schwedens mit eigener Armee als mögliche Verhandlungslösung. „Das ist eine Variante, die derzeit diskutiert wird und die tatsächlich als ein Kompromiss angesehen werden könnte“, sagt er der russischen Nachrichtenagentur Ria. Zuvor hatte Außenminister Sergej Lawrow bereits betont, er sehe bei den Gesprächen mit der Ukraine die Möglichkeit eines Kompromisses. Es werde jetzt ernsthaft über einen neutralen Status der Ukraine diskutiert. Über einige Formulierungen für eine Vereinbarung sei man sich fast einig. Aber es gehe auch um Sicherheitsgarantien und eine Demilitarisierung der Ukraine sowie die Rechte der russischsprachigen Menschen in der Ukraine und die Sicherheit der Menschen im Osten des Landes. Die Kiewer Führung widerspricht russischen Äußerungen zu einer möglichen Neutralität der Ukraine nach schwedischem Vorbild. Die Ukraine brauche „klar festgeschriebene Sicherheitsgarantien“, so Präsidentenberater Mychajlo Poldoljak. 

Schwer verletzte Schwangere wird aus der Geburtsklinik in Mariupol getragen. Screenshot; Botschaft der Ukraine in Berlin

12.24 Uhr, TV-Mitarbeiterin Owsjannikowa sorgt sich um ihre Sicherheit: Die russische TV-Journalistin Marina Owsjannikowa ist nach ihrem Protest vor laufenden Kameras gegen den Krieg in der Ukraine äußerst besorgt um ihre Sicherheit und die ihrer Kinder. Sie habe aber nicht vor, aus Russland zu fliehen, sagt sie in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Sie hoffe, dass ihr Protest nicht umsonst gewesen sei und dass die russische Bevölkerung ihre Augen öffne und Kriegspropaganda genauer hinterfrage.  Die Journalistin hatte sich am Montagabend während einer Nachrichten-Live-Sendung des staatlichen TV-Senders Erster Kanal (perwy kanal) mit einem Plakat hinter die Moderatorin gestellt, auf dem sie zum Ende des Kriegs aufruft und vor Propaganda warnt. 

10.49 Uhr, EU-Regierungschefs aus Ukraine zurückgekehrt: Die Ministerpräsidenten von Polen, Slowenien und Tschechien sind nach Angaben der polnischen Regierung wohlbehalten von Kiew nach Polen zurückgekehrt. Delegationen um die Regierungschefs Mateusz Morawiecki, Janez Janša und Petr Fiala waren trotz der anhaltenden Kämpfe gestern mit dem Zug in die von russischen Truppen bedrohte ukrainische Hauptstadt gereist. Dort hatten sie den ukrainischen Präsidenten getroffen, um ihm Unterstützung zu demonstrieren. 

9.52 Uhr, UN: Krieg könnte Ukraine wirtschaftlich um zwei Jahrzehnte zurückwerfen: Die Vereinten Nationen warnen vor den wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs für die Menschen in der Ukraine. Nach ersten Schätzungen der UN könnten im Falle eines andauernden Krieges rund 90 Prozent der ukrainischen Bevölkerung in den kommenden zwölf Monaten von Armut betroffen sein. Eine anhaltende russische Invasion könnte das Land wirtschaftlich um fast zwei Jahrzehnte zurückwerfen. „Jeder Tag, den der Frieden auf sich warten lässt, beschleunigt den freien Fall in die Armut für die Ukraine“, warnt die Organisation. Der Krieg drohe auch für kommende Generationen tiefe soziale und wirtschaftliche Narben zu hinterlassen.

Heute ist der 20. Tag des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine. In Charkiw übten die russischen Streitkräfte einen Raketenangriff gerade während der Evakuierung der Zivilisten aus dem vormals zerbombten Haus aus. Bild: Botschaft der Ukraine in Berlin

23.59 Uhr, Polen will „Friedensmission“ der NATO in der Ukraine: „Diese Mission kann keine unbewaffnete Mission sein“, zitiert die Nachrichtenagentur PAP den polnischen Vize-Regierungschef Jaroslaw Kaczynski, der mit den Regierungschefs von Polen, Slowenien und Tschechien nach Kiew gereist ist. „Sie muss versuchen, humanitäre und friedliche Hilfe in der Ukraine zu leisten.“ Infrage komme eine Friedensmission der NATO „oder möglicherweise einer breiteren internationalen Struktur.“ Diese solle „von Streitkräften geschützt“ werden und „in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen“. Sie solle zudem „mit Zustimmung des ukrainischen Präsidenten und der ukrainischen Regierung“ auf „ukrainischem Territorium agieren“.

23.00 Uhr, Weitere Mitarbeiterin von Fox News bei Kiew getötet: Die 24-Jährige Oleksandra Kuvshynova sei bei demselben Vorfall in Horenka getötet worden wie ihr Kollege, der Kameramann Pierre Zakrzewski, teilte der Sender mit. Das Fahrzeug des Teams war demnach unter Beschuss geraten. Der Korrespondent Benjamin Hall wurde dabei verletzt. Kuvshynova habe das Fox-News-Team bei der Recherche in der Ukraine unterstützt.

22.00 Uhr, Charkiws Bürgermeister: Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser zerstört: In der ostukrainischen Stadt Charkiw sind dem Bürgermeister zufolge mehr als 600 Gebäude seit dem Beginn der russischen Invasion zerstört worden. Darunter seien „Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Kliniken“, sagt Ihor Terechow in einem Fernsehinterview.

21.00 Uhr, USA helfen Ukraine und Nachbarn mit 13,6 Milliarden Dollar: US-Präsident Joe Biden unterzeichnet ein Haushaltsgesetz mit umfangreichen Hilfen für die Ukraine. „Dieses Gesetz enthält historische Förderung – 13,6 Milliarden Dollar -, um Russlands Invasion in die Ukraine und die Auswirkungen auf die umliegenden Länder anzugehen“, sagte Biden. „Es ist äußerst schwierig, Hilfsgüter in die Ukraine zu bekommen, während der russische Angriff anhält.“ Die Unterstützung für die Ukraine umfasst humanitäre, wirtschaftliche und militärische Hilfe.

20.00 Uhr, Verurteilte TV-Mitarbeiterin 14 Stunden befragt, 48 Stunden schlaflos: Mit einem Friedensaufruf stürmt Marina Owssjannikowa die Live-Sendung eines russischen TV-Senders. Für ihren Protest wird sie festgenommen und kommt vor Gericht. Nach 14 Stunden Verhandlung tritt sie mit einem ersten kurzen Statement vor die Presse.

19.00 Uhr, Drei EU-Regierungschefs erreichen Kiew per Zug: Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien sind nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki in Kiew angekommen. Dazu veröffentlichte er Fotos, die ihn mit seinem Vize Jaroslaw Kaczynski sowie Tschechiens Ministerpräsidenten Petr Fiala und seinem slowenischen Amtskollegen Janez Jansa an einem Tisch mit einer Karte der Ukraine zeigten. Die Regierungschefs sind mit dem Zug in die ukrainische Hauptstadt gereist. Kiew ist ein zentrales Ziel des russischen Feldzuges gegen das Nachbarland.

18.00 Uhr, NATO setzt Sondergipfel an, Biden reist nach Brüssel: Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten werden in der kommenden Woche zu einem Sondergipfel zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammenkommen.

17.00 Uhr, Selenskyj sieht keine NATO-Beitrittsperspektive für Ukraine: „Wir haben jahrelang gehört, dass die Türen offen sind, aber wir haben auch gehört, dass wir nicht beitreten können. Das ist die Wahrheit und wir müssen das anerkennen“, sagte Selenskyj bei einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer der von Großbritannien angeführten Militärkoalition Joint Expeditionary Force (JEF).

16.00 Uhr, China-Experte überzeugt, Peking möchte schnelles Kriegsende: China hält sich seit Putins Einmarsch in die Ukraine mit öffentlichen Verurteilungen oder Gutheißungen zurück. Peking befinde sich in dem Konflikt in einer weltweit einmaligen Position, wie China-Experte Frank Sieren erklärt. Er führt bei ntv aus, warum eine militärische Einmischung unwahrscheinlich ist.

15.00 Uhr, Ex-Bundeskanzler Schröder verzichtet auf Ehrenbürgerwürde Hannovers: In einem Brief an den Oberbürgermeister von Hannover teilt Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder mit, auf die Ehrenbürgerwürde der Landeshauptstadt Niedersachsens zu verzichten. Demnach hatte der Stadtrat zuvor schriftlich mitgeteilt, ihm diese zu entziehen zu wollen.

15.42 Uhr, NATO: Hunderttausende Soldaten in erhöhter Alarmbereitschaft: Als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine sind nach Angaben von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg mittlerweile mehrere Hunderttausend Soldaten aus den Bündnisstaaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Wie der Norweger mitteilte, sind darunter rund 100.000 US-Soldaten in Europa und rund 40.000 Soldaten unter direktem NATO-Kommando. Unterstützt würden die Truppen von Luft- und Seestreitkräften sowie von der Luftabwehr, sagte Stoltenberg.

14.44 Uhr, In Mariupol kommen kaum Hilfslieferungen an: Die Hafenstadt Mariupol ist eingekesselt, die Lage der Bevölkerung laut Rotem Kreuz katastrophal. Seit vielen Tagen wird versucht, über einen sicheren Korridor Hilfsgüter und Lebensmittel in die Stadt sowie Zivilisten aus ihr herauszubringen. Bisher ohne großen Erfolg – und das scheint sich auch am Dienstag kaum geändert zu haben. Ein Versorgungskonvoi stecke im nahe gelegenen Berdjanks fest, sagt die ukrainische Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Die geplanten Buskonvois sind bisher offenbar nicht zum Einsatz gekommen. Fluchtwillige konnten allenfalls in Privatautos die Stadt verlassen. Das sei nicht ausreichend, sagt Wereschtschuk. Vielmehr müssten Busse durchgelassen werden.

14.01 Uhr, Stadtverwaltung: Evakuierung von Mariupol fortgesetzt: Die Evakuierung der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist fortgesetzt worden. Weitere 2000 Autos mit Zivilisten hätten die Stadt über einen Fluchtkorridor verlassen können, erklärte die Stadtverwaltung. Wie viele Menschen die Stadt auf diese Weise verlassen konnten, blieb zunächst offen.

Dr. Wladimir Klitschko könnte sein Leben genießen. Stattdessen riskiert er es für den Freiheitskampf der Ukraine. Screenshot: Klitschko auf LinkedIn

13.52 Uhr, Die Deutschen beginnen wieder zu horten: Mit Beginn des Ukraine-Krieges haben die Deutschen wieder angefangen, auf Vorrat einzukaufen. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels appelliert nun, Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen. Trotz Meldungen über Engpässe bei einzelnen Nahrungsmitteln wie Sonnenblumenöl und Mehl wegen des Ukraine-Krieges appelliert der Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), keine Hamsterkäufe zu tätigen. Wie bereits zu Beginn der Corona-Krise sollten sich die Kunden „untereinander solidarisch verhalten und Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einkaufen“, sagte Verbandssprecher Christian Böttcher den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

11.56 Uhr, UN: Drei Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet: Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen drei Millionen Menschen aus dem Land geflüchtet. Es handele sich um die am schnellsten eskalierende Vertriebenenkrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, teilte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration in Genf mit. Unter den Flüchtlingen seien 157.000 Staatsbürger, die weder zur Ukraine noch zu Russland gehörten. Laut dem Hilfswerk UNHCR flüchteten die meisten Menschen nach Polen. Die weiteren Flüchtlinge verteilten sich auf andere europäische Länder. Das UNHCR rechnet insgesamt mit rund vier Millionen Flüchtlingen. Millionen weitere Menschen warteten innerhalb der Ukraine auf humanitäre Hilfe.

11.30 Uhr, Nach Protestaktion im russischen Fernsehen aktuell keine Spur von Marina Owsjannikowa: Am Tag nach Protestaktion im russischen Fernsehen ist bisher nicht bekannt, wo sich die TV-Mitarbeiterin Marina Owsjannikowa befindet. Sie war am Montagabend während der Live-Übertragung der wichtigsten Nachrichtensendung mit einem Schild in der Hand ins Bild gesprungen, auf dem stand: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen“. Dazu rief sie mehrmals laut: „Nein zum Krieg!“ Der Sender schaltete nach wenigen Sekunden zu einem Videobeitrag. International findet die Aktion große Beachtung. Staatliche russische Medien berichteten nicht über den Protest.

11.31 Uhr, 35-stündige Ausgangsperre für Kiew angekündigt: Diese Anordnung soll für die ukrainische Hauptstadt am Dienstagabend 19 Uhr MEZ (20.00 Ortszeit) in Kraft treten und bis Donnerstagmorgen 6 Uhr (07.00 Uhr Ortszeit) gelten, sagt Bürgermeister Vitali Klitschko. „Es ist verboten, sich ohne Sondergenehmigung in der Stadt zu bewegen, es sei denn, man begibt sich in Luftschutzräume“. Zuvor hatten russische Streitkräfte nach ukrainischen Angaben mehrere Wohnblocks in Kiew beschossen, zwei Menschen seien bei diesen Angriffen getötet worden.

10.29 Uhr, Russische Truppen bei Mariupol zurückgeschlagen: Ukrainische Truppen haben nach eigenen Angaben einen russischen Vorstoß in der umkämpften Hafenstadt Mariupol abgewehrt. Dabei seien etwa 150 Angreifer getötet sowie zwei Panzer und mehrere gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden, teilt der ukrainische Generalstab mit. Mit Artilleriefeuer und Luftangriffen seien zudem weiteres militärisches Gerät zerstört und anrückende russische Kolonnen beschossen worden. Um Zivilisten aus von russischen Truppen belagerten Gebieten in Sicherheit bringen zu können, plant die ukrainische Regierung nach eigenen Angaben heute erneut die Öffnung von neun Fluchtkorridoren. Die Behörden wollten zudem versuchen, Hilfsgüter in die eingekesselte Stadt Mariupol zu bringen, teilt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk mit. 

9.45 Uhr, Drei EU-Regierungschefs zu Besuch bei Selenskij: Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien reisen an diesem Dienstag überraschend nach Kiew, um dort den ukrainischen Präsidenten zu treffen. Man komme als Vertreter des Europäischen Rats, heißt es in einer Erklärung Polens, der Besuch sei abgestimmt mit Ratspräsident Charles Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Man wolle die „eindeutige Unterstützung der ganzen EU für die Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine“ ausdrücken. Auch wolle man ein Bündel an Hilfen für das Land präsentieren.

Video-Appell zur Einrichtung einer Flugverbotszone. Screenshot: Botschaft der Ukraine in Berlin

23.59 Uhr, Ukraine-Korrespondent von Fox-News schwer verletzt: Ein britischer Journalist, der für den US-Sender Fox-News arbeitet, ist in der Ukraine sei schwer verletzt worden. Der Auslandskorrespondent Benjamin Hall sei ins Krankenhaus gebracht worden, teilt der Sender mit. Der Vorfall ereignete sich demnach „außerhalb von Kiew“.

23.00 Uhr, USA warnen China vor Unterstützung Russlands: Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, habe bei dem Treffen in Rom mit dem chinesischen Außenpolitiker Yang Jiechi deutlich gemacht, „dass es erhebliche Konsequenzen geben wird, sollten sie militärische oder andere Hilfe leisten, die natürlich gegen Sanktionen verstoßen oder die Kriegsanstrengungen unterstützen“.

22.00 Uhr, Ukraine verbietet Einfuhr russischer Bücher: Die „Einfuhr von Verlagsprodukten aus dem Gebiet des Aggressor-Landes“ werde gestoppt, teilte das verantwortliche Staatskomitee für Medien mit. Damit solle dessen kultureller Einfluss auf die ukrainische Bevölkerung unterbunden werden. Die Erzeugnisse des größeren und vielfältigeren russischen Buchmarktes sind beliebt. Im vergangenen Jahr importierte die Ukraine 32 Millionen Bücher aus Russland.

21.00 Uhr, Kriegsprotest erreicht russischen Staatssender: Im russischen Staatsfernsehen ist es während der Abendnachrichten zu einer überraschenden Situation gekommen. Hinter der Sprecherin bei „Rossija 1“ tauchte plötzlich eine weitere Frau mit einem beschrifteten Papierschild auf. „Keinen Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Sie belügen euch hier. Russen gegen Krieg“, war darauf zu lesen. „Nein zum Krieg“, rief die Frau mehrmals. Nach vier Sekunden wurde das Bild weggeschaltet.

20.00 Uhr, Israels Ministerpräsident Bennett telefoniert mit Putin: Russlands Präsident Wladimir Putin hat Kremlangaben zufolge ein weiteres Mal mit dem israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett zum Krieg in der Ukraine telefoniert. Israel hat traditionell gute Beziehungen zu beiden Ländern. Die israelische Regierung stellt sich darauf ein, in den kommenden Monaten rund 100.000 Menschen aus der Ukraine aufzunehmen, die jüdisch sind oder jüdische Verwandte haben.

19.00 Uhr, Einwohner von Odessa bereiten sich auf Krieg vor: Russland dehnt seine Angriffe in der Ukraine aus. Unter Beschuss ist auch Mykolajiw, westlich der Krim gelegen. Sollten die Truppen die Stadt einnehmen oder umgehen, steht ihnen der Landweg nach Odessa offen.

18.00 Uhr, Wladimir Klitschko appelliert: „Zivilgebäude werden zerstört. Leben wird zerstört“, sagte er in einer Videobotschaft vor einem stark beschädigten Wohnblock in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Witali rief zu noch härteren Sanktionen gegen Russland auf. „Stoppt diesen Krieg. Stoppt Russland, in einer Minute oder einer Stunde ist es zu spät.“

17.00 Uhr, Russland stoppt Großteil seiner Getreide-Exporte: Russland ist der größte Weizenexporteur der Welt. Ab Dienstag gilt demnach bis zum 30. Juni ein Ausfuhrstopp für Weizen, Roggen, Gerste, Mais und Mischgetreide, sogenanntes Mengkorn. UN-Generalsekretär António Guterres hat vor einer weltweiten Hungerkrise als Folge von Russlands Angriff auf die Ukraine gewarnt. Beide Länder produzierten 30 Prozent des weltweiten Weizens, sagte Guterres. 45 afrikanische und viele der ärmsten Länder der Welt importierten das Getreide zu einem großen Teil oder mehrheitlich aus diesen Ländern.

16.00 Uhr, Selenskyj wird vor US-Kongress sprechen: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird sich am Mittwoch in einer Ansprache an den US-Kongress richten. Der ukrainische Präsident wird per Videoschalte zu den Abgeordneten sprechen.

15.00 Uhr, Menschen gelingt Flucht aus Mariupol in mehr als 160 Privatautos: Nach mehreren gescheiterten Evakuierungsversuchen ist offenbar den ersten Zivilisten die Flucht aus der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol gelungen. Bereits mehr als 160 Privatautos hätten die Stadt verlassen, teilte der Stadtrat von Mariupol mit. Ein Konvoi mit Hilfsgütern sei hingegen noch in Richtung Mariupol unterwegs. Busse, die größere Zahlen an Zivilisten mitnehmen sollen, seien noch nicht angekommen.

Dokumentation des Grauens am Tag 19 von Putins Terror gegen die ukrainische Bevölkerung. Screenshot: Botschaft der Ukraine in Berlin/Facebook

14.29 Uhr: Lindner verspricht schnelle Tank-Rabatt-Lösung: Bundesfinanzminister Christian Lindner hat bestätigt, einen Tank-Rabatt für Autofahrer zu planen. Dafür könnten Mittel aus dem Haushalt bereitgestellt werden, sagt der FDP-Vorsitzende. Ein Rabatt um zehn Cent pro Liter Diesel und Benzin würde den Staat pro Monat 550 Millionen Euro kosten. „Es wird, wenn es nach mir geht, mehr als zehn Cent und mehr als ein Monat sein müssen.“

13.20 Uhr, Per Video verhandeln Russland und die Ukraine seit dem Vormittag: Russland und die Ukraine reden wieder miteinander, die vierte Runde der Gespräche hat begonnen. Die Kommunikation mit der russischen Seite sei schwierig, gehe aber weiter, schreibt der ukrainische Unterhändler, Mychailo Podoljak, ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij, auf Twitter. Zugleich postet er ein Foto von den Gesprächen, die per Video-Konferenz abgehalten werden. „Die Parteien legen aktiv ihre festgelegten Positionen dar“, schreibt Podoljak. 

11.20 Uhr, Finanzminister Lindner plant Ergänzungshaushalt zu Kriegsfolgen: Als Folge des Kriegs könnte der Bund in diesem Jahr womöglich mehr neue Schulden aufnehmen als bisher geplant. Wie das Ministerium mittelt, wird Finanzminister Christian Lindner (FDP) dem Kabinett an Mittwoch einen Haushaltsentwurf für 2022 vorlegen, in dem die Mehrausgaben berücksichtigt werden. Neben einer Nettoneuverschuldung von 99,7 Milliarden Euro im Kernhaushalt sieht der Entwurf auch 100 Milliarden Euro an Kreditermächtigungen für die Verteidigungspolitik im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine vor. Parallel zu den laufenden Bundestagsberatungen wird Lindner jedoch dem Ministerium zufolge einen Ergänzungshaushalt einbringen, der die Auswirkungen des Krieges für Wirtschaft und Verbraucher und weitere Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung berücksichtige. 

10.44 Uhr: China weist Berichte zurück, wonach Russland die chinesische Regierung um militärische und wirtschaftliche Hilfe gebeten haben soll: „In letzter Zeit haben die USA ständig Desinformationen gegen China verbreitet“, sagt ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums. China habe immer eine konstruktive Rolle bei der Förderung von Friedensgesprächen gespielt, heißt es aus Peking weiter.

„Mit der Beleuchtung des Brandenburger Tors senden wir ein deutliches Signal, gemeinsam mit weiteren europäischen Städten. Als freie Stadt für eine freie und souveräne Ukraine. Wir zeigen unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, den vielen Berlinerinnen und Berlinern mit ukrainischen Wurzeln, aber auch mit den vielen Russinnen und Russen, die sich Frieden in Russland und in der Ukraine wünschen. Sie alle wünschen sich nichts sehnlicher als ein Ende der Eskalation und eine friedliche Beilegung dieses bedrohlichen Konflikts“, so Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Bild: Senatskanzlei Berlin

23.59 Uhr, Russland ohne Instagram: Nach Facebook und Twitter ist nun auch das Online-Netzwerk Instagram in Russland blockiert. Das bestätigen die Organisation NetBlocks und Instagram-Nutzer in Russland in der Nacht zu Montag. Der Schritt war für Mitternacht angekündigt gewesen. Die russische Medienaufsicht Roskomnadsor hatte die Sperre am Freitag erklärt. Begründet wurde sie damit, dass auf Instagram Gewaltaufrufe gegen russische Bürger und Soldaten verbreitet würden.

23.00 Uhr, hat Moskau Peking um Militärhilfen gebeten? Chinas Botschaft in den USA antwortet: „Davon habe ich nie etwas gehört“, sagt Liu Pengyu, Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington, auf die Frage, ob Russland China im Zuge der Invasion in der Ukraine um militärische Ausrüstung gebeten hat.

22.00 Uhr, Kiew und Moskau nähern sich in Verhandlungen an: „Wenn wir die Positionen der beiden Delegationen am Anfang der Verhandlungen und jetzt vergleichen, stellen wir bedeutende Fortschritte fest“, erklärte Leonid Slutski, der jüngst persönlich mit der ukrainischen Verhandlungsdelegation in Belarus gesprochen hatte. „Meine persönliche Erwartung ist, dass die Fortschritte sehr bald zu einer gemeinsamen Position zwischen den beiden Delegationen und zu Dokumenten zum Unterzeichnen führen“, fügte er laut russischen Nachrichtenagenturen hinzu.

21.00 Uhr, Moskau soll Peking um Militärhilfen gebeten haben: Die USA haben offenbar Hinweise, dass Russland in China nach militärischer Hilfe und Ausrüstung angefragt hat. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Demnach gebe es Anzeichen dafür, dass Russland bestimmtes Kriegsmaterial ausgehe. Weiter hießt es in dem Bericht, dass die USA zudem Hinweise hätten, dass China auf das Ersuchen Moskaus eingehen könnte. Die USA treffen morgen mit Vertretern Pekings zusammen. Dabei soll die Regierung ausdrücklich darauf hingewiesen werden, keine Sanktionen des Westens zu unterlaufen.

20.00 Uhr, Welt-Finanzsystem würde Russlands Pleite verkraften: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält gravierende Auswirkungen auf das weltweite Finanzsystem im Fall einer Staatspleite Russlands für wenig wahrscheinlich. Die westlichen Sanktionen schränkten zwar die Fähigkeit Russlands ein, auf seine Ressourcen zuzugreifen und seine Schulden zu bedienen, sagt IWF-Chefin Kristalina Georgieva dem US-Sender CBS. Das bedeute, dass ein Zahlungsausfall Russlands nicht mehr als unwahrscheinlich angesehen werde. Derzeit sehe sie aber nicht die Gefahr, dass ein solcher Ausfall eine weltweite Finanzkrise auslösen könne.

Dramatischer Appell die seit Tagen belagerte Stadt Mariupol nicht in Stich zu lassen. Screenshot: Botschaft der Ukraine Berlin

19.00 Uhr, Weiter keine Evakuierungen aus Mariupol: Erneut ist nach Angaben aus Kiew ein Versuch gescheitert, Menschen aus der belagerten Hafenstadt Mariupol in Sicherheit zu bringen. „Es ist nicht gelungen, Mariupol zu erreichen“, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk dem Portal strana.news. Der Konvoi sei in der Stadt Berdjansk geblieben, weil es Luftangriffe auf Mariupol gegeben habe. „Aber morgen früh versuchen wir es nochmal“, kündigte Wereschtschuk an. Bisher war noch kein Versuch erfolgreich, Hilfsgüter in die umkämpfte Stadt am Asowschen Meer zu transportieren und Einwohner herauszuholen. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.

18.00 Uhr, Moskau untersucht angebliche ukrainische Kriegsverbrechen: Russland und die mit Moskau verbündeten Separatisten werfen der ukrainischen Armee schwere Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung vor. Einheiten der selbst ernannten „Volksrepublik“ Luhansk entdeckten nach eigenen Angaben bei ihrem Vormarsch ein Massengrab. Sie beschuldigten ukrainische Truppen, Zivilisten als Schutzschilder missbraucht und diejenigen getötet zu haben, die sich widersetzten.

17.00 Uhr, Verstärkte Festnahmen bei Protesten in Russland: Die Polizei habe im Zuge der Proteste in 23 Städten mehr als 600 Menschen in Gewahrsam genommen, teilte die Bürgerrechtsplattform OWD-Info mit. Augenzeugen beobachteten zahlreiche Festnahmen in Moskau und St. Petersburg. Unter den Festgenommenen in St. Petersburg waren auch mehrere Journalisten. In Moskau rief eine junge Frau „Frieden für die Welt“, während sie von zwei Polizisten weggetragen wurde. Die Helme einiger Polizisten waren mit einem in den russischen Nationalfarben gehaltenen „Z“ beschriftet, wie ein AFP-Reporter aus Moskau berichtete. Der Buchstabe hat sich zum Symbol von Befürwortern des „militärischen Sondereinsatzes“ Russlands in der Ukraine entwickelt. Am vergangenen Wochenende waren russlandweit mehr als 5000 Demonstranten festgenommen worden.

16.00 Uhr, Prag sagt weitere Rüstungsgüter zu: Tschechien will weitere Rüstungsgüter im Wert von nahezu 29 Millionen Euro der Ukraine bereitstellen. Aus Sicherheitsgründen könne sie keine Angaben dazu machen, um welche Waffen es sich handelt, sagte Verteidigungsministerin Jana Černochová im Fernsehen ČT. Der NATO-Mitgliedstaat hatte unter anderem bereits Artilleriegranaten, Maschinengewehre und Munition an Kiew geliefert.

15.00 Uhr, Ukraine wirft Russland Einsatz von Phosphor-Bomben vor: Russische Truppen sollen bei einem Angriff im Osten des Landes nach Angaben eines örtlichen Polizeivertreters Phosphorbomben eingesetzt haben. Die Ortschaft Popasna rund 100 Kilometer westlich von Luhansk sei in der Nacht von der russischen Armee angegriffen worden, schrieb Polizeichef Oleksij Bilotschyzky bei Facebook. Dabei seien auch Phosphorbomben eingesetzt worden. Es gebe „unbeschreibliches Leid und Brände.“ Die Angaben konnten von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüft werden. Phosphor entzündet sich beim Kontakt mit Sauerstoff von allein.

Die Botschaft ist klar: Russland spielt mit dem nuklearen Feuer. Einschläge in ukrainischen Atomkraftwerken können eine nukleare Katastrophe auslösen. Screenshot: Botschaft der Ukraine Berlin

14.55 Uhr: Ein US-Journalist wird in Irpin erschossen, ein weiterer verletzt: Am Sonntagmittag wurde der 50 Jahre alte US-amerikanische Fotojournalist Brent Renaud in Irpin, nur wenige Kilometer von Kiew entfernt, durch Schüsse getötet. Ein weiterer Journalist wurde verletzt. Die beiden Männer seien unter Beschuss geraten, teilte die Polizei des Gebietes Kiew am Sonntag mit. Die Angaben wurden auch vom Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, im Nachrichtenkanal Telegram verbreitet.

12.59 Uhr, Zehntausende Menschen demonstrieren in deutschen Städten gegen den Krieg: Erneut gehen Tausende Menschen in Berlin bei einer Friedensdemonstration gegen den Krieg in der Ukraine auf die Straße. Sie versammelten sich auf dem Alexanderplatz und liefen Richtung Brandenburger Tor. Nach ersten Angaben der Polizei nehmen über 10.000 Menschen an der Veranstaltung teil. Eine ähnliche Größenordnung wie vor zwei Wochen sei aber nicht zu erwarten, heißt es. Am 27. Februar, drei Tage nach dem Überfall Russlands auf sein Nachbarland, hatten mehr als hunderttausend Menschen in Berlin demonstriert. Das Motto der heutigen Demonstration lautet: „Stoppt den Krieg. Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine“. Auch in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Leipzig gingen Menschen gegen den Krieg auf die Straße.

12.55 Uhr, Kiew hat Lebensmittelvorräte für zwei Wochen angelegt. Die Stadt fürchtet eine Blockade durch russische Truppen: Die ukrainische Hauptstadt Kiew bereitet sich auf eine mögliche Blockade durch russische Truppen vor. Es seien Vorräte mit Lebensmitteln angelegt worden, um zwei Millionen Kiewer zwei Wochen lang zu versorgen, sagt der Vizechef der Stadtverwaltung, Walentin Mondrijiwskij. „Diese zwei Millionen Kiewer, die ihre Häuser nicht verlassen haben, werden nicht allein gelassen.“ Bürgermeister Vitali Klitschko hatte zuletzt gesagt, dass Hunderttausende Einwohner Kiew bereits verlassen hätten und sich noch weniger als zwei Millionen Menschen in der Metropole aufhielten.

12.50 Uhr, Ampel denkt über Entlastung wegen steigender Energiepreise nach: Angesichts sprunghaft steigender Energiepreise erwägt die SPD Nachbesserungen beim bereits beschlossenen 13 Milliarden Euro schweren Entlastungspaket der Ampel-Koalition. Bundestags-Fraktionsvize Matthias Miersch sagt der Rheinischen Post: „Die einzelnen Maßnahmen werden jetzt zügig umgesetzt und falls nötig sogar noch einmal verschärft. Ich halte es etwa für richtig, die Höhe des Heizkostenzuschusses für besonders einkommensschwache Haushalte spürbar zu erhöhen.“ FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte der Zeitung, über weitere Entlastungen werde geredet. Der Staat könne aber nicht alle Belastungen ausgleichen, die durch den Krieg und die Inflation entstünden. 

9.51 Uhr, Bei einem Angriff nahe der polnischen Grenze sind 35 Menschen getötet und 134 verletzt worden: Nach Angaben ukrainischer Behörden wurden bei dem Angriff auf die ukrainische Militärbasis nahe der polnischen Grenze mindestens 35 Menschen getötet, 134 weitere sollen verletzt worden sein. Dem Gouverneur der Region Lwiw, Maksym Kozytsky, zufolge, sind in der Nacht mindestens 30 Raketen auf das Militärausbildungszentrum in Jaworiw abgefeuert worden.

08.35 Uhr, Deutschland liefert mehr als 440 Tonnen Lebensmittelspenden in die Ukraine: Über eine neu eingerichtete Koordinierungsstelle des Bundesernährungsministeriums sind inzwischen mehr als 440 Tonnen gespendete Lebensmittel in die Ukraine gebracht worden. Seit Beginn der Initiative vor etwa einer Woche wurden dafür rund 20 Lkw-Ladungen mit fast 700 Paletten gefahren, wie aus Daten des Ernährungsministeriums hervorgeht. Geliefert werden demnach vor allem Grundnahrungsmittel, Wasser, Saft, Babynahrung und Konserven mit Fisch und Fleisch. Gespendet wurden die Produkte von mehreren deutschen Handels- und Lebensmittelunternehmen.

04.00 Uhr, Die Nato warnt Russland vor Einsatz von Chemiewaffen:  „In den vergangenen Tagen haben wir absurde Behauptungen über chemische und biologische Waffenlabore vernommen“, sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der Welt am Sonntag. Der Kreml erfände falsche Vorwände in dem Versuch, zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen sei. „Nachdem diese falschen Behauptungen nun aufgestellt wurden, müssen wir wachsam bleiben, weil es möglich ist, dass Russland selbst Einsätze mit chemischen Waffen unter diesem Lügengebilde planen könnte“.

Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, hat die aus seiner Sicht zögerliche Haltung der Bundesregierung zu Waffenlieferungen an die Ukraine scharf kritisiert. Screenshot: Ukrainische Botschaft/Facebook

23.59 Uhr, Grünen-Chefin fordert „Energiegeld“ für alle: Angesichts der steigenden Energiepreise werden Rufe nach Entlastungen für Bürger und Unternehmen lauter. Grünen-Bundeschefin Ricarda Lang sagt der „Bild am Sonntag“: „Viele Menschen leiden ganz akut unter den steigenden Preisen, beim Heizen, an der Zapfsäule oder im Supermarkt.“ Es müsse so schnell wie möglich ein „Energiegeld“ an alle Bürger ausgezahlt werden.

23.00 Uhr, Besatzer machen wohl Oppositionspolitikerin zur neuen Bürgermeisterin von Melitopol: Nach der Entführung des Bürgermeisters der südukrainischen Stadt Melitopol haben die russischen Besatzer einem Medienbericht zufolge eine eigene Bürgermeisterin ernannt. Demnach handelt es sich um Galina Daniltschenko, pro-russische Abgeordnete des Stadtrates, wie der ukrainische Internet-Fernsehsender Hromadske berichtet.

22.00 Uhr, 13.000 Menschen aus mehreren Städten evakuiert: Nach ukrainischen Angaben sind am heutigen Samstag rund 13.000 Menschen aus mehreren Städten des Landes evakuiert worden. Das seien fast doppelt so viele wie am Vortag, erklärt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Es sei aber niemandem gelungen, die belagerte Stadt Mariupol zu verlassen.

21.00 Uhr, Satellitenbilder zeigen große Zerstörungen in Mariupol: Satellitenbilder zeigen einem US-Anbieter zufolge gravierende Schäden an ziviler Infrastruktur und Wohngebäuden in der südukrainischen Stadt Mariupol. Dutzende Hochhäusern seien schwer beschädigt worden und es habe Brände gegeben, erklärt der Anbieter der Bilder, das US-Unternehmen Maxar Technologies.

20.00 Uhr, Auch laut Moskau humanitäre Lage in einigen ukrainischen Städten katastrophal: In einigen Städten habe dies katastrophale Ausmaße angenommen, zitiert die Agentur Ria Michail Misintsew, den Chef des Nationalen Verteidigungs-Kontrollzentrums. Die Agentur Interfax zitiert das Ministerium mit den Worten, die Ukraine habe sich erneut geweigert, humanitäre Korridore nach Russland zu öffnen.

19.00 Uhr, Mindestens 130.000 Kriegsflüchtlinge haben Deutschland erreicht: Das seien Zahlen der Bundespolizei, die momentan verstärkt kontrolliere, sagte ein Sprecher. Da aber keine festen Grenzkontrollen an den Binnengrenzen stattfänden, könne die Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge tatsächlich bereits wesentlich höher sein. Nach UN-Angaben haben bereits mehr als 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine im Ausland Zuflucht gesucht. Die meisten blieben zunächst in den Nachbarländern.

18.00 Uhr, Russland schließt seine Börse die dritte Woche: Vom 14. bis 18. März werde es keinen Aktienhandel gegeben, teilte der wichtigste russische Handelsplatz der Agentur Tass zufolge mit.

17.00 Uhr, Selenskyj registriert russischen Kursschwenk in Verhandlungen: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in Russlands Verhandlungsführung mittlerweile einen „grundlegend anderen Ansatz“. Hätten die Vertreter Moskaus zunächst nur „Ultimaten gestellt“, habe man „angefangen zu reden“, sagte er. Er sei „froh“, ein „Signal aus Russland erhalten“ zu haben. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Vortag gesagt: „Da sind gewisse positive Veränderungen, haben mir unsere Unterhändler berichtet.“ Die Verhandlungen würden „nun auf fast täglicher Basis geführt“.

Auf eine kreative Weise protestiert das Museum für Medizingeschichte in Lettlands Hauptstadt Riga gegen Putins Krieg in der Ukraine. Die Kultureinrichtung brachte ein großes Plakat an seiner Außenfassade an, darauf zu sehen: ein als Totenkopf stilisiertes Porträt Wladimir Putins. Das Motiv wurde von einem lettischen Künstler gestaltet und ziert auch den Titel der aktuellen Ausgabe des lettischen Wochenmagazins „Ir“. Screenshot: Ukrainische Botschaft Berlin/Facebook

16.00 Uhr, Russland schickt Experten ins AKW Saporischschja: In besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben aus Kiew Experten aus Russland eingetroffen. Elf Beschäftigte des russischen Staatskonzerns Rosatom hätten das AKW im Südosten der Ukraine erreicht, darunter seien zwei Ingenieure, teilte das staatliche Unternehmen Enerhoatom mit.

15.00 Uhr, Papst Franziskus: „In Gottes Namen, hört auf!“ In einem Tweet schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche: „«Nie wieder Krieg! Denkt vor allem an die Kinder, an diejenigen, denen die Hoffnung auf ein würdevolles Leben genommen wird: tote oder verletzte Kinder, Waisen; Kinder, die als Spielzeug Kriegsreste haben… In Gottes Namen, hört auf!“

14.00 Uhr, Prag ruft EU zu Hilfe: Tschechien hat wegen der vielen ankommenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine offiziell die EU um Hilfe gebeten. Man habe im Rahmen des EU-Zivilschutz-Mechanismus Wohncontainer für die Unterbringung von bis zu 50.000 Menschen angefragt, teilte Feuerwehrsprecherin Pavla Jakoubkova in Prag mit. „Jeder frei werdende Platz ist sofort belegt.“

13.00 Uhr, Ukraine beziffert eigene Verluste: Die Ukraine hat erstmals Angaben über in den Kämpfen mit russischen Truppen getöteten Soldaten gemacht. Demnach haben bislang rund 1300 Soldaten ihr Leben verloren, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte. Außerdem existierten einige kleinere Ortschaften nicht mehr. Am gestrigen Freitag hätten sich 500 bis 600 russische Soldaten ergeben. Russland werde die Hauptstadt Kiew nur dann einnehmen können, wenn es die Stadt dem Erdboden gleichmache.

12.00 Uhr, Tönnies warnt vor Einbruch der Fleischversorgung: Deutschlands größter Fleischproduzent Tönnies warnt vor den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Fleischversorgung. Die Kämpfe würden sowohl die Lieferungen von Fleisch aus der Ukraine, Futtermittel für die heimische Mast als auch Lieferketten beeinflussen, was zu Engpässen führen werde, heißt es in einem „Not-Brief“ des Unternehmens an seine Kunden.

11.00 Uhr, Rot-Kreuz-Mitarbeiter berichtet von verzweifelter Lage in Mariupol: Die Lage im eingekesselten Mariupol wird immer katastrophaler. Wie ein Mitarbeiter des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz vor Ort berichtet, erzählen viele der Bewohner, dass sie kein Essen mehr für ihre Kinder haben. Diabetes- und Krebs-Patienten fehle Medizin, und es gebe keine Möglichkeit, diese in der Stadt aufzutreiben.

10.00 Uhr, Russland droht mit Angriffen auf westliche Waffenlieferungen: Moskau habe die USA gewarnt, dass das „orchestrierte Hereinpumpen von Waffen durch eine Reihe von Staaten nicht nur ein gefährlicher Schritt ist, sondern diese Konvois auch zu legitimen Zielen“ für Angriffe der Armee mache, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow im russischen Staatsfernsehen.

09.00 Uhr, Putin setzt laut Özdemir Hunger als Kriegsmittel ein: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, Hunger als Kriegsmittel einzusetzen. Es sei eine klare Strategie, dass er Preissteigerungen und Verknappungen an den Agrarmärkten gezielt provoziere, sagt der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. „Dass im 21. Jahrhundert gezielt Getreidespeicher abgebrannt werden, Produktionsanlagen, Transportinfrastruktur, um den Hunger als Mittel zu benutzen, um uns die Ukraine erst mal, aber natürlich auch uns alle in die Knie zu zwingen, das sollte all diejenigen vielleicht prägen in ihrem Denken, die immer noch glauben, dass man mit autoritären Herrschern besonders nett sein muss, um sie dann wohlgesonnen zu stimmen.“
08.00 Uhr, Moskau warnt vor NATO-Verstärkung im Baltikum: „Der Aufbau von NATO-Truppen und -Infrastruktur direkt an unseren Grenzen sowie Pläne für ihren dauerhaften Einsatz sind offen gesagt eine Provokation und führen zu einer deutlichen Zunahme der Konfrontation im Baltikum“, sagt der Direktor für Europapolitik im russischen Außenministerium, Sergej Beljajew, der Agentur Interfax.

07.00 Uhr, Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze dringt auf rasche Hilfen gegen Hungersnot: Schulze verweist auf UN-Schätzungen, wonach als Folge des Kriegs acht bis 13 Millionen Menschen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten hungern müssen.

06.00 Uhr, Russen stehen 25 Kilometer vor Zentrum von Kiew: Der Großteil der russischen Bodentruppen befindet sich nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums etwa 25 Kilometer vom Zentrum Kiews entfernt.

05.00 Uhr, Melnyk „positiv überrascht“ von Schröders Treffen mit Putin: Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, ist von dem Treffen des Altkanzlers Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten Putin positiv überrascht. „Es gab Gespräche auch mit den ukrainischen Vertretern darüber in den letzten Tagen“, sagt Melnyk bei ntv. „Gleichzeitig waren wir positiv überrascht, dass Herr Schröder diese Initiative in der Tat jetzt aufgegriffen hat.“ Man müsse jede Chance nutzen.

04.00 Uhr, Mariupol geht von 10.000 Toten aus: In der belagerten Hafenstadt Mariupol sind nach offiziellen Angaben bisher rund 1500 Menschen ums Leben gekommen. Laut einem Berater des Bürgermeisters der Stadt könnte die Zahl der Todesopfer jedoch deutlich höher sein. „Wir schätzen, dass die Zahl der getöteten Menschen inzwischen 10.000 erreicht hat“, sagt Petr Andrjuschtschenko der kanadischen Zeitung „The Globe and Mail“.

03.00 Uhr, Laut ehemaligem ukrainischen Ministerpräsidenten hat der Dritter Weltkrieg schon begonnen: Laut dem ehemaligen ukrainischen Ministerpräsident Wolodymyr Groysman hat der Dritte Weltkrieg bereits begonnen. In einem Interview mit der britischen Zeitung „The Independent“ sagt Groysman, sein Land sei die „einzige Verteidigung“ für Europa gegen Russlands Vorstoß nach Westen. Er fordert eine Flugverbotszone über der Ukraine. US-Präsident Joe Biden hatte diesen Vorschlag zuletzt abgelehnt aus Sorge vor einem Dritten Weltkrieg. Groysman hält diese Bedenken für überflüssig, schließlich habe der russische Präsident Wladimir Putin den Dritten Weltkrieg bereits begonnen. „Putin hasst alle demokratischen Länder; sein Ziel ist es, uns alle zu schwächen.

Immer häufiger kommt es zu Übergriffen auf Russen und Ukrainer in Deutschland. Screenshot; Botschaft der Ukraine Berlin/Fahebook

02.00 Uhr, Kasparow sieht mit Putin keine Zukunft für Russland: Der frühere Schach-Weltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow spricht sich für weitere Sanktionen gegen Russlands Erdgas- und Ölindustrie aus. „Das Ölembargo selbst ist natürlich wichtig, aber das Entscheidende ist jetzt die technologische Blockade“, sagt Kasparow der „Augsburger Allgemeinen“. „Die russische Öl- und Gasindustrie kann ohne westliche Technologien nicht arbeiten.“ Es sei wichtig, dass es bei den Sanktionen „keine Schlupflöcher, keine Schwachstellen, keine Umgehungsmöglichkeiten gibt“, sagt der 58-Jährige, der im Exil lebt. Das Regime müsse wirtschaftlich, finanziell und technologisch erwürgt werden, denn „solange Putin an der Macht ist, gibt es keine Zukunft für Russland“.

01.00 Uhr, Selenskyj richtet Appell an russische Mütter: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj richtet einen Appell an die Mütter russischer Soldaten. „Schicken Sie Ihre Kinder nicht in den Krieg in einem fremden Land“, sagt Selenskyj in einem auf Telegram veröffentlichten Video.

00.00 Uhr, Strom an Atomruine Tschernobyl läuft teils wieder: Technikern ist es am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl gelungen, einen Teil der Stromleitungen zu reparieren. Das berichtet die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf den ukrainischen Betreiber.

Aus Trümmern gerettetes Baby: Daniel Korski schreibt auf seinem Twitter-Account: „Um dieses Babys willen zahle ich gerne mehr für meine Energierechnung.“ Screenshot: jrh

23.59 Uhr, 7144 Zivilisten können am Freitag fliehen: Laut Ukraines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj konnten am Freitag 7144 Zivilisten über humanitäre Korridore aus vier Städten fliehen. Die Zahl sei deutlich niedriger als in den beiden Tagen davor. Russland weigere sich, Menschen aus der belagerten Stadt Mariupol herauszulassen. Man werde am Samstag erneut versuchen, Lebensmittel und Medikamente nach Mariupol zu liefern.

23.00 Uhr, Initiative zu Russland-Reise ging von Schröder aus: „Es gibt nicht so viele Menschen weltweit und auch in Deutschland vielleicht, die diesen persönlichen Draht zu Herrn Putin haben“, sagt der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk. Auf die Frage zu den Resultaten der Gespräche sagt der Botschafter, „dass eventuell morgen wir auch direkt von Herrn Schröder hören werden“, was die Ergebnisse des Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin gewesen seien.

22.00 Uhr, Bürgermeister von Melitopol entführt: Der Bürgermeister der besetzten Stadt Melitopol, Iwan Fedorow, ist nach ukrainischen Angaben entführt worden. Der Vizechef des Präsidentenbüros in Kiew, Kyrylo Tymoschenko, veröffentlichte auf Telegram ein kurzes Video, in dem Vermummte einen Mann aus einem zentralen Gebäude mitnehmen. Laut Tymoschenko handelt es sich dabei um Fedorow. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen.
21.00 Uhr, Inzwischen 1582 tote Zivilisten in Mariupol: In der belagerten Hafenstadt Mariupol ist die Zahl der getöteten Zivilisten ukrainischen Angaben zufolge auf 1582 gestiegen. Die humanitäre Lage sei katastrophal, heißt es in einer Mitteilung des Stadtrats vom Abend auf Telegram.

20.00 Uhr, Russischer Pilot spricht Klartext zu Passagieren: Ein Kapitän der russischen Billigairline Pobeda hat am Tag des Kriegsbeginns seinen Passagieren erzählt, was er von den Vorkommnissen in der Ukraine hält. Kurz vor dem Abflug erklärt er zuerst auf Russisch, dann auf Englisch: „Liebe Gäste, hier spricht Ihr Kapitän. In meinem Namen, nicht im Namen der Airline: Ich glaube, dass der Krieg mit der Ukraine ein Verbrechen ist. Wir sollten den Krieg nicht fortsetzen. Er muss sofort aufhören.“ Nach der russischen Botschaft erhält er leichten Applaus.

19.00 Uhr: Ukraine erwartet belarussischen Einmarsch am Abend: Die Ukraine geht davon, dass Belarus zeitnah den russischen Angriff mit eigenen Truppen unterstützen wird. „Militär und Regierung zufolge bereitet sich Belarus darauf vor, vor 21 Uhr in die Ukraine einzumarschieren“, twittert Iuliia Mendel, eine frühere Sprecherin von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ziel sei Riwne, eine Großstadt im Nordwesten der Ukraine mit etwa 250.000 Einwohnern. Dort befindet sich eines von insgesamt vier ukrainischen Atomkraftwerken.

18.00 Uhr, Dritter russischer General getötet: Das berichtet unter anderem der britische „Guardian“ unter Berufung auf westliche Regierungskreise. Die Identität wollten sie demnach nicht bestätigen. Die ukrainischen Streitkräfte hatten kurz zuvor berichtet, dass sie Generalmajor Andrei Kolesnikov im Kampf getötet hätten.

17.00 Uhr, Putin stellt zwei FSB-Direktoren unter Hausarrest: Der russische Investigativjournalist, Kremlkenner und Militärexperte Andrei Soldatov schreibt auf Twitter, Putin habe bei einem Sicherheitstreffen die Auslandsverantwortlichen des FSB „attackiert“. Der Leiter Sergei Beseda und sein Stellvertreter stünden unter Hausarrest. Soldatov gilt als in Geheimdienstkreisen gut vernetzt und glaubwürdig. Die Strategie des Kreml wirft unter westlichen Militärexperten seit Tagen Fragen auf. Zuvor hatte der ukrainische Geheimdienst gemeldet, dass acht Generäle an der Front abberufen und ausgetauscht worden sein sollen.

Opern-Saänger in Regensburgs Partnerstadt Odessa singen gegen Putins Krieg an. Screenshot Twitter/jrh

16.00 Uhr, Tschernobyl weiter ohne Strom: Der Unglücksreaktor von Tschernobyl erhält nach ukrainischen Angaben entgegen russischen Beteuerungen weiter keinen Strom von außen. „Derzeit wird versucht, die externe Stromversorgung des Standorts wiederherzustellen“, heißt es in einer Erklärung der Atom-Aufsichtsbehörde.

15.00 Uhr, Selenskyj ruft Bauern zur Aussaat auf: Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die Agrarunternehmen der Ukraine angesichts drohender Engpässe bei der Versorgung mit Getreide zur Aussaat auf. „Alles hängt von der Situation ab. Denn dabei geht es um das Leben.“ Die Ukraine gilt als eine „Kornkammer Europas“. Das Land ist weltweit der fünftgrößte Weizenlieferant.

14.00 Uhr, Glaubwürdige Berichte über russischen Einsatz von Streumunition: Dem UN-Menschenrechts-Kommissariat liegen nach eigenen Angaben glaubwürdige Berichte über mehrere Fälle vor, in denen russische Soldaten Streumunition in Wohngebieten verwendet haben.

13.00 Uhr, Russland will Facebook verbieten: Die russische Generalstaatsanwaltschaft will den Facebook-Mutterkonzern Meta als „extremistische Organisation“ einstufen und verbieten lassen. Das meldet die Agentur Interfax. Der Vorstoß ist eine Reaktion darauf, dass Meta seine Regeln gelockert hat, um Aufrufe zur Gewalt gegen russische Truppen in der Ukraine zuzulassen.

12.00 Uhr, Patriarch wirft Westen „Russophobie“ vor: Der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche, Kyrill I., ist auf die Bitte des Ökumenischen Rats der Kirchen um Bemühungen für ein Ende des Krieges in der Ukraine nicht eingegangen. Ganz im Stil der russischen Propaganda beschuldigt er dagegen das Ausland, für den Krieg verantwortlich zu sein. „Dieser tragische Konflikt ist Teil einer großangelegten geopolitischen Strategie geworden, dessen oberstes Ziel es ist, Russland zu schwächen“, schreibt er in einem Antwortbrief. „Die Russophobie breitet sich in der westlichen Welt in einem noch nie da gewesenen Tempo aus.“

11.00 Uhr, Kriegsschäden übersteigen 100 Milliarden Euro: Der russische Krieg gegen die Ukraine hat nach Angaben aus Kiew bereits Schäden von umgerechnet mehr als 100 Milliarden Euro verursacht haben. „Heute ist diese Ziffer konkretisiert worden – es sind 119 Milliarden US-Dollar“, sagt Vize-Wirtschaftsminister Denys Kudin laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform.

10.00 Uhr, Putin will „Freiwillige“ aus Nahost in Ukraine kämpfen lassen: Mit den „Freiwilligen“ dürften syrische Milizen gemeint sein, die den dortigen Diktator Assad unterstützen.

09.00 Uhr, Ukrainische Labore sollen Krankheitserreger zerstören: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters der Ukraine, hoch gefährliche Krankheitserreger in ihren Laboren zu zerstören. So sollen mögliche Ausbreitungen nach militärischen Angriffen verhindert werden.

08.00 Uhr, Prorussische Separatisten nehmen Wolnochowa ein: Die Stadt war nach russischen Angaben seit dem 28. Februar eingekesselt. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gibt es dazu noch nicht.

07.00 Uhr, Siebenjährige „Frozen“-Sängerin aus Kiewer Luftschutzkeller in Sicherheit: Ein siebenjähriges Mädchen unterhält die Menschen in einem Kiewer Luftschutzkeller mit dem Titelsong aus dem Disneyfilm „Frozen“. Die Aufnahmen gingen um die Welt. Wie das Medienunternehmen Nexta TV berichtet, ist das Kind inzwischen in Sicherheit: Das Mädchen sei bei Verwandten in Polen.

06.00 Uhr, Russland beschießt Dnipro: Bei Luftangriffen auf zivile Ziele in der Stadt Dnipro in der Zentralukraine wird am Morgen nach Angaben der Rettungsdienste mindestens ein Mensch getötet. Am frühen Morgen „gab es drei Luftangriffe in der Stadt, die einen Kindergarten, ein Apartmenthaus und eine zweistöckige Schuhfabrik trafen“, teilen die Rettungskräfte mit. „Eine Person kam ums Leben.“ Die Stadt mit etwa einer Million Einwohnern war bislang von größeren russischen Angriffen verschont geblieben.

05.00 Uhr, Psychologe: Psychologen aus rund 20 Ländern wollen mit einem Offenen Brief den russischen Präsidenten Putin zum Umdenken bewegen: „Wir schreiben an Sie, um unser wissenschaftliches und praktisches Wissen über die Konsequenzen eines Krieges für denjenigen, der den Krieg beginnt, mit Ihnen zu teilen und einen Ausweg aus dieser gefährlichen Situation aufzuzeigen“, beginnt das Schreiben, das von den hessischen Sozialpsychologen Rolf van Dick (Uni Frankfurt) und Ulrich Wagner (Uni Marburg) initiiert wurde. Unterschrieben haben knapp 40 Kollegen von den USA bis Polen, Norwegen bis Südafrika, Indien und Pakistan. Mit dem Brief wollen sie Putin über „negative Effekte“ seiner Politik in Kenntnis setzen, wie sie schreiben.

Kaum zu ertragen; Rechtspopulist, Trump-Fan und Propagandist Tucker Carlson hetzt im US-Nachrichten-Sender gegen die Ukraine, um Biden zu schaden. Screenshot: Twitter/jrh

04.00 Uhr, US-Senat stimmt Hilfspaket für die Ukraine zu: In dem insgesamt 1,5 Billionen Dollar (1,4 Billionen Euro) schweren Entwurf für die Ausgaben im restlichen Haushaltjahr sind fast 14 Milliarden Dollar an direkten Hilfen für das Kriegsland sowie Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Konflikts vorgesehen. Nach der Zustimmung beider Kammern des Kongresses kann US-Präsident Joe Biden das Gesetz nun unterzeichnen.

03.00 Uhr, Russland beschießt Institut mit Atomreaktor in Charkiw: Die russischen Soldaten haben nach Angaben des ukrainischen Parlaments ein Institut in der Stadt Charkiw beschossen, das einen nuklearen Forschungsreaktor hat. In der Nähe des Instituts habe eine Herberge Feuer gefangen, teilt das Parlament mit. Die Kämpfe in der Umgebung hielten an.

02.00 Uhr, Russland und Ukraine wollen bei Sicherheit der Akws kooperieren: „Wir hatten gute Gespräche, keine einfachen, aber ernsthafte Gespräche“, sagt IAEA-Chef Rafael Grossi nach seiner Rückkehr von Gesprächen mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in der Türkei.

01.00 Uhr, Russland fordert Treffen des UN-Sicherheitsrats wegen angeblicher Biowaffen: Der UN-Sicherheitsrat soll sich nach dem Willen Russlands am Freitag mit angeblich von den USA in der Ukraine hergestellten Biowaffen beschäftigen.

Diese Karte vom Vortag wurde auf Basis relevanter, zuverlässiger und Open-Source-Berichte erstellt. Die Situation ist jedoch im Fluss. Sie sollte nicht als offiziell bestätigt oder umfassend lückenlos betrachtet werden. Bild: Krisenzentrum Ukraine

Die wichtigsten Schlagzeilen an Tag 15 des Krieges (10. März)

  • 23.00 Uhr, Russland kündigt Feuerpause für Freitag an: Das russische Verteidigungsministerium kündigt für Freitag eine Feuerpause an und will Fluchtkorridore für die Evakuierung von Zivilisten aus fünf Städten öffnen. Das berichteten übereinstimmend die russischen Nachrichtenagenturen RIA und Interfax. Demnach hat der Chef des nationalen Verteidigungskontrollzentrums, Michail Misintsew, angekündigt, die Menschen könnten entweder nach Russland oder in andere Städte der Ukraine reisen. „Ab 10.00 Uhr Moskauer Zeit (08.00 MEZ) am 11. März 2022 wird die Russische Föderation ein ‚Regime der Stille‘ erklären und ist bereit, humanitäre Korridore zur Verfügung zu stellen“, zitiert Interfax Misintsew. Fluchtwege sind demnach für Kiew, Sumy, Charkiw, Mariupol und Tschernihiw vorgesehen. RIA zitierte Beamte mit den Worten, die ukrainische Seite müsse Listen von Personen und Fahrzeugkennzeichen vorlegen, bevor die Korridore geöffnet würden.
  • 22.00 Uhr, Kämpfe um Nahrungsmittel in belagertem Mariupol: In der seit Tagen belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol spielen sich angesichts der katastrophalen Versorgungslage mittlerweile dramatische Szenen ab. „Die Leute haben angefangen, um Lebensmittel zu kämpfen“, sagt ein Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in einer Videobotschaft. „Alle Geschäfte und Apotheken wurden vor vier oder fünf Tagen geplündert.“ Der IKRK-Mitarbeiter Sascha Wolkow schildert: „Viele haben überhaupt kein Wasser zum Trinken.“
  • 21.00 Uhr, Noch keine Atom-Sicherheitsgarantien von Russland und Ukraine: Die Außenminister Russlands und der Ukraine haben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bei Gesprächen in der Türkei keine Garantien zum Schutz der ukrainischen Atomanlagen gegeben. IAEA-Chef Rafael Grossi berichtet nach seinen Treffen mit Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba, dass in Antalya noch keine Details einer solchen Übereinkunft besprochen worden seien.
  • 20.00 Uhr, Boris Johnson warnt vor russischem Einsatz chemischer Waffen im Krieg: Wie zuvor bereits die USA warnt auch der britische Premierminister Boris Johnson davor, Russland könne im Ukraine-Krieg chemische Waffen einsetzen. „Die Dinge, die man über chemische Waffen hört, stammen exakt aus Russlands Drehbuch“, sagt Johnson in einem Interview mit dem Sender Sky News. „Sie beginnen, in dem sie sagen, dass ihre Gegner oder die Amerikaner chemische Waffen lagern“, sagt Johnson über die russische Führung. „Und wenn sie dann selbst chemische Waffen einsetzen, was ich fürchte, dass sie das tun könnten, haben sie schon eine Art ‚Maskirovka‘, eine Fake-Geschichte, bereit.“
  • 19.00 Uhr, laut Macron muss sich „Europa auf alle Szenarien einstellen“: „Ich bin besorgt und pessimistisch“, sagt der Staatschef zur Lage in der Ukraine. „Es wird keine Lösung in den nächsten Stunden und Tagen geben.“ Dennoch halte er den intensiven Kontakt zu Kremlchef Wladimir Putin aufrecht.
  • 18.00 Uhr, Kein beschleunigter EU-Beitritt der Ukraine: Der niederländische Premierminister Mark Rutte erteilt einem schnellen EU-Beitrittsverfahren für die Ukraine eine Absage. „Einen beschleunigten Beitritt, so etwas gibt es nicht“, sagt Rutte am Rande eines EU-Gipfels im französischen Versailles. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine weiter ab.
  • 17.00 Uhr, Stopp von Energieimporten aus Russland laut Lindner „auf dem Tisch“: Bundesfinanzminister Christian Lindner schließt einen Stopp der Energieimporte aus Russland je nach weiterer Entwicklung nicht aus. „Es liegt auf dem Tisch, auch im Bereich der Energiewirtschaft die Zusammenarbeit zu beenden“, sagt Lindner in Berlin nach einem Gespräch mit der spanischen Wirtschaftsministerin Nadia María Calviño. Vorerst halte er es aber für besser, bei den Sanktionen auf andere Instrumente zu setzen.
  • 16.00 Uhr, Kiew eröffnet 14 „Kinosäle“ in U-Bahnhöfen: Tausende Ukrainer suchen derzeit Zuflucht in den U-Bahnhöfen von Großstädten wie Kiew, darunter viele Kinder. Zur Ablenkung hat die Verwaltung der Hauptstadt zusammen mit dem staatlichen Filmarchiv mehrere „Kinos“ in 14 Bahnhöfen eingerichtet. Dort werden Animationsfilme für Kinder sowie Komödien und Festivalfilme für Jugendliche und Erwachsene gezeigt, heißt es in einem Beitrag der Verwaltung auf Telegram, der auf Twitter geteilt wurde.
  • 15.00 Uhr, Ex-Kanzler Schröder soll sich mit Putin treffen: Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder soll sich derzeit in Moskau aufhalten, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Das berichtet das Magazin „Politico“ unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, die mit der Sache vertraut seien. Bei dem Gespräch soll es dem Bericht zufolge um eine Beendigung des Krieges gehen.
  • 14.00 Uhr, Laut Klitschko ist die Hälfte der Bewohner aus Kiew geflohen: „Nach unseren Informationen hat einer von zwei Bewohnern die Stadt verlassen“, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko im ukrainischen Fernsehen.
  • 13.00 Uhr, Ukrainische Truppen überraschen russische Panzer bei Kiew: Auf Twitter, Youtube und anderen Social-Media-Plattformen wird vielfach ein Video geteilt, das zeigt, wie sich die russischen Panzer auf ein Dorf zubewegen. Als sie das Dorf erreichen, scheinen ukrainischen Truppen aus dem Hinterhalt das Feuer mit Panzerabwehrraketen zu eröffnen. Nach einem längeren Feuergefecht drehen die russischen Panzer ab und ziehen sich zurück.
  • 12.00 Uhr, Lawrow nennt westliche Waffenlieferungen „gefährlich“: „Diejenigen, die die Ukraine mit Waffen vollstopfen, müssen natürlich verstehen, dass sie die Verantwortung für ihr Handeln tragen“, sagt Lawrow in Antalya. Er bezieht sich vor allem auf tragbare Boden-Luft-Raketen.
  • 12.00 Uhr, Ukraines Außenminister Kuleba fordert, dass russische Truppen Gas- und Atomanlagen räumen: Das habe er in seinem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow erklärt, sagt Kuleba nach den Beratungen der beiden im türkischen Antalya.
  • 11.00 Uhr: Großbritannien friert Vermögen von Abramowitsch ein: Die britische Regierung sanktioniert weitere Oligarchen, darunter erstmals auch den langjährigen Besitzer des Fußballklubs FC Chelsea, Roman Abramowitsch. Aus einer Mitteilung des britischen Finanzministeriums geht hervor, dass sein Vermögen eingefroren wird.
  • 10.00 Uhr, Moskauer Flughafen schließt teilweise: Grund sei die „Situation in der Luftfahrt“, berichtet die staatliche russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Moskau-Scheremetjewo ist mit 33,6 Millionen Passagieren im Jahr der größte Flughafen in Russland.
  • 09.00 Uhr, Pentagon gibt an, Russland hat 710 Raketen abgefeuert: Russland hat nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums seit Kriegsbeginn mehr als 710 Raketen auf ukrainische Ziele geschossen.
  • 08.00 Uhr, Bundesländer bereiten sich auf Hunderttausende Schüler aus Ukraine vor: Bei einem Treffen in Lübeck wollen heute die Kultusminister über die Betreuung und Beschulung der aus der Ukraine geflüchteten Kinder beraten. Die Flüchtlingskinder sollten rasch an deutschen Schulen unterrichtet werden und Kontakt zu anderen Kindern bekommen, sagt die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien, im ZDF.
  • 07.00 Uhr, Vater entdeckt getötete Familie auf „New York Times“-Foto: Reporter der „New York Times“ wurden am Sonntag Zeugen, wie im Kiewer Vorort Irpin flüchtende Zivilisten von russischen Soldaten beschossen wurden. Eine Mutter, ihr 18 Jahre alter Sohn und die neunjährige Tochter wurden beim Einschlag einer Granate getötet. Das Foto der Leichname und die daneben liegenden Koffer landeten auf Seite 1 der „New York Times“ und gingen durch die sozialen Medien. So erfuhr der Programmierer Serhiy Perebyins vom Tod seiner Familie.
  • 06.00 Uhr, US-Repräsentantenhaus bringt 13,6 Milliarden Dollar für Ukraine auf den Weg: Das Paket umfasst Hilfen für die vom Angriffskrieg Russlands schwer getroffene Ukraine in Höhe von 13,6 Milliarden Dollar (12,3 Milliarden Euro).
  • 05.00 Uhr, Verbindung zu weiterem AKW in Ukraine reißt ab: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verliert nach Tschernobyl auch die Verbindung zum größten europäischen Atomkraftwerk in der Ukraine, Saporischschja. IAEA-Chef Rafael Grossi teilt mit, dass die Datenverbindung zu den Überwachungsgeräten in Saporischschja ausgefallen sei.
  • 04.00 Uhr, Mehr als eine Million Kinder sind auf der Flucht: Seit dem Einmarsch der Russen sind mehr als eine Million Kinder aus der Ukraine in Nachbarländer geflüchtet. Das teilt das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Mindestens 37 Kinder wurden den Angaben zufolge getötet und 50 verletzt.
  • 03.00 Uhr, Behörden melden Beschuss der Städte Sumy und Mykolajiw: Ukrainische lokale Behördenvertreter melden aus mehreren Städten Beschuss.
  • 00.00 Uhr, USA warnen vor Einsatz von Massenvernichtungswaffen: Die US-Regierung warnt vor einem möglichen russischen Einsatz chemischer oder biologischer Waffen in der Ukraine. Moskau wolle mit der Verbreitung von Falschinformationen den Weg dafür bereiten, den ungerechtfertigten Angriffskrieg in der Ukraine weiter zu eskalieren, warnt die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, über Twitter.
Diese Karte vom Vortag wurde auf Basis relevanter, zuverlässiger und Open-Source-Berichte erstellt. Die Situation ist jedoch im Fluss. Sie sollte nicht als offiziell bestätigt oder umfassend lückenlos betrachtet werden. Bild: Krisenzentrum Ukraine

Die wichtigsten Schlagzeilen an Tag 14 des Krieges (9. März)

19.00 Uhr, Russische Armee nimmt 400 ukrainische Demonstranten fest: Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben mehr als 400 Ukrainer festgenommen, die gegen die russische Besetzung der Region Cherson im Süden des Landes protestierten.

18.00 Uhr, Symphonieorchester von Kiew sendet Botschaft an EU: Mitten in Kiew ertönt plötzlich die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven: Auf dem weltberühmten Maidan Platz versammelte der Dirigent des Kiewer Klassischen Symphonieorchesters, Herman Makarenko, seine Musiker. Sie senden mit ihrem Konzert eine politische Botschaft, denn die „Ode an die Freude“ ist auch die Hymne der Europäischen Union.

17.00 Uhr, Botschafter Melnyk kritisiert Bundesregierung: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk wirft der Bundesregierung und Kanzler Olaf Scholz mangelndes Engagement im Ukraine-Krieg vor. Berlins Weigerung, ein Embargo auf Gas und Öl aus Russland zu erheben, sei wie ein „Messer in den Rücken der Ukraine“, sagt der Diplomat der „Welt“.

Ukraines Präsident-Wolodymyr-Selenskyj-appelliert an die westliche Staaten, Millionen Ukrainer nicht ihrem Schicksal zu überlassen. Bild: Ukraine Crisis Media Center

16.00 Uhr, Selenskyj berichtet von Bomben-Angriff auf Kinderklinik in Mariupol: In der Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und des Stadtrats ein Kinderkrankenhaus durch russische Luftangriffe zerstört worden. Opferzahlen seien noch nicht bekannt.

15.00 Uhr, Mehr als 80.000 Kriegsflüchtlinge in Deutschland: Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine haben die Behörden in Deutschland die Ankunft von 80.035 Kriegsflüchtlingen festgestellt. Das teilt der Sprecher des Bundesinnenministeriums mit.

14.00 Uhr, Sicherheitskräfte berichten von Gewalt bei Evakuierungen: In dem Dorf Demydiw rund 25 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kiew feuerten russische Truppen nach Darstellung der Sicherheitskräfte auf ukrainische Polizisten.

13.00 Uhr, Schon mehr als 1,3 Millionen Flüchtlinge in Polen: In Polen sind nach Angaben des Grenzschutzes seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine 1,33 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingetroffen.

12.00 Uhr, AKW Tschernobyl ohne Strom: Das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl ist rund zwei Wochen nach der Einnahme durch russische Einheiten von der Stromversorgung abgeschnitten. Durch Beschuss seien Stromleitungen beschädigt worden, teilt der ukrainische Netzbetreiber Ukrenerho am Mittwoch mit.

11.00 Uhr, Moskau will nicht Sturz der Regierung in Kiew: Das russische Außenamt teilt mit: Moskau will nicht den Sturz der Regierung in Kiew. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor wenigen Tagen noch den Angriffskrieg gegen die Ukraine damit begründet, die „Junta“ in Kiew absetzen zu wollen.

10.00 Uhr, Ukraine stimmt sechs Fluchtkorridoren zu: Die Ukraine stimmt der Einrichtung von sechs Fluchtkorridoren für die Rettung von Zivilisten aus belagerten Städten zu. Menschen aus Enerhodar und Mariupol sollen heute nach Saporischschja im Südosten der Ukraine gebracht werden, sagt Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk.

09.00 Uhr, Evakuierung aus Sumy wird fortgesetzt: Die Evakuierung von Zivilisten aus der nordostukrainischen Großstadt Sumy soll weitergehen. Der Fluchtkorridor in Richtung der zentralukrainischen Stadt Poltawa sei bis 21.00 Uhr Ortszeit geöffnet, schreibt der Chef der Gebietsverwaltung, Dmytro Schywyzkyj, bei Telegram.

08.00 Uhr, Klimaforscher fordert Importstopp für russisches Gas und Öl: Klimaforscher Ottmar Edenhofer fordert Deutschland auf, wie die USA einen Importstopp für russisches Gas und Öl zu verhängen. „Wir brauchen jetzt massivste Sanktionen. Europa kann es sich nicht erlauben, über die Gas- und Ölimporte Putins Krieg weiter zu finanzieren.

Under attack: Das Krisenzentrum Ukraine fordert die sofortige Einstellung der russischen Aggression. Bild: Ukraine Crisis Center

07.00 Uhr, Nato liefert weitere Waffen in die Ukraine: Wie der Journalist George Allison vom „UK Defense Journal“ bei Twitter schreibt, liefert die NATO die Waffen zu einem Flugplatz nach Ostpolen

06.00 Uhr, 61 Kliniken beschossen: In den vergangenen 13 Kriegstagen hat das russische Militär nach ukrainischen Angaben insgesamt 61 Krankenhäuser in der Ukraine beschossen.

05.00 Uhr, Siebenjähriges Kind stirbt bei Wohnhaus-Beschuss in Charkiw: In der Nähe der Großstadt Charkiw starben zwei Menschen, darunter ein sieben Jahre altes Kind, dem Zivilschutz zufolge beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohnhaus.

04.00 Uhr, Selenskyjs Frau wirft Kreml „Massenmord“ vor: Die Frau des ukrainischen Staatschefs, Olena Selenska, wirft Russland in einem offenen Brief „Massenmord“ an Zivilisten vor. „Trotz der Beteuerungen der vom Kreml unterstützten Propagandaorganisationen, die dies als ‚Sondereinsatz‘ bezeichnen, handelt es sich in Wirklichkeit um einen Massenmord an ukrainischen Zivilisten.“

03.00 Uhr, Russen foltern Kernkraftwerk-Personal: Nach Angaben des ukrainischen Energieministers foltern russische Militäreinheiten das Personal des Kernkraftwerks Saporischschja, um es zu einer öffentlichen Erklärung zu zwingen. Nach Angaben des ukrainischen Energieministers foltern russische Militäreinheiten das Personal des Kernkraftwerks Saporischschja, um es zu einer öffentlichen Erklärung zu zwingen.

02.00 Uhr, unklare Situation im Akws Tschernobyl: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat keine Verbindung mehr zu den Überwachungsgeräten im ehemaligen ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl. Das gibt die Behörde bekannt. Die Geräte stellen sicher, dass das Nuklearmaterial an seinem Platz ist. Das ehemalige Kraftwerk wurde vor einigen Tagen von russischen Einheiten eingenommen.

01.00 Uhr, Russland steht kurz vor dem Zahlungsausfall: Die Ratingagentur Fitch drückt ihre Bewertung für die Kreditwürdigkeit von Russland noch tiefer in den Ramsch-Bereich. Die Bonitätsnote werde um sechs Stufen auf „C“ von zuvor „B“ zurückgenommen, teilt Fitch mit.

00.00 Uhr, Angeblich kämpfen 1000 Deutsche, insgesamt 22.000 Ausländer in der Ukraine: Medienberichten zufolge kämpfen nach Angaben aus ukrainischen Regierungskreisen rund 22.000 Ausländer kämpfen. Die vorwiegend jungen Männer kämen zu großen Teilen aus Osteuropa, aber auch beispielsweise aus den USA.

Die wichtigsten Schlagzeilen an Tag 13 des Krieges (8. März)

  • 17.00 Uhr, USA boykottieren russisches Öl und Gas: „Wir verbieten alle Importe von Erdöl, Gas und Energie aus Russland“, sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. Biden betonte, dass die Nato und die westlichen Verbündeten eng zusammenstehen. Er verstehe, dass einige europäische Staaten von russischer Energie stark abhängig seien und somit Öl und Gas nicht boykottieren könne. Russland warnte unterdessen, die Ölpreise könnten sich in den Vereinigten Staaten durch den Importstopp mehr als verdoppeln. Coons dazu: „Das ist der Preis, wenn man für die Freiheit einsteht.“
  • 16.00 Uhr, CIA-Direktor warnt vor „hässlichen kommenden Wochen“: CIA-Direktor William Burns hat über den russischen Präsidenten Wladimir Putin gesagt, dieser sei „wahrscheinlich wütend und frustriert“, er habe „keine nachhaltige politische Lösung“ für die Ukraine, berichtet „The National“-Korrespondentin Joyce Karam auf Twitter. Zudem habe Burns vor „hässlichen kommenden Wochen“ im Krieg gewarnt.
  • 15.30 Uhr, Flucht aus Irpin: Aus der umkämpften ukrainischen Stadt Irpin sind nach Behördenangaben bisher etwa 3000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. „Die Evakuierung der Bevölkerung aus der Stadt Irpin nach Kiew geht weiter“, teilte der ukrainische Katastrophenschutz am Dienstag mit. „Fast 3000 Zivilisten wurde Hilfe geleistet.“
  • 15.00 Uhr, Großbritannien will russisches Öl boykottieren: Das berichtet „Bloomberg.“ Gas sei vom Boykott ausgenommen, heißt es.
  • 15.30 Uhr, Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen über den Status der Separatistengebiete im Osten des Landes und der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim bereit: Im US-Sender ABC machte Selenskyj am Montagabend (Ortszeit) zugleich deutlich, dass er nicht auf Forderungen aus Moskau eingehen werde, die Unabhängigkeit der selbst ernannten „Volksrepubliken“ sowie die russische Herrschaft über die Krim anzuerkennen. „Ich bin bereit für einen Dialog. Aber wir sind nicht bereit für eine Kapitulation.“
  • 14.00 Uhr, Lindner kündigt Ausweitung der Sanktionen an: Nach Angaben von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bereitet die Bundesregierung eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland und seine Unterstützer vor. „Die Bundesregierung arbeitet daran, die Sanktionen zu erweitern. Ich rechne mit einem nächsten Sanktionspaket, das über Russland hinaus auch Unterstützer des Krieges in Belarus umfasst und Umgehungen der Finanzsanktionen über Kryptowerte ausschließt“, sagte Lindner am Dienstag in Düsseldorf.
  • 13.30 Uhr, Tod am Weltfrauentag: Im Kampf gegen russische Truppen sind nach offiziellen Angaben aus Kiew bisher 13 Soldatinnen der ukrainischen Luftstreitkräfte getötet worden. Fast 7000 weibliche Angehörige der Luftstreitkräfte erlebten den Internationalen Frauentag „nicht mit Blumen, sondern mit der Waffe in der Hand“, sagte der Kommandeur, Generalleutnant Mykola Oleschtschuk, am Dienstag. „Schulter an Schulter mit den Männern wehren sie die russische Aggression ab, kämpfen für die Zukunft ihrer Kinder und die Zukunft unserer Ukraine.“
  • 13.00 Uhr, Russland attackiert Mariupol von Fluchtroute aus: Die Nato geht davon aus, dass Angaben über russische Angriffe auf flüchtende Menschen in der Ukraine der Wahrheit entsprechen. „Es gibt sehr glaubwürdige Berichte, dass Zivilisten bei der Evakuierung unter Beschuss geraten“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Lettlands Präsidenten Egils Levits in Riga. „Zivilisten ins Visier zu nehmen, ist ein Kriegsverbrechen, und es ist vollkommen inakzeptabel“, ergänzte der Norweger. Man brauche richtige humanitäre Korridore, die uneingeschränkt respektiert würden.

Die wichtigsten Schlagzeilen am Tag 12 des Krieges (7. März)

  • 17.01: Noch am Dienstag legt die EU-Kommission einen Plan mit Maßnahmen vor, um russische Gasimporte innerhalb von einem Jahr um zwei Drittel zu reduzieren.
  • 15.02 Uhr: Nach Medienberichten will die US-Regierung einen Importstopp für russisches Öl. US-Präsident Biden habe sich zu diesem Schritt entschieden und werde ihn vermutlich noch heute offiziell bekanntgeben. Das Weiße Haus hat bereits eine Bekanntgabe weiterer Sanktionen gegen Russland angekündigt.
  • 14.45 Uhr: In Irpin und Sumy können sich Zivilisten über einen sogenannten Flüchtlingskorridor offenbar in Sicherheit bringen, in Mariupol sind entsprechende Bemühungen erneut gescheitert
  • 11.13 Uhr: Der Generalbundesanwalt hat Ermittlungen wegen möglicher Kriegsverbrechen in der Ukraine eingeleitet
  • 10.15 Uhr: In fünf Städten gilt laut russischem Verteidigungsministerium seit dem Morgen eine Feuerpause, so dass Zivilisten sich über einen „humanitären Korridor“ in Sicherheit bringen können
  • 9.00 Uhr: In Irpin und Sumy seien Evakuierungen im Gange, meldet die ukrainische Regierung
  • 8.15 Uhr: Wirtschaftsminister Habeck schließt aus, dass deutsche Atomkraftwerke länger am Netz bleiben, um die Energieversorgung zu sichern.

Die wichtigsten Schlagzeilen am Tag 11 des Krieges (6. März)

  • 23.23 Uhr: Russland warnt vor „katastrophalen“ Folgen eines Ölembargos
  • 21.41 Uhr: Russland droht mit Gas-Lieferstopp durch Nord Stream 1
  • 20.49 Uhr: Vierer-Gipfel mit Biden und Scholz fordert sofortigen Rückzug Russlands
  • 19.46 Uhr: Dritte Verhandlungsrunde endet mit minimalen Fortschritten
  • 18.21 Uhr: EU leitet Prüfung von ukrainischem Beitrittsantrag ein
  • 17.22 Uhr: Nur 50 Visa: Kritik am Umgang Großbritanniens mit ukrainischen Flüchtlingen
  • 15.32 Uhr: „Bewusste Entscheidung“: Scholz setzt weiter auf Energieimporte aus Russland
  • 13.54 Uhr: Außenminister von Ukraine und Russland treffen sich am Donnerstag in der Türkei
  • 10.14 Uhr: Deutschland prüft weitere Waffenlieferungen an die Ukraine

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