Luhe-Wildenau: Marktgemeinde bekommt keinen weiteren Friedhof

Luhe-Wildenau. Ein naturbelassener Friedhof am Koppelberg? Den Antrag der SPD-Fraktion lehnte der Marktgemeinderat klar mit 1:11 Stimmen ab.

Der Marktgemeinderat Luhe-Wildenau sieht mit großer Mehrheit keine Möglichkeit am Koppelberg eine naturbelassene Begräbnisstätte für Urnen einzurichten. Foto: Walter Beyerlein

Der Antrag der SPD-Fraktion nach Einrichtung eines naturbelassenen Friedhofes am Koppelberg wurde in der Marktgemeinderatssitzung mit 1:11 Stimmen abgelehnt. In der Sitzung stand nur noch Fraktionssprecherin Julia Bayer hinter diesem Antrag. Seitens der CSU-, CWU-und JU-Fraktion waren vor allem die Kosten für die Planung dieses natürlichen Friedhofes und die Folgekosten entscheidend dem Antrag zu widersprechen.

Antrag bereits 2020 eingereicht

Bürgermeister Sebastian Hartl bat Julia Bayer (SPD) zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes ihre Sicht zur Anlegung des Naturfriedhofes darzustellen. Sie verwies darauf, dass ein Antrag bereits im Jahr 2020 eingereicht worden sei, der dann wegen der Kommunalwahl nicht mehr weiter verfolgt wurde.

Im Laufe der Aussprache gab Julia Bayer dem Gremium ihre Vorstellungen für die von ihr gewünschte Bestattungsmöglichkeit bekannt: So solle das betreffende Grundstück nicht unbedingt eingezäunt werden, die Namensschilder der Urnengräber könnten an einem Baum befestigt werden, das entsprechende Waldstück sollte seine ursprüngliche natürliche Form behalten. 

Drei Friedhöfe im Gemeindebereich

Roland Rauch (CSU) betonte, dass das Bestattungswesen zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde gehöre. Deshalb gebe es im Markt Luhe-Wildenau derzeit drei Friedhöfe, auf denen zum Teil Urnenbestattungen möglich seien. Die Bestattung der Urnen im Wald sei zukunftsorientiert, werde aber oftmals nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung genutzt. Bürgermeister Sebastian Hartl verwies dazu auf Erkenntnisse vom Besuch Stadt Eschenbach: Im dortigen Friedhof werden nur zwanzig Prozent der Urnengräber von Einheimischen genutzt, 80 Prozent sind Verstorbene von auswärts.

Standort nicht optimal

Georg Schärtl (JU) nannte den Standort Koppelberg für die natürliche Begräbnisstätte nicht optimal. Mit dessen Errichtung seien auch die Errichtung von Zufahrtswegen und die damit verbundene Verkehrssicherungspflicht zu sehen. Bei aktuell drei vorhandenen Friedhöfen müsse das Thema zurückgestellt werden, betonte er. Die Bestattung in der Natur sei für die Angehörigen eine der billigsten Formen eines Begräbnisses, im Gegensatz dazu sei der Aufwand für die Marktgemeinde zu hoch.

Hans Anzer (CSU) verwies auf die Verpflichtung der Kommune Bestattungseinrichtungen kostendeckend zu betreiben. „Die Einrichtung dieser Begräbnisstätte würde eine extreme Erhöhung der Gebühren bedeuten“. 

Haushalt auch von Landratsamt abgesegnet

Zu Beginn der Sitzung informierte der Bürgermeister über die rechtsaufsichtliche Genehmigung des Haushaltsplanes 2022 durch das Landratsamt Neustadt/WN trotz der geplanten Kreditaufnahme. „Das hat mich besonders gefreut“, meinte der Bürgermeister und verband dies mit der klaren Aussage, dass ab sofort mit den geplanten Investitionen begonnen werden könne.

Einstimmig erteilte der Marktgemeinderat das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag für einen Wohnhausbau mit Garage auf dem Grundstück Flurnummer 233/2 Gemarkung Luhe. Zugleich stimmte der Marktgemeinderat verschiedenen Abweichungen vom Bebauungsplan zu, die laut Bürgermeister Sebastian Hartl begründet sind.

Feuerwehr-Führungsspitze bestätigt

Einstimmig bestätigte der Marktgemeinderat die neue Führungsspitze der Feuerwehr Neudorf mit ersten Kommandanten Michael Klaschka und Zweiten Kommandanten Simon Reißenecker vorbehaltlich der zu erwartenden Zustimmung von Kreisbrandrat Marco Saller. Die Amtszeit der Führungsspitze beginnt am 1. April 2022 und dauert vier Jahre. 

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